Es ist deßhalb, um einen Cordon zu ziehen, heate eine Abtheilung Infanterie(150 Mann) dahin abgegangen.
— Die letzten Berichte aus Oberfranken ge— ben die erfreuliche Gewißheit, daß es, in Folge der energischen Maßnahmen, der Regierung gelun— gen ist, bis jetzt die Rinderpest auf den Ort Untersteinach zu beschränken, und auch in diesem ist das Uebel, auf die 13 Stallungen beschränkt geblieben, deren schon früher Erwähnung geschah. Nirgend anderwärts ist ein Erkrankungsfall vor gekommen.
Oesterreich. Wien Die„Wiener Abend⸗ post“ enthält ein Telegramm aus London, wonach in der Conferenz ein bereits ausgearbeiteter Ver— tragsentwurf vorgelegt worven, welcher, mit Ausnahme eines einzigen Artikels, allgemeine Zu— stimmung gefunden, so daß gegründete Aussicht auf baldige Verständigung vorhanden sei.
Frankreich. In Paris herrscht Friedens- zuversicht. Die France bringt bereits Nachweis über die Reisen der hohen Häupter nach Paris: der Kronprinz von Preußen erwartet nur das Ergebniß der Londoner Conferenz, um als preu⸗ ßischer Ausstellungspräsident seine Mission anzu⸗ treten; in der preußischen Gesandtschaft werden bereits die Zimmer für ihn bereitet. Der Kaiser von Rußland geht gegen den 28. Mat von Kopen— hagen nach Paris, wo er Anfangs Juni mit dem Könige von Preußen zusammentrifft; beide Mo⸗ narchen wohnen im Palast des Elysée. Der Kai— ser und die Kaiserin von Oesterreich treffen nach der Abreise jener beiden Monarchen ein. Graf v. d. Goltz, Baron Budberg und Fürst Metter— nich bereiten große Festlichkeiten vor; der König und die Königin der Belgier, treffen am 11. Mai in Paris ein. Auch der König und die Königin von Portugal, so wie der König von Bayern werden erwartet. Im pariser Stabthause werden den hohen Gästen glänzende Feste gegeben werden.
— Die Börse war am 7. ds. etwas in Schrecken versetzt, weil es hieß, die Conferenz sei verschoben worden. Diese Nachricht stellte sich jedoch bald als unwahr heraus, vielmehr hieß es, daß England auf der Conferenz einen Antrag auf allgemeine Entwaffnung stellen werde, und es werde umsomehr auf einen allgemeinen europäischen Frie⸗ den zu hoffen sein, als die finanzielle Lage meh⸗ rerer Staaten dazu zwinge.
— Wie der„Moniteur“ ausführt, hat Frank⸗ reich das Programm der Mächte betreffs der Neu⸗ tralisirung Luxemburgs und der damit in Verbindung stehenden Räumung der Festung an⸗ genommen. 5
— Auch die französischen Freimaurer ha⸗ ben neuerdings durch eine Kundgebung Protest gegen den Krieg eingelegt“ Die Loge zu Mar- seille richtet eine Adresse an ihre deutschen Brü⸗ der, die von der irrigen Vorstellung ausgeht, als wären die deutschen Logen der Agitationsherd für den Krieg. Sie fällt darin ein Verdammungs⸗ urtheil über das„schauderhafte Verbrechen“ des Krieges und fügt hinzu:„Die Maurerei kann nicht zu etwas ermuthigen, was das Gewissen der Menschheit verwirft. Wäre denn unsere De⸗ vise nicht mehr: Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit!“
Italien. Florenz. Die„Gazetta del Popolo“ meldet, daß der Ministerpräsident von der preußischen Gesandtschaft die Mittheilung einer Depesche aus Berlin bekommen hat, in welcher Preußen für die versöhnliche Rolle, welche Ita⸗ lien in der Luxemburger Frage übernommen hat, seinen Dank ausdrückt. 1
— Der Gesetzentwurf über die Armee Reorganisation bestimmt den Friedensstand des Heeres auf 200,000, den Kriegsstand auf 550,000 Mann, wodurch eine Reduction um 100,000 Mann erzielt würde. Der Finanzminister hat heute einen neuen Vertrag betreffs der Liquidation der geistlichen Güter unterzeichnet.
Großbritannien. Aus London wird vom 7. d. M. gemeldet:„Die Conferenz fand heute um 3 Uhr Nachmittags statt. Auf dersel⸗ ben waren außer Frankreich, England, Rußland, Preußen und Oesterreich auch Belgien, Holland und Italien durch ihre Gesandten, das Groß⸗
herzogthum Luxemburg durch zwei Bevollmächtigte vertreten. Da als Basis der Unterhandlungen die Garantie der Neutralistrung Luxemburgs für nothwendig erachtet und deßhalb die betreffenden Regierungen um Instructionen ersucht worden sind, so findet die nächste Sitzung am künftigen Donner— stag statt.— Eine weitere Mittheilung von dort besagt:„England zögert, die verlangte Garantie wegen der Neutralisirung Luxemburgs, auf welcher Preußen besteht, zu geben.“
— Eine Depesche vom 9. ds, meldet, daß in der heute abgehaltenen zweiten Conferenzsitzung, welche um 1 Uhr begann, England zu Gun⸗ sten der europäischen Garantie für die
Neutralisation Luxemburgs sich er— klärt. Der Friede scheint somit gesichert. Der
Termin für den Abmarsch der preußischen Trup⸗ pen und die Abtragung der Festung Luxemburg soll in der nächsten Sitzung bestimmt werden.
—„Times,“„Post“ und„Herald“ halten das Resultat der Conferenz für gesichert. Die erstgenannten Blätter befürworten Englands Be— theiligung an der Collectiv-Garantie,„Daily News“ ist dagegen.
Rußland. Petersburg. Der Kaiser wird am 29. Mai von hier abreisen, um sich über Berlin nach Paris zu begeben; in Berlin wird er sich nur einen Tag aufhalten. Am 22. Juni wird er die Rückreise antreten und wahrscheinlich in Warschau einen längeren Aufenthalt nehmen.
n. Friedberg. Seit mehreren Jahren ist der groß⸗ herzogliche Schloßgarten(Burgwall) am Sonntage bis nach Beendigung des Nachmittags-Gottesdienstes für das Publikum verschlossen und es entbehrt dasselbe dadurch einer großen, früher ihm gewährten Annehmlichkeit, deren es sich vorher stets ungestört erfreute und welche es durch einen sehr zahlreichen Besuch namentlich in den frühen Stunden des Sonntags zu würdigen wußte. Für gar manchen Bewohner unserer Stadt ist gerade der Sonn— tagmorgen die einzige Zeit, zu welcher ihm Amt oder Ge— schäft einen kurzen Spaziergang durch den schönen Burg— garten erlauben, und für wenige Auserlesene nur sind die Werktage zugleich auch Spaziertage. Ganz besonders ein— ladend aber war für die Besucher des Gottesdienstes in der Burgkirche, vor oder nach demselben, ein Gang durch die herrlich blühenden und duftenden, von munteren Sängern belebten Anlagen und wir erinnern uns recht wohl, wie außerordentlich zahlreich der Besuch um diese Stunden namentlich in den Frühlingsmonaten war, zahlreicher als zu jeder anderen Zeit und Stunde. Wir dürfen deß⸗ halb annehmen und sind dessen gewiß, daß ein sehr gro⸗ ßer Theil der Bewohner Friedberg's die Aufhebung der erwähnten beschränkenden Anordnung freudig begrüßen würde.— Aber auch mit Rücksicht auf die an Sonniag⸗ vormittagen öfters in größerer Gesellschaft unsere Stadt desuchenden Fremden, welche an der hiesigen Station die Bahn verlassen, um Friedberg und was es etwa Sehens⸗ würdiges bietet, zu besichtigen, und nach kürzerem oder längerem Aufenthalte gen Nauheim zu promeniren, dürfte zu wünschen sein, daß der Burgwall, der doch gewiß zu den wenigen Sehenswürdigkeiten Friedberg's gezählt wer⸗ den muß, auch während des ganzen Sonntags dem Pub⸗
Gelegenheit geboten ist, ein schönes und liebliches Bild von Friedberg und der vor ihm ausgebreiteten herrlichen und gesegneten Wetterau als eine freundliche Erinnerung in sich aufzunehmen und zu bewahren.
Schreiber dieser Zeilen hofft, daß die von ihm gegebene Anregung genügen werde, die betreffende Verwaltung zur Aufhebung ber beschränkenden Anordnung zu veranlassen, und glaubt im Namen mehrerer Bewohner Friedberg's und gewiß in Uebereinstimmung mit einer sehr großen An⸗ zahl derselben eine dahin zielende Bitte hiermit öffentlich aussprechen zu sollen.
Worms. Am 4. ds. sind die ersten Granitsteine für das Lutherdenkmal, in directer Verladung von Bay⸗ reuth, im hiesigen Bahnhofe eingetroffen.
% Das klavierspielende Publikum verfehlen wir nicht auf die neuste Composition des beliebten Tanz⸗Componisten, Musikdirektor Neumann in Nauheim, aufmerksam zu machen. Das sehr rasch bekannt und berühmt gewordene Musikstück le premier amour zeichnet sich durch eine effectvolle Einleitung und durch originelle Weisen vor vielen anderen derartigen Erschei⸗ nungen sehr vortheilhaft aus. Außerdem ist es mittel⸗ schwer und darum auch von minder geübten Spielern leicht zu bewältigen.
likum geöffnet wäre, damit dem Fremden zu jeder Zeit] z
scheinen begriffen ist, wird schon ihrer Neuheit wegen i weiten Kreisen willkommen geheißen werden. Die großen Ereignisse der jüngst verflossenen Zeit haben die Kart
von Mitteleuropa theilweise so verändert, daß unsre geogr, 1
Lehrbücher in vielen Stücken unbrauchbar geworden sind. Das fragliche Buch, bei dessen Darstellungen die neuesten Friedensbestimmungen zu Nikolsburg, Prag, Berlin und Wien volle Berücksichtigung gefunden haben, entspeicht bei der heut zu Tage stets wachsenden Theilnahme an politi⸗ schen Ereignissen um so mehr einem wirklichen Bedürfniß, als es über alle während des Druckes etwa noch eintre— tende Veränderungen in kostenfreien Nachsendungen zu berichten verspricht.— Es erscheint in 2 Bänden zu je 6—1 Lieferungen und wird bis gegen Ende 1867 vollendet sein. Das vorliegende erste Heft enthält den nach dan Anforderungen der Jetztzeit ganz neu bearbeiteten allgemeinen Theil als astronomische, mathematische, physische und politische Geographie und noch einen Anfang von Europa. Was die Lehrbücher sonst mathematische Geographie nennen, ist hier mit scharfer Begriffsspaltung in astron. und mathem. Geographie geschieden und in knapper, mehr referirender Form abgehandelt, da der Plan des Ganzen für den allgemeinen Theil scharfe Grenzen gezogen hat. Daß Letzteres übrigens geschehen und daß z. B. das ins Gebiet der Geologie und Geognosie Gehörige ganz unberührt blieb, dafür hatte der Bearbeiter gewiß gute Gründe. Mit allgemeinen, wenige Bogen füllenden Bemerkungen ist Nichts gethan, und was die mathem. Geographie vetrifft, so erfordert eine erschöpfende Darstellung derselben ebenfalls ein eignes Lehrbuch. Hier galt es, die wichtigsten Sätze derselben nach dem jetzigen Standpunkt dieser Wissenschaft in übersichtlicher Weise vorzu⸗ führen und ihre geschichtliche Entwickelung mit den Haupt⸗ trägern und Bereichern derselben in großen Zügen zu markiren, und diese Aufgabe ist von dem in der e, rischen Welt vortheilhaft bekannten Bearbeiter in trefflicher Weise gelös't.— Cap nabich's Verdienst beruhte wesentlich auf der Pflege des Topographischen und Statistischen, und das Charakteristische der Cannabich'schen Geographie,
das ein halbes Jahrhundert hindurch sich so viele Freunde erworben hat und in dem Statistischen besteht, soll festge⸗ halten werden, aber mit Beseitigung des Ueberflüssigen, Unbrauchbaren und Veralteten. Jene Freunde werden diese Tendenz mit Freuden begrüßen. Die Statistik hat
sich mierweile zur Wissenschaft erhoben. Sie besteht nicht aus einer Anzahl unzusammenhängendef Notizen ehr geeignet, müßige Neugierde zu befriedigen
oder der Wissenswuth unpraktischer Gelehrten zu genügen, als wirklichen Nutzen zu stiften; sie registrirt die That⸗ sachen systematisch, um daraus nach allen Seiten des Lebens sichere Schlüsse zu ziehen und der Natur Gesetze abzulauschen. Und bei der gewaltigen Concurrenz, in welche alle Culturvölker durch Vervollkommnung des Ver⸗ kehrs, gesteigerte Bildung und durch das Erwachen des nationalen Bewußtseins mit einander getreten sind, und wobei es sich darum handelt, über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder, Völker und Stämme nach allen Beziehungen ein Urtheil zu gewinnen, kann dem Buch in seiner jetzigen Gestalt ein weiterer günstiger Erfolg in sichere Aussicht gestellt werden. Denn gerade nach dieser Seite hin wird die neue Auflage, bei deren Bearbeitung die uneingeschränkte Benutzung der neuesten statistischen Vecichte und Schriften im Königl. Sächsischen statistischen Bureau gestattet war und das auch den so wichtigen Eisenbahnen und Telegraphenlinien die ausgedehnteste Aufmerksamkeit widmet, Vorzügliches leisten. Daß dieselbe auch über die Aussprache der fremden Namen sichere und le icht verständliche Auskunft gibt, muß uns Deulschen, die wir nun einmal gewohnt sind, mit gänzlicher Selbst⸗ verläugnung allem Fremden sein volles Recht widerfahren u lassen, nur erwünscht sein. Das Buch bedarf als bedeutende Erscheinung und bei dem verhältnißmäßig billigen Preis von 1 Slörgr. per Bogen keiner Empfehlung. Es wird die Aufmerksamkeit aller Gebildeten auf sich ziehen, die sich nach einem zuverlässigen Führer auf geo⸗ graphischem Gebiet umsehen. f B.
Eine Granat-Btosche
1185 wurde im Schützenrain verloren. Der Finder ist um Abgabe bei der Exped. d. Bl. gebeten.
1167 Sehr starke
Sellerie⸗ und Lauch⸗Pflanzen
find zu haben bei Pachter Hill in Fauerbach.
—
Ein Pferd
1147 flebt zu verkaufen bei Friedberg.
Gatzert.
J. G. Fr. Cannabich's Lehrbuch der Geographie nach den neuesten Friedens- bestimmungen. Achtzehnte Auflage, neu bear⸗ beitet von Dr. Fr. Max Oertel, zweitem Professor und Lehrer der Geschichte und Geo— graphie an der Königl. Sächsischen Landesschule zu Meißen. Weimar, 1867. Bernh. Friedr. Voigt. Die neue Bearbeitung des Cannabich'schen Lehrbuchs
der Geographie, die als 18. Auflage desselben im Er⸗
Ein neu möblirtes Zimmer
1156 bat zu vermlethen A. Engel.
Mlacé- Handschuhe
Clacé- Handschuhe 1194 sowie Handschuße f d' Ecosse ꝛc. 2c. bei
K. Friedrich neben der Pot.
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