Hamburg. Die Hamburger Polizeimann⸗ schaft hat zufolge preußischer Aufforderung in Hamburg und Cuxhaven über 20 wehrpflichtige Schleswig⸗Holsteiner in Haft genommen, die im Begriff standen, zor dem Einstellungstermin der schleswig-holsteinischen Recruten(6. d. M.] über⸗ seeisch zu entweichen. Dieselben wurden heute von einer preußischen Militärpatrouille in Empfang genommen und abgeführt.
Sachsen. Dresden. Großes Aufsehen erregt hier das spurlose Verschwinden eines ge⸗ achteten Anwalts des Dr. Albert Schelcher, der am Abend des 25. Febr. in der heitersten Laune sein Büreau verlassen hat und über dessen Ver⸗ bleiben seitdem keine Nachricht zu erhalten ge— wesen ist. Da sich derselbe in den geordnetsten und glücklichsten Verhältnissen befand, auch nach Lage der Sache an keine Reise zu denken ist, läßt der Gedanke an ein von Außen her über ihn ge⸗ kommenes Unglück sich kaum abweisen.
Meiningen. Der der„Volks⸗Ztg.“ ent- nommene, in der Nr. 29 des„Anzeiger“ enthaltene Artikel aus Meiningen wird durch Rechtsanwalt Rost in Hildburghausen als völlig entstellt und wahrheitswidrig bezeichnet und namentlich erklärt, daß erwähnter Jäger nicht begnadigt, sondern durch das Kreisgericht freigesprochen worden sei, weil nicht erwiesen werden konnte, daß er sich nicht im Zustande der Nothwehr befunden habe, außerdem aber sei er nach wie vor Jäger im Privatdienste.
Baden. Karlsruhe. Bei den Stutt- garter Conferenzen soll auch die Errichtung einer gemeinsamen Militärbildungs⸗Anstalt für die 4 süddeutschen Staaten, und zwar in München, in Anregung gebracht, der Gegenstand aber späterer Verabredung, ohne Zweifel in der am 1. Okt. zusammentretenden Militäcommission, vorbehalten worden sein. Wir glauben nicht zu irren, wenn wir die Vermuthung aussprechen, daß unsere künf⸗ tigen badischen Offiziere ihre Ausbildung zwar vielleicht in einer außerbadischen Anstalt, aber höchst schwerlich in München erhalten dürften.
Frankreich. Paris. Die„France“ be⸗ stätigt das Gerücht, daß die Regierung beabsich⸗ tigt, dem gesetzgebenden Körper einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Herr v. Lamartine eine National- belohnung zuerkennt. Der betreffende Gesetzent⸗ wurf ist bereits an den Staatsrath gelangt und er trägt darauf an, daß Herrn v. Lamartine die Summe von 400,000 Franken als Nationalbe⸗ lohnung ausgezahlt werde. Neueren Nachrichten zu Folge hat der Staatsrath den Gesetzentwurf angenommen.— Prinz Humbert von Italien wird am 15. April in Paris erwartet und begibt sich alsdann nach Wien, wo seine Verlo⸗ bung mit einer österreichischen Erzherzogin gefeiert werden soll.
— England hat den Besuch von 50,000 und Preußen den Besuch von 10,000 Arbeitern für die Weltausstellung angemeldet.
Italien. Aus Venedig wird in Bezug auf die Faschingszeit berichtet, daß man seit den Tagen des letzten Doge diese Volkslustbarkeit noch nicht mit solchem Glanze und solcher Munterkeit habe vor sich geben sehen. Die fremden Kanonen, die früher unter den Arkaden drohend in die Menge hineingestarrt, seien jetzt verschwunden, und die Fahne, die jetzt überall aufgepflanzt sei, habe die Königin der Adria befreit. Unter ihrem Schutze werde Venedig auch seinen alten Glanz wieder- gewinnen.— Der Ankauf des in Venetien zu⸗ rückgebliebenenͥ Kriegsmaterials wird als ein für Italien sehr vortheilhaftes Geschäft betrachtet. Das militärische und das schwimmende Material, wie die Dampfer und Kanonenboote des Garda— see's und der Lagunen, tausend Feld- und Festungs⸗ geschütze, jedes mit 1000 Ladungen, 3 Mill. Kilogr. Schießpulver, 25,000 eiserne Bettstellen wurden für ungefähr 12 Mill. Fr. erstanden. Hierzu kommen, abgesehen von den Festungswerken selbst, die prachtvollen Casernen und Spitäler, die große Militärbäckerei von Verona und die unermeßlichen Vorräthe an Proviant, Fourage und Lagergeräth— schaften, was zusammen auf 3 Mill. angeschlagen wird. J Diese werthvollen Ankäufe vervollständigen
die militärische Position Venetiens: sie befestigen seine Sicherheit und gestatten, alle Kräfte auf Arbeiten der Intelligenz und des Friedens zu verwenden.
Rußland. Petersburg. Es ist be⸗ schlossen, sämmtliche Staatsfabriken, Bergwerke, Salzminen u. s. w. an Private zu verkaufen; der betreffende Gesetzvorschlag, von der durch Geheim rath Girs präsidirten Commission für Steuer— reform ausgearbeitet, liegt bereits dem Reichsrathe vor. Es werden dabei den Unternehmern, welche an Stelle des Staates treten wollen, die günstig⸗ sten Bedingungen zugesichert, die Abzahlung in 37 Jahren gestattet u. s. w. Es eröffnet sich hier der Privatindustrie ein weites Feld und dem Staatsbudget, wenn auch Anfangs kein directes Einkommen, so doch bedeutendere Ersparnisse. Bei einem Banket brachte Großfürst Nikolai einen Toast auf die tapferen chriechischen Freiwilligen aus, welche gegenwärtig so viel lei— den, so herbisch kämpfen und deren Brüder wäh⸗ rend des Krimkrieges die einzigen Verbündeten Rußlands gewesen sind.
Griechenland. Aus Athen wird gemel⸗ det: Der Dampfer„Panhellenion,“ welcher auf seiner elften Fahrt von Kreta begriffen war, um Flüchtlinge von der Insel fortzubringen, wurde von einer türkischen Fregatte verfolgt und suchte im Hafen von Cerigo Zuflucht. Der Comman- deur der türkischen Fregatte drohte, den„Pan- hellenion“ in den Grund zu bohren, falls er wagen würde, nach Syra zurückzukehren. Der König von Griechenland sandte die Brigg„Salaminia“ ab, um den„Panhellenion“ zu eskortiren und eventuell Gewalt mit Gewalt zurückzuweisen. Die Gesandten in Athen wurden von diesem Vorfalle auf Befehl des Königs in Kenntniß gesetzt.
Türkei. Die„N. fr. Pr.“ schreibt über den Stand der orientalischen Frage:„Die Verwicklungen im Orient mehren sich. Rußland wirft die Maske ab und fordert offen die Abtre⸗ tung Candia's an Griechenland. Frankreich hat der Pforte vor Kurzem Aehnliches insinuirt, Eng- land aber sich in einer Circulardepesche entschieden dagen ausgesprochen. Im Vicekönig von Aegyp⸗ ten ist Griechenland wegen der Erwerbung Can— dia's ein Concurrent erwachsen. Die Pforte, das
zeigt schon ihre Haltung in der serbischen Festungs⸗]
frage, wird gutwillig gar nichts abtreten. Be⸗ gierig sind wir, ob jetzt der französische Gesandte in Konstantinopel die Forderung seines russischen Collegen bei der Pforte unterstützen wird. Wir zweifeln sehr. Man liest ab und zu von der Einigkeit der Mächte in der orientalischen Frage. Eine schöne Einigkeit, wo Jeder etwas Anderes will oder eigentlich Niemand weiß, was er wollen soll— Rußland ausgenommen.
Amerika. New⸗Nork. Der Präsident hat gegen die Reconstructionsbill sein Veto ein- gelegt. In seiner Veto-Botschaft heißt es, der Präsident habe keine verfassungsmäßige Befugniß, eine Bill Behufs Militär-Regierung im Süden anzunehmen, wenn nicht Aufrechthaltung der Ord— nung bezweckt sei, sondern der Süden nur zu Prineipien gezwungen werden sollte, denen er feindlich entgegensteht, bezüglich deren er das Recht habe, seinen eigenen Urtheilen zu folgen. Der Präsident wiederholt seine Empfehlung, daß alle loyalen Repräsentanten zum Congreß zugelassen werden möchten.— Der Congreß hat den Ge⸗ setzentwurf über die Militärregierungen im Süden trotz des Vetos des Präsidenten angenommen.— Die Ausgabe von 50 Millionen in dreiprocentigen Anleihe⸗Certificaten ist angenommen.— Kaiser Maximilian ist am 19. Febr. mit 6000 Mann nach dem Norden ausgerückt und hat Caravajal aufs Haupt geschlagen und seine ganze Truppe theils getödtet, theils gefangen genommen.(7)
Ober⸗Rosbach den 8. März. Auf dem hiesigen Braunstein⸗Bergwerle ereignete sich gestern Nachmittag der Unglücksfall, daß zwei mit Förderung von Erz beschäftigte Arbeiter durch eine sich plötzlich ablösende Erdmasse ver⸗ schüttet wurden. Den eifrigen Bemühungen der Kame- raden gelang es, den einen der Verschütteten nach etwa einer Stunde zu erreichen und aus der sein Leben be⸗ drohenden Lage zu befreien, während der andere später erst aufgefunden werden konnte, leider aber nicht mehr am Leben. Er war, bereits zum Weggehen angekleidet, aufrechtstehend von der Erdmasse erdrückt worden. Der
in so schrecklicher Weise Umgekommene heißt Caspar Groß und ist etwa 22 Jahre alt. Was den Geretteten anbe⸗ langt, so hat derselbe nur eine nicht gefährliche Verletzung am Beine davongetragen.
t Södel. Seit dem 2. März erfreuen wir uns einer großen Annehmlichkeit, der Straß en beleuchtung, welche dem Dorf Abends ein städtisches Aussehen gibt.— Bürgermeister und Gemeinderath haben übrigens schon seit Jahren in Förderung des Gemeinde⸗Wohls den rühmlichsten Eifer bethätigt.— Dafür sprechen die An⸗ lagen um die Kirche, die Elementar-, Industrie- und Fortbildungsschule, die zweite neue Spritze, die neue Kirchenuhr, der neue Röhrbrunnen von Guß, die neue Weede, die drei neuen Brunnen mit Pumpen von Guß, das Chaussiren aller Gassen, das Trottoir, die Baum⸗ schule, die Baumpflanzungen, welche ein in Reutlingen gelernter Baumwäcter in Ordnung hält, die Beseitigung des Bettelns u. a. m. Sind wir nun auch überzeugt, daß in andern Gemeinden die Vorstände in Förderung des Gemeinde⸗Wohls Liebe und Eifer bethätigen, so wollten wir es doch nicht unterlassen der Neuerungen und Ver⸗ besserungen in unserer Gemeinde, insbesondere des großen und überaus erfreulichen Fortschrittes vom 2. März Erwähnung zu thun. ö
Schönberg. Der Graf von Schönberg, der als Johanniter-Ritter den Feldzug des 8. Armeecorps mit⸗ machte, nahm vom Darmftädter Diaconissenhause und Kloster der barmherzigen Schwestern seit dem 31. August 15 verwundete hessische Soldaten mit über 320 Verpflege⸗ tagen, in sein gräfliches Schloß auf, um sie dort zu warten und zu pflegen und erkräftiget wieber zu entlassen, wobei Jeder 10 fl. Reisegeld erhält.
Worms. In Osthofen hat sich der originelle Fall ereignet, daß der Sohn eines dortigen Einwohners zum Nachtheile seines Vaters die beträchtliche Summe von 20,000 fl., theils in baarem Gelde, theils in Werth⸗ papieren, und zwar unter erschwerenden Umständen ent⸗ wendet und alsdann mit dem auf diese Weise annectirten väterlichen Vermögen das Weite gesucht hat. Wahrschein⸗ lich hat er sich mit diesem nach einem andern Welttheile geflüchtet. Wie man erzählt, so soll derselbe weitere 10,000 fl., die sich ebenfalls in demselben Behälter auf⸗ bewahrt befunden hätten, unberührt gelassen haben. Der letztere Umstand, wenn er sich wirklich so verhält, beruht vielleicht dennoch auf einem gewissen Gefühle von kind⸗ licher Rücksicht und Bescheidenheit im Momente einer solchen unerhörten That..
% Erzherzog Stephan von Oester reich. Der kürzlich in Mentone verstorbene Erzherzog Stephan, dessen irdische Ueberreste in der erzherzoglichen Grust in Ofen beigesetzt worden sind, war ein Sohn des Erzherzogs Palatin Joseph aus dessen 2ter Ehe mit Hermine, Prin⸗ zessin von Anhalt⸗Bernburg⸗ Schaumburg. Er war ein eg seine Zwillingsschwester starb schon im Jahr 1842. Erzherzog Stephan stand in seinem 50. Jahre. Im Jahre 1844 war er Statthalter in Böhmen und wurde einige Jahre später, nach dem Tode seines Vaters, um Palatin von Ungarn gewählt. In Folge der Revo⸗ lution 1848 mußte er das Land verlassen und lebte seit dieser Zeit auf seinem mütterlichen Erbschlosse Schaumburg
in Nassau. Er war ein Beschützer der Wissenschaft und ein
Vater der Armen. In seinem Schlosse hatte er eine Schule errichtet, in der an 40 Kinder von 2 reich dotirten Lehrern einen trefflichen Unterricht erhielten. Ein Brustleiden nöthigte ihn im letzten Herbste unter italienischem Himmel Linderung von Leiden zu suchen, die keine menschliche Kunst mehr zu heben vermochte. Allgemein ist in der Umgebung Schaumburgs, namentlich dem Orte Balduinstein, die Trauner und der Schmerz um ihren geliebten heimgegangenen Schloßherrn.— Manchem unserer Leser wird der liebenswürdige und freundliche Gasigeber zu Schaumburg von der Zeit der deutschen Naturforscher⸗ Versammlung her noch im besten Andenken stehen.
Ein Portemonnaie, 577 eirea fl. 3. enthaltend, wurde Montag Abend in hiesiger Stadt von einem Dienstmädchen verloren. Man bittet um Abgabe bei der Exped. d. Bl
1866 Zwetschen!
311 Türkische, Bamberger und Wetterauer bet Wilh. Fertsch.
598 Ein schwarzer Pinscherhund mit grau melirlem
Rücken, auf den Namen Fidel hörend, ist mir am 5. d. M.
abhanden gekommen, vor dessen Ankauf gewarnt wird. Dem Wtederbringer eine Belohnung. Karl Gref.
Kegenschirme
2137 in Seide, Alpaka und Baumwolle, in schöner Auswahl bei K. Friedrich neben der Post.
Zu verkaufen.
593 Ein in zer Usagasse belegenes Haus ist aus der Hand zu verkaufen. Näheres zu erfragen bei Georg Kautz am Stadischulhaus.
Mehrere Wagen Spreu
584 hat zu verkaufen Wohnbach.
Wilhelm Philippi.
Der ruh
Millel be stockun⸗ ½ Flasch Alade —5iñ—ů—
können
— 1
Chen
Sauere uu Dang Oemuse drei Sor Geda und grob Maschirer
lpsen g der lan Nite
drie


