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reich geschmückte Grab, die mit dem Verstorbenen gekämpft hatten für Verfassung, Freiheit und Recht, Deputirte der städtischen Behörden, der Lehrer- vereine. Auch von Auswärts waren Lehrerdepu⸗ tationen anwesend. Der Abg. Prediger Nichter hielt die Weiherede.
— Französische Blätter wollen wissen, daß Preußen unter dem 20. Juni an seine diplo- matischen Agenten im Auslande ein Rund- schreiben erlassen habe, welches die Anschauun— gen des Berliner Cabinets über die wahrschein— lichen Folgen der Reise des Königs Wilhelm nach Paris darlege. Der preußische Premier spreche die Ansicht aus, daß diese Reise zur Sicherung und„Befestigung“ des europäischen Friedens bei— getragen haben werde. Die diplomatischen Agen ten Preußens seien ermächtigt worden, von diesem Schriftstück den Regierungen, bei welchen sie be⸗ glaubigt sind, Mittheilung zu machen.
— In sehr gut unterrichteten Kreisen glaubt man zu wissen, daß der„Moniteur“ in den nächsten Tagen einen Brief des Kaisers Napoleon brin⸗ gen wird, in welchem derselbe alle Vorwürfe, welche ihm in Bezug auf das traurige Ende des Kaisers Max gemacht werden können, zurückweisen würde. Allerdings wird Napoleon(so meint man) in jenem Briefe zugeben, daß er sich in Bezug auf die Verhältnisse in Mexico geirrt habe. Nach Veröffentlichung dieses Briefes wird alsdann Kaiser Franz Joseph in Paris erklären lassen, daß er, sobald die strenge Trauer für seinen Bruder ihr Ende erreicht hat, zur Ausstellung nach Paris kommen werde.
Kassel. Die Wahlen zum Reichstage des norddeutschen Bundes sind angeordnet. Bis zum 20. d. M. sollen bereits die erforderlichen Vor- arbeiten, als Aufstellung der Wählerlisten u. s. w. beendet sein.
— Man schreibt von hier, daß die Brod— und Fleisch⸗Preise bis zu einer Höhe gestie— gen seien, wie es seit dem Hungerjahr 1846 nicht mehr der Fall war. Das Fleisch von allem Schlachtvieh sei sogar noch theurer geworden, als in jenem traurigen Jahre.
Frankfurt. Die Wahlen zum nord⸗ deutschen Reichstage sind nun auch hier angeordnet; das statistische Amt hat bereits seine Thätigkeit mit den Vorarbeiten, Aufstellung der Wählerlisten 1c. begonnen, welche bis zum 20. ds. vollständig erledigt sein müssen.
Hanau. Eine mit etwa 1800 Unterschriften bedeckte Petition hiesiger Cigarrenmacher und Tabak⸗ arbeiter, gegen die projectirte Tabaksteuer gerichtet, ist nach Berlin abgegangen. Eine ähnliche Peti⸗ tion, welche an das großherzoglich hessischt Mini⸗ sterium abgehen soll, ist kürzlich jenseits des Mains, in Kleinsteinheim, beschlossen worden, wo sich nicht bloß die Tabaksarbeiter und Tabaksfabrikanten dieses Ortes, sondern auch die Interessenten aus Großsteinheim, Kleinauheim, Kleinkrotzenburg, Seligenstadt, Froschhausen, Dietesheim ꝛc. zu ge⸗ meinsamer Berathung zusammengefunden hatten.
Sachsen. Die neuesten Nachrichten aus Lugau lassen keine Hoffnung für das Leben der verunglückten 102 Bergleute(welche 150 Kinder als Waisen hinterlassen) übrig. Sofort sind Geldsammlungen im weitesten Umfange eingeleitet worden, um den zahlreichen Hinterlassenen der Verschütteten beizuspringen. Das Unglück scheint durch Fahrlässigkeit verursacht worden zu sein. Die„Leipziger Zeitung“ läßt sich von Lugau telegraphiren, daß der Bergver walter Müller da⸗ selbst verhastet und nach Chemnitz gebracht worden sei. Die Rettungsversuche werden fortgesetzt.
Bayern. München. Die von der Kriegs- lasten⸗Ausgleichungscommission bis Ende Juni d. J. zur Auszahlung angewiesenen Entschädi⸗ gungssummen für Leistungen aller Art an ver- bündete und feindliche Truppen, wie für die durch Kriegsoperationen herbeigeführten Beschädigungen an beweglichem und unbeweglichem Eigenthum entziffern im Ganzen den Betrag von 3,545,628 fl. 24½ kr.; darunter figuriren die Städte: Bay- reuth mit 71,000 fl., Hof 70,000 fl., Aschaffen⸗ burg 271,000 fl., Würzburg 228,000 fl., Ham melburg 994,000 fl., Kissingen 258,000 fl., Lohr
104,000 fl., Miltenberg 183,000 fl., Obernburg 137,000 fl., Ochsenfurt 177,000 fl., Bez. Würz⸗ burg 605,000 fl., zus, in Unterfranken 2,990,000 fl. Oberfranken erhielt 483 000 fl.
Frankreich. Paris. Die maßlose Sprache des„Moniteur“ über die Erschießung Maximilians soll in Paris den beabsichtigten Eindruck vollstän⸗ dig verfehlt haben. Man erinnert daran, daß das amtliche Blatt, indem es die Todesnachricht brachte, den Namen Maximilian's seit vielen Mo⸗ naten zum ersten Mal wieder erwähnte. Die Papiere Maximilian's befinden sich nach dem „Journal de Paris“ in London und zwar in den Händen von Louis Blane.() Wäre es möglich, daß der verrathene Prinz oder einer seiner Anhänger diese Rache an Napoleon genommen hätte?
— Französische Zeitungen berichten, einem Officier, welcher den mexicanischen Feldzug mit⸗ gemacht, sei ein Brief zugekommen, der die Nach— richt enthalte, Kaiser Maximilian, seine treuesten Generale und Officiere, 40 bis 50 an der Zahl, und einige Diener, seien zwei Meilen von Mexico theils erschossen, theils aufgeknüpft worden. Der letztere Tod wäre über den Kaiser und seine Ge— nerale verhängt worden.(Wird sich hoffentlich nicht bestätigen.)
— Das Pariser Blatt„Figaro“ enthält einen längeren Artikel„Die letzten Tage des Kaisers Max,“ der einem mexicanischen Blatte entnommen sein soll. Die Schilderung ist reich an ergreifenden Momenten, jedoch dürfte stark an der Wahrheit und Glaubwürdigkeit des ganzen Artikels zu zweifeln sein, und ist man eher ge— neigt, in ihm eine sog. Sensationsnachricht zu vermuthen, deren Fabrikation gegenwärtig im großartigsten Maßstabe betrieben wird.
— Der„Moniteur“ veröffentlicht ein kaiser— liches Decret, durch welches eine große Anzahl von Kriegsplätzen als solche aufgegeben und die Festungsterrains zum größten Theil verkauft werden. Plätze an der deutschen Grenze sind wenig unter den zu demolirenden.
Spanien. In Spanien scheint sich ein größerer Aufstand vorzubereiten. Verschiedene, in jüngster Zeit in Scene gesetzte Putsche deuten darauf hin und werden als die Vorläufer eines großen allgemeinen Aufstandes betrachtet.
Frankfurt. Das Pferdemarkt Comité hat sich in Activitäl gesetzt und wird der Versandt der Loose nächste Woche vollständig bewerkstelligt sein. Es wird Alles auf⸗ geboten werden, damit der diesjährige Herbstmarkt ebenso befriedigend, wie in früheren Jahren ausfalle. Zur Ver · loosung werden 61 Pferde angekauft, darunter 1 Vier⸗ gespann(Landauer statt Jucker) und 11 Wagen. Die Nachfrage nach Loosen ist sehr stark und hofft man ohne Schwierigkeit auf gänzlichen Absatz derselben. Für Fohlen soll diesmal eine besondere Prämiirung eintreten.
Frankfurt. Der zoologische Garten war gestern von 7320 Personen, meistens Landleute aus der Wetterau, besucht. Ein von seinen Eltern aus dieser Gegend zur Stadt geführtes Knäbchen verlor sich und war am Sonntag Abend noch nicht aufgefunden.
Darmstadt. Vor einigen Tagen wurde in der Nähe des Oberforsthauses bei Franksurt in dem Stadtwalde eine weibliche Leiche gefunden, an welcher ein Schuß durch die Mundhöhle in den Kopf bemerkt wurde. Eine Waffe in ihrer Nähe wurde nicht gefunden, sodaß sich sogleich die Vermuthung aufdrängte, daß hier ein Verbrechen verübt worden. In der Tasche der Leiche befanden sich zwei Retourbilleis von Worms nach Mainz. Die in Worms in Folge dieses Funds angestellten Nachforschungen er⸗ gaben, daß die Verunglückte die ledige Katharina Wetzel von Worms sei. Diese hatte sich am Sonnabend in Be⸗ gleitung eines Mannes, Namens Raum, von Worms wegbegeben. Beide Personen sind nicht gut beleumundet und lebten im Concubinat. In einem Briefe, den sie vor ihrer Abreise geschrieben, haben sie ihre Absicht, sich das Leben zu nehmen, kundgegeben. Am 4. d. M. wurde in
der Gegend von Jugenheim in der Bergstraße der genannte]
Raum aufgefunden, durch einen Schuß an Mund und Nase vollständitz verstümmelt. Nach Mainz in, das Rochushospital verbracht, sagte er in der gerichilichen Ver nehmung aus, daß er sich Schulden halber das Leben habe nehmen wollen; in seinem Besitze fanden sich zwei mit Schroten geladene Pistolen. Auf weitere Fragen er⸗ klärte er, daß er sich mit Katharine Wetzel am Montag früh nach Frankfurt begeben und in dem Stadtwalde daselbst spazieren gegangen sei. Dort habe ihm die Wetzel plötzlich gesagt, sie werde sich das Leben nehmen, so fort auch eine Pistole hervorgeholt und sich gegen das Gesicht geschossen. Als er das blutende Gesicht gesehen, habe er sich entfernt. Raum ist verheirathet; seine Frau sitzt in einer hessischen Strafanstalt. Die Untersuchung har aus
den bis jetzt klargestellten Punkten den Verdacht geschöpft, daß sich Katharina Wetzel nicht selbst gemordet und man in ꝛc. Raum den Mörder zu suchen habe. Die weiteren Erhebungen werden diesen Verdacht wohl näher begründen. Mittlerweile wird von Mainz berichtet, daß Raum seinen Wunden erlegen ist.
Fürth i. O. Hier verlief sich kürzlich ein drei Jahre
alter Knabe. Vergebens suchten ihn zuerst die Eltern, dann Nachbarn und Freunde bis Mitternacht. Am folgen— den Morgen rückte die Schuljugend aus— ebenso ver⸗ geblich. Nachmittags wurde amtlich eine Streife der Orts— angehörigen organisirt, und man fand endlich das Kind schlafend in einer Furche eines Kleeackers. Der Knabe befand sich vollständig wohl.
Osthofen. Rheinhessische Blätter berichten: Ein Er⸗ eigniß von erschütternder Tragik hat sich dahier zugetragen. Am letzten Mittwoch besuchte der hiesige Kreisarzt Dr. Dalquen mit seinem zukünftigen Schwiegersohn, Dr. Mathias aus Friedberg, zu Wagen eine benachbarte Gemeinde, in der sich der Letztere als practischer Arzt niederlassen würde. Auf dem Wege zwischen Oberflörsheim und Flohborn fiel der an einem Abhang in Schuß ge— rathene Wagen die Böschung hinab und wurde hierbei Dr. Dalquen so bedeutend verletzt, daß er den folgenden Morgen verschied. Seine letzte Handlung im Leben war eben dieser Ausflug im Interesse seiner geliebten Tochter, auf der ihn ein tragisches Geschick für immer seinen Lieben entreißen sollte. Herr Dalquen war als Mensch eben so beliebt und geachtet, wie als Arzt geschätzt. Auch Dr. Mathias trug einige, jedoch minder erhebliche Verletzungen davon.
2 In Hanau macht ein eigenthümlicher Fall von sich neden. Ein Herr v. Schweitzer(wie man sagt, der Vater des bekannten Lassalleauischen Häuptlings) habe Abends im Wirthshause einem Advocaten eine Wette um eine namhafte Summe angetragen: Binnen Jahres- frist seien die Preußen nicht mehr in Hanau. An⸗ dern Abends habe denn der Procurator die Wette in Fo rm eines juristisch correct zu Papier gebrachten Vertrages dem Herrn v. Schweitzer zur Unterschrift präsentirt, dieser dieselbe aber verweigert, und der Anwalt darauf geklagt. Man ist auf die gerichtliche Entscheidung begierig.
2 Von Kissingen wird berichtet, daß der dortige Gasthofbesitzer, welcher bei Gelegenheit des vorjährigen Kampfes sein sämmiliches Silberzeug durch die Preußen eingebüßt und überhaupt 80,000 fl. Schaden erlitten ha⸗ ben wollte(von denen 40,000 fl. anerkannt und ihm ausgezahlt worden seien,) befinde sich jetzt in gerichtlicher Untersuchung, da sich herausgestellt, daß ihm sein Silber nicht geraubt, sondern von ihm selbst bei Seite geschafft — im Keller verborgen— worden sei. Einer seiner Kellner, der mit im Geheimniß gewesen, habe ihn, nach⸗ dem er sich mit ihm überworfen, angezeigt. Man ist auf den Ausgang dieses Handels sehr gespannt.
Würzburg. Nach den angestellien Erhebungen sind an der Brod vergiftung Personen, die sich in ärztlicher Behandlung befanden, erkrankt: 83 Kinder, 290 Erwachsene, und zwar unter letzteren 117 männliche und 173 weibliche; die Gesammtzahl der Erkrankungen beträgt 373. Todesfall ist bis jetzt keiner constatirt. Nach Aussage der Chemiker übersteigt die Gesammtmasse des verwendeten Arseniks zwei bis drei Pfund.
e Experimente mit Petroleum als Heizungs⸗ material sind neuerdings auf der nordamerikanischen Flotte gemacht worden und haben ein überraschend günstiges Resultat geliefert. Die nothwendigen Ver⸗ änderungen in der Construction der Maschine sind äußerst einfacher Natur und auf derselben Strecke thaten drei Tonnen Petroleum denselben Dienst, wie eine Vorrath von Steinkohlen, der den zwanzigfachen Raum derselben ein⸗ nimmt. Das einzige Bedenken gegen das neuͤe Feuerungs⸗ material liegt in der großen Explosionsgefahr. Die Billigkeit und der Ueberfluß von Petroleum sind so bedeutend, daß selbst jetzt, wo Dreiviertel der Quellen verstopft worden sind, mit dem übrigen Viertel allein der Preis von 4 Gallonen sich auf nur 2 d. stellt.
Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.
Das Hamburger Postdampfschiff Allemania, Capt. Meier von der Linie der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt⸗ Aktien⸗Gesellschaft trat am 6. Juli wiederum eine Reise direct nach New York an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 675 Tons Ladung, 70 Passagiere in der Cajüte und 511 im Zwischendeck an Bord.
Das Hamburger Postdampfschiff Saxonia, Capt. Haack von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Packelfahrt⸗ Aktien Gesellschaft, welches am 22. Juni von Hamburg direct abging, ist nach einer glücklichen Reise von 14 Tagen woblbehalten in New⸗York angekommen.
Das Bremer Posidampsschiff Deutschland, Capt. Weßels von der Linie des Norddeulschen Lloyd trat am 6. Juli wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗Hork an und hatte außer einer starken Brief und Packeipost 672 Passaqiere und 505 Tons Ladung an Bord.
Die Weltausstellung von 1867 a in Paris. (Aus dem Arbeitgeber.)
Wer zum ersten Male eine Ausstellung wie die Pariser sieht, wo Kunst und Industrie der ganzen Erde in herrlichem Rahmen dem erstaunten Auge sich darbieten, der kann kaum des über⸗
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