Ausgabe 
9.4.1867
 
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1867.

Dienstag den 9. April.

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Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint j nstag, Donnerstag und Samstaß⸗.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Aufbewahrung von Werthpapieren in den Gemeinden Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistekeien.

Es stehen noch viele mit Erledigung unserer Auflage vom 15. Januar l. J., Anzeiger Nr. 2, zurück; weshalb wir hieran

binnen 8 Tagen bei Meidung der Abholung erinnern.

Bekanntmachung.

Friedberg den 5, April 1867.

Ter a pp.

Donnerstag den 11. l. M., Vormittags 10 Uhr, werden 9 Centner Heiligenstädter Kartoffeln in 1

gegen Baarzahlung versteigert, was ich hiermit zur Kenntniß des landwerthschaftlichen Publikums bringe.

Rieder ⸗Wöllstadt

wollen Vorstehendes, so viel als thunlich, veröffentlichen.

Friedberg den 7. April 1867.

Die Großherzogl. Burgermeistereien

Der Director des landwirthschaftl. Berzirks-Vereins Friedberg

Ter a p p. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗[ Becker aus Wörrstadt die 1. evang. Schulstelle zu Groß-[derTanne erbaut werden. Die Kosten dürften liche Regierungsblatt Nr. 14 enthält: Jelda zu übertragen am 26. Febr. den von dem sich an 500 600,000 fl. belaufen. Herrn Fürsten zu Isenburg-Birstein auf die evang. Pfarr⸗

I. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. In den letzten Tagen des Monats April v. J. fiel im Hafen zu Mainz ein Mädchen im Alter von 11 Jahren vom Werfte in den Rhein, welcher damals einen sehr hohen Wasser⸗ stand hatte, und verschwand in den Fluthen Der Schiffer Sebastian Lenz Jun. aus Kitzingen, im Königreich Bayern, welcher dies von seinem im Hafen von Malnz ver Anker liegenden Schiffe aus sah, sprang sofort in voller Kleidung in den Rhein, erfaßte das bereits im Untersinken begriffene Mädchen und brachte es glücklich wieder an das Land. S. K. H. der Großberzog haben dem Sebastian Lenz für diese menschenfreundliche, von ihm mit Muth und eigener Lebensgefahr ausgeführte That das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für Rettung von Menschen leben allergnädigst zu verleihen geruht. II. Bekanmmachung Großh. Ministeriums des Innern vom 12. März d. J., die Hauptergebnisse der

Rechnung der Staals⸗Versicherungs-Anstalt für Stell vertretung im Militärdiensie von dem Musterungs- und

Ziehungsjahr 1865 betreffend.

III. Uebersicht der im Jahre 1866 in den Irren⸗ Anstalten des Eroßherzogthums verpflegten Kranken.

IV. Uebersicht der für das Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde des Kreises Mainz.

V. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: am 17. Febr. dem Kammerjunker und Attache bei der Ge sandischaft in Paris Max Fihrn. v. Gagern für den ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich verliehenen Orden der eisernen Krone 3. Klasse, und am 15. März dem praktischen Arzte Dr. Louis Büchner zu Darmstadt für das ihin von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich verkiehene Ritterkreuz des Franz⸗Joseph- Ordens.

VI. Ertheilung von Erfindungspatenten. S. K H. der Großherzog haben allergnädigst geruhr: am 2. März dem Schmiedmeister Samuel Bopp zu Kriegshelm ein Erfindungspatent auf die durch vorgelegtes Modell nebst Beschreibung näher erläuterte Consttuktion eines Pflugs, unter dem Vorbehalte, daß durch das ertheilte Patent Niemand in der Anwendung bereits bekannter Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums, am 6. März dem Fabrikanten J. P A. Vollmar in Kempien ein Erfindungspatent auf die durch Zeichnung und Bescheeibung näher erläuterte Construktion einer Leim⸗ Leder⸗Zupsfmaschine, unter dem Vorbehalte, daß durch das ettheilte Patent Niemand in der Anwendung bereits früher

bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden

soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums, und am 8. März dem Anton Stute zu Amecke, im Königreich Preußen, ein Erfindungs⸗ patent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construktion einer Vorrichtung zum Hauen von eilen, unter dem Vorbehalte, daß durch das ertheil te atent Niemand in der Anwendung bereits bekannter Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums zu erthetlen

VI. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog baben allergnädigst geruht: am 5. Febr. den seitherigen Postverwaller bei dem Postamte Alzey Carl Wimmer, welchem bie Stelle eines Postmeisters bei demselben Post amte Übertragen worden ist, in dleser Stelle zu bestätigen; am 15. Febr., dem Schulamts-⸗Aepiranten Burtschell aus Büdesheim die kath. Schulstelle zu Badenheim; am 22. dem Lehrer an der Realschule zu Offenbach Dr. Sommerlad die Stelle eines Inspektors der Stadtschulen n Offenbach, und am 25. Febr. dem Schulamtsaspiranten

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zu Wenings präsentirten evang. Pfarrer Brüning zu Kirchbracht, im Königreich Preußen, für diese Stelle zu bestäligen; an demselben Tage den Gutsbesitzer Hassemer zum Ergänzungsrichter bei dem Friedensgerichte Bingen; am 2. März den Portier und Wieger auf der Station Nauheim der Main- Bahn, Malsch, zum Expeditionsgehülfen auf dieser Station, und den Hülfswärter bei der Main⸗ Weser-Bahn Lange von Zwergen zum Portier und Wieger auf der Station Nauheim dieser Eisenbahn zu ernennen; am 5. März den Gendarmen zu Pferd 2. Klasse Roß⸗ mann aus Lichtenberg zum Pedellen bei dem Gymnasium zu Darmstadt zu ernennen; am 6. dem Schullehrer Heyder, dermalen zu Mainz, die vierte kath. Schulstelle zu Gernsheim, und dem evang. Schullehrer zu Wenings, Freimann, die evang. te zu Stammheim zu über den von dem Herrn Grafen Solms-Rödelheim auf die kath. Schulstelle zu Wick⸗ stadt präsentirten Schullehrer Veith zu Ilbenstadt für diese Stelle zu bestäligenz am 7. März dem Salindn⸗Inspektor und Rechnungsführer bei der Saline Nauheim, Ziegler, unter Belassung seines seitherigen Amtstitels als Salinen Inspektor, die Stelle eines Salinen-Rentmeisters bei der Saline Theodorshalle zu verleihen; am 8. März den Inspektor des Kupferstichcabinets, Hofmann, zum Inspektor

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tragen; an demsel

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Tage

[der Gemäldegalerie, und am 12. März den Bremser bei

der Main⸗Weser⸗Eisenbahn Lauermann zum Schaffner bei dieser Eisenbahn zu ernennen; am 16. März dem Protokollisten bei der Registratur der Ober-Forst⸗ und Domänen⸗Direktion, Strein, die Stelle eines Registrators bei vieser Registratur mit dem Amtstitel alsOber-Forst⸗ Registrator zu übertragen.

VII. Dienstentlassung: S. K. der Großherzog haben am 7. März den Hofgerichtsadvocaten Krug und Georgi zu Gießen die von ihnen erbetene Entlassung aus der Zahl der Advocaten und Procurgtoren bei dem Hof⸗

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der Advoc gericht der Provinz Oberhessen allergnädigst zu ertheilen geruht.

VIII. Versetzung in den Ruhestand: am 7. März den Steuer- und Domänenpfandmeister Stortz zu Vöhl und am 16. März den vormaligen Kurfürstlich Hessischen Chausseegelderheber auf dem Chausseehause bei Friedberg, Stiebing. f

IX. Concurrenz für: die evang. Schulstelle zu Sichen⸗ hausen mit einem Gehalte von 300 fl., nebst 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals.

X. Gestorben: am 21. Februar der evang. Pfarrer Wundt zu Dittelsheim; am 24. Febr. der pens. Kreis⸗ arzt Medicinalrath Dr. Daudt zu Groß-Bieberau; am 28. Februar der evang. Pfarrer Sellheim zu Villingen; an demselben Tage der penf. Dislrictscinnehmer Ren⸗ dant Bang zu Darmstadt; am 1. März der Ober⸗ appellatiens- und Cassationsgerichtsrath Dr. Frhr. von Schaumberg zu Darmstadt; am 4. März der kath. Schullehrer Burtschell zu Badenheim; am 8. der xefor mirte Pfarrer Cullmann zu Lengfeldz am 11. März der pens. Steuercommissär Steuerratb Klein zu Nieder Ingelheim; am 17. März der Kanzleidiener bei dem Administrativ⸗Justizhose Roth zu Darmstadt; am 18. März der pens. Friedensrichter Justizrath Dr. Lambinet zu Mainz; am 19. März der Realschuldirector Dr. Schäffer zu Darmstadt.

Darmstadt. Man spricht davon, daß die Erbauung eines Zellengefängnisses unsere Regie rung lebhaft beschäftige. Nach dem jetzigen Plan soll dasselbe zur Aufnahme von etwa 450 Sträf lingen eingerichtet und wahrscheinlich in der Nähe

Der Verein öffentlicher Anwälte berieth in einer zablreich besuchten Versammlung eine Beschwerdeschrift an die Stände wegen des fünf jährigen Widerrufs für neu angestellte Advocaten. Die von einer Commission speciell vorbereitete und von Herrn Hofgerichtsadvocaten Weller ent worfene Eingabe entwickelt gründlich die Nachtheile und das Unrecht einer solchen fünfjährigen Wider- ruflichkeit, welche für die einer Staatsbesoldung

entbehrenden Anwälte durchaus unnöthig und schädlich sei. e Friedberg. Die Nachricht, daß mit

der Uebernahme der Posten durch die preußische Verwaltung manche bewährte Neuerungen und Verbesserungen eingeführt werden sollen, daß z. B. das Landpostbotenwesen, wo noch nöthig, besser organisirt werden wird, daß die ambulanten Po sten vermehrt und bei allen Bahnzügen befindlich sein sollen ꝛc. zꝛc. wird gewiß überall freudige Auf nahme finden. Wenn aber die in den altpreußischen Provinzen vorgeschriebene Einrichtung, daß Werth⸗ sendungen den Adressaten nicht in das Haus ge bracht werden, sondern denselben nur Avis über die Ankunft der Sendung von der Post zugestellt wird und der Adressat die Sendung auf dem Postbureau in Empfang zu nehmen hat, wenn diese Einrichtung auch bei uns eingeführt werden sollte, so könnten wir dies nicht als einen zeit⸗ gemäßen Fortschritt begrüßen, sondern wir möchten wünschen, daß gegen eine solche, das Publikum sehr belästigende Anordnung geeignete Schritte von Seiten unserer Regierung geschehen möchten, damit es möglicherweise in dieser Beziehung bei den seitherigen Bestimmungen belassen bleibt.

Nach einer Verfügung Großherz. Justiz⸗ Ministeriums ist der bisher zum Landgerichte Butz bach gehörige Ort Steinfurth dem Landgerichts⸗ bezirk Nauheim zugetheilt worden und tritt diese Zutheilung mit dem 1. Mai in Wirksamkeit.

Friedberg, 7. April. Das hiesige Comité für die Reichstagswahlen hat die Absendung einer Adresse an den Reichstag beschlossen, worin das selbe über die Luxemburger Angelegenheit seine Stimme erhebt und dem gerechten Unwillen Aus- druck gibt, mit dem jedes Deutschen Brust bei dem Gedanken erfüllt sein muß, daß Frankreich aber⸗ mals sich anzuschicken droht, ein Stück deutschen Landes an sich zu ziehen. Indem das Comité dem Reichstage gegenüber seinen vollsten Beifall über dessen Verhalten in dieser Sache ausspricht, erklärt es in Uebereinstimmung mit dem Reichs- tage:Wir wollen nicht, daß man Frankreich in dieser Sache nachgebe. Im Vertrauen auf das Wort des tapferen Preußenkönigs, das er vor wenigen