Ausgabe 
12.10.1867
 
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Dtsselben

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hätten sich bereits nach Civita ⸗Verchia begeben.

seine Rede in folgenden Sätzen: Wir wollen nicht den Eintritt in den norddeutschen Bund, nicht ein Bündniß der Südstaaten unter der Führung Oestreich's, aber auch nicht einen sich abschließen⸗ den oder gar an's Ausland anlehnenden süddeut⸗ schen Bund; wir wollen keine Großmachtspolitik treiben, aber auch nicht blos vermitteln, sondern wir wollen eine nationale Verbindung der süd deutschen Staaten mit den Staaten des norddeut- schen Bundes in Form eines Staatenbundes. Das nationale Band müsse jedoch den ganzen Süden umfassen, ein einzelner Staat könne, ohne Verwicklungen hervorzurusen, nicht eine Verbindung mit dem Norden suchen. Der Minister schloß mit den Worten: Sie werden darin mit mir übereinstimmen, daß das Band, welches die ma teriellen Interessen Deutschlands sichert, und ohne welches eine nationale Verbindung Deutschlands irgend welcher Art nicht denkbar ist, nicht zerrissen werden darf.

Von München wird telegraphisch gemel. det, daß in Folge gegenseitigen Uebereinkommens das Verlöbniß des Königs mit der Herzogin Sophie rückgängig geworden.

Oesterreich. Wien Im Unter hause des Reichsraths forderte Toman(Krain) die Regierung auf, offen zu bekennen, welche Prin⸗ zipien sie rücksichtlich der Gestaltung der Verhält- nisse des österreichischen Staates befolgen wolle: ob Centralisation oder Autonomie. Hierauf er widerte Herr v. Beust: So als Gegensatz hin gestellt, ist die Regierung weder für Centralisation noch Autonomie. Wenn wir Centralisation hätten, gäbe es keine Landtage, ein Delegationsgesetz würde den Ansprüchen der Einzelländer vollkommen gerecht werden. Die Regierung ist für billige Ansprüche auf Autonomie, sie kann sich aber nicht zu einem System bekennen, welches die Autonomie über die Reichseinheit stellt.

DiePresse vernimmt unterm 10. ds., daß dem Reichskanzler Beust ein kaiserliches Handschreiben zugegangen, worin principiell zu- gegeben wird, daß die Adresse der Bischöfe einer constitutionellen Behandlung unterzogen werde, eine definitive Entscheidung hierüber aber bis nach

der übermorgen zu gewärtigenden Rückkehr des Kaisers vorbehalten wird. DiePresse erfährt ferner, die päpstliche Regierung besorge, daß italienische Truppen in den Kirchenstaat ein- marschiren und Rom cerniren möchten, um den Papst zu verhindern, Rom zu verlassen; die Cardinäle

Schweiz. In dem in Bern constituirten permanenten Central-Comite der Friedensliga ist Deutschland durch folgende Mitglieder vertreten: Dr. Jacoby in Königsberg, Dr. Karl Grün in Heidelberg, Julius Hartmann in Stuttgart, In- stituts⸗Vorsteher Beust und Dr. Ladendorf in Zürich und durch Dr. Lange in Winterthur.

Frankreich. Aus Paris wird vom 8. d.

gemeldet, daß an der Börse eine gute Stimmung

sich bemerklich gemacht habe. Man versicherte nämlich, General Fleury habe nach seiner Zu rückkunft aus Deutschland in Biarritz jeden Ver such, der deutschen Einheitsbewegung in den Weg zu treten, widerrathen, was an maßgebender Stelle einen tiefen Eindruck gemacht haben soll.

Aus Paris liegen nur Gerüchte über angeblich friedliche Beschlüsse vor, welche in Biarritz gefaßt sein sollen. Man erwartet von Tag zu Tag, nachdem Rouher und Lapalette inzwischen nach Paris zurückgekehrt sind, eine friedliche Kund gebung im Moniteur, und diese wäre in der That durch die Lage geboten.

Großbritannien. London. Nachrich ten aus New-Nork vom 28. September melden: Admiral Tegethoff werde angeblich ohne die Leiche Maximilian's zurückkehren.

Italien. Die neuesten Nachrichten aus Rom lauten: In den letzten Tagen haben nur unbedeutende Gefechte mit den Insurgenten statt gefunden, in denen die päpstlichen Truppen sieg reich waren. Rom ist ruhig.

Florenz. Die Garibaldianer haben die päpstlichen Truppen bei Correse(in der Pro dinz Civita-Vecchia) geschlagen.

Die Insurgenten haben das Städtchen Aquapendente wieder eingenommen. Die Einzel heiten sind noch unbekannt. Das Gerücht von einer dritten Verhaftung Garibaldi's ist falsch.

Amerika. Das russisch-amerikani⸗ sche, der Union verkaufte Gebiet, hat offitiell den Namen Alaska erhalten. Sein militärisches Hauptquartier wird seinen Sitz in Sitka haben. Aus Lagrande, in Texas, kommen traurige Berichte über die Verheerungen, welche die Cho lera und das gelbe Fieber daselbst anrichten. Es herrscht Mangel an Lebensmitteln, und die Sträf linge, die aus den Gefängnissen entlassen werden mußten, haben sich über das Land zerstreut.

Vom Taunus. DerU. sehenswürdigsten Gegenstände in der ersten Gewerbe ausstellung zu Homburg war ein Theil des Roͤmer⸗ Castells auf der Salburg, ganz in derselben Weise, wie dasselbe vor Christi Geburt in Wirklichkeit bestanden hat. Wenn wir uns denken, daß die Salburg ganz und gar so wieder hergestellt werden könnle, wie sie vor der Hermannsschlacht bestand, so würden wir uns eines den

A. schreibt: Eine der

schönsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands zu rühmen haben. Herr Baumeister Jacobi zu Homburg, welcher

immer der erste ist, in löblichen und patriotischen Dingen die Initiative zu ergreifen, hat versichert, daß die Wieder⸗ berstellung des Römercastells auf der Salburg vollkommen möolich sei, wenn die Geldmittel dazu gegeben würden.

Offenbach. Der hiesige VereinProvidentia erfreut sich eines guten Gedeihens, da er im Verlauf von acht Monaten für über 10,000 fl. Marken umgesetzt hat und durchschnittlich jeden Monat für 1200 Gulden verkauft. An Bäckerwaaren wurden umgesetzt für ungefähr 3000 fl, Metzgerwaaren 3300 fl., Spezereiwaaren 2000 fl. und an diversen Gegenständen für etwa 1700 fl., wobei ein Ge winn von 515 fl. erzielt worden. Der Verein, dessen Mitgliederzahl zugenommen, hat bereits 600 fl. an der hiesigen Sparkasse verzinslich angelegt.

Darmstadt. Wie verlautet, wird der durch seine ausgezeichneten Leistungen weithin bekannte Hefmünz

medailleur Christian Schnitzspahn dahier zur Feier

der Enthüllung des Lutherdenkmals in Worms eine Denk⸗ münze anfertigen, auf deren Schauseite das Denkmal dargestellt sein wird. Ein hiesiger Kaufmann machte die unangenehme Entdeckung, daß seine Kasse fortwährend nicht stimmte. In Folge genauer Beobachtungen fand er sich veranlaßt, einen seiner Kommis verhaften zu lassen. Der jugendliche Verbrecher, der Sohn eines achtbaren Geistlichen in der Nähe von Kreuznach, gestand sofort zu, nach und nach bedeutende Geldsummen aus der Kasse entwendet zu haben. Bei der stattgehabten Haussuchung fand man noch nahezu 800 fl. baares Geld vor.

Worms. Am 8. d. wurde die öffentliche Schlußprüfung der Fortbildungeschule für erwachsene Töchter dahier ab⸗ gehalten. Die Prüfungsgegenstände waren die hauptsäch⸗ lich behandelten Unzerrichtsfächer der gewerblichen Buch⸗ haltung und des kaufmännischen Rechnens. Die Anstalt wurde in den vier Monaten ihres Bestandes von Herrn Lehrer Landmesser geleitet und hielten darin weiter Vor⸗ träge Herr Dr. Schneider über hauswirthschaftliche Gegen⸗ stände und Herr Dr. Münch über Gesundheitspflege. Die Zahl der Schülerinnen während des ganzen Cursus war 63, im Alter von 15-24 Jahren.

Gundersheim, Kr. Worms. In hiesiger Gemarkung wurden im August und September 70,000 Mäuse und 1400 Hamster gefangen und eingeliefert und aus der Gemeindekasse dafür 415 fl. 42 kr. bezahlt.

Bingen. Nachdem die Monate Juli und August durch ihre höchst günstige heiße Witterung auf den Wein⸗ siock außerordentlich vortheilhaft gewirkt und Vieles, was die vorbergehenden kühlen Monate verdorben, wieder gut gemacht batten, hat sich leider seit Beginn des Septembers wieder ein so ungünstiges Wetter eingestellt, das für die

diesjährige Frucht höchst nachtheilig wirkt, daß sich wohl

mit Gewißheit von der diesjährigen Crescenz in Hinsicht der Qualität nichts Gutes sagen läßt. Schade nur für die vielen schönen Trauben, die bez solch' rauhem Wetter nicht zur Reife gelangen können!

Aus Neuenburg in der Schweiz wird gemeldet: In einer Predigt, die letzthin Bischof Marilley in Landeron hielt, wohin er zur Einweihung des Friedhofes gekommen war, machte er unter anderm folgende Ausfälle 1) die Cholera herrscht in Italien, weil eine Horde von Gottlosen mit Wort und That gegen die beilige Stadt zu Felde zieht, den Papst stürzen will ꝛc.; 2) ebenso habe die strasende Hand des Himmels die Schweiz mit der Cholera heimgesucht, weil Ungläubige und Feigeister ꝛc. mit den Feinden des Papstthums sympatbisiten und katholikenfeindliche Ideen verbreiten; 3) dem Pfarrer in Landeron wird besonderes Lob gespendet, weil er im vorigen Frühjahr der Lehrerversammlung die Benutzung der Kirche zur Auffübrung eines Concertes verweigerte, denn die katholische Kirche sei kein Theater und dürfe nicht profanirt werden.

BVerloos ungen.

Wien, 1. Oct. fl. 250⸗Loose von 1854. Gewinn⸗ ziehung. Serie 2295 Nr. 30 60,000 fl.; S. 533 Nr. 23 30,000 fl.; S. 26 Nr. 24, S. 433 Nr. 26, S. 499 Nr. 49, S. 2484 Nr. 23, S. 2484 Nr. 35 je 3000 fl.; S. 26 Nr. 44. S. 533 Nr. 15, S. 567 Nr. 21, S. 765

15 42, S. 517 Re. 16, S. 367 Nr. S. 765 Nr. 24, S. 958 Nr. 40, S. 1238 Nr. 6, 1484 Nr. 11 15 40, S. 1738 Nr. 8 25 47 50, 2295 Nr. 9 22 29, S. 2484 Nr. 1 4 5 25 38 39 S. 2˙24 Nr. 12, S. 3343 Nr. 39 12, S. 3646 Nr. 6 30 38 49, S. 3948 Nr. 24 31 47 50, S. 3970 Nr. 3 18 46 48 je 400 fl. Alle übrigen Nummern, welche in den am 1. Juli ausgeloosten Serien enthalten sind, gewinnen 300 fl. C.-M. Zablung ab 2. Jauuat 1868.

Sitzung des Lohalgewerbocreins

Samstag den 12. October, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: Aufbringung der Miitel zur Errichtung eier Fortbildungsschule für Töchter. Der Vorstand.

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1 S S NA

wohl aber Weideflächen angrenzten.

Daß außer den Weiden für die

unter der Feuerstelle.

Denn die vielen Fundstücke aus dem Schlamm und

Heerden auch Stücke Landes zum Ackerbau bereitet waren, ist wenigstens höchst wahrscheinlich. Das Pfabldorf lag bald 30, bald 50 und 100, ja mitunter sogar 1000 Schritte vom Ufer ab. So lange mußte also auch der dahin führende Steg sein. Den Unterbau bildeten Pfähle aus 4 bis 12 Zoll starken Stämmen. Seltener finden sich gerissene Stämme. Alle diese sind 1 bis 3 Fuß von einander entfernt, zwar bisweilen ohne Ordnung eingeschlagen, öfter aber in geordneten Reihen, bald mehr, bald weniger dicht zusammengedrängt. Sie waren zugespitzt, theils durch An- brennen, theils mit einer Steinaxt zugerichtet, deren Hiebe noch jetzt sicht. bar sind. Eingeraumt waren sie in ungleicher Tiefe, manche sogar 6 Fuß, andere nur die Hälfte so tief. Da die meisten ihre Rinde behalten haben, so erkennt man noch: Eichen, Buchen, Birken, Erlen, auch Nadel- holz, am Bodensee selbst wilden Apfelbaum. Gegenwärtig ragen die Ueberreste der Pfähle meist nur noch 1 Fuß über den Seegrund hervor. Werden sie an die Luft gebracht, so zerfallen sie rasch, und auch noch stehend lassen sie sich leicht mit dem Spaten durchstechen. In einem der Pfahldörser hat man an 100,000 solcher Pfähle gefunden, in anderen sind sie auf wenige Dutzend beschränkt. Deutlich erkennt man meistens, daß wenigstens 6 Pfähle zu einer Hütte gehörten. Die Köpfe der Pfähle findet man noch verbunden durch Rundstämme, oder auch Spaltbohlen und mit Holznägeln befestigt. Diese Bohlen bildeten natürlich die Fuß böden der Hütten. Hier und da sind auch Stücke von Estrich gefunden

worden, doch wohl nur unter dem Inneren der Hütte, wohl gar nur

zwar aus sehr verschiedenen Schichten desselben, scheinen zu beweisen, daß viele Gegenstände durch die klaffenden Spalten des Bodens in das Wasser fielen. Aus einzelnen Andeutungen will man auch schließen, daß der ganze Hüttenraum mit einem Geländer umgeben war. Doch ist dies keineswegs deutlich erkennbar. Sicherer dagegen erkennt man einen Wall von Flechtwerk gegen den Anprall der Wogen. Immer aber bemerkt man freie Zugänge, wohl, um die Kähne herbeizulassen, auch wohl, um den Fischen den Durch- gang zu gestatten. Die Gestalt der Dörfer ist meistens rechtwinklig, und die einzelnen Abtheilungen scheinen durch Stege verbunden zu sein. Mit unter findet man auch eine Art von Unterbau aus Faschinen, welche mit Steinen beschwert waren, so daß gewissermaßen eine hölzerne Insel daraus entstand. Diese Art findet sich vorzugsweise in Sümpfen, und soll häu siger als anderswo in Irland vorkommen, auch in Syrien nicht unbekannt sein. In der westlichen Schweiz findet man auch künstliche Inselchen als Unterbau der Pfahldörfer, oft ganz ansehnliche Hügel mit eingerammten Pfählen, aber daneben auch so kleine, daß wohl nur eine einzige Hütte darauf Platz hatte. Die mühsame Aufhäufung der Steine muß um so mehr Bewunderung erregen, da die Lage oft weit vom Ufer entfernt ist.

(Schluß folgt.)