Ausgabe 
9.11.1867
 
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N85 0

Samstag den 9. November.

M133.

nzeiger für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. U

Stiedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Auf denAnzeiger kann man noch für die Monate November und Dezember bei den Poststellen des Großherzog thums mit 22 kr. und bei der Verlags-Expedition mit 20 kr. abonniren.

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Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Arretirung des Heinrich Schuchmann von Staden wegen Widersetzung. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises.

Heinrich Schuch mann von Staden, welcher durch Urtheil Großh. Stadtgerichts Gießen auf die Dauer eines Jahres unter polizeiliche Aufsicht gestellt worden war, hat sich aus seinem Heimathsorte ohne Erlaubniß entfernt und treibt sich voraus sichtlich bettelnd

in der Umgegend herum.

Wir beauftragen Sie nach demselben zu fahnden und ihn im Betretungsfalle uns vorführen zu lassen.

Friedberg den 6. November 1867.

T i à p p.

ia n n em a chen.

Nachstehenden Auszug aus demRechenschaftsbericht der Mathil deustiftung zur Rettung verwahrloster Kinder in dem Kreise Friedberg für 1866/7 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß:

1 Die Zahl der Pfleglinge im vorigen Jahr betrug 10, wovon einer zu Pfingsten confirmirt wurde und daher aus der Pflege

der Stiftung heraustrat, mithin verblieben in Pflege 9

Hierzu sind im Laufe des Verwaltungs jahres neu gekommen

Mithin beträgt die Zahl der Pfleglinge gegenwärtig an

2. Für diese Pfleglinge néthig gewesen

sind zusammen

3. Diese Summe ist auf folgende Weise aufgebracht worden:

a. Beitrag des Mathildenstifts für 1866

b. Beiträge der Gemeinden: Assenheim 24 fl., Bauernheim 5 fl., Bodenrod 5 fl., Bönstadt 40 fl., Bruchenbrücken 20 fl., Butzbach 35 fl., Fauerbach v. d. H. 12 fl., Fauerbach b. Fr. 5 fl., Friedberg 50 fl., Gambach 25 fl., Hausen 2 fl., Ilben stadt 5 fl., Kirch⸗Göns 15 fl., Langenhain mit Ziegenberg 10 fl., Maibach 7 fl., Melbach 15 fl., Münster 6 fl., Nieder Florstadt 15 fl., Nieder⸗Mörlen 20 fl., Nieder⸗Rosbach 5 fl., Nieder⸗Wöllstadt 25 fl., Ober⸗Florstadt 5 fl.,

30 fl., Ober⸗Rosbach 15 fl., Ober-Wöllstadt 15 fl., Ocstadt 10 fl., Oppershofen 8 fl., Ossenheim 4 fl., Ostheim 10 fl., Pohl⸗Goöns 8 fl., Rockenberg 15 fl., Södel 25 fl., Staden 10 fl., Trais⸗Muͤnzenberg 4 fl., Weckesheim 10 fl., Wissels⸗ heim 5 fl., Wölfersheim 20 fl., Wohnbach 12 fl. Zusammen

13 c. Ertrag einer Sammlung bei Privaten in den Ge meinden Beienheim, Griedel, Hochweisel, Münzenberg, Nieder⸗ 0 sgeld Weisel, Oes, Steinfurt, Wickstadt i N 24 eee d. Beitrag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, für 1867 N 7 100 fl. kr e. Aus dem bei dem Mathildenstift deponirten Reserve⸗ 500 fonds wurden enthoben 269 59 Zusammen 1449 fl.

stützung. Friedberg den

Ober⸗Mörlen

Schließlich empfehlen wir die Stiftung, die sich für den ganzen Kreis als außerordentlich wohlthätig erweist, allen Gemeinden und wohlwollenden Privaten zu fernerer geneigten Beachtung und Unter

6. November 1867. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trap p.

Hessen. Darmstadt. Major v. Jungen⸗ feld von der Reiterei ist unter Verleihung des Charakters als Oberstlieutenant zur Disposition gestellt worden. g

Die Zulagsdecrete für Kreisassessoren sind kürzlich ausgegeben worden. 17 Kreisassessoren erhalten eine Gehaltsausbesserung von je 200 fl.

Nach einer Bekanntmachung der Direktion der Einstandskasse haben die Loospflichtigen des Jahres 1866, welche bei der Staatsversicherungs⸗ anstalt für Stellvertretung eine Einlage von 275 fl. bertits gemacht haben, noch eine Nachzahlung von 180 fl. zu leisten. Für diejenigen, deren Ver⸗ sicherte nur 5 Jahre zu dienen haben würden, reducirt sich der Betrag auf 150 fl. Die Nach- zahlung muß bis längstens den 15. Dez. l. J. geleistet werden.

Gießen. DemFr. J. wird von hier unter dem 30. Okt. geschrieben: Heute wurde Dr. Stoy, Professor der Pädagogik an der Universität Heidelberg, von hiesiger theologischen Fakultät zum Ehrendoctor der Theologie promovirt. Professor Stoy geht mit Genehmigung des badi⸗ schen Ministeriums auf die nächsten Monate nach Bieliz, um das erste evangelische Lehrerseminar Oesterreichs ins Leben zu rufen. Mehrere seiner pädagogischen Schüler sind bereits dort, mehrere folgen süm jetzt. Man erkennt in dieser Berufung vas Ausstreben der österreichischen Regierung für die ihm mehr als je nothwendige, wenn auch früher ziemlich stiefmütterlich behandelte Volks- Hildung. Hoffentlich wird dies erste protestantische Seminar, sowie das in Wien durch tüchtige

Männer organisirte protestantische Schulwesen ein Beispiel zur Nacheiferung für die anderen Unter- richtsanstalten, wenigstens in Deutsch-Oesterreich, werden.

Preußen. Berlin. Nach einem Berliner Telegramm vom 5. Nov. hat Italien dieguten Dienste Preußens für die Schlichtung seiner Mißverständnisse mit Frankreich angerufen. Preußen hat zuvächst ablehnend geantwortet und wird sich nur für den Fall in die Verhandlungen über die römische Frage einmischen, wenn seine Vermittlung auch von Frankreich nachgesucht wird.

DerStaatsanzeiger veröffentlicht das Gesetz über die Freizügigkeit und das Bundes budget pro 1867. Die Nachricht verschiedener Journale, der Kaiser Napoleon habe die Mächte zu einer Conferenz über die römische An- gelegenheit eingeladen, wird, soweit sie Preußen betrifft, für unbegründet erklärt.

Außer dem Salze waren bisher nur noch Spielkarten und Kalender, wegen des ihnen auferlegten landesherrlichen Stempels, vom freien Verkehr im deutschen Zollverein ausgeschlossen, beziehungsweise besonderen Beschränkungen unter worfen. Die Kölner Handelskammer hat in ihrem

letzten Jahresbericht auch auf diesen Uebelstand

aufmerksam gemacht, und es sollen von dem Bundeskanzleramte gegenwärtig Erörterungen an gestellt werden, in wie weit bei den verschiedenen Zollvereinsregierungen eine Geneigtheit besteht, den Stempel von diesen beiden Gegenständen gleich mäßig sestzusetzen und den ungehinderten Vertrieb derselben im Zollverein zu ermöglichen.

Das Anerbieten Badens, in den nord- deutschen Bund einzutreten, soll von Preußen nicht ganz zurückgewiesen, aber der Eintritt der beiden jenseits des Mains gelegenen hessischen Provinzen Starkenburg und Rheinhessen in den Nordbund als Vorbedingung aufgestellt worden sein.

Nach einer Mittheilung derProv. Corresp. wird vie Eröffnung des Landtags am 17. oder 18. d. M. durch den König erfolgen.

Das nur theilweise bekannt gewordene Wahlresultat ist: 1. Wahlkreis: Waldeck und Dr. Löwe(Calbe); 2. Wahlkreis: Dr. Johann Jakoby und Runge; 3. Wahlkreis: Schulze⸗ Delitzsch; 4. Wahlkreis: Stadtgerichtsrath Eberth und Franz Duncker. Im Stadtkreise Posen ist Berger C(nationalliberal), in Erfurt Bering(libe⸗ ral), in Kassel Oberapellationsgerichtsratß Bähr, in Hannover Horst(beide nationalliberal) ge- wählt worden.

Frankfurt. Bei der am 7. d. unter Vor⸗ sitz des Polizeiprästdenten v. Madai vorgenommenen Wahl zweier Abgeordneten in das preußische Ab- geordnetenhaus wurde Apellationsgerichtsrath Dr. Kugler mit fast Stimmeneinhelligkeit und Direktor Schiele mit großer Stimmenmehrheit gewählt.

Bremen. DieDeutsche Zeitung sieht sich zu folgender Warnung veranlaßt:Wir haben Ursache zu glauben, daß in Deutschland für Aus- wanderung nach einer gewissen Colonie Marien- thal im Gran Chaco, Provinz Sta. Fe in Süd- amerika, agitirt wird. Wir mülssen auf das Nachdrücklichste abrathen, sich für dieses Project gewinnen zu lassen, denn der Ort, wo die Colonie