Ausgabe 
7.3.1867
 
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oder höchst zweifelhaft ist, dem Publicum in seiner Bewegung Vorschub zu leisten.

Aus Thüringen. Die Thüringischen Staaten baben mit der Krone Preußen einen Separatvertrag bezüglich der Militärverhält⸗ nisse abgeschlossen, ohne daß dadurch der Verfas⸗ sungsentwurf für den norddeutschen Bund beein⸗ trächtigt wird.

Meiningen. DieVolksztg. meldet von hier:Ein junger Edelmann aus dem Anhalti schen bewohnt ein ehemaliges herzogl. Jagdschloß an den südlichen Marken des Herzogthums und führt dortselbst den Train eines junkerlichen Voll⸗ bluts, wie Pferde, Hunde, Jagd ꝛc. Jüngst trifft ein Jagdbedienter auf dem Pürschgang mit zwei vermeintlichen Wilderern zusammen; den einen streckt sein Schuß zu Boden, der endere entflieht. Die Gerichte verurtheilten den zum Krüppel Ge schossenen wegen Uebertretung der Jagdgesetze zum Zuchthaus, zu gleicher Strafe aber auch den Schützen, dem der Beweis nicht gelang, im Falle der Nothwehr gewesen zu sein. Von diesem Spruch wurde an die Gnade des Landesherrn appellirt. Es fol⸗te die Entscheidung, daß das Urtheil gegen den Wilderer zu vollzieben, der Jäger aber zu begnadigen sei. Und um das Maß der Gnade für letzteren voll zu machen, wird ihm gleichzeitig die Bestallung zum fürstlichen Jagd⸗ und Forst⸗ gehülfen. Dieß hat sich ereignet am 22 Februar 1867.

Bayern. München. DieBahyerische Zeitung publicirt einen königlichen Erlaß vom 3. d., durch welchen die verfassungsmäßig zu Ende gehende Dauer der Session des gegenwärtigen Landtags bis zum 13. April d. J. einschließlich verlängert wird.

Oesterreich. Das große Geschäft der Ver⸗ pachtung des Tabaksmonopols an eine Gesellschaft in⸗ und ausländischer Capitalisten soll als abge⸗ schlossen zu betrachten sein, und entschieden eines der günstigsten, welches der österreichische Staat seit Jahren zu contrahiren in der Lage war. Wie verlautet, übernehmen die vereinigten Bankiers (Rothschild, Creditanstalt, Weikersheimer u. Comp., in Verbindung mit hervorragenden französischen und englischen Häusern) den Betrieb des beste⸗ henden Tabaksmonopols für die gesammte Mo⸗ narchie auf eine Reihe von Jahren.

Schweiz. Bern. Letzten Sonntag hat in Biel die jährliche Hauptversammlung der vor einem Jahre durch den französischen Grütliverein dort ge⸗ gründeten Volksbank stattgefunden. Dieses Institut ist die erste Nachahmung des Schulze⸗Delitz'schen Systems in der Schweiz. Die Grütlibank hat schon im Gründungs jahre einen unerwarteten Erfolg gehabt. Es wurden nicht weniger als 426 Anleihen und Negociirungen besorgt nit einem Gesammtumsatze von 137,000 Fr. Die Divi⸗ denden kommen auf 50%.

Frankreich. Paris. Am 24. Februar, dem Jahrestage der Proclamation der französischen Republik von 1848, wurden in der Nacht viele Kränze an der Julisäule zu Paris niedergelegt. Die Polizei confiscirte sie. Abends fanden einige 100 Bankette zu 19 Couverten in vielen Restau⸗ rants statt; die Polizei darf erst bei 20 Couverts einschreiten.

Der Marineminister hat die Meldung er⸗ halten, daß das zur Heimführung von Truppen nach Veracruz sich begebende Transportschiffla Girondt: am 8. Februar an der Portlandspitze der Sädküste von Jamaika gescheitert ist. Die Mannschaft wurde gerettet und ist jetzt mit der Bergung des ziemlich vollständig erhaltenen Schiffs⸗ materials beschäftigt.

Großbritannien. Die Schifffahrt hat wieder mehrere bedeutende Unfälle zu bekla⸗ gen. Die Dampfer von Hull, die während der letzten Saison der Schifforüche so hart mitgenom⸗ men wurden, haben wieder einen neuen Beitrag zu der traurigen Liste geliefert: Es ist dieMiranda, die bei hellem Wetter mit dem DampferThames in der Mündung der Themse in Colliston gerieth und so mißliche Beschädigung'n davon trug, daß sie fast augenblicklich zum Sinken kam, und die Mannschaft, froh, nur das nackte Leben zu retten,

nur eben Zeit hatte, sich an Bord derThames zu flüchten. Der PostdampferAfrika bringt Nachrichten über die zerstörenden Wirkungen der letzten Orkane auf dem atlantischen Oeean: Die SchiffeRhine undConstantine von London und dieLea and Resolute aus Liverpool tra fen, mehr oder weniger übel zugerichtet, in New Jork ein. Letztere hatte 170 Auswanderer an Bord, die von dem SchiffeBavaria aus Havre, das dem Sinken nahe war, nach wackeren An- strengungen der Schiffs mannschaft glücklich herüber geholt und nach vielen Fährlichkeiten(die große Menschenmenge verursachte eine wirkliche Hungers- noth an Bord) glücklich in Newyork gelandet wurden.

London. und Carnarvon haben ihre Stellen niedergelegt. Packington übernimmt das Kriegswesen, Northcote Indien, Richmond oder Buckingham die Colonien, Cave den Handel.

Italien. Wiederholt verbreitet sich von Florenz aus das Gerücht von einem bevorstehen⸗ den französisch-italienisch-österreichischen Bündnisse, das bald zum Abschluß kommen werde. Häufige Conferenzen zwischen dem Minister des Aeußern und dem österreichischen Gesandten, finden statt, wodurch das Gerücht an Glaubwürdigkeit gewinnt.

Garibaldi, der in Venedig mit großem Jubel empfangen wurde, hat von Florenz aus ein Manifest erlassen, durch welches er zur Be theiligung bei den Wahlen auffordert und mit den Worten schließt:Wie unser Kampf mit den Cle- ricalen heutzutage die ganze civilisirte Welt in Spannung hält, so wird unser Sieg über sie die Wiedererlangung der Gewissensfreiheit sein und der Triumph der Vernunft über die Vorurtheile. Zur Urne, also Bürger, alle zur Urne! Eure Stimmen werden der Welt sagen, welcher Herr schaft wir würdig sind und ob wir es verdienen, eine große und freie Nation zu sein.

Einer bei Garibaldi erschienenen griechischen Deputation hat der General die Versicherung ge⸗ geben, das gesammte Italien sei zu Gunsten der Griechen gestimmt. Er persönlich habe seinen Sohn Ricciotti, sowie mehrere andere Offiziere zur Unterstützung der Griechen nach Kandia ge⸗ schickt. Unter günstigen Umständen werde er selbst dahin abgehen.

Holland. Nach den Nachrichten aus Hol⸗ land muß dort die Aufregung über die vorgeb lichen preußischen Forderungen wegen Grenzregu⸗ lirungen, welche übrigens bereits offiziell in Abrede gestellt wurden, noch immer im Wachsen begriffen sein, da man an Bildung von Freiwilligencorps denkt. Herr T. B. van Limburg Stirum hat bertits einen Aufruf erlassen zur Selbstbewaffnung der holländischen wehebaren Jünglinge und zur Bildung eines Nationalfonds, wozu er gleich 3000 Gulden unterschrieb. Der Aufruf bat zün⸗ dend in allen Gemüthern gewirkt und dürfte in den Städten wie auf dem platten Lande Anklang finden. Der Holländer, so kalt er auch dem Frem⸗ den erscheint, gleicht dem heißblütigen Südländer, sobald es sich um das Wohl und das Wehe sei⸗ nes Vaterlandes handelt.

Donaufürstenthümer. Bukarest. Die Kammer votirte 900,000 Piaster für die Be⸗ schickung der Weltausstellung in Paris und 180,000 Piaster für interne öffentliche Nützlichkeitsbauten.

Amerika. Mexiko. Kaiser Max von Mexiko ist bei seinem letzten Wagniß angekommen. Die französischen Interventions truppen haben seine Hauptstadt geräumt und schicken sich zur Heimkehr an. Den mit drohender Schnelligkeit hinter ihnen herrückenden Juaristen hat Maximilian ein Heer von 7000 Mann unter Mejia entgegengeschickt. Auf dem Glück oder Unglück dieses Generals ruht jetzt das Schicksal des Kaiserthrones. Max hat kein weiteres Heer mehr zu versenden.

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Unter vorstehender Bezeichnung ist zu Anfang

des Jahres 1866 eine Gesellschaft gegründet wor⸗

den, die sich die Aufgabe gestellt hat, im Dienst

Die Minister Peel, Cranbourne

der Menschlichkeit und christlichen Nächstenliebe bet eintretenden Strandungen und anderen See unfällen durch möglichst wirksame Mittel den feind⸗ lichen Elementen ihre Orfer zu entreißen und folgt darin dem großartigen Vorbilde anderer Völker, insbesondere der Engländer und Franzasen.

Die Gesellschaft sucht ihre Wirksamkeit über ganz Deutschland auszudehnen; obgleich aus tief empfundenem nationalen Gefühle entstanden, hält sie von ihrem menschenfreundlichen Werke jede politische Beziehung fern und ist es ihr denn auch gelungen, in allen Theilen Deutschlands zu dem Werke der Barmherzigkeit, das der Schifffahrt zum Segen, der deulschen Nation zur Ehre ge reichen soll, willige Hände zu finden. Bereits sind zwanzig Bezirksvereine zur Beschaffung der Liebesgaben in verschiedenen Theilen des Vater⸗ landes gebildet; bereits sind an den deutschen Ostsee⸗ und Nordseeküsten dreizebn Rettungs- stationen mit Rettungsböten und Rettungsgeschützen errichtet, oder ist deren Herstellung nahezu vollendet.

Der Vorstand der Gesellschaft hat nun vor einiger Zeit in der Ueberzeugung, daß das deutsche Rettungswerk dadurch einen noch größeren Auf⸗ schwung nehmen werde, an den König von Preu ßen die Bitte um Uebernahme des Protectorats der Gesellschaft gerichtet. Dieser Bitte wurde durch Erlaß vom 5. Jan. d. J. entsprochen. In⸗ dem der Vorstand dies zur Kenntniß seiner Mit- glieder bringt, spricht er die Hoffnung aus, daß dieser königliche Gnadenact der Gesellschaft zu großem Segen gereichen, daß manches Leben un⸗ serer braven Steleute durch sie gerettet werde und daß die deutsche Nation in ihrer Neugestaltung auch in dieser Beziehung sich den anderen Nationen ebenbürtig an die Seite stelle.

Diese Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, deren edles patriotisches Streben im Geiste brü⸗ derlicher Nächstenliebe die opferwillige Unterstützung aller Menschenfreunde verdient und auf welche wir hiermit die Aufmerksamkeit unsexer Leser lenken wollten, hat in der Person des Herrn Hofgerichts⸗ advocaten E. Trapp I V. dahier einen Vertreter für Friedberg und Umgegend und ist dieser fort⸗ wäbrend zur Entgegennahme von Beitrittserklä⸗ rungen bereit. Die Zahl der Mitglieder hier am Orte beträgt dermalen 25, denen sich bald eine größere Anzahl zugesellen möge zum Segen und zu immer ersprießlicherer Wirksamkeit des Vereins.

Mainz. So viel Prachtvolles auch die Möbel⸗ Industrie aller Länder zur Pariser Ausostellung llesern mag, so dürfte sich doch nicht Manches darunter befinden, das geeignet wäre, die drei exqu siien Stücke zu verdunkeln, die der hiesige Möbelfabrikant Herr Joh. Heininger nach Paris sendet. Den großartigsten Effect darunter macht ein großer Buffetschrank im modernen Renaissance⸗ styl, aus einem einzigen Stamm amerikanischen Nufbaum⸗ holzes von 32 Cir. Schwere gearbeitet. Die Zeichnung zu den überaus reichen Schnitzereien, mit denen dieses Kunstwerk verziert ist, ist Original; sie stellen Jagdscenen, als Karyallden dienende Kraniche, allegorische Figuren u. s. w. dar. Das Innere ist mit Pallisanderholz ein⸗ gelegt. Der Werth dieses Stückes ist 3000 fl. Das zweite ist ein Herrenbüreau im gothisch⸗miitelalterlichen Styl, nach Ungewitter, der größten Capacisät in diesem Genre, aus Eichenholz gearbeitet, mit iner wahrhaft bewundernswerthen Sorgfalt geschnitzt und die Ornamentik vermalt und vergoldet; selbst die Schlösser sind altek⸗ thümlich kunstvoll construirt; das Innere zeigt schöne Pergamentmalereien. Das dritte Stück ist ein hierzu gegöriger, in demseiben Style gearbeiteter Sessel. Diese Möbel des Herrn Heininger haden in den letzten Tagen zahlreiche Beschauer und Bewunderer gefunden und werden die Industrie unserer Stadt in würdigsier Weise vertreten.

London. Ein schreckliches Unglück hat sich vor einigen Tagen in Accrington in einer Kleinkinderbewahranstalt ereignet. Die genannte Anstalt oder Schule befand sich im oberen Stockwerke eines kleinen Hauses, dessen Erd⸗ geschoß von einem Rohrflechter bewohnt wurde. Der Rohrvorrath dieses Mannes gerieth auf eine, dis fetzt un⸗ erklärte Weise in Flammen und das Feuer verbreitele sich sich mit einer ungeheuren Schnelligkeit über den ganzen Untertheil des Ha ses und die Treppe, so daß, ehe die unglücklichen Kleinen eine Ahnung von der Feuersgefahr halten, ihnen der einzige Rettungsweg abgeschnitten war. Es blieb in Folge dessen weiter nichts übrig, als sich von Außen mit Leitern dem schon raucherfüllten und brennenden Zimmer zu nähern und durch die Fenster die enisetzten Kinder hervorzuziehen und in Sicherheit zu bringen, Das Rettungowerk gelang nur zum Theil. Von gegen 100 Kindern, die in dem Schulraum zufammen wären, wurden 13 todt herausgebracht, und da es nicht

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