Ausgabe 
12.9.1867
 
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nd zweites Aufgebot Sie sehen aber nicht, sie nur eine Armee von 200,000 Soldaten saben und daß der Rest, aus dem sie so viel Heschrei machen, aus Schustern und Bierbrauern vesteht. Unsere Zuaven, unsere Garde und unsere Shasseurs brauchen nur in die erste Menschenmauer in Loch zu brechen, alles Uebrige verschwindet Alsdann wie im Jahre 1806. Nun gaben wir bereits dem europäischen Frieden zu lieb zwei Jahre ang nach, denn wir wollen Ruhe und Frieden; illein sie sollen sich in Acht nehmen. Die Rede von Lille zeigt, daß nun der letzte Schritt rück⸗ wärts unabänderlich gethan ist. Sie sollen also schweigen, diese Biertrinker und Sauerkrautesser. Möge ihre plumpe, schwerfällige Eitelkeit sie nicht derblenden und gleich einem wüthigen Stier in die gezückte Degenspitze jagen, die unbeweglich sie erwartet!

Großbritannien. London. Die mit dem letzten amerikanischen Steamer eingetroffenen Nachrichten melden: Juarez habe bei einem Banket n Mexico die Hoffnung ausgesprochen, Mexico werde das Beispiel Amerikas in Betreff der Mä⸗ Zigung nachahmen. Das Volk sei des Blutver⸗ Zießens müde. Die Metzeleien in Queretaro wer- den in Abrede gestellt. Eine Reduction der Armee um 18,000 Mann ist bevorstehend.

* Friedberg. Da die Räumlichkeiten der beiden piesigen Casernen in Folge des erhöhten Dienststandes sich als nicht ausreichend zur Unterbringung der ganzen Mann⸗ chaft erwiesen haben, und schon seit dem 1, April d. J. eine Anzahl Soldaten dei den Bewohnern der Stadt ein⸗ guartiert werden mußte, so hat sich das Großherzogliche Kriegs⸗Ministerium veranlaßt gesehen, an den biesigen Stadtvorstand die Frage richten zu lassen, inwieferne die Stadt Friedberg einen Beitrag zu der nöthig gewordenen Vermehrung von Caserne- Räumlichkeiten ꝛc. zu leisten bereit sei. Wie wir vernehmen, ist der Gemeinderath da gin schlüssig geworden, Großberzoglichem Kriegsministerium die Bereitwilligkeit der Stadt zur Leistung eines entspre⸗ Henden Beitrages zu den vorzunehmenden Casernenbauten nuszusprechen. In welcher Weise dem vorhandenen Be dürfniß abgeholfen werden soll, ob durch Neubau oder Ver⸗ Arößerung einer Caserne, darüber soll bei Großherzoglichem Kriegsministerium eine Entschließung noch nicht gesaßt

sein. Wie man hört, liegt ein Plan zur Erweiterung der Klostercaserne vor, auch spricht man davon, daß das früher schon bestandene Project eines Neubaues in der Burg, auf der Stelle des sog. alten Zeughauses und des Morell u. Hertwig' schen Hauses, neuerdings wieder in Betracht gezogen werde.

Nidda. Vor nicht sehr langer Zeit ereignete sich in der Papierfabrik der Frau Wilhelm Schneider Wittw zu Unter- Schmitten bei Nidda, der Fall, daß eine Arbeiterin, ein junges und armes Mädchen, Namens Grün beim Sorliren der Lumpen in einer alten Weste die Summe von 120 fl. in Gold vorfand. Frau Schneider und Söhne, anstatt diesen Fund zu beanspruchen legten solchen vielmehr alsbald für die Finderin bei der Niddaer Spar- und Leihkasse an. Eine solche uneigen nützige Handlung verdient gewiß Nachahmung und Ver- öffentlichung.

Frankfurt. Am Samstag Nachmittag wurde di Vollendung des Nothdaches über der Domkirche von den

dabei beschäftigten Arbeitern in entsprechender Weise gefeiert. Nach dem üblichen Zimmerspruch hielt Herr Stadtpfarrer Thyssen eine Aurede an dieselben, die mit

einem Hoch auf Meister, Gesellen und Arbeiter des Dom⸗ baus schloß. Die Feier endete mit einem fröhlichen Trunke, den man sich nach dem heißen Tagewerke trefflich munden ließ. Auf der Firste des Daches waren mehrere mit den städtischen Farben geschmückte Tannenbäume aufgesteckt.

Darmstadt. Am 15. und 16. d. M. wird

im

Bessunger Orangeriehaus eine Obstausstellung durch den hiesigen Gartenbau-Verein statifinden. Von derselben

werden verschiedene, besonders ausgewählte Obstsorten zur deutschen Obstausstellung nach Reutlingen gesendet werden. Die hessischen Obstzüchter sind ersucht, das auszustellende Obst bis zum 14. d. M. an Hrn. Hofgärtner Noack in Bessungen zu übersenden.

Worms. Von dem vermeintlichen Mörder des 74 jährigen Adam Volz I. in Eich hat man jede Spur verloren. Der Sohn des Gemordeten, welch letzterer immerwährend eine größere Summe baaren Geldes in seinem Hause hatte, wovon der Verbrecher wußte, hat jetzt auf die Entreckung und Ablieferung des Mörbers eine Belohnung von 100 Gulden ausgesetzt. Hoffentlich gelingt es denselben zu ergresfen.

Eine junge russische Dame, Fräulein Ssusslow, hat, wie diePetersburger Zeitung? schreibt, an der Züricher Unzwersität das Examen als Doctor der Mediein destanden. Vor fünf Jahren machte Fräulein Ssusslow ihr Abiturienten-Examen am zweiten Petersburger Gymnasium und besuchte die Course der medicinischen Akademie bis zu dem Augenblicke, wo diese Course dem weibluhen Geschlechte nicht mehr geöffnet waren.

2 Der thierärztliche Congreß in Zürich hat

angenommen

1) Seit den letzten zwei Jahren sind keine Erfahrungen gemacht worden, welche die früheren Ansichten über die Rinderpest im Wesentlichen alteriren können. Es hat sich dabei wiederholt bestätigt, daß diese Krankheit auf andere Wiederkäuer(Schafe, Ziegen) übertragen wied. 2) Die zehntägige Contumazzeik, wie sie vom zweiten Congresse wurde, ist beizubehalten. Zugleich sollen

sämmtliche Regierungen Europas Rußland zu bewegen suchen, über seine Gränzen kein inficirtes oder krankes Vieh passiren zu lassen. 3) Es gibt kein anderes ge⸗

nügendes Damit

Tilgungsmittel der Rinderpest, als die Keule. aber wirklich Nutzen bringt, ist es nöthig, daß überall eine volle Entschädigung für das gerödtete Vieh geleistet werde. Die Aufbringung der hierzu nöthigen Mittel muß jeder einzelnen Regierung überlassen werden. 4) Ein neues sicher wirkendes Desinfectionsmittel wurde nicht aufgefunden. Es soll deßhalb jedem Sachkundigen die Wahl aus den bekannten Desinfectionsmitteln über⸗ lassen bleiben. Jedem Privatmann möge auf Verlangen zugestanden werden, daß die Waggons in seiner Gegen

art desinficirt werden. 5) Die verschiedenen Regierungen Westeuropas sollen ersucht werden, einheitlich unter sich eine ähnliche Convention abzuschließen, wie diejenige, die von Bayern, Baden, Hessen un Värttemberg über die Maßregeln gegen die Rinderpest N iheim abgeschlossen wurde. Ferner beschloß die Versammlung nach längerer Discussion, die russische Regierung zu ersuchen, sie möchte durch die übrigen europäischen Regierungen eine inter⸗ nationale Commission ernennen lassen, welche in den russischen Steppen die Geburtsstätte der Rinderpest aufzusuchen hätte, damit Maßregeln ergriffen werden könnten, um der Seuche radikal ein Ende zu machen. Näch er Festort ist Brüssel. Beim Mittagessen am 4. d. brachte der Türke Achmed Effendi ein Hoch auf Zürich.

dlese

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.

Das Hamburger PostdampfschiffTeutonia, Capt. Kier, trat am 7. September wiederum eine Reise direk: nach New⸗York an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 500 Tons Ladung, 101 Passagiere in der Cajüte und 314 im Zwischendeck an Bord.

Das Postdampfschiff des Norddeutschen LloydBremen, Capt. H. A. F. Neynaber, hat am 7. d. die fünfte dies jäbrige Reise nach New⸗Vork via Southampton angetreten. Dasselbe nahm außer der Post 740 Passagiere und Tons Ladung an Bord. DieBremen passirte um 6 Uhr Nachmittags den Leuchtthurm.

Die PostdampferAllemannia von Hamburg und Hermann von Bremen sind am 8. Sept. wohlbehalten

folgende, die Rinderpest betreffende Beschlüsse veröffentlicht:

in New-⸗York eingetroffen.

Obligations-Verloosung. 2098 Bet der heute stattgehabten Obligations Ver⸗ loosung wurde die Nr. 45 über 100 fl. von den Parttal⸗ Obligationen der Gemeinde Rodenbach zur Rückzahlung Rezogen. Der Inhaber dieser Obligation wird biermit mufgefordert, gegen Rückgabe derselben und der noch micht fälligen Zeinscoupons, den Betrag bis zum 1. No⸗ wember 1867 bei dem hiesigen Gemeinde Einnehmer in Empfang zu nehmen, indem von diesem Tage an die Verzinsung aufbört.

Rodenbach den 4. September 1867.

Großherzogliche Bürgermeisteret Rodenbach Nagel.

Bekanntmachung. 2135 Freitag den 13. September d. J., Vormittags Y Uhr, sollen in der Hofrarthe des Bürgers und Metzger⸗ meisters Helnrich Weller dahter folgende Effecten, als: 2 Pferde, 1 Wagen mit Dunghort en, 3 Pferde geschirre, 20 Centner Heu, 1 Parthie Mist, 2 Obftkeltern, 1 Aepfelmühle und eine Parthie verschiedene Fässer, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden.

FIrtedberg am 7. September 1867. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg. Wake, e Friedberg d i

Der dienßzälsesse Gerichtemann Fou car.

Main ⸗Weser⸗ Bahn. Bahnbezirk ßriedberg. 2139 Mittwoch den 18. d. Mts., Vormittaas 8 Uhr, werden mehrere der Eisenbahn-Verwaltung gehörige, in der Gemarkung Fauerbach bei Friedberg neben der ahn zunächst des Durchlasses am alten Haingraben gelegene Grundstücke, an Ort und Stelle öffentlich meifibtetend versteigert und die Verffeigerungsbedingungen im Termin bekannt gemacht. Friedberg den 10. n 1867. e p l, Großherzoglicher Ingenteur.

enger. 2143 Samstag den 14. l. Mts., des Vormittags um 10 Ubr anfangend, soll das zur hlesigen Pfarr. Vacanz gehörige Obst, bestehend in elrca 10 Malter Aepfeln, 12 Malter Birnen und 4 Malter Zwetschen, an Ort und Stelle meistbtetend verfleigert werden.

Nieder Rosbach den 10. September 1867.

Großperzogliche 1 Nieder ⸗Rosbach o st

ü b Versteigerung von Fässern. 2146 Mitwoch den 18. d. Mis., Vormittags 10 Ubr, will Derr Gastwirth Andreas Ruppel IV. dahier in selner Behausung(zur Krone) eine Parthie gut und rein erhaltene Aepfelweinfässer, 1 Zulast, 2 und 1 Ohm haltend, öffentlich meifibietend verstetgern lassen. Homburg den 10. September 1867. Das Bürgermeister-Amt A. Schleußner

O bst⸗Versteigerung. 2142 Samstag den 14. 1. Mts., des Vormittags um 9 Uhr anfangend, soll das diesjährige Obst, bestehend in circa 10 Malter Aepfein und 5 Mater Zweischen meistbietend versteigert werden. Nieder-Rosbach am 10. September 1867. Großherzogliche N Nieder⸗Rosbach o st.

Arbeits⸗Versteigerung. 2145 Die bet der Umbauung eines Schorufeins im Schulhause zu Bönstadt vorkommenden Arbeiten sollen Montag den 16. September, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhaus daselbst in Accord gegeben werden,

und zwar: fl. kx. 1) Maurerarbeit lt. Kostenüberschlag 25 32 2) Weiß binderarbeit 3) Zimmerarbeit 4 42

4) Neferung von 0,1 Cubik⸗Klafter Sand, 2 Bütten Kalk und 500 Stück hartgebrannten Russensteinen. Nach dieser Versteigerung wird ausgeboten: 1) Maurerarbett an der Weede im Ort mit dazu geböriger Materiallieferung. 2) Maurerarbeit an einem Kanal in den Gemeinde. wiesen mit dazu gehöriger Materiall eferung. Friedberg den 10. September 1867. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider.

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2034 Das Spiel der Neuen Mailänder Staats- Prämien- Obligationen ist von der Grossherzogl. Hessisehen Regierung gestattet.

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