Ausgabe 
13.6.1867
 
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Dernburg vertritt die Ansicht, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Annahme der Militär-Convention im nationalen Interesse ge boten sei. Wernher wendet sich gegen die Ausführungen Dumont's als unpractisch und den Verhältnissen nicht entsprechend. Stockhausen erklärt sich für Annahme, nicht so Volhard, der es beklagt, daß die Regierung in der Con vention die finanziellen Rücksichten des Landes wenig gewahrt. Metz spricht für die Militär⸗ Convention, obwohl sie in gewisser Beziehung die militärische Einigung Deutschlands noch hinaus schiebe. Hallwachs erklärt sich für Annahme, trotz der Härten, welche die Convention enthalte. Kraft dankt der Regierung für den Abschluß der Militär-Convention und des Schutz. und Trutz⸗Bündnisses. Nach dem Schlußwort des Berichterstatters wird zur Abstimmung geschritten und die Militär⸗Convention mit allen gegen 9, das Schutz⸗ und Trutz⸗Bündniß aber mit allen gegen 4 Stimmen genehmigt. Die Kammer bewilligt sodann ohne Debatte 264,000 fl. für Anschaffung von Zündnadel- Gewehren und der dazu nothwendigen Munition, 21,694 fl. für Anschaffung von Betten und 1500 fl. für Ver⸗ legung des Offenbacher Schießstandes. Der Etat der Sanitätscompagnie mit 5100 fl. wird eben⸗ falls bewilligt. Der letzte Gegenstand der Be rathung ist der Antrag des Abgeordneten George, die Abänderung des Personalsteuergesetzes. Nach kurzer Verhandlung beschließt die Kammer, die Regierung um Vorlage eines Gesetzes zu ersuchen, wonach auch Ausländer, welche Grundeigenthum besitzen oder ein Geschäft treiben, oder bereits zwei Jahre im Lande wohnen, personalsteuerpflichtig sein sollen, worauf sich die Kammer auf unbe⸗ stimmte Zeit, wahrscheinlich auf 14 Tage, vertagt.

Die Direction der Aachen-Münchener⸗ Feuer- Versicherungs⸗Gesellschaft hat aus dem zu ihrer Verfügung bleibenden Antheil des zu gemeinnützigen Zwecken bestimmten Fonds den drei landwirthschaftlichen Provinzial⸗Vereinen des Großherzogthums die Summe von 2223 Gul⸗ den, den landwirthschaftlichen Bezirksvereinen von Starkenburg 745 fl., denen von Oberhessen 617 fl. 22 kr. und den drei Bienenzüchter⸗Vereinen des Landes 78 fl. 34 kr., im Ganzen die beträchtliche Summe von 36683 fl. 56 kr. zur Förderung der Vereinszwecke zugewendet.

Nach derHess. Landeszeitung sind drei höhere preußische Offiziere in einer militärischen Mission in Darmstadt eingetroffen.

1 Friedberg. Am 11. ds. trafen für die hiesige Garnison 4 500 neue Zündnadelgewehre ein. Die Mannschaft hat bereits das Exercitium mit denselben begonnen.

Preußen. Berlin. Ein Säulen ⸗Plakat des Polizeipräsidiums wiederholt die Details des Pariser Attentats und fügt hinzu:Der Pole heiße Perproski, sei Mechanikus und habe als solcher zwei Jahre in Paris gearbeitet. Die Pistole sei mit gehacktem Blei geladen gewesen, wodurch eine Frau aus dem Volke erheblich ver⸗ letzt worden. Der Thäter sei geständig.

DieKreuzzeitung meldet:Der Finanz⸗ minister genehmigte den Entwurf, betreffend die

Auseinandersetzung des Staats Vermögens und Stadtvermögens Frankfurts. Die Kron⸗

prinzessin wird in Karlsruhe einen kurzen Besuch machen. Der König wird nach seiner Rückkehr aus Paris einige Tage auf Schloß Babelsberg residiren.

Halle. Den 19., 20. und 21. Juni feiert die hiesige Universität ihre fünfzigjäh⸗ rige Vereinigung mit der Universität Wittenberg. Zu diesem Feste sind zahlreiche besondere Einladungen an sämmtliche deutsche Hoch schulen und viele einzelne Ehrengäste ergangen.

Wiesbaden. Die hier lebenden reichen Amerikaner und Engländer, sowie über haupt die vermögenden Fremden, welche nur zu ihrem Vergnügen hier leben und kein Geschäft betreiben, sollen für ihr sämmtliches Vermögen zur Einkommen- und Classen-Steuer herangezogen werden. Sie wollen nur die Quote ihres Ein- kommens versteuern, welche sie zu ihrem Lebens unterhalt bedürfen, und haben dieserhalb dem Re gierungspräsidenten v. Diest eine Petition über reichen lassen. Wird ihnen diese Vergünstigung nicht gewährt, so dürften die Meisten Veranlassung nehmen, die Stadt zu verlassen; ein Ausfall für Wiesbaden, der sehr empfindlich wäre.

Oesterreich. Wien. Die Krönungsfeier⸗ lichkeit des Kaisers zum König von Ungarn hat am 8. ds. in Pesth stattgefunden und fiel die Feier auf's glänzendste aus; die Kaiserin und der Kronprinz Rudolph, beide im ungarischen Costüm, wurden bei ihrem Erscheinen auf der Lloyd⸗Ter⸗ rasse mit enthustastischem Jubel begrüßt. Als der König auf dem Krönungshügel unter Geschütz donner und Glockengeläute vier Schwertstreiche führte, war der Jubel unbeschreiblich. Die Feier verlief ohne den mindesten Unfall.

Von Pest aus wird gemeldet: Durch eine kaiserliche Entschließung ist für alle politischen und Majestäts-Verbrechen Amnestie bewilligt und allen Emigrirten die Rückkehr in ihre Heimath gestattet.

Frankreich. Paris. Das große Tages- ereigniß ist das Attentat, welches auf den Kaiser von Rußland bei der Rückkehr von der Revue im Boulogner Hölzchen nicht weit von der Cascade bei Longchamps gemacht wurde. Alle Blätter der letzten Tage sind angefüllt von Einzelnheiten über dasselbe. Napoleon befand sich in demselben Wagen mit dem Kaiser Alexander und dessen beiden Söhnen, während der Wagen, in welchem der König von Preußen fuhr, folgte. Im ersten Augenblicke wußte Niemand, von wo der Schuß ausgegangen war; einige Bürger, die den Urheber bemerkt hatten, ergriffen ihn und überlieferten ihn denHundert Garden, welche den Kaiser und seine Gäste begleiteten. Der Thäter ist ein Pole, Namens Peroroski aus Volhynien; er hat bereits 2 Jahre als Mecha- nikus in Paris gearbeitet. Die Pistole war mit gehacktem Blei geladen. Der Schuß hat eine Frau aus dem Volke nicht unerheblich verletzt. Um 10½ Uhr Nachts erschien der Kaiser mit der Kaiserin, dem Czaren, dem Könige von Preu⸗ ßen und allen Prinzen und Prinzessinnen auf dem Ball des preußischen Gesandten, wo er mit leb⸗ haften Zurufen empfangen wurde.

Am 7. Abends war Paris größtentheils glänzend illuminirt. Der Czaar, welcher in einem offenen Wagen zum Besuch seiner Schwester nach

demGrand Hotel fuhr, wurde während der Fahrt vom Volk mit Beifall begrüßt.

Italien. Rom. Die Zurüstungen dahier zum 18. Jubelfeste des heiligen Petrus nehmen großartige Ausdehnung an. Man er wartet nicht weniger als 400 hochgestellte kirchliche Würdenträger aus allen Theilen der katholischen Welt. Viele sind schon jetzt eingetroffen und in den päpstlichen Palästen, den Seminarien und Klöstern logirt.

Rußland. Petersburg. Von hier schreibt man derD Allg. Ztg., daß der Kai ser von Rußland auf seine Reise ins Ausland für 300,000 Silberrubel Gold- und Brillantschmuck, Tabaksdosen, Nadeln, Bracelets ꝛc. zu Geschenken, sowie 1500 Stück verschiedene Orden zur Ver⸗ theilung mitgenommen habe. Unter den letzteren befinden sich 12 Andreas-Orden, wovon mehrere in Brillanten.

* Friedberg. Kürzlich erkrankte ein per Schub in das hiesige Bezirksgesängniß eingebrachter Mann an den Blattern und starb dahier nach einigen Tagen. Der den Sarg für den Verstorbenen überbringende Schreinermeister wurde bei bieser Veranlassung von den Blattern angesteckt und liegt nun selbst erkrankt darnieder. Derselbe ist ein sehr fleißiger, arbeitssamer Mann mit starker Familie, dessen Mißgeschick die Theilnahme seiner Mitbürger verdient. Von Seiten der Sanitätspoltzei sind alle Anordnungen getroffen, um die Verschleppung und Weiterverbreitung dieser Krankheit zu verhüten.

* Nauheim. Die am 26. d. ausgegebene Kurliste Nr. 3 weist 440 Kurfremde auf. Unserem ersten Salinenbeamten, Inspector Schreiber, ist der Character als Bergrath ertheilt worden.

Für Gehör⸗ und Sprachkranke, wozu auch diejenigen Personen gehören, die an dem so ungemein lästigen Ohrbrausen, Sausen, Zischen, Singen und dergl. leiden, bietet sich jetzt eine Gelegenheit dar, gegen iht Uebel den bewährten Rath eines tüchtigen Specialisten in der Nähe einzuholen. Medicinalrath Pr. Schmalz aus Dresden, welcher durch viele glückliche Curen solcher Krankheiten, die man früher für unheilbar hielt, im In⸗ und Auslande einen großen Ruf als Ohrenarzt erlangt hat, wird den 15. und 16. Juni, Sonnabend u. Sonntag, in Gießen zum Einhorn; dann aber einige Tage in Frankfurt(Hötel du Nord) sich aufhalten, um den betr. Kranken Rath zu ertheilen, und womöglich Hülfe oder wenigstens Erleichterung zu bringen.

2 Der Papst, der jetzt 75 Jahre alt ist, wird am 16. Juni 25 Jahre lang regiert haben. Unter den 259 Päpften, die seit St. Petrus aufeinander gefolgt sind, befinden sich nur fünf, welche annähernd so lange regterten. Es sind Pius VI., welcher 24½ Jahre regierte; Hadrian I, 23 Jahre 10 Monate; Pius VII, 23 Jahre 5 Monate;;

Urban VIII., 20 Jahre weniger 7 Tage und Clemens X.,

20 Jahre weniger 3 Monate.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Weser, Capt. Wenke, trat am 1. Juni seine erste Reise via Southampton nach New⸗York an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 667 Passagiere und 100 Tons Ladung an Bord.

Das Bremer PofldampfschiffDeutschland, Capt. Wessels, welches am 18. Mai von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 9 Tagen 20 Stunden wohlbehalten in New⸗York angekommen.

Das Bremar PostdampfschiffNew⸗Dork, Capt. Ernst, welches am 23. Mai New⸗York verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 10 Tagen 15 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelanbet, unverzüglich die Reise nach Bremen fort⸗ gaben Dasselbe bringt 190 Passagiere und 1000 Tons adung.

Großherzogliche Bea

schule zu Friedberg.

1410 Anmeldungen neu aufzunehmender Schüler, welche wenigsteus in den nächsten Monaten

das 10. Lebensjahr erreichen müssen, können

Samstag den 15. Juni, Vormittags von 9

bis 12 Uhr in dem Realschulgebäude unter Beibringung von Zeugnissen der bisherigen Lehrer bei der unterzeichneten Behörde gemacht werden, worauf Montag den 17. Juni die Auf⸗

nahmsprüfung statthaben wird. Anfang.

Das neue Schuljahr nimmt Dienstag den 18. Juni seinen Großherzogliche Direction der Realschule

Dr. Möller.

Heugras⸗Versteigerung

Bekanntmachung.

1463 Samfiag den 15. b. Mts., Vormittags 9 Uhr, 1454 Freitag den 21. d. Mts., des Vormittags um wird auf hiesigem Rathhause das der hiesigen Gemeinde 9 Uhr anfangend, wird auf dem Rathhause dabler das gehörende Heugras wie seither in Abtheilungen meist.] Gras von circa 100 Morgen gemeinheitlichen Wlesen

bielend versteigert. Fauerbach b. F. den 12. Juni 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Fauerbach b. F. Holler.

versteigert. Nieder⸗Wöllstadt den 9. Juni 1867. Großherzogliche e Nieder⸗Wöllstadt Stoll.

Edicetalla dung 1079 Nachdem Großberzogliches Hofgericht der Provinz Oberbessen über das Vermögen des hiesigen Ubrmachers und Goldarbeiters Georg Schnell und dessen Ehe⸗ frau den förmlichen Concursproceß erkannt hat, wird Termin auf: Mittwoch am 19. Jun 1. J., Morgens 9 Uhr,

anberaumt, in welchem Forderungen an dieselben, bei Meldung flillschweigenden Ausschlusses von der Masse anzumelden und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen find.

Gleichzeitig wird den Schuldnern des Georg Schnell aufgegeben, bet Meidung doppelter Zahlung nur an den vom Gericht besteillt werdenden Curator Zahiung zu leisten.

Friedberg am 20. April 1867. e Landgericht Friedberg.

Zimmermann,

Hofmann, Landgelichts⸗Assessor.

Landgerichts-Assessor.

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100 Bardata e am 15. Juli 1776 Launhardt und de Helberfadt, dasel ohne daß üder Nachricht bierber Auf Antrag hardt, welche d. würde, oder au hiermit die öffer Irlst von drei A August J. J. soß hoͤrig Bevolmag either curatorisc melden, als auß, ellart und deren Eiben ohne Caul driedberg an

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