Ausgabe 
9.2.1867
 
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Austein III

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1867.

Samstag den 9. Februar.

N18.

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Anzeiger für Oberhessen.

N 1

Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. 0

Sriedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Bestellungen auf denAnzeiger für Oberhessen für das erste Halbjahr werden fortwährend bei den auswärtigen Postämtern angenommen, für Friedberg bei der Expedition.

Amtlicher Theil.

Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren:

Nr. 5. Nichts

Nr. 6 sub 1. Verordnung, die Taggelder der Abgeordneten zum Reichstag des Norddeutschen Bundes betreffend. sub 2. Bekanntmachung, den Zoll- und

Handelsvertrag mit Oesterreich betreffend.

Nr. 7 sub 1. Rechnungsablage über die Verwendung der für das Jahr 1864 in dem Großberzogthum Hessen ausgeschtiebenen Brandentschädigungs beiträge betr.

Friedberg den 6. Februar 1867.

Groß berzogliches Kreisamt Friedberg Tera p p.

Betreffend: Die Insekten fressenden Thiere.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg

Obgleich der Nutzen der Insekten fressenden, insbesondere der Raupen vertilgenden Vogel, vorzüglich der Staare, bekannt ist, so wird bis jetzt nur in einzelnen Gemeinden etwas für ein künstliches Unterkommen derselben durch Anbringung von s. g. Nistkasten an hohen Bäumen in Gärten und in der Nähe von Wohnungen gethan, wir fordern Sie deßhalb, indem wir den schon in Nr. 32 des Int Bl. von 1861 veröffentlichten AufsatzNutzen der Staare⸗ nochmals in Abdruck nachfolgen lassen, auf, für Anschaffung solcher Nistkasten auf Kosten der Gemeinden und Anbringung derselben an geeigneten Orten zu sorgen, die Gemeinde Nieder-Wöllstadt ist bereits mit einem

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Es gehört zu den wichtigeren Fortschruten, daß man die Versolgungen gegen die Insekten sressenden Thiere einstellt. In wird auf den Nutzen der Staart aufmerksam gemacht:

Wer irgend die Nützlichkeit des Staares als Inseklenvertilger kennt, wird nicht säumen, ibm dei seinem Hause eln künstliches Unterkommen zu bereiten. Die diesigen Gebirgsbewohner, welche die Ansiedelung der Staare seit undenklichen Zeiten bei ihren Wobnungen begünstigen, genießen sichtlich den Segen davon; ihre Oostdäume werden niemals durch Raupenfraß total verheert.

Der Unterzelchnete hat sich veranlaßt gefunden, die Staare, welche aus dem biesigen Gebirgswalde verschwunden waren, durch Anbringen von Kunstnestern wieder einzubürgern. Die seit mebreren Jahren auf Waldbäumen aufgebängten Staar kästen find von fröhlichen Staarfamilien belebt. Der große braune Rüsselkäfer, dieser beimliche Mörder der Kiefer und Fichtenpstanzungen, wird durch die Staare, da sie sich und ibre Zungen von den Käfern ernähren, erfolgreich bekämpft.

Das Kunstnest, wie es in dem hiesigen Gebirge verwendet wird, besteht aus einem länglich viereckigen Kästchen ven Holz, gewöbnlich Fuß lang und ½½ Fuß tief. Die Staare, welche man im Gebirge als Frühlingsboten bewillkommt, beziehen bald nach ihrer Ankunft udie auf den Bäumen befindlichen Kästchen zum Brüten und vertreiben die Sperliuge, welche ihnen bisweilen diesen Brutort flreitig machen.

Ole Staare sind höchst gesellige Thiere, die man selten allein mebrenthetls in Schaaren fliegen siebt. Ste nisten daher am llebsten auf denjenigen Bäumen, auf welchen 10 bis 20 Kunstnester angebracht find. Am Morgen und Abend erfreuen sie die hiesigen Gebirgsdewohner durch ibten plrolartigen Gesang.

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Friedberg den 6. Februar 1867. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

schönen Beispiele vorangegangen und sich in Ihren Bürgermeistereien

für deren Weiterverbreitung zu bemühen. 7 Schreinermeister, die sich mit deren Anfertigung befassen wollen, können ein Muster auf unserm Büreau einsehen; Schreinermeister Johannes Eller in Muschenheim bei Lich lie fert solche, viereckig, aus Brettstückchen von ½ Zoll Stücke zusammengenagelt und mit Theer zur größeren Dauerhaftigkeit angestrichen, der vor dem Trockenen mit zerschnittenem, vorber getrocknetem Moose bestreut worden ist, 14 Zoll hoch undim Lichten 5 Zoll weit, Einflugloch 1,9 Zoll im Durchmesser, das Stück zu 26 kr. * Trapp.

Staare. In dem Kunstneste befindet sich ein Flugloch, welches immer die Richtung

der schlesischen landwirtbschaftt. Zeitung nach Morgen haben muß, weil die Staare dann den melsten Schutz gegen das

Unwetter baben. Das Flugloch darf nur so groß sein, daß der Slaar dinein⸗ schlüpfen kann; ist es groͤßer, nisten sie nicht im Käfichen, weil sie fürchten, daß Raubthtere bineinkommen können. Wiesel und Eichkätzchen geben der Brut eifrig nach.

Die unbedingte und anerkannte Nützlichkeit der Staare besteht darin, daß sie Insekten, Larven, Würmer, Schnecken u. s. w. verzebren. Da sie zweimal brüten, und jedesmal 4 bis 7 Jungen haben, kann man sich einen Begriff von der Masse des Ungeziefers machen, welches nicht allein die Eltern verzehren, sondern auch den stets hungrigen Jungen zugetragen wird. Der Staar kann det seinem leichten und schnellen Fluge so weit nach Futter ausfliegen, wie dieses außer den Schwalden keln anderer der kleinen Vögel, welche von Insekten leben, zu thun im Stande ist. Sein Wirkungskreis ist daber ein sebr ausgedehuter. Die Staare treiben sich in steler Geselligketit um die Dörfer derum und vertilgen auf Feldern, Wiesen und Dutungen unzählige Raupen, Engerlinge, Heuschrecken und Käfer. Die Staare suchen aber auch im Laubholze mit ihrem zirkelartig aufgespreizten Schnabel die unter den Blättern versteckten Jnsekten und Eier auf. So wissen sie auch namentlich die Schnecken bervorzuholen, welche sich bei Tage vor dem itnen wider wärtigen Soynenschein tief unter das Blattwerk der Gewächse zurückgezogen haben. Nach der Heckezeit streisen die Staare schaarenweise überall herum und finden Gelegenheit,

sich allenthalben nützlich zu machen. Im Jahre 1860 haben sic sich in dem diesigen

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Gebirge besonders um die Verlilgurg det Malkäfer verdient gemacht.

Einladung.

Die Mitglieder der landwirthschaftlichen Section Butzbach und sonstige Freunde der Landwirthschaft werden auf Donnerstag den 14. Februar, Nachmittags 2 Uhr, zu einer landwirthschaftlichen Besprechung auf das Rathhaus zu Butzbach ergebenst eingeladen.

Gegenstände dieser Besprechung sind:

1) In der land wirthschaftlichen Zellschrift Nr. 4. von diesem Jahre ist auf Vilmotin's gelbe eiförmige Runkeltüde und die damit erzielten günstigen Erndte⸗ ergebnisse hingewiesen. Ist diese Runkelrübenart bier bekannt und wird sich nach den beschrlebenen guten Eigenschaften ir Anbau hier nicht lohnen?

B Es ist allgemein anerkannt, daß landwirtbschaftliche Fortbildungsschulen, welche 1 den minder vermögenden Besitzstand berechnet find, von dem wohl⸗ thäligsten Elnflusse auf unsere ländlichen Verhältntsse werden müssen. Es it ferner bekannt, daß in Würtemberg gegen 400 solcher Fortbidungsschulen las Leben ge⸗ zusen worden find, welche auch in vlelen Fällen zum Besuche der Ackerbauschulen vorberellen! Wie kommt es nun, daß in unserer Provinz Oberhessen solche Fort- blldungsschulen fast gänzlich fehlten und warum sind die wenigen, durch Liebe der

eher hervorgerufenen, nach kurzem Besiehen wieder eingegangen?

2 Recht zahlreiche Theilnahme erwartend, füge ich noch an, daß Herr Dr. Henkelmann beabsichtigt

aus dem Gebiete der Landwirthschaft zu machen. Friedberg den 6. Februar 1867.

3) In der hlesigen Gegend find noch keine nennenswerthen Versuche mit der sonst für so wichtig angesehenen Futterpflanze Serradella gemacht worden, obgleich keren Anbau auch bier in trockenen Lagen angezeigt zu sein scheint. Sollte nicht daran gedacht werden, sie in diesem Frühjahre auch dei uns belmisch zu machen e

4) Welche Futterftoffe und welche Hütterungsarten eignen sich besonders zur Milcherzeugung?

5) Im verigen Jahre find projektirte gemelnschaftliche Wanderungen durch elnzelne Gemarkunssen und die Wlrthschaften elnzelner Oeconomen in olge der Krieggereignisse nicht auszuführen gewesen. Soll für dieses Jahr uicht der Beschluß gefaßt werden, in der geeigneten Jahreszeit zu einer solchen Wanderung einzuladen?

Bußbach den 4. Februar 1867.

He ler.

der Versammlung Mittheilungen

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg Trapp.