—
—
landes sich an etwas anderes knüpfen, als an einen Lappen Territorium und einen vom Des— potismus erbauten Steinhaufen. Die besten Fe⸗ stungen sind die Institutionen, welche die Freiheit vertheidigen.“
Strasburg. Der„Bad. Landesztg.“ wird von hier geschrieben: Kürzlich ließen sich auf— fallende Reisende in unsern Mauern sehen, deren Ziel weder Amerika, noch das Besuchen der Weltausstellung ist. Es waren 50 berittene und
bewehrte, von einem Wachtmeister angeführte bayerische Artilleristen, die sich in Landau aus dem Staube gemacht haben. Der Fall
wurde augenblicklich an das Kriegsministerium
berichtetet. Wir dürfen die Rosse nicht ankaufen, weil sie einer befreundeten Nation entwendet worden.(Die Geschichte klingt etwas unglaublich!)
Amerika. Kaiser Maximilian von Mexiko eilt einem traurigen Schicksal entgegen. Er ist von den Liberalen vollständig eingeschlossen und wird einer Gefangennahme schwerlich entgehen. In Folge der Verwendung des amerikanischen Staatssekretärs Sewa bei Juarez soll er als Kriegsgefangener behandelt werden.
* Friedberg. Die schönen Wirthschaftslokalitäten des Windecker'schen Felsenkellers hat, wie man ver- nimmt, Herr Restaurateur Scheibel pachtweise über⸗ nommen und wird dieselben demnächst eröffnen. Bei der bekannten Rührigkeit und Gewandtheit im wirthschaft⸗ lichen Geschäftsbetriebe, bei der in bestem Renommase ste⸗ henden Küche des Pächters werden der so reizende Aus⸗ sicht bietende Felsenkeller und seine freundlichen Lokalitäten in Zukunft gewiß noch mehr Anziehungskraft auf das einheimische und fremde Publikum ausüben, als dies schon bisher der Fall war.
H. Friedberg. Dieser Tage kommt ein Transport englischer Schweine hier an, welche der landwirth⸗ schaftliche Verein von Oberhessen in Norddeutschland hat ankaufen lassen. Wie wir hören sollen dieselben hier zur Versteigerung gebracht und bis dahin so lange bei Herrn Müller Dietz dahier eingestellt werden.
E. Ockstadt. Der Gedanke, durch s. g. Wander⸗ lehrer ber rationellen Landwirthschaft rascher und nachhal⸗ tiger Bahn zu brechen, war ein glücklicher. Dessen sich zu überzeugen, hatte man in Ockstadt Gelegenheit. Am Abende des 30. April versammelten sich circa 300 Zuhörer um Herrn Dr. Henkelmann. Tags zuvor hatte derselbe den gedruckten Formularien entsprechend Einsicht von den Aeckern, Wiesen, Stallungen, Höfen und Brunnen der Gemar— kung genommen und darauf sich stützend, hielt er einen drei⸗ stündigen, eben so populären als interessanten Vortrag. Man sah und hörte es ihm an, daß er diesen Gegenstand, für den er leibt und lebt, vollkommen in seiner Gewalt hat. Von recht einschneidender Wirkung war die Anempfehlung nachstehender Punkte: 1) Vermehrung der Zuchtbullen um einen, da der circa 360 sprungfähige Stück zählende Vieh— stand unstreitig mindestens 4 Bullen erfordere und eine deß— fallsige Sparsamkeit eine der unvernünftigsten wäre. 2) Er⸗ weiterung des Futterbaues und der Viehmast. 3) Besserung der Wiesen durch Bewässerung, Auffahren von Erde und Compost. 4) Größere Ausdauer in Ausrottung der Herbst⸗ zeitlose. 5) Früheres Mähen des Wiesengrases, das in seiner üppigsten Blüthezeit am gehaltreichsten sei. 6) Ver⸗ stärkung der Ackerkrume durch allmähliches Tieferackern, was in der Ockstädter Gemarkung wegen des guten Unter⸗ grundes unbedenklich zulässig sei. 7) Bessere Anlegung von Miststätten und größere Beachtung der Jauche; An- wendung des Eisenvitriols und des genäßten Gypses zur Bannung des Amoniaks. 8) Größere Ausdehnung der Gründüngung. 9) Anlegung von Composthaufen. Hatten die Zuhörer seinen begründeten Rathschlägen bisher die ungetheilteste Aufmerksamkeit geschenkt, so war dies beim letzten Punkte anlangend, die Errichtung einer Fortbildungs— schule für Jünglinge in den Winterabenden, noch mehr der Fall. Mit erneuertem Eifer schilderte Herr Dr. Hen⸗ kelmann die Gefahren, denen die der Schule entlassenen Jünglinge in dieser Zeit, den s. g. Flegeljahren, in wissen⸗ schaftlicher und moralischer Hinsicht nach und nach aus⸗ gesetzt seien, und wie diesen Gefahren einigermaßen zu steuern, nur in den Fortbildungsschulen die Macht läge. Er versprach zum Honorar des ersten Lehrers, der zur Uebernahme fraglichen Unterrichts erbötig war, einen Theil aus der landwirthschaftlichen Vereinskasse zu erwirken. Daraufhin erklärten sich die Anwesenden, an deren Spitze Herr Bürgermeister Gröninger, bereit, für Errichtung und weitere Dotirung beregter Schule geziemend zu sorgen. Zum Schlusse ward Herrn Dr. Henkelmann vom Herrn Bürgermeister Namens der Zuhörer der gebührende Dank abgestattet und zugleich der Wunsch geäußert, durch ähn⸗
liche Vorträge bald wieder erfreut zu werben.
auf's Neue angeregte Freunde rationeller Land wirthschaft gaben nun Herrn Dr. Henkelmann das Geleite bis in die Nähe der Stadt Friedberg.— Wir hegen die Hoffnung,
um so mehr, da ein landwirthschaftliches Kränzchen sich zu bilden in Aussicht steht, das sich zum Zwecke setzt, sich gegenseitig zu praktischen Versuchen zu ermuntern und den hie und da sich vorfindenden Ungläubigen die Verbesserung in Fettschrift zu zeigen. f Manchen nöthig, ähnlich zu verfahren, wie Franklin ver⸗ fuhr, der bekanntlich den seiner Gypsempfehlung Miß⸗ trauenden mit Gyps auf den Kleeacker schrieb:„Hter ist gegypst!“
Gießen. Die seit dem Tode des Professors Vix erledigte Kreisthierarztstelle ist jetzt in der Person des Dr. Leonhardt wieder besetzt worden.
** Salzhausen. Unsere Badesaison wird mit dem 20. d. M. eröffnet werden. Durch Herrichtung neuer Gra⸗ dirgebäude ist es ermöglicht, eine Soole von 14—16 0% herzustellen und den Bädern in beliebiger Stärke zuzu⸗ setzen. Auch ist bei deren Einrichtung Rücksicht darauf genommen worden, die verdunstende Soole zu Inhalationen benutzen zu können. Die gesunde Luft und Lage Salz⸗ hausens, unmittelbar an einem reizenden Park, machen es, abgesehen von seinen Badeanstalten, zu einem angenehmen, ruhigen Landaufenthalte.
Mainz. Am 3. Mai verstarb zu Mainz der älteste Priester des Bisthums, Joh. Adam Faller, pens. Pfarrer von Niedermörlen, im 81. Jahre seines Alters.
Aschaffenburg. Die im vorigen Jahre wegen der kriegerischen Ereignisse ausgefallene X. Wander⸗Ver⸗ sammlung bayerischer Landwirthe findet am 21. und 22. Mai 1867 in Aschaffenburg Statt und wurde diese Zeit mit Rücksicht auf die am 23. Mai in Heidelberg stalthabende landwirthschaftliche Versamm⸗ lung und auf die am 24., 25. und 26. Mai in Mann⸗ heim stattfindende Mastviehausstellung gewählt.
*in In der Pariser Weltausslellung erhielt die Weinhandlung C. Lauteren Sohn in Mainz die erste Preisnummer für ihre moussirenden Weine unter 6 Aus⸗ ftiellern, Herr Regierungsrath Pfannbecker in Worms für seinen Gundersheimer Rothwein unter 19 Ausstellern, und unter den 74 Ausstellern von weißen Weinen erhiel⸗
seine Niersteiner verschiedener Lagen und die Weinhandlung P. J. Valkenberg in Worms für ihre Liebfrauenmilch.
Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen für Pfingsten:
Consirmations⸗
zu allen
Gedenkscheine
Preisen.
1092 Ich zeige hiermit meine Ernennung zum
Hofgerichtsadvokaten an.
Meine Wohnung nebst Büreau befindet sich in dem Hause meines Vaters, Rechnungsrath
Neuling, Georgstraße 12. Darmstadt.
W. Reuling,
Hofgerichtsadvokat.
Theater in Nauheim.
1 Im Saale zur Krone bei Herrn Fritz. 1140 Dienstag den 7. Mai l. J.
Zum Benefiz der Fran Clara Erler. Zum erssen Male(ganz neu). Der Leiermann und sein Pflegekind. Original⸗Volksstück in 5 Acten von TCharl. Birch Pfeiffer. . Direktor Erler.
Lehrereonferenz,
Seetion Friedberg. 1125 Mittwoch den 8. Mat, Nachmittags 2 Uhr.
Vorschuß-& Credit- Verein.
1139 Die Dividende pro 1866 kann noch
bis zum nã bei der Kasse erhoben werden. betreffenden Mitgliedern auf ihre Kosten überse
Friedberg den 6. Mai 1867.
chsten Donnerstag in den Die nach diesem Termin verbleibenden Reste werden den
Vormittagsstunden
ndet.
Der Vorsigende.
1140 Bei G. W. Niemeyer in Hamburg ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Friedberg bei Bindernagel& Schimpff:
Der bewährte Arzt für Unterleibs⸗ kranke.
21. Auflage. Guter Rath und sichere Hülfe für Alle, welche an Magen⸗ schwäche, schlechter Verdauung, und den daraus ent ⸗ springenden Uebeln, als Magendrücken, Magenkrampf, Verschlelmung, Magensäute, Uebelkelten, Erbrechen, Auf⸗ stoßen, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, hartem und auf getriebenem Leibe, Blähungen, Herzklopfen, kurzem Athem, Seltenstechen, Rückenschmerzen, Beklemmung, Schlaf⸗ lofiglelt, Kopfweh, Blut Andrang nach dem Kopfe, Pppochondrle. Hämorrhotlden u. f. w. leiden. Nach be währten Ansichten und praktischen Erfahrungen von Dr. E. Fränckel. 8. geh. 27 kr.
Strohhüte,
1016 das Neuste für diesen Sommer, in großer Auswahl und zu sehr e bei
Heinrich Diehl, ugagasse.
Preise verschiedener Gegenstände. Friedberg am 4. Mai. 28 kr.] Eier 7 Stück
Butter pr. 2 8 kr.
Von C. Naumann's 18
Haushaltungsseife,
1135 in Waschstücke geschnitten und ausgetrocknet, in J und ½ Ctr. Kistchen verpackt, hält Lager
Georg Groß.
137 Danksagung.
Allen Deufenigen, welche meinen unvergeßlichen Mann
Anton Heck
zu seiner letzten Ruhestätte begleitet haben, sage ich meinen innigsten Dank.
Friedberg am 4. Mat 1867.
Die Hinterbliebene.
eee eee eee eee Kirchen buchsauszüge.
Evangelische Gemeinde. B. e e d t g ne: Den 1. Mat. Anna Elisabethe Füller, geb. Kopp, Wittwe des hies. Bürgers und Zimmermeifters Johann Leonhard Füller, 56 Jahre, 10 Monate, 16 Tage alt,
+ den 30. Apell. Den 4. Mai. Anton Heck, hies. Bürger und Schuh⸗
Brennholz, Buchen⸗Scheitholz I., pr. Stecken 7 fl.— kr. 12
Fee 69 Jahre, 1 Monat 14 Tage alt, 1 den . dt.
Maiwein⸗Essenz
in Fläschchen à 6 kr. und 12 kr. in der Hofapotheke.
Weiße leinene Caschentücher,
gestickt und glatt, Manschetten mit Kragen, sowie Herrenkragen bei 968 K. Friedrich neben der Post.
1099 In dem von Löwischen Hause in der Burg ist ein geräumiger, gedie lter Fruchtboden zu vermiethen. Näheres ist bei dem Hausbewohner zu erfragen.
—— Nauheim. 1130 Einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich seit dem 1. Mat v. J. die Gaftwirthschaft zum Darmstädter Hof(vormals zur Stamm schen Braueret) eröffnet habe und neben dieser das Metzger⸗ Geschäft betreibe. Indem ich dies zur allgemeinen Kenntniß bringe, bitte ich um zahlreichen Zuspruch und verspreche reelle Bedienung. Klinkerfuß,
Gastwirth und Metzger.
Tapeten
11367 von 6 kr. an das Stück empfiehtt Georg Groß.
Flaschen⸗ Etiquette
pr. 100 Stück 36 kr. bis zu 2 fl. 48 kr, bet Bindernagel& Schimpff.
Verantw. Red.: Hermann Schimpff.
Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu eine Beilage.)
die Anregung werde dahier von Dauer und Erfolg sein,
Auch heute noch ist's bei
ten biesen ersten Platz Herr Philipp Fink von Mainz für
Einige
r
8 225
l oll in die ae du Stoß n dir elend verde
Ftiedde
tig
0 f
11 Mor wird in untauglich Heng ol! Buß bat Sroßb. Beim
Verge 1120 Oo Uhr, wird öffentlicher W 5 b) 12 e) 20 Die Lie tagen beieu
Marie 0
90
*
1133 N ausangend, Gewelede werden aht 18½ 10½ 1755 1912 6 259 5 270


