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aß sie jeder Kraftanstrengung zuchtloser Buben zu trotzen rmochten. ö
Seit jenen Tagen, da Alles, was schutzlos war, hier— nis der Zerstörung anheimfiel, ist es allerdings— wir ennen es gern und dankbar an— viel besser geworden; wer immer noch sind sehr bemerkliche Spuren jenes lden Sinnes, der seine Freude daran hat, was Andere nit Mühe und Opfern bauen, in frechem Muthwillen zu erstören, zurückgeblieben. Hier öffnet sich darum noch mmer der Einwirkung wobldenkender Eltern und treuer gehrer ein weites Feld der Thätigkeit. Es gilt, durch Er— nahnung, Warnung, Beispiel und wo alles Dies nichts iilft, durch ernstere Zuchtmittel unsre Jugend, die ja ier so bild- und lenksam ist, wie überall, dahin anzuleilen, naß sie Sinn für das Schöne, Lust an dem Erhalten Dessen, was Andern Freude macht, bekommt; es gilt, ihr zhrgefühl dahin zu richten, daß sie es für eine Schande „ält, Das, was Andere mühsam gebaut, muthwillig zu zerderben; es gilt, in ihr das Bewußtsein zu erwecken, aß das Schaffen, nicht das Zerstören die schönere Aufs abe des Menschenlebens sei. Es gilt namentlich, diesen Dinn für das äußerlich Schöne um deswillen der Jugend inzupflanzen, weil derselbe mit dem Sinn für das geistig ind stttlich Schöne so eng zusammenhängt, was wir nur andeuten, nicht aber weiter ausführen wollen.
Lasset uns also, liebe Mitbürger, Jeder an seinem Theil und an seinem Platz und wo inimer die Gelegen— eit sich darbietet, dazu mitwirken, daß der wilde Zer— lörungssinn unserer Jugend einer sinnigen Freude an em Schönen und seiner Erhaltung Platz macht. Wenn wir dieses Ziel erreichen, dann wird manch widerlicher Zindruck unsern Augen erspart bleiben, manchem Aerger, Berdruß und Zank vorgebeugt werden; dann wird wohl auch unser schöͤner Burggarten, wie ehedem, an Sonn⸗ ragmorgen wieder geöffnet werden und der Schloßgärtner rnit seiner Familie in die Kirche gehen können, ohne fürchten u müssen, daß ihm inzwischen die schönsten Blumen ge— „flückt, die duftendsten Sträucher zerrissen und die saubersten Decksteine der Burgmauer in den Abgrund hinabgerollt werden.
Wieder⸗Mörlen. Am 4. d. M. hielt dahier Herr Dr. Henkelmann von Friedberg seinen Wandervorkrag dor einer sebr zahlreich besuchten Versammlung von 8 is 11 Uhr Abends, nachdem er am Tage vorher mit dem Drtsvorstand die Gemarkung besichtigt und sich über die andwirthschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde näher in— ormirt hatte. Dr. Henkelmann belobte die Fortschritte, namentlich die Gradlegung des Usa-Bettes, welche im verwichenen Jahre zum Vortheile der Wiesenverbesserung nattgefunden und empfahl zur weiteren Verbesserung zie Anlegung von Composthaufen zur Düngung der Wiesen. Derselbe verbreitete sich sodann über alle für den ztionellen Landwirth wissenswerthe Gegenstände, über Bewirthschaftung der Felder, Dungmittel, Viehstand ꝛc. und betonte namentlich, daß man, um nicht von der gereinbrechenden Ackerbaukrisis überrascht zu werden, den Detreidebau einschränken und den Futterbau und Vieh tand vermehren solle. Ueber die große Zersplitterung unserer Felder sprach sich derselbe nicht günstig aus, er zeigte die großen Nachtheile und empfahl die Zusammen— legung derselben und die Anlegung von Gewann-Wegen, deren Vortheile in die Augen springend seien. Obgleich man die Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit dieser Ausein— Andersetzung anerkannte, so steht der Ausführung dennoch in großes Hinderniß im Wege. Dieses Hinderniß ist der Rostenpunkt, denn die Geradlegung des Usa⸗Bettes kostete uns im verwichenen Jahre über 3000 Gulden und sollen zu fraglichem Zweck auch in diesem Jahre 3000 fl. ver— wendet werden. Dazu kommt, daß wir im Jahre 1862 is 1866 die Parzellenvermessung hatten, welche gleichfalls an 6000 Gulden Kosten verursachte. Vielleicht kann jedoch ein kleiner Aufang gemacht werden mit der Zu— ammenlegung der sogenannten Kappes- oder Krautgärten. Schließlich können wir nicht unerwähnt lassen, daß die Versammlung dem Vortrage des Herrn Dr. Henkelmann mit der gespanntesten Aufmerksamkeit vom Anfang bis
zum Ende zuhörte und sehr befriedigt war und daß aus dem Vorgetragenen sicher noch manches Gute hervorsproßen wird und daß man allgemein den Wunsch aussprach ge— nannter Herr möge seinen Besuch wiederholen und seine Vorträge sortsetzen. M.
Offenbach. Neulich fand dahier eine vorbe— rathende Versammlung zum Zwecke der Gründung eines Thierschutzvereins staft. Die Anregung zu demselben batte der Vorstand des hiesigen landwirthschafllichen Local— vereins gegeben, und steht schon deßhalb zu hoffen, daß er nicht nur hier, sondern auch in den übrigen Orten des Kreises Offenbach erwänschte Betheiligung finden und
seine Wirksamkeit eine der guten Sache entsprechende werden wird. Darmstadt. Ockonom Rößner auf dem heiligen
Kreuz hat ein Spargelfeld von 3 und ein Erdbeerenbeet
von 2 Morgen angelegt.
% Die hessische Ludwigs babn gibt nicht allein von Darmstadt, Franksurt, Mainz und Worms „zum Zwecke der Erleichterung des Besuches der pariser Ausstellung“ Retourbillete zu ermäßigtem Preise aus, sondern stellt auch bei einer Theilnahme von 300 Personen besondere Extrazüge mit noch billigecen Preisen und Re tourbilleten 2. und 3. Klasse in Aussicht. Weiter werden, im Anschluß an die von Berlin via Köln nach Paris abgehenden Extrazüge in Mainz und Frankfurt Retour— billete 2. und 3. Klasse mit 30tägiger Gültigkeitsdauer ausgegeben: ab Mainz 26 fl. 17 kr. in 2. Klasse, und 18 fl. 2 kr. in 3. Klasse. Diese Extrazüge gehen vor⸗ läufig jeden Freitag, Nachts 12 Uhr, von Köln nach
Paris, und jeden Mittwoch Nachmittag von Paris nach
Köln ab. Die Rückfahrt kann innerhalb der Gültigkeits— dauer ber Billete, an jedem Mittwoch, aber nur mit dem angegebenen Extrazug, angetreten werden. Der erste dieser Extrazüge wird am 17. Mai von Köln abgelassen werden.
Die Rinderpest hat bei Hildburghausen bereits auch ein Menschenleben gekostet. Die dortige Dorfzeitung erzählt: In dem nahen Waldorte Ernstthal im Schleuse— grund war am 7. Mai Jahrmarkt; ein Arbeiter, v. Nord; heim, veelleicht etwas angetrunken, wollte über die Gränzbrücke ins preußische Wirthshaus(Hüttenschönau) gehen und wurde von dem preußischen Militärposten, der dort wegen der Rinderpest aufgestellt ist, zurückgewiesen; er wollte sich das nicht gefallen lassen und fügte, als der Posten erklärte, er müsse von seiner Waffe Gebrauch machen, eine unartige Einladung hinzu. Der Posten schoß, und v. Nordheim war eine Leiche.
Ueber den Werth kanfmännischer Anzeigen.
Horace Greeley saßt in einer Schrift über An⸗ zeigen: Für den Kaufmann, Kleinhändler, Fabrikanten, Handwerker oder Geschäftsmann, der gewiß ist, daß er Bestellungen oder Aufträge zu Jedermanns Zufriedenheit auszuführen vermag, sind Bekanntmachungen seiner Leistungen und Versprechungen ein Gegenstand von größter Bedeutung. Will ein solcher seine Geschäftsbeziehungen in einem gewissen Bezirke ausdehnen, so muß er wirksame Mittel ergreifen, um jede Familie in diesem Bezirke wissen zu lassen, was er anzubieten hat, und zu welchen Bedingungen und Preisen. Es ist eine Thorheit, von den Kosten zu reden, denn ebenso gut könnte man etwas gegen die Ausgabe für die Mittel sagen, durch welche man Waaren vor schlechtem Wetter und vor Dieben schützt, oder gegen die Kosten der Versendung zc. Alle anderen Geschäftsunkosten sind ohne sich rechtfertigende Beweggründe unnütz angewendet, wenn jene wesentliche Grundlage des Geschäfts— die Kundmachung— ver— nachlässigt oder schlecht besorgt wird. Nur schlechte Ge— schäftsleute haben keine besondere Neigung für die Zei⸗ tungen, begreifen auch nicht die bedeutende Macht der Presse in der jetzigen Zeit, und den großen Kreis, in dem sie Nachrichten zu verbreiten im Stande ist. Man
kann mit Bestimmtheit annehmen, daß eine Bekanntmachung ober Anzeige in einem Blatte gegenwärtig minbestens zehn Mal so viel Personen zu Gesicht kommt, als vor 30 Jahren. Es hält nicht schwer, eine Anzeige so ein⸗ rücken zu lassen, daß sie binnen zwei Tagen wenigstens 50,000 Personen in die Augen fallen muß oder bei Ein⸗ rückung in einem Dutzend Zeitungen in die Augen von einer halben Million Menschen kommt. Wenn es aus⸗ führbar ist, eine sosche Kundmachung mit einem Aufwande von ein Paar Thalern zu bewirken, und wenn es nur zu wahr ist, daß sich schon sehr Viele dieses Mittels erfolg⸗ reich bedienten, wie können dann Solche, die nichts davon wissen wollen, mit einem neuen Geschäft gegen alte, ein⸗ gewurzelte Geschäfte mit Erfolg ankämpfen? Ein älteres Geschäft darf sich allenfalls schmeicheln, so lange zu be⸗ stehen, bis die alten Kunden gestorben oder verdorben sind; ein neues Geschäft besitzt aber noch gar keine Kunden, von denen es zehren könnte. Dasselbe muß daher daran denken, die in der Zeit liegenden Vortheile sich anzueignen. Den Vortheil der billigen Inserate zu verschmähen ist ge— rade so, als wollte man darauf verzichten, auf Eisenbahnen zu fahren, oder durch den elektrischen Telegraphen zu cor⸗ respondiren. Um dem Bedürfnisse der Neuzeit zu ent⸗ speechen, mit geringem Kostenanswande und unbedeutender Mühwaltung Anzeigen nicht nur in Blättern des Heimath⸗ landes, sondern auch in denen des Auslandes zu ver— öffentlichen, sind nach und nach Institute entstanden, die es sich zur Aufgabe stellen, dem inserirenden Publikum diese Mühe zu erleichtern und die Insertionskosten zu ver— mindern. Es sind dieses die so genannten Annoncen— Burcaux, die sich, je nach Ausdehnung ihres Geschäfts⸗ kreises mit den verschiedenen Zeitungen der civilisirten Welt in Verbindung gesetzt haben und dem Publikum zu Originalpreisen, ohne Portokosten und sonstige Spesen, Anzeigen in den gewünschten Zeitungen vermitteln. Es stellen sich dadurch für das Publikum folgende Vortheile heraus: 1) Daß der Inserent keine Portokosten und sonstige Spesen zu tragen hat; 2) daß er nicht mehr bezahlt als in den diversen Zeitungsbureaux, denen der Auftrag zu Theil werden soll; 3) daß er sich mit dem Annoncenbureau in einer Summe abfinden kann, während ohne dessen Vermittlung an jede einzelne Zeitung besonders geschrieben und der kleine unbedeutende Betrag mit ihr besonders verrechnet werden muß; 4) daß er diesen Annoncenbureaux nur ein einziges Manuscript zur Effectuirung selbst der umfangreichsten Aufträge einzu⸗ reichen braucht; 5) daß er bei großen Aufträgen einen der Totalsumme entsprechenden Rabatt genießt.— Zu den bedeutendsten Elablissements, die sich ausschließlich mi: der Vermitilung von Zeitungs-Annoncen befassen, gehört unstreitig die Agence Havas, das Bureau der Herren Laffite Bullier und Comp. in Paris und das vielverzweigte Haus der Herren Haasenstein und Vogler, die in den Haupistädten Deusschlands ihre Bureaux errichtet und vor einigen Jahren auch in der Schweiz(zu Basel) ein Geschäst gegründet haben. Die unermüdliche Thätigkeit, mit welcher diese Herren dem Publikum die Publicationen zu erleichtern trachten, ver⸗ dient alle Anerkennung und wird von den meisten Zei⸗ tungen gebübrend unterstützt. Da diese Geschäftsbranche noch wenig bekannt ist, so haben wir es für angemessen erachtet, die Aufmerksamkeit des Publikums auf diese nützlichen, den Fortschritten der Neuzeit entsprechenden Institute zu lenken.
Verloos ungen.
Bei der am 1. und 2. Mai stattgehabten Ziehung der schwedischen 10⸗Thlr.-Loose sind folgende größer, Gewinne(bis 60 Thlr. incl. herab) berausgekommen; Nr. 174449 10,000 Thlr., Nr. 71095 1000 Thlr. Nr. 67794 500 Thlr., Nr. 61886, 195516, 224062 und' 227530 je 150 Thlr., Nr. 46419, 47969, 71921, 79894, 138034, 167996, 194703, 194966, 212439 und 218514 je 60 Thlr. Die übrigen Gewinne sind von 35, 25 und 11 Thaler.
Bekanntmachung.
1169 Nachdem sich eine Ueberschuldung des Nachlasses des verstorbenen Rechnungeführers Emil Hoen von wem Blaufarbenwerk bet Mottgers ergeben hat, und unterm heutigen Tage der förmliche Concurs erkannt
worden ist, so werden nunmehr alle Gläubiger aufge⸗
fordert, im Termin den
8. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, ihre Forderungen, unter Vorlage der Bewetsftücke, beim Mechtsnachtbell der Ausschließung von der Masse, anzu⸗ geben und gehörig zu begründen.
Den Gläubigern dient zur Nachricht, daß man den Johann Adam Gerlach hier einstweilen zum Curator lernannt und verpflichtet hat, und in dieser Eigenschaft beibehalten wird, wenn sie in obigem Termine nicht zur Wahl eines anderen schreiten.
Schwarzenfels am 3. Mat 1867.
Köntglich Preußisches Justizamt Man
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Kapitalien gesucht!
1489 Die Stadt Butzbach wünscht ein Kapital von oh fl. in Abthellungen auszunebmen. Lufstragende baben sich bel der unterzeichneten Stelle zu melden. Butzbach den 10. Mal 1867. Großherzogliche Bürgermelsterel Butzbach Küche l.
Lieferungen verschiedener Bedürfnisse.
1191 Donnerstag den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden nachfolgende Lieferungen für die hiesige Garntson im Summissionswege vergeben, als:
1) Brod, aufs 3. Viertelsabr 1867,
2) Oel, Petroleum, Fischtbran und Stear in-
lichter aufs 2. Palbjahr 1867, 3) Gerste, Weizenklete und Leinkuchen desgleichen.
Die Lieferungsbedingungen können täglich auf dem Büreau des unterzeichneten Verwaltungsratbs eingesehen werden.
Butzbach den 11. Mol 1867.
Großberzoglicher Verwaltungs rath der vereinigten
Schwadronen der Reiterbrigade v. ZBuseck, Major.
Hofraithe-Versteigerung. 1189 Donnerstag den 16. d. M., Vormittags 11 Uhr, soll in bilesigem Rathhause die Hofraithe und der Haus- garten des Christlan Groß dahter, in Folge eines eingelegten Nachgebots, nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden.
Friedberg den 10. Mal 1867.
Groß berzogliches Steeger Friedberg. Nn
Der dlenssältesse Gerschtsmann
Fouc ar.
Bekanntmachung. 1102 Otejenigen Steigerer, welche mit der Polzabfuhr aus den Frelberrl. von Franckenstein'schen Waldungen noch im Rückflande find, werden hierdurch ersucht, das ersteigte Holz nunmehr um so gewisser bis zum 1. Jun l. J. abfabtren zu lassen, als sonst ein abermaliger Verkauf desselben auf ihre Kosten stattfinden müßte. O ckstadt am 11. Mai 1867. Die Freiherrl. v. Rae Oberförsteret Ockstadt Fre p.
Pferdeversteigerung.
1187 Am 21. d. Mis., Morgens 10 Uhr, sollen im Gräflichen Hof zu Utphe folgende der Verwaltung des Wlesenbofs gehörige Pferde versteigert werden!
1 schwarzbraune Stute, 12 Jahre alt,
1 5 Wallach, 14„
1** 2 77 77
1 rothbraune Stute 2 Jabre alt,
1 Fuchswallach„NN
1 Foblen Fuchswallach 1 Jahr alt
Bei genligender Sicherffellung durch Bürgschaft wird die Zahlung bis 1. Oktober d. J. ereditirt.
Laubach am 8. Mat 1867. Graͤfliche Centralguts verwaltung.
Einen halben Morgen Gras,
1196 der Blindenanstalt gezenüber, hat zu verkaufen
Michael pfeifer.


