der Fortschrittspartei zu gute, welche im neuen Reichstage eine ganz stattliche Fraction bilden wird.
— Der„Staatsanz.“ publieirt eine königliche Verordnung vom 24. August, das Münzwesen in den neuen Landestheilen betreffend. Dieselbe bestimmt unter Anderen, daß kurhessische Cassen⸗ anweisungen den preußischen gleichgestellt werden und daß die Noten der„Nassauischen Landesbank“ auf nassauischem Gebiete bei den Staatscassen zu— lässig sein sollen.
— Nach der„Kreuzzeitung“ ist Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode dazu bestimmt, die erste Civilstellung in der Provinz Hannover einzunehmen.
— Das Bundesbudget pro 1868 ist Seitens des Bundesraths nunmehr durchberathen und über den in demselben enthaltenen Militär— etat hört man von unterrichteter Seite schon jetzt etwas Näheres. Der Militäretat, d. h. der Etat für das Landheer, sollte oder könnte betragen (300,000& 225 Thaler) 67½ Millionen. Hiervon geht jedoch diejenige Summe ab, welche die kleineren Staaten dadurch ersvaren, daß sie in Folge der von ihnen mit Preußen abgeschlossenen Verträge die verfassungsmäßig festgesetzte Summe von 225 Thalern pro Kopf für's erste noch nicht vollaus zu entrichten haben, welche Ersparniß sich pro 1868 im Ganzen auf etwa 1,200,000 Tha⸗ ler belaufen dürfte. Hiernach ist also die wirkliche Höhe des Bundes-Militäretats pro 1868 zu be⸗ messen. Der Etat für die Marineverwal⸗ tung, welcher sich an den Eta: für das Landhcer selbständig anschließt, beträgt stark 5 Millionen Thaler, und die Ausgaben für Heer und Marine zusammen würden hiernach pro 1868 also die Summe von circa 72 Millionen Thaler erreichen.
— Das Gerücht von dem Rücktritte des Gra— fen Bismarck aus dem auswärtigen Amte taucht wieder auf. Derselbe soll fortan nur das Bundes- kanzlerame und das Präsidium des preußischen Staatsministeriums fortführen und als Minister des Auswärtigen durch den Grafen v. d. Goltz ersetzt werden, als dessen Nachfolger auf seinem diplomatischen Posten in Paris man den Prinzen v. Reuß bezeichnet.
— Die Nachricht, daß die preußische Regie- rung, im Anschlusse an die Circularnoten Oester— reichs und Frankreichs ein eminent friedliches Rundschreiben an seine auswärtigen Vertreter
erlassen hat, wurde an der Börse vielfach bespro— chen und als glaubwürdig bezeichnet; das Börsen⸗
geschäft wurde dadurch günstig beeinflußt. Frankfurt.
Ein mit dem 1. d. M. dahier errichtetes telegraphisches Bureau für Mittel-, West⸗ und Süd⸗Deutschland(eine Filiale von Reuter's Bureau in London,) das sich durch Reichhaltigkeit seines Materials und durch eine wahrhaft unglaubliche Billigkeit auszeichnete und dadurch sich der Gunst der Geschäfts- und Handels— Welt erfreute, ist auf Antrag des Civil⸗Commis⸗
sarius Mad ai polizeilich geschlossen worden und ihm die Ausgabe von Depeschen bei 10 Thalern Strafe per Depesche untersagt worden. Warum? — Ein Theil der Arbeiter auf der englischen Gasfabrik hatte wegen Differenzen über die Lohn- ansätze vor einigen Tagen die Arbeit eingestellt, dabei aber eine so drohende Haltung angenommen, daß der Director sich genöthigt sah, die Hülfe der Polizei zu requiriren. Bei dem Erscheinen der Polizei, welche von sechs Soldaten begleitet war, kam es zu Widersetzlichkeiten, in Folge deren ein Arbeiter, welcher einem Soldaten das Gewehr entwinden wollte, einen Bajonnetstich erhielt, der fast augenblicklich den Tod herbeigeführt haben soll. — Der„Frkft. Beob.“ meldet, am 5. d. M. sei eine Verfügung des Finanzministers eingetrof⸗ fen, wonach es bei der angeordneten Schließung der Frankfurter Lotterie sein Bewenden habe. Sachsen. Dresden. Bei der dahier stattgehabten Versammlung der Mitglieder des Vereins der deutschen Strafanstalts⸗Be⸗ amten wurden u. A. folgende Anträge berathen: 1) der Antrag des Regierungsraths d' Alinge, die Gefängnißeinrichtungen für Untersuchungs- und kurzzeitige Strafgefangene betr., Referent: Pastor Scheffer; 2) Antrag des Inspectors Krell, die Beurlaubung der Strafgefangenen betr., Re— ferent: Director Elvers; 3) die Frage, wie soll der Gefangene angeredet werden, Referent: Director Blenkner,
Oesterreich. Wien. Zwischen dem Reichs- kanzler v. Beust und dem ungarischen Minister Andrassy soll ein Einklang über die Finanz— frage im Sinne der ungarischen Deputation er— zielt sein.
— In Oesterreich scheinen die Ausgleichs- verhandlungen mit Ungarn in den letzten Tagen eine günstigere Wendung genommen zu haben. Wenigstens meldet der„Wanderer,“ daß nach [der Schätzung des Finanzministers Becke der Totalbetrag des Beitrags Ungarns zu den Reichs- ausgaben auf 59 bis 60 Millionen Gulden sich belaufe; eine Schätzung, welche die ungarische nur um 5 Millionen übersteigt. Es wird somit nicht schwer sein, ein Einverständniß zu erzielen.
— Die„Neue freie Presse“ erfährt, Herr v. Beust beabsichtige ein neues Ministerium aus folgenden Personen zu bilden: Ministerpräsi⸗ dent: Fürst Carlos Auersperg, Inneres: Giskra, Justiz: Berger, Unterricht: Herbst. Wer Finanz⸗ minister werden soll, ist noch unbekannt.
Frankreich. Paris. Der französische Minister des Aeußern hat an die Vertreter Frank⸗ reichs im Auslande eine Note ergehen lassen, welche die Salzburger Zusammenkunft behandelt. Es heißt in derselben u. A.: Die Reise Ihrer Ma- jestäten war einzig durch den Gedanken dictirt, der durch das jüngste Unglück so hart getroffenen kaiserlich österreichischen Familie ein herzliches Zeugniß der Sympathie darzubringen. Sicherlich
nicht mehre Tage in vertrauensvoller Intim befinden, ohne sich wechselseitig ihre Eindrück
würde.
und der Beunruhigung für die anderen Höfe zu betrachten, muß man darin nur ein neues Motiv
sehen.
— Die„Situation,“ ein von hannoverischen Geldern unterstütztes Blatt, veröffentlicht das Ver— tragsproject, welches Preußen vor der Mission des Grafen Tauffkirchen Oestreich vorgeschlagen haben soll. Dem Projecte nach sollte Oestreich mit seinen deutschen Staaten in die deutsche Föderation ein treten; Preußen verpflichtete sich, die Ausdehnung
günstigen und die annectirten Länder ihren frühe⸗ ren Fürsten wieder zurückzugeben, wenn alle deut⸗ schen Staaten und Oestreich den König Wilhelm als Kaiser von Deutschland anerkennen.(2)
— Graf v. d. Goltz hat die Ersetzung seines Postens durch den Prinzen von Reuß im Laufe einer gestern von ihm mit Lavalette gehaltenen Conversation Letzterem selbst avisirt.
Spanien Die Mittheilungen über den Aufstand in Spanien sind unbestimmt und wider⸗ sprechen sich. Obgleich die offieiellen Nachrichten die Bewegung als gänzlich unterdrückt darstellen, scheint dies doch noch zweifelhaft. Der Courrier Francais sagt, daß die Insurgenten in der Gegend von Gerona das Feld behaupten und die von Bejar und in der Umgegend von Salamanca feste Stellungen in den Bergen einnähmen. Da die telegraphischen Leitungen mit dem Süden und Südwesten unterbrochen sind, so weiß man von dorther nichts. Im ganzen Lande und auch in Madrid wurde das Kriegsgesetz aufrecht erhalten.
— Der„Köln. Ztg.“ zufolge ist eine der Ursachen des Mißlingens des neuesten spanischen Aufstandes in dem Umstand zu suchen, daß der General Prim, der über 18,000 Mann verfügen konnte und dem zu folgen noch viel mehr Waffen⸗ fähige bereit waren, sich nirgends zeigte; man weiß heute noch nicht, wo er sich aufhält.
— Von 1820 bis 1866 sind in Spanien nicht weniger als 14,600 Personen wegen poli- tischen Vergehen erschossen worden. Man sieht, Spanien ist noch dasselbe Land, wie vor 300 Jahren. Damals war es die Inquisition, welche den Boden dieser unglücklichen Halbinsel mit Blut bedeckte; jetzt sind es die Kriegsgerichte der from⸗ men Könige. 1585
Nidda. Ju dem hiesigen Intelligenzblatt macht Herr K. Roth folgende Miitheilungen über die Preise ver⸗ schiedener Gegenstände u. s. w. zu Nidda vor ungefähr
konnten die Beherrscher zweier großen Reiche sich
300 Jahren: 3 Diele kosteten 25 kr. 1 Gebund Korn⸗
der Abfahrt von einem
Hafen wird sie genau nach der dortigen Zeit ge⸗
mitzutheilen und ohne über Fragen von allgemei⸗ nem Interesse ihre Gedanken auszutauschen. Aber diese Unterhaltungen hatten weder zum Zweck noch
zur Folge, Combinationen festzustellen, die Nichts in der gegenwärtigen Lage Europas rechtfertigen Anstatt also die Salzburger Zusammen⸗ kunft als einen Gegenstand der Präoccupation
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und Vergrößerung Oestreichs im Oriente zu be
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— Minuten
(ö) Ist es überall auf Erden gleichviel Uhr? (Schluß.)
Solcher Linien, wie die angegebene, nimmt man, um sich auf der Erdoberfläche zurecht zu finden, in der That und zwar 360 an. Alle treffen sich im Nord- und Süd⸗Pol und durchschneiden den Aequator recht- winkelig. Sie heißen Meridiane, Mittagslinien. Der Zwischenraum zwi⸗ schen 2 Meridianen, der am Aegqnator am größten ist(15 Meilen) und nach beiden Polen zu sich allmählich verringert, heißt ein Grad und zwar ein Längengrad. Rings um die Erde zählen wir also 360 Längengrade. Von irgend einem, bei uns Deutschen von dem Meridian, der durch die Insel Ferro(westlich von Afrika) geht, wird zu zählen angefangen, und so unterscheidet man von da an 180 Grad nach Osten(östliche Länge) und ebenso viele nach Westen(westliche Länge.) Da diese 360 Grade in 24 Stunden einmal von der Sonne passirt werden oder eigentlich selbst unter der Sonne vorübermarschiren, so macht das für jeden Grad
24* 60 0 28 81 360 4 Minuten. Daraus folgt: Wer um 1 Grad östlicher wohnt, hat 4 Minuten früher Sonnenaufgang, höchsten Sonnenstand und Sonnenuntergang als sein Nachbar hinter ihm nach Westen, oder die Uhren beider Orte, vorausgesetzt, daß sie genau nach dem Sonnenstand regulirt sind, differiren um 4 Minuten.
stellt. Der Chronometer eines von Hamburg nach Neu-Aork gehenden Schiffes zeigt während der ganzen Ueberfahrt Hamburger Zeit. Der Kapitän hat, auf welchem Punkte des Meeres es auch sei, nur den Stund der Sonne(oder der Gestirne) zu messen(mit seinen Instrumenten ist das ein Leichtes,) um die wirkliche Zeit der Meeresstelle zu finden, wo er
befindet. Geht nun darnach, z. B. die Schiffsuhr(Hamburger Zeit) be. reits um 5& 4 Minuten früher, so ist sein Schiff schon 5 Grade westlich von Hamburg. Da er ferner nur den Winkel zu messen braucht,
40 Grad 14 Minus gene alss
e Morgeng schreliche
unter welchem ihm(auf der nördlichen Erdhälste) der Polafstern erscheint, um zu bestimmen, wie weit er sich vom Aequator nach dem Nordpol zu befindet, so kann er auf der vor ihm liegenden Seekarte genau den Punkt bezeichnen, den sein Schiff im Augenblick passirt. Bei Nacht und Nebel freilich, wenn weder Sonne noch Sterne sich zeigen, weiß er sich nur an⸗ nähernd zurecht zu finden. Doch dies nur beiläufig. e Nehmen wir nun die Karte zur Hand, und suchen wir diejenigen Orte auf, die uns in Bezug auf unsere Frage interessiren. Neu-Nork liegt ungefähr unter dem 56. Grad westlicher Länge, also, da Friedberg(oder Frankfurt) unter dem 26 ¼. Grad östlicher Länge sich findet, 56 + 26½= 82½ Grad von uns nach Westen zu macht demnach einen Zeituntersch 30 Minuten. Hat bei uns Morgens um 7 Uhr die Sonne sich schon
Der Seefahrer hat auf seinem Schiff eine besonders fein gearbeitete Uhr, Chronometer, auf deren richtigen Gang er sich verlassen darf. Bei
um ein hübsches Stück vom Horizont am Himmel erhoben, so ist sie in Neu-Aork noch lange, lange nicht sichtbar, dort ist es erst 1 Uhr 30
je von 82½& 4 Minuten= 5 Stunden


