Ausgabe 
13.6.1867
 
Einzelbild herunterladen

1*

1867.

Donnerstag den 13. Juni.

* 2 69*

Anzeiger für O

Ander

nen Aschen

rhessen.

U Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Fritdberger Zutelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Betreffend: Gesuche von Miltärpersonen.

Amtlicher Theil.

Friedberg den 11. Juni 1867.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Nach bestehenden Allerhöchsten Befehlen sollen Gesuche von Militärpersonen,

welche an Seine Königliche Hoheit den Großherzog

gerichtet sind, nicht auf dem Dienstwege, sondern unmittelbar an die Adjutantur Seiner Königlichen Hoheit eingereicht und von derselben

vorgelegt werden.

Sodann sollen Gesuche, welche von großbeurlaubten Soldaten an Seine Königliche Hoheit gerichtet werden, mit der Unterschrift des Compagnie-, Schwadrons- oder Batterie-Commandanten versehen sein. Da häufig gegen diese Vorschriften gehandelt wird, so beauftragen wir Sie, in Folge Weisung Großherzogl. Kriegs⸗Ministeriums

vom 6. l. M., zu Nr. K. M. 8385, dieselben den großbeurlaubten Soldaten in Erinnerung zu bringen.

Betreffend: Die Ausführung der in den Voranschlägen der Gemeinden für 1866 vorgesehenen Arbeiten. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bodenrod, Bruchenbrücken, Butzbach, Friedberg, Griedel, Ilbenstadt, Kirch⸗-Göns, Maibach, Nieder⸗Florstadt, Nieder⸗Weisel, Ober⸗Florstadt, Ober⸗Mörlen, Ostheim, Pohl⸗Göns, Staden und Wölfersheim.

An die sofortige Exledigung unserer Verfügung vom 1. April d. J., Anzeigeblatt Nr. 41, werden Sie hiermit erinnert.

Trapp.

Friedberg den 8. Jun: 1867.

Trapp.

Hessen. Darmstadt. Das Großherzog- liche Regierungsblatt Nr. 26 enthält:

I. Reglement, die polizeilichen Bestimmungen bezüglich der Rheinbrücke zu Worms und die Maßregeln zur Ver⸗ hütung von Beschädigungen derselben betr.

II. Bekanntmachung Gr. Ministertums der Finanzen, die Einziehung der Grundrentenscheine und Ausgabe eines neuen Staatspapiergeldes betr.

III. Bekauntmachung der Er. Oberpost⸗Inspection, die Personenrost⸗Einrichtung zwischen Frankfurt a. M. und Neu⸗Yfenburg resp. Sprendlingen betr.

IV. Bekanntmachung der Gr. Oberpoft⸗Inspection, die Herstellung einer Personenpost zwischen Nauheim und Ufingen betr.

V. Bekanntmachung der Gr. Oberpost⸗Inspection, die Herstellung einer täglichen Personenpost zwischen Schlitz und Fulda betr.

VI. Uebersicht der für das Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Vestreitung der Communal⸗Bebdürfnisse in den Gemeinden des Kreises Schotten.

VII. Uebersicht der für das Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal⸗Bedürfnisse der Gemeinden des Kreises Nidda.

VIII. Uebersicht der für das Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bebürfnisse in den israeli⸗ tischen Religionsgemeinden des Kreises Grünberg.

IX. Abwesenheitserklärung. Durch Urtheil Großh. Bezirksgerichts Mainz I. Scclion vom 18. Mai 1867 wurde Se bastian Fritzmaun, früher Schneider, in Bretzenheim wohnhaft gewesen, für abwesend erklärt.

X. Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst zu verleihen geruht: am 24. Januar dem Bürgermelster der Bürgermeisterei Rüsselsheim Sittmann das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für Verbienste; am 2. April, dem Steuerralh und Rheinzoll⸗Einnehmer bei dem Rheinzollamt

und Hafencommissarial Mainz Opfermann das Ritter⸗ kreuz 1. Klasse des Ludewigsordens; am 6. dem General⸗ Consul Frhrn. v. Hauff in St. Petersburg das Com⸗ thurkreuz 1. Klasse des Philippsordens; am 16. dem Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Schotten I. Wagner, in Rücksicht auf seine mehr als 50jährige Dienstzeit, das Ritterkreuz 2. Klasse des Philippsordens; am 17. dem Hauptzollamtsdiener bet dem Hauptzollamt Worms, Kahl, mit Rücksicht auf seine 50jährigen treuen Dienste, das silberne Kreuz dieses Ordens; am 21. dem evangelischen Schullehrer Geil zu Essenheim, in Rücksicht auf seine 50jährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: Für 50jährige treue Dienste; am 29. dem Kreisarzt des Kreismedicinalamtes Ober⸗Ingelheim Dr. La ist das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens; am 1. Mai dem Districtseinnehmer der Districtoeinnehmerei Nieder⸗ Flörsheim, Jäger, mit Rücksicht auf seine 50jährigen treuen Dienste, das Ritterkreuz 2. Klasse dieses Ordens; am 6. dem Fabrikanten Hochstätter von Darmstadt das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippordens; am 7. dem Commerzienrath Probst in Mainz das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens; am 11. dem Rendanten und Einnehmer des Mainzollamts Groß⸗Steinheim, Trupp, das Ritterkreuz 2. Klasse dieses Ordens; am 14. dem Geheimen Commerzienrath und Präsidenten des Ver⸗ waltungsraths der hessischen Ludwigsbahn, Lauteren, in Rücksicht der großen Verdienste, welche er sich in letzterer Stellung erworben hat, das Comthurkreuz 2. Klasse dieses Ordens; am 21. Seiner Excellenz dem wirklichen Geheimenrath, Minister der Justiz und Präsidenten des Staatsraths Dr. Frhrn. v. Lindelof, in Anerkennung seiner 50jährigen treuen und ausgezeichneten Dienste, das Großkreuz des Lubewigsordens und an demselben Tage dem Oberst⸗Lieutenank vom Pensionsstande, Keil, in dankbarer Anerkennung seiner als Commandant der nun⸗ mehr aufgelösten Veteranen⸗Unterofficiers⸗ Compagnie

bethätigten treuen Gefinnungen, das Commandeurkreuz

2. Klasse des Ludewigsordens.(Schluß folgt.) Darmstadt. DenHessischen Volksblättern

entnehmen wir folgende Mittheilung: Wie in po-

stalischen Kreisen verlautet, sei der vom geheimen Le

gationsrath Hofmann mit dem preußischen Gouver⸗ nement in Betreff der Post abgeschlossene Vertrag Seitens unseres Ministeriums nicht ratificirt worden und werde Oberpostdirector Stephan von Frankfurt zur Lösung weiterer Verhandlungen in den ersten Tagen dahier eintreffen.

Juni. II. Kammer. Der Abg. Dernburg reicht einen Antrag auf Bau einer Bahn von Osthosen⸗Gernsheim-Darmstadt ein. Huy beantragt eine Bahn von Darmstadt durch den Odenwald nach Hirschhorn. Auf der Ta⸗ gesordnung steht die Berathung der Militär- Convention und des Schutz- und Trutz⸗Bündnisses mit Preußen. A. v. Löw erklärt sich, haupt⸗ sächlich aus finanziellen Gründen, gegen die Con⸗ vention; deßgleichen Backé, dieser aus Abnei⸗ gung gegen den norddeutschen Bund. Du⸗ mont bekämpft die Militär⸗Convention, weil sie nicht aus dem Geist der bundesstaatlichen Eini⸗ gung entsprungen und uns nur eine Scheinselb⸗ ständigkeit übrig lasse. Die Annahme der Militär- Convention bedeute: Beitritt zu einer Politik des Kriegs. Legationsrath Neidhardt macht darauf aufmerksam, welche Folgen eine Trennung unseres Militärs nach sich ziehen würde.

1

Die richtige Zeit zur Heuernte. Von F. H. Snell, Pfarrer in Reichelsheim.

Es ist durch chemische Untersuchung der Gräser, sowie durch Fätte⸗ rungeversuche hundertmal nachgewiesen und demnach über allen Zweifel erhoben, daß das Heu, welches zur Zeit der Grasblüthe gemäht worden, den höchsten Nahrungswerth hat, und zwar ebensowohl in Bezug auf seine Verdaulichkeit, als auf seinen absoluten Nahrungsgehalt. Dit stickstoff⸗ haltigen Bestandtheile und der Zucker sind zu dieser Zeit noch in der Blüthe und in der ganzen Pflanze vertheilt, während dieselben später sich immer weiter aufwärts ziehen und zur Zeit der Samenreife hauptsächlich in dem Samen abgelagert find, so daß, wenn dieser ausfällt, Nichts übrig bleibt, als die Holzfaser(das Stroh.) Die Samenreife tritt(in der Wetterau) meistens um den Johannistag ein; im Jahre 1885, als einem besonders frühen Jahr, war der Samen vieler Wiesengräser am 24. Juni sogar schon ausgefallen. Wenn man also um Johannistag mit dem- hen den Anfang macht, so erhält man in den meisten Jahrgängen von vielen Grasarten Nichts, als das Stroh.

Was nun das gegenwärtige Jahr betrifft, so haben sich die Gräser trotz des späten Frühlings seit Eintritt der warmen Witterung(hier bis zu 250,3 R.) ungemein rasch entwickelt, wozu die vorhandene reich- liche Feuchtigkeit viel beigetragen hat. Ein großer Theil der wichtigsten

Wiesengräser beginnt immer gleichzeitig mit dem Korn zu blühen,) in diesem Jahre am 31. Mai, und zwar folgende: Französisches Raigrad (Arrhenatherum,) Wiesen- und gemeines Rispen-Gras(Poa pratensis uns trivialis,) weiche Trespe(Bromus mollis,) hoher Schwingel(Festuca ela- tior.). Am 5. Juni blühten Knaulgras(Dactylus,) spätes Rispengras(Poa serotina,) rother Schwingel(Festuca rubra,) weicher Hafer(Avena pubes- cens,) Zittergras(Briza,) Kammgras(Cynosurus,) Honiggras(Holeus.)

Es blühen also jetzt fast sämmtliche Gräser, die den Hauptbestand unserer Wiesen ausmachen, sammt den verschiedenen Kleearten. Einige Gräser der Sumpfwiesen blühen später, aber sie haben zum Theil einen so geringen Futterwerth, wie z. B. die Rasenschmiele(Alra) daß es ge- rade am besten ist, wenn sie möglichst zart gemäht werden. Auf das aller- dings sehr werthvolle Fioringras(Agrostis,) welches meist erst im Juli blüht, und einige andere kann man nicht warten. 0

Es ist also gegenwärtig für die Wetterau die beste Zeit der Heu- ernte.

Reichelsheim den 7. Juni 1867.

*) Der Wiesenfuchsschwanz(Klopecurus pratensis) ein vorzügliches Futtergras, welches den Hauptbessand mancher sehr setten und feuchten Wiese ausmacht, bat als⸗ dann schon verblüht, und es müssen solche Wiesen, wie sie sich häufig um die Dorfer da, wo die Mistjauche hinfließt, finden, schon im Mai gemäht werden; sie werden auch au vielen Orten grün abgefüttert

1