wurde, er habe Verrath geübt an Dänemark, sich damit zu vertheidigen:„daß er von jeher ein consequenter Vertheidiger des dänischen Gesammt⸗ staates gewesen.“(Ruf: Sehr wahr! Große Unruhe. Zur Sache! Glocke des Präsidenten.) Meine Herren! ich bin bei der Sache!(Wieder- holter Ruf: Zur Sache!) Ja, meine Herren, ich bin bei der Sache, wenn ich sage: das ist der Mann, der den Patriotismus und die Verdienste eines Twesten hier herabzusetzen gewagt hat. (Wiederholter lebhafter Beifall links.)
— Die„Kreuzzeitung“ bezeichnet die Aus— sichten auf das Zustandelommen der Conferenz als äußerst gering. Die Großmächte, Oesterreich aus— genommen, hielten an der Nothwendigkeit einer vorhergehenden Vereinbarung fest; Frankreich Vorschläge machen. g
— In der Angelegenheit der Abgg. Krüger und Ahlmann, welche den Eid der Abgeordneten nur unter Vorbehalt leisten zu wollen sich erklärten, beantragt die Geschäftsordnungs-Commission: „Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: 1) die don den Abgg. Krüger und Ahlmann eingelegte Verwahrung bei Ableistung des Eides auf die Verfassung für unstatthaft zu erklären; 2) die Abgg. Krüger und Ahlmann zur bedin⸗ gungslosen Ableistung des vorschriftsmäßigen Eides auf die Verfassung durch das Präsidium vor die Schranken des Hauses laden zu lassen; 3) im Falle ihres nicht entschuldigten Ausbleibens oder Verweigerung der unbedingten Eidesleistung die Abgeordneten Krüger und Ahlmann nicht für legitimirt zu erachten, einen Sitz im Hause der Abgeordneten einzunehmen, und demgemäß die königl. Staatsregierung aufzufordern, eine Neu⸗ wahl im ersten und zweiten schleswig'schen Wahl⸗ bezirk zu veranlassen.“
Bayern. München. Am 4. d. fand die erste Sitzung der Militärconferenz statt. Außer dem bayerischen Kriegsminister und dessen Adju⸗ tanten nahmen der Fürst Hohenlohe und die Gesandten Württembergs und Badens an der— selben Theil.
— Der Kampf gegen den von der Regierung vorgelegten Schulgesetzentwurf wurde auch von liberaler Seite mit großer Heftigkeit geführt, weil darin nämlich das Prinzip„Trennung der Schule von der Kirche“ nur in zaghafter Weise ausge— sprochen wurde. Da aber die ultraͤmontane Partei den Schulgesetzentwurf, der das für sie so gefähr⸗ liche vorgenannte Prinzip anbahnt, auf Tod und Leben bekämpft, so steht die liberale Partei von ihrem Kampfe ab, weil sie dadurch nur den Gegnern in die Hände arbeiten würde und stellt sich der Regierung zur Seite, um so wenigstens wiederum einen Schritt auf der Bahn des Fort⸗ schritts zu thun. F a Oesterreich. Wien. Wie ein hiesiges Blatt meldet, ist das Schloß Miramare unter Sequester gestellt behufs Deckung einer von dem Exkaiser Max contrahirten Privatschuld im Be⸗
age von 800,000 fl. an den kaiserlichen Fa⸗ milienfonds. f 5 g — Dem Vernehmen nach ließ Oesterreich in Rom erklären, daß es seine Gesetzgebung, ohne Rücksicht auf das Concordat zu nehmen, einrichten würde, wenn der Papst den constitutionellen Kaiser des vom absoluten Kaiser geschlossenen Vertrages nicht entbinde. e
Schweiz. Bern. Der Bundesrath hat den Cantonsregierungen ein Verzeichniß der in det Schweiz befindlichen hannöverschen Flüchtlinge zugehen lassen und die Regierungen darauf auf⸗ merksam gemacht, daß nach Mittheilungen der preußischen Regierung die Flüchtlinge bis zu Ende dieses Jahres straffreie Aufnahme in ihret Heimalh sinden werden. Hiervon sollen die Betreffenden in Kenntniß gesetzt werden.
Frankreich. Paris. Bei Fortsetzung der Debatte über die Interpellationen sagt Chesnelong, die römische Expedition habe den Zweck, das ver⸗ letzte Recht Frankreichs zu wahren. Die gegen⸗ wärtige Krisis müsse die Zukunft durch klare Garantien sicher stellen. Die erste derselben sei die Unabhängigkeit des weltlichen Papstthums,
welche die Gewissensfreihejt der Kathpliken sichere. Hütten von Eingeborenen und viele Backsteinhäuser
Papstes nothwendig sei für die Gewissensfreiheit
hierzu müßte schen Ideen auch über uns
Die Kirche sei nicht unvereinbar mit dem Fort— schritt. Sie habe die alte Welt regenerirt und bedrohe nicht die Freiheit der neuen.— Jules Simon bestreitet, daß die weltliche Macht des
der Katholiken. Der Papst als Schützling sei gleich dem Papst als Unterthan. Es sei noth— wendig, das Geistliche von dem Zeitlichen zu trennen, und die von Cavour ausgesprochene Formel von der freien Kirche im freien Staate auszudehnen.— Fürst Latour dankt der Regierung für die Expedition nach Rom und verlangt von derselben, daß sie fortfahren solle, die zeitliche Macht zu erhalten.— Gueroult sagt: So lange wir in Rom sind, kommt der Einfluß der römi⸗ Die Religion ist hier keine politische Maske. Die römische Frage ist der Vereinigungspunkt für Alle, die die Ver— gangenheit beklagen. Man lasse den Papst sich selbst beschützen und noch vor 14 Tagen wird er sich mit Italien verständigt haben. Gueroult schließt, wenn man die Hoffnung aufgeben müsse, daß die französische Regierung sich im liberalen Sinne umgestalten werde, dann werde er einer ihrer entschiedensten Gegner werden.
Italien. Florenz.„Opinione“ versichert, Menabrea sandte eine Note nach Paris, worin er die Erklärungen der Note des Marquis de Moustier vom 27. Nov. als ein Pfand dafür annimmt, daß die französische Politik den Feinden Italiens weder Ermuthigung noch Unterstützung zu Theil werden lasse und worin er sich vorbehält, der Regierung des Kaisers die Vorschläge bekannt zu geben, die nach seiner Ansicht der Conferenz zu unterbreiten wären.— Die Eröffnung des Par- laments wird ohne Thronrede stattfinden. ö
— Aus Neapel und Sicilien wird be⸗ richtet, daß dort ein von Republikanern und Bourbonisten combinirter Aufstand auszubrechen drohe. Wie die„Liberté“ vernimmt, wird die italienische Regierung die Lieferung von 300,000 Chassepotgewehren und zwar von 500,000 Stück jährlich öffentlich ausbieten lassen.
Amerika. Depeschen aus Newyork be⸗ sagen: Die Botschaft des Präsidenten an den Congreß betont in den Hauptpunkten Folgendes: Johnson erwartet die Wiederherstellung der Con- stitution durch die Gesetzgebung des Congresses. Die Union existirt nicht mehr, wie sie unsere Väter verstanden. Johnson hofft, daß Alle schließ⸗ lich einig sein werden über eine Lösung, die mit den Interessen des Friedens und der Constitution im Einklang ist. Johnson verlangt dringend, daß der Congreß die Akte, welche den Süden unter Militärherrschaft stellt, aufhebe. Die Rückkehr zu den Baarzahlungen, sobald als dieß irgend möglich mit den Grundsätzen einer richtigen Na- tionalökonomie vereinbar 151 ist eine evidente Pflicht der Regierung. Die Einnahmen des letzten Jahres betragen 490 Millionen Dollars, die Ausgaben 346 Millionen. Die Finanzauf⸗ stellung für nächstes Jahr beträgt 417 Millionen Einnahmen und 393 Millionen Ausgaben. Das Kriegsministerium nimmt 77 Millionen in An⸗ spruch. Keine Frage trübt ernstlich die auswär⸗ tigen Beziehungen.
— Aus Mexiko, 1. Nov., wird gemeldet: Juarez sprach über alle gefangenen Kaiserlichen, sowie über alle Fremden, welche das Kaiserreich anerkannt haben, die Strafe der Verbannung aus.— Die Stadt San Domingo wurde am 30. Oktober durch einen Orkan fast ganz zerstört, 200 Personen sind getödtet worden und viele Schiffe gestrandet. g
Asien. Calcutta. In der Nacht vom 1. November wüthete auf Ceylon und Bengalen, ein furchtbarer Sturm. Die Reisernte hat stark gelitten, die an offenen Plätzen stehenden Gebäude wurden zerstört und viele mit Jute und Korn beladene Boote, welche auf den Flüssen im Inneren der Inseln lagen, wurden vernichtet. Flußdämme sind theilweise fortgerissen und die Eisenbahn ist beschädigt. Auf Ceylon selbst dauerte der Sturm fast acht Stunden. In der Stadt und Umgegend sollen mehr als 1000 Menschen getödtet, 30,000
vernichtet sein. Eine große Anzahl Schiffe sind zerstört oder stark beschädigt, und verschiedene Telegraphenleitungen umgerissen. Es herrscht große Noth unter den Eingeborenen der Inseln und die Regierung sowie ein Hülfscomite sind bewüht, dieselbe zu lindern.“
Darmstadt. Am 2. Dec. wurde in dem Locale der Handwerkerschule die seit einer Reihe von Jahren von dem Local-Gewerbverein dahier alljährlich unterhaltene Winter-Bauschule für diesen Winter wieder eröffnet.
Darmstadt. Der Vorstand des Hülfsvereins für die„Frankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde“ hat an die Turnvereine der 2 Provinzial-Haupt⸗ städte das Ersuchen gerichtet, jährlich eine Anzahl von Mitgliedern durch Sachverständige zu Blessirtenträgern ausbilden zu lassen. Der Hülfsverein wird einen Theil der Kosten tragen. Die hiesige Turngemeinde, sowie die übrigen Turnvezeine des Landes haben bekanntlich im vorjäheigen Feldzuge sich die größten Verdienste in dieser Beziehung erworben.
Darmstadt. Ein Darmstädter Blatt bemerkte zu der am 4. d. stattgefundenen Volkszählung, daß einige
biesige Hauseigenthümer, welche sich gewissenhaft in der entscheidenden Stunde, 4 Uhr Morgens, über die An⸗ und Abwesenheit der Bewohner ihres Hauses versicherten, ganz merkwürdige Entdeckungen gemacht hätten. Interes⸗ sant seien auch die Listen der Besitzer mehrerer Wirth⸗ schaften, welche die in threm Lokale noch vom vorigen Abende anwesenden Gäste verzeichneten. Die größte Arbeit aber hätten die Verwalter des Corrections- und Provinzial Arresthauses gehabt. Auf der Liste des letzteren figurirte sogar ein„Kunstreiter aus Mantua“, der sich auf dem Schube nach seiner Heimath befand.
Mainz. In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember ist in dem Laden des Goldarbeiters Herrn Cahn, Ecke der Schuster- und Betzelsgasse, durch unbefugte Hände stark aufgeräumt worden. Ein an dem genannten Hause an⸗ gebrachtes Tüngergerüste ermöglichte ein sehr bequemes Einsteigen durch die nicht geschlossenen Oberfenster des Monlkre. Es sollen Werthgegenstände im Betrag von elwa 8000 fl. und circa 1500 fl. an baarem Gelde ent⸗ wendet worden sein.
Bad Ems. Man schreibt der„Elberfelder Zig.“: „Die Generalin Chamutow und Graf Borghesani, welche im Juni d. J. hier verhaftet wurden und von welchen in den öffentlichen Blättern so ost die Rede war, sind seiner Zeit aus dem Wiesbadener Gefängniß nach Peters⸗ burg transportirt und, wie nach hier gekommene Nach⸗ richten melden, zu 20 Jahren Deportation nach Sibirien verurtheilt worden.“
Köln. Nach Zeitungsberichten sind noch mehrere Städte, darunter Berlin mit 3000 Thlrn., Hamburg mit 6000 Thlrn. und die„Gartenlaube“ mit einer erheblichen Summe mit ihren Einsendungen zur Freiligrath⸗Dotation im Rückstande, so daß bis dahin die Summe 50 000 Thlrn. gesichert ist. Das Comite ist, wie Hr. Elassen⸗Kappelmann vorschlug, gewillt, die Sammlung noch fortzusetzen.
Vom Rhein wird gemeldet, daß der orkanartige Sturm in der Nacht vom 1. zum 2. Dezember auch dort an verschiederen Orten arg verspürt wurde. In Düssel⸗ dorf wurden Dachziegel, Schilder, Fensterläden ꝛc. auf die Straße geworfen, Bäume entwurzelt, an dem 991 Justizgebäude das Dach abgedeckt und die schweren Zink⸗ platten in die benachbarten Gärten geschleudert. In Elberfeld wurde auf dem Neumarkte durch die Winde stöße eine der 80 Fuß langen Hallen fast ganz entdachz und die ½ Zoll starke eiserne Bedachung, ein Gesammt⸗ gewicht von 8000 Pfund, 10 Schritte weil forigeschleudert. In Barmen stürzte auf dem Heydt ein 3 Stock hehes noch unbewohntes Gebäude des Baumeisters Zöller zu⸗ sammen. Auch in Dortmund sind außerhalb der Sta verschledene Neubauten zusammengestürzt und Kornhäu 5 umgeworsen worden. Die Fenster an der Reinoldi⸗Kiich sollen sehr gelitten haben.*
Paris. In der Nacht von Sonntag auf Montag herrschte ein surchlbarer Sturmwind mit Regen in Paris. Ein großer Theil der Gaslampen wunde ausgelöscht, so, daß sich längere Zeit hindurch viele Straßen der fran⸗ zösischen Haupistadt in tiefem Dunkel befanden. Eine
Masse Kamine stürzte ein, viele Häuser wurden entziegelt,
das gläserne Dach der Aquarien des Ausstellungsgartens
zertrümmert, viele Bäume eniwurzelt und mehrere belong;
theils leicht, theils 18585 verwundet. In der Umgegend. von Paris richtete der Sturm auch großen Schaden an. An den französischen Küsten soll er auch furchtbar gewüthet⸗ und vielen Schiffen den Untergang gebracht haben. Der Süden Frankreichs scheint davon verschont geblieben zu ein,
„, Auswanderung nach Peru, Südamerika.
Dem Vernehmen nach beabsichtigt die mene in Peru Deuische zur Auswanderung dorthin zu veranlassen, und
soll es sich darum bandeln, 5000 Deulsche über Antwerpen nach Lima zu schaffen, damit solche von dort nach dem Flusse Maito gehen und an diesem Orte eine Colonie, gründen. Zur Betreibung der Anwerbung sollen zwei Personen, Peter Martin aus Luxemburg und James Sutland aus Memel bestimmt sein, welche als Consuln der peruanischen Regierung, der erstere in Gent, der letztere in Amsterdam auflreten würden. Da die Verhältnisse Peru's eine Auswanderung dorthin nicht räthlich erscheinen lassen, indem nach zuverlässigen Nachrichten in diesem Lande neben beständiger Rebellion, welche Leben und Eigen, hum gefährdet, Hunger und verheerende Krankheiten
belaufen f al die Generalstall wei Jahre be Nis n des
Miß
Erlösers, d en heiligen römi welchem der gesa 1 Zur 8 verbkelktt noch e ditionen in den wieberum k. Der Verfasser Einfluß die Ann auf das Reisen und bewitsen, .—
puf
2866 so wie
2851 Gro uno Glasfas


