Ausgabe 
10.9.1867
 
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Besen 3 hlr., 1 Paar Schuh(für den Schützen) 20 kr., 1 fettes Schwein 9 fl., 1 Maurer erhielt ar einen Tag Arbeit 15 kr., 1 Handlanger 10 kr. Der gürgermeister erhielt jedesmal 25 kr., wenn er im Interesse er Stadt 1 Tag abwesend war. Die Stadischäferei wurde uf 12 Jahre um den jährlichen Pacht von fl. und Käse auf das Rathhaus zu liesern verpachtet. Für die eiden Stadtochsen zu balten gab man außer den sonst zblichen Ochsenmorgen jährlich 6 fl. und noch 40 kr. für Salz und jetzt? Für 2 Klafter Brennholz zahlte man 20 kr. Frankfurt. Die Grossisten klagen sehr über stille Neßgeschäfte. Mehrere Kleluhändler, die die Hoffnung ufgegeben haben, daß der Verkehr ein lebhafterer werde, aben eingepackt und die Messe verlassen. Darmstadt. DieHess. Losztig. erklärt: Der von ens berichtete Selbsimord eines Frauenzimmers, das sich urch den Güterzug bei Hemsbach überfahren ließ, beruht, die wir aus zuverlässigster Quelle erfahren, auf Wahr eit und bestätigen die amtlichen Erhebungen die von uns uerst gebrachte Mittheilung.

roh 3 hlr., t

Darmstadt. Dem Generalsecretäc der landwirth schaftlichen Vereine, Dr. Krämer, ist der Titel

Deconomierath verliehen worden. Darmstadt. DenHess. Volksbl. entnehmen wir olgende Mittheilung: Mit dem gestrigen Abendzug kehrte in Theil des Friedberger Blindeninstisuts von einem Aus Jug wieder nach Friedberg zurück. Die Unglücklichen, die mit dem Director der Anstalt zwei Coupe's füllten, er zegten im hiesigen Bahnhof durch den sehr präcisen Vor⸗ ürag eines Liedes die Aufmerksamkeit des zahlreich ver ammelten Publikums.

lieber über Bremen reisen.

Darmstadt. Nach derM. ⸗Ztg. ist am 7. ds. Major Seriba, Beamter im Kriegsministerium, nach nur ganz kurzer Erkrankung an einem typhusartigen Lei den gestorben. Damit ist unserer in der letzten Zeit so vielfach durch Todesfälle heimgesuchten Division wieder eine tüchtige Kraft entzogen. Der Verstorbene, der(iets als ein höchst strebsamer Offizier bekannt war, hinterläßt auch den Ruf eines humanen und tüchtigen Mannes. Gu⸗ tem Vernehmen nach ist die jüngste Tochter Heinrichs v. Gagerns, eine durch Anmuth und Geist hervorragende junge Dame, seit eintgen Tagen mit Herrn v. Edels⸗ heim, während des vorigen Krieges badischer Minister, versprochen.

Viernheim. In hiesiger Gemarkung wurden inner⸗ halb 9 Tagen nicht weniger als 111,600 Stück Mäuse eingeliefert und für diese per Stück ½ kr., zusammen 420 fl. aus der Gemeindekasse vergütet.

* DieKöln. Ztg. enthält aus der Feder von Friedr. Kapp eine Schilderung über die empöeende Be⸗ handlung von Auswanderern, welche auf dem Schiffe Baccarcich die Antwerpener Firma A. Strauß u. Comp. nach New-York befördert wurden. Von 180 Passagieren starben nicht weniger als 20, und zwar wie constatirt wurde, in Folge des schlechten Essens und Wassers. Von einer Familie von 5 Personen blieb nur noch ein Kind am Leben. In Berliner Blättern wird dem Auswande⸗ rungs-Agenten Strauß u. Comp. geradezu vorgeworfen, daß sie die 20 verstorbenen Passagiere des Baccarcich gemordet haben. Die deutschen Auswanderer mögen sich daher vor dem Wege über Antwerpen hüten und Die Bremer Schiffe sind un⸗

bestreitbar die besten; auch die Hamburger sind empfeh⸗ lenswerth.

Ein gesandt. H. Friedberg, 8. Sept. Der jüdische Friedhof er⸗ freut sich leider, wie man schon oft die Wahrnehmung gemacht, nicht der diesem Orte schuldigen Achtung, was wohl der Stadt Friedberg gerade nicht zur Ehre gereicht. Zu wiederholtenmalen fand man das Schlüsselloch am Eingangsthor mit Steinen verstopft, was jedesmal nur durch Abbrechen des Schlosses wieder hergestellt werden konnte. Die Einfriedigung an der Seite der Angrenzenden ist stets muthwillig beschäbigt, viele Grabsteine sind durch Steinwürfe bedauernswerth geschändet und dergl. mehr. Würde das Aussichtspersonal unserer Stabt einem so heiligen Orte gleiche Aufmerksamkeit wie den Obstbäumen schenken, so würden sicherlich die meisten Frevel verhütet, 8

Friedberg. Wir hatten Gelegenheit, das im Sieck⸗ schen Hause ausgestellte Stereoskopencabinet ein⸗ zusehen und können dasselbe nicht genug empfehlen. Es sind in demselben über 150 Bilder, Ansichten von der Pariser Ausstellung aufgestellt, welcht genau alle einzelnen Theile, jedes einzelne Land, das auf der Ausstellung ver⸗

treten ist, jede nationale Eigenthümlichkeit ꝛc. ꝛc. mit wunderbarer Schärfe wiedergeben. Die Bildhauereien, die Galerien, die einzelnen Abtheilungen stehen geradezr

plastisch vor dem Besucher. Billiger die Pariser Aus⸗ stellung zu besuchen ist nicht gut möglich und sollte deß⸗ halb Niemand die kleine Ausgabe scheuen.

Cdietalladun 1727 Cbristian Ulrich von Wölfersheim hat die mit sseiner verstorbenen zweiten Ebefrau erkaaften Grundssücke Flur II. Nr. 97. V 152. VIII. 119. X. 59. XIII. 251. Gemarkung Wölfersheim, veräußert. Da seinem ubwesenden Sohne Georg das Miteigentbums-Recht an diesen Stücken zusteht, so wird derselbe bier nit auf gefordert, etwaige Einwendungen gegen den Verkauf Dieser Stücke binnen drei Monaten dahier vorzubringen, gegenfalls seine Genehmigung unterstellt und der Kauf;

wertrag berichtlich bestätigt werden wird. Hungen den 4. Juli 1867.

Großherzogltches Landgericht Hungen

Drei.

Edictalladung. 1963 Nachdem Großberzogliches Hofgericht der Provinz Overbessen über das Vermögen des Wirtdes Bernhart Dörfler von bier den förmlichen Concurs erkannt hat, werden sämmtliche Gläubiger desselben aufgefordert, ihre Ansprüche in dem auf 5 Mittwoch den 2. October l. J., Vormittags 9 Uhr, anberaumten Liquid ationstermin, bet Meidung Aus- schlusses von der Masse dahier anzumelden und zu be gründen. In demselben Termin soll die Güte versucht und un Falle des Zuffandekommens eines Arrangements die ausgebliebenen Gläubiger als den Beschlüssen der Mehr⸗ heit der ersckienenen Gläubiger stillschweigend beigetreten angesehen werden. Butzbach den 19. August 1867. Großherzogliches Landgericht Bußbach: Dr. Gilmer, öntiger, Landrichter, Landgerichte ⸗Assessor.

Arbeits⸗Versteigerung. 2118 Donnerstag den 12. September, Nachmittags 2 Upr, soll auf dem Bureau des Großherzoglichen Bürger⸗ wisters zu Münzenberg für 40 fl. Chauffirarbeit öffentlich an den Wenigsinehmenden verstesgert werden.

Gamboch am 6. September 1867. Schneider,

Edictalladung.

1964 Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Peo⸗

vinz Oberhessen am 31. v. Mts. gegen den Heinrich

Schäfer von Stammbeim den förmlichen Concurs

prozeß erkannt bat, so werden alle Diejenigen, welche

Forderungen und Ansprüche an die Masse haben, auf

gefordert, solche im Liqu'dationstermin

Donnerstag den 17. October d. J., Vormittags 9 Ubr.

persönlich oder durch gehörig Bevollgächtigte anzumelden

und zugleich eiwaige Pfand und Vorzugsrechte geltend

zu machen, bei Meidung Ausschlusses.

In diesem Termin soll ein Massepfleger und Gläu⸗ bigerausschuß ernannt, nöthigeufalls ein Coutradictor bestellt und ein Stundungs- resp Nachlaßvertrag ver⸗ sucht werden und werden die Nichterschienenen in dieser Dinsicht als den Beschlüssen der Mehrheit beigetreten erachtet werden.

Altenstadt den 15 August 1867.

Großherzogliches Landgericht Altenstadt e

May. Landgerichts ⸗Assessor.

Bekanntmachung.

2123 Auf den Antrag des Massecurators, Stadtschreiber Schutt dahter, werden zwei zur Debitmasse des Maurermeisters Heinrich Wolff 1. bier gebörige Kühe, Mittwoch den 11. d. Mts., Vormittags 9 Ubr, auf biesigem Ratbhause öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung versteigert.

Nauheim am 6. September 1867.

Großherzogliches Ortsgericht Nauheim Rieß.

Bekauntmachung.

2119 Vom 8. d. Mts. anfangend wird die Personen- post von Hungen nach Friedberg um 5 Uhr früh ab⸗ gefertigt.

Darmstadt den 5. September 1867.

Edictalladung.

2005 Als die gesetzlichen Intestaterben des im Jahre 1837 kinderlos verstorbenen Joh. Spettel von Rocken⸗ berg ersche nen

1) dessen Bruder Rupertus Spettel,

2) die Tochter seiner verstorbenen Schwester Eva, verehelichte LTLuwig Bodenröder, Katharina, die Ehefrau des Jacob Decher I. in Rockenberg.

Erslerer im Jahre 1783 geboren, is schon seit beiläufig 65 Jahren abwesend und hat in dieser ganzen Zeit nichts von sich hören lassen.

Rupertus Spettel oder kessen etwaige Leibes⸗ erben werden daher andurch aufgefordert, binnen 3 Monaten vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung an, die ihnen angefallene Erdschaft anzutreten, widrigenfalls der gesammte Nachlaß des Joh. Spettel der ge⸗ dachten Jakob Dechers I. Ehefrau überliefert, be⸗ ziehungsweise im Flurbuch zugeschrieben werden foll.

Butzbach den 17. August 1867.

Großberzogliches Landgericht Butzbach Dr. ilmer.

Edictalla dung.

2122 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nachlaß des am 17. Juli l. J. verstorberen Heinrich Wilbelm Weckerling von Friedberg und seiner schon früher verslorbenen Ehefrau Anna Eva, geb. Hoffmann, find binnen Frist von vier Wochen dahler anzumelden, widrigenfalls solche bei der Nachlaß-Regulirung außer Berückfichtigung bleiben werden. Friedberg am 30. August 1867. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landtichter. Landgerichts ⸗Assessor.

Grummetgras-Versteigerung. 2126 Donnerstag den 12. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll im hlesigen Ratbhaus das der Gemeinde gehörende Grummetgras in Abtheilungen öffentlich meistbletend verfteigert werden.

Ober- Wöllstadt den 7. September 1867.

Großberzogliche Bürgermeisteret Oder-Wöllstadt

Bezirks- Bauaufseher.

.

Der Königliche Ober Post Direktor Va

Feuerbach.

Minuten nach Mitternacht, in San Franzisko in Kalifornien, das noch 49 Grad weiter nach Westen liegt, ist es in demselben Augenblick 10 Uhr Dort legt man sich also schlafen, wenn wir Mor-

14 Minuten Abends. gens aufstehen.

Wenn die mörderische Kugel den Kaiser Maximilian am 19. Juni

Morgens 7 Uhr in Queretaro in Mexico traf, schrecklichen Moment bereits 2 Uhr 14 Minuten

Ferner ist es buchstäblich wahr, daß man durch den allantischen Telegraphen in Neu-Nork Abends vorher schon wissen kann, was den fol⸗

genden Morgen in London sich ereignet.

Angenommen, die Depesche wird Morgens um 5 Uhr abgefertigt, so

wird sie beiläufig um Mitternacht in Neu-Nork derselben kann recht gut in einem öffentlichen noch bekannt werden. Ebenso wird eine telegraph

12 Mittags in Berlin abgeht, vor 12 in Frankfurt eintreffen. Bekannt- lich liegt Berlin um Grad östlicher als Frankfurt, die Uhren werden also da erst 11 Uhr 42 Minuten zeigen, wenn's in Berlin 12 schlägt. In Petersburg dagegen(48 Grad östlicher Länge) ist es 1 Uhr 26 Minuten,

in Wien(34 Grad öͤstlicher Länge) 12 Uhr 30 Grad östlicher Länge) erst 11 Uhr 34 Minuten, schlägt. Folgende Orte haben annähernd gleiche

1) Bremen, Frankfurt, Heidelberg, Consta in Italien, in Afrika etwa Tunis.

überein, weil sie(die Orte) ziemlich unter demselben Meridian liegen:

so hatten wir in dem Nachmittags.

anlangen. Der Inhalt Local verspäteten Gästen ische Depesche, die Schlag

gut wie Null. Denn

nicht, gleich den Meise Raupen befinden.

a. g treldefeldern, nie aber Minuten, in Paris(20 derer Beobachter sagt: wenn's in Frankfurt 12

Zeit, ihre Uhren stimmen

nz,

Mailand und Genua

Auch

in der Höhe. Die Schaaren der Sperlinge ziehen sich wohl in den Ge

2) Kopenhagen, Leipzig, München, Venedig, Rom, Tripolis in Afrika. 3) Petersburg und Odessa in Rußland, Constantinopel in der Türkei, Alexandrien und der östliche Theil vom Cap der guten Hoffnung in Afrika.

Der Sperling kein RNaupenvertilger.

Von Dr. Curtman.

Unter dieser Ueberschrift bringt eine gartenwirthschaftliche Zeitschrift einen Artikel, welcher nähere Prüfung verdient. Nach meinen vieljährigen Beobachtungen, sagt ein Sachkundiger, ist ihre nützliche Wirksamkeit so

ihre Jungen füttern sie lediglich mit höchst zarten

und großentheils unschädlichen Insectenz haarige Raupen, gerade die schädlichsten, greifen sie niemals an.

Ferner durchklettern die Sperlinge u, die schwankenden Zweige, woran sich doch die fressen sie nur in der Nähe des Bodens, nicht

in der Nähe der Obstbäume zusammen. Ein an- Der Sperling frißt Käfer, wenn er nichts Anderes

hat, und wenn er keine Körner erhaschen kann, Raupen, aber nur als seltene Ausnahme, und,

wie es scheint, die allerschädlichsten nicht.