Ausgabe 
6.7.1867
 
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Mainz. Ein Schneider, der freilich, betrunken wie er war, in einer Wirihschast mehrere Preußen mit Schimpf⸗ worten insultirte, erhielt einen Säbelhieb über den Kopf, der lief in den Knochen drang. Der Verletzte liegt auf dem Tode. In der Gemarkung Laubenheim 7 kürzlich ein Schreiner aus Worms aufgefunden, dessen Ge⸗ sicht durch Wunden gräßlich entstellt war. Er hate sich eine Pistole in den Mund abgeschossen. Kaum dürfte sein Leben zu retten sein. Ein hierhercommandirlerhessischer Feldwebel brach gestern beim Kegelspiel durch Ausgleiten

4 n Die Lad. Ldsztg. schreibt: Ueber das erzählte Wunder in Betreff eines in Walldürn sehend gewordenen Kindes, das vom Prof. Knacp vorher als unheilbar erklärt worden sei, wollen wir zur Steuer der Wahrheit das uns thatsächlich Bekannte ohne alle Polemik mittheilen. Dieses Kind, dem Amtsbezirke Gernsbach an⸗ gehörig, war an beiden Augen blind, wurde vom Prof. Knapp im Februar d. J. an einem Auge operirt und hierdurch auch sehend, und zwar durch sogenannte Pupillen⸗ bildung, am andern bestund und besteht nach wie vor unheildare Blindheit(Leucom). 22

Auch in Camburg a. d. S. hat die Trichinen krankheit ein Opfer gefordert: der dorlige praktische Arzt, Dr. med. C. L. Müller, Bruder des Schriftstellers Müller von der Werra, erlag derselben am vergangenen Johannistage. Bei einem ärztlichen Besuche auf dem Jande batte er ein Stück Cervelatwurst verzehrt, welches ihm nun den Tod gebracht hat. 5 a

Stuttgart. Am letzten Sonntag erblickten die Passagiere des von Heilbronn nach Stuttgart fahrenden Bahnzugs ein gräßliches Unglück, welches sich auf der Landstraße zwischen Bietigheim und Besigheim zuurug. Dort sah man, daß ein Gefährt, in welchem sich mehrere Herren und Frauen befanden, mit den scheu gewordenen Pferden einem Abgrunde zurollte und denselben elliche 30 Fuß tief binabstürzte. Man sah, wie sich das Gefährt ein paar Mal üderschlug, ehe es auf dem Boden ankam, und sah auch, daß sich nach dem Fall einige der Ver⸗ unglückten wieder aufrafften, andere aber, sowie auch die Pferde, wie todt liegen blieben. Im Bahnzuge herrschte nicht geringe Aufregung und Bestürzung, es konnte von ihm aus übrigens keine Hülfe geleistet werden, da er seinem Ziele zueilen mußte.

Für die Befestigung von Eisen in Stein hat Prof. Dr. Artus in Jena eine Masse aufgefunden, die in 48 Stunden vollständig steinartig erhärtet, und sich bei Versuchen im größern Maßstab stets sehr gut bewährt hat: es ist dieß eine Mischung von 5 Th. Portlandcement, 2 Th. Sand, 1 Th. seingepulvertem gebranntem(aber nicht gelöschtem) Kalk und 1 Th. Kalkbrei, d. h. mit Wasser abgelöschtem Kalk. Zunächst mischt man die 5 Th. Portlandcement mit 1 Th. vorher feinzerstoßenem gebranntem (aber nicht gelöschtem) Kalk, setzt hiecauf 2 Th. Sand hinzu, mischt denselben ebenfalls mit den 2 ersten Stoffen gut durch einander, setzt zuletzt noch 1 Th. Kalkbrei, also mit Wasser abgelöschten Kalk, hinzu und fügt endlich noch soviel Wasserglaslösung(es genügt ein specif. Gew. v. 1,20) hinzu, daß eine starke breiartige Masse enisteht, welche dann in gewöhnlicher Weise mit dem zu befestigenden Eisen fest in die Oeffnungen an das Eisen mit einer Kelle angedrückt wird, nachdem man zuvor die Stellen oder Oeffnungen, wie auch den Theil des Eisens, der befestigt werden soll, mit einer Wasserglaslösung befeuchtet hatte.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent

Das Bremer PostdampfschiffUnion, Capt. Santen, des Nerddeutschen Lloyd, welches am 15. Juni von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 10 Tagen 11 Stunden wohlbehalten in New⸗York an⸗ gekommen. 5 a

Das Hamburger PostdampsschiffGermania, Capt. Schwensen, von der Linie der Hamburg⸗Amerikanischen Packctiahrt⸗Aktien⸗Gesellschaft, trat am 29. Juni wiederum eine Reise direct nach New⸗DYort an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 450 Tous Ladung, 60 Passagiere in der Cajüte und 340 im Zwischendeck an Bord.

Das Hamburger PostdampsschiffTeutonia, Capt. Bardua, von der Linie der Hamburg⸗Amexikanischen Packetsahrt⸗Aktien⸗Gesellschaft, welches am 15. Aan von Hamburg direct abging, ist nach einer schnellen uns glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbehalten in New Vork angekommen.. 3

Das Hamburger PostdampfschiffCimbria, Capt. Trautmann, von der Linie der Hamburg ⸗Amerikanischen Packe fahrt Aktlen⸗Gesellchaft, welches von New⸗Mork am 72. Juni abging, ist nach einer außerordentlich schnellen Reise von 9 Tagen 12 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt.

Verloosungen.

Kassel, 2. Jali. Bei der gestern slattgehabten 32. Prämien- Ziehung der kurhessischen 40 Thaler: Loose fielen die Paupigewinne auf solgende Nummern: 36,000 Thlr. auf die Nr. 140536, 8000 Thlr. auf die Nr. 145461, 4000 Tylr, auf die Nr. 165795, 2000 Thlr. auf die Nr. 23588, 1500 Thlr. auf die Nru 1021 und 6570, 1000 Thir. auf die Nru. 123194, 136633 und 146963.

Oesterr. 250 fl.⸗Loose von 1854. Serienziebung am 1. Juli. Nr. 26 438 484 499 517 533 567 694 765 958 1238 1357 1484 1738 2205 2484 2724 3093 3343 3646 3948 und 3970.

Verzeichniß der in Paris preisge krönten hessischen Aussteller.

I. Kunst-Ausstellung.

Keine Auszeichnung.

II. Industrie-Ausstellung. 1. Goldene Medaillen. 1) E. Merk in Darmsladt(Chemikalien.) 2) Mayer, Michel und Deninger in Mainz(Leder.) 3) Cornelius Heyl in Worms(Leder.)

2. Silberne Medaillen.

1) W. Keller in Gießen(Buchdruckerarbeiten.) 2) J. Schröder in Darmstadt(Modelle und Lehrapparate.) 3) Mittelrheinischer, geologischer Verein Darmstadt(Geologische Karten und Belegstücke.) 4) A. Bembe in Mainz(Möbel und Parquetböden.) 5) H. Schuchard in Darmstadt(Hüte.) 6) J. Schumacher Sohn in Mainz(Schuhwaaren.) 7) W. Büchner in, Pfungstadt(Ultramarin.) 8) Blaufarb⸗ werk Marienberg(Ultramarin.) 9) Dörr und Reinhardt in Worms(Leder.) 20) L. Melas u. Comp. in Worms (Leder.) 11) W. Preetorius u. Comp. in Alzey(Leder.) 12) A. Götz in Alzey(Leder.) 13) Schaffner-Mayer in Mainz(Leder.) 14) Maschinenfabrik und Eisengießerei in Darmstadt(Locomobile.) t5) Gebr. Schmaltz in Offen⸗ bach(Holzbearbeitungsmaschinen.) 16) Gebr. Heim in Offenbach(Papier- und Leder-Bearbeitungsmaschinen.) 17) C. Th. Wecker in Offenbach(Wagen-Achsen und Federn.) 18) C Lauteten Sohn in Mainz(Moussirende Weine.) 19) Valckenberg in Worms(Weine.) 20) O. Egner in Erbach(Elfenbein- und Holz-Schnitzereten.) 21) Central stelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein in Darmstadt(für die Zeichnungen der Handwerkerschulen.) 22) C. Gräff in Bingen(Tabak und Cigarren.)

3. Bronzene Medaillen.

1) W. Beyerle in Darmstadt(Verlagswerke.) 2) Gebr. Hartwig in Offenbach(Gepreßte Papiere und Lederarbeiten.) 3) Friedr. Diebl in Darmstadt(Violine.) 4) Großberz. Gewerbverein in Darmstadt(Lehrmodelle.) 5) A. Scheidt (Zeichner von Knußmann in Mainz.) 6) J. Heininger in Mainz(Möbel.) 7) F. W. Baab in Alzey(Regula⸗ tor.) 8) G. Böhm in Offenbach(Parfümerien.) 9) E. D. Posen u. Comp. in Offenbach(Portefeuillewaaren.) 10) J. F. Knipp in Offenbach(Portefeuillewaaren.) 11) Wollen garnspinnerei in Worms 12) L. Kolbe u. Comp. in Bessungen(Knöpfe.) 13) O. Herz u. Comp. in Mainz (Schuhwaaren.) 14) J. D. Martenstein Sohn in Worms (Oele.) 15) de Bary in Offenbach(Cigarren.) 16) Leon⸗ hard Heyl in Worms(Tabak in Blättern) 17) Oehler in Offenbach(Anilinfarben.) 18) F. Winter in Offenbach (Leim.) 19) van Baerle in Worms(Wasserglas.) 20) Koch in Oppenheim(Chinin.) 21) G. Müller in Bens⸗ heim(Leder.) 22) Ph. Pfeiffer in Eberstadt(Leder.) 23) Weber u. Heß in Pfungstadt(Leder.) 24) J. P. A. Vollmar in Kempien(Klärapparat.) 25) Gebr. Schmaltz in Offenbach(Locomobile.) 26) Lothary in Mainz(Ce⸗ ment.) 27) J. P. Wagner in Mainz(Chocolade.) 28) Kraus und Ritter in Mainz(Liqueurc.) 29) Dolles in Bodenheim(Weine.) 30) Henkell u. Comp. in Mainz (Moussirende Weine.) 31) Hildebrand in Pfungstadt(Bier.) 32) C. Jung in Groß ⸗Steinheim(Bier.)

4. Ehrenvolle Erwähnungen.

1) Hüffoverein für die Verwundeten im Kriege(Hülfs⸗ apparate.) 2) Massai(Contre-Maure im Geschäft von Knußmann in Mainz.) 3) A. R Seebaß u. Comp. in Offenbach(Eisengußwaaren.) 4) Möllinger u. Wagner in Aschbach(Streichzündyölzer.) 5) Lang u. Heß in Marbach(Tuch.) 6) H. Keller in Darmstadt(Sämereien.) 7) C. Appel in Darmstadt(Sämereien.) 8) Falck in Mainz(Weinbeeröl und Weinsteinsäure.) 9) Wormatia in Worms(Leder.) 10) P. J. Spicharz in Offenbach (Leder.) 11) J. A. Hainz in Bensheim(Leder.) 12) Collet und Engelhardt in Offenbach(Werkzeugmaschinen.) 13) Gebr. Schmaltz in Offenbach(Holzbearbeitungsma⸗ schinen.) 14) J. M. Reinhard in Mainz(Strohstühle.) 15) Hoffmann in Auerbach(Marmorarbeiten).

III. Landwirthschastliche Ausstellung.

1. Goldene Medaillen. F. A. Probst in Mainz(Wein.)

2. Silberne Medaillen. 1) Anhäuser, F., Rechenmühle bei Alzey(Mehl.) 2) inck von Nierstein(Wein.) 3) Pfannebecker von Worms Wein.) 4) Pabstmann in Mainz(Wein).

3. Bronze-Medaillen.

1) Wahlig in Lorsch(Tabak.) 2) Peter Minnig in Viernheim(Getreide.) 3) Gg. Hildebrand in Osthofen (Getreide und Mehl.) 4) Peter Ehatt von Viernheim (Gerste.) 5) G. Dürkes von Wahlheim(Getreide.) 6) Steingässer von Bodenheim(Wein.)

4. Ehrenvolle Erwähnungen.

1) Gr. Centralstelle für die Landwirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine(Modellen und Pläne.) 2) Peter Minnig von Viernheim(Tabak und Hopfen.) 3 Peter Ehatt von Viernheim(Tabak und Hopfen.) 4) Gräfl.

Erbach-Schönberg'sche Verwaltung in Schönberg(Hopfen) 5) Gg. Hirsch in Alsheim(Getreide.) 6) Pfannebecker

in Flomborn(Getreide.) 7) Krätzer, Ed., von Mainz (Wein.) 8) Ph. Ludwig in Nieder- Ingelheim(Wein.) 9) Guntrum in Beusheim(Wein.) 10) Förster in Oppen⸗ heim(Wein.) 11) Gebr. Braunwarth in Hechte heim und Laubenheim(Wein.) 12) Allmann in Bingen(Wein.) 13) Sickinger in Bensheim(Wein.) 14) J. Michel in Zornheim(Wein.) 15) E. George in Büdesheim(Wein.)

16) A. van Gries in Bensheim(Wein.) 17) J. B. Feigel Wittwe in Bensheim(Wein.) 18) Engelbach in Bosenheim(Wein.) 19) Engelhardt in Rüsselsheim

(Cichorien.) 20) Jungbluth in 21) Tenner in Darmstadt.

Auf die Industrie-Ausstellung mit 116 Ausstellern kommen zusammen 72 Auszeichnungen oder 61 pCt. Auf die 116 Aussteller kommen Medaillen 57 oder 50 pCt.

Auf die land wirthschaftliche Ausstellung mit 100 Aus⸗ stellern kommen zusammen 28 Auszeichnungen oder 28 pCt. Auf die 100 Aussteller kommen Medaillen 10 oder 10 pCt.

Auf die ganze Ausstellung mit 216 Ausstellern kommen demnach 67 Medaillen und 99 Auszeichnungen oder be⸗ ziehungsweise 30 und 41 PCt.

Worms(Ccchorien.)

Erzherzog Ferdinand Max

wurde am 6. Juli 1832 in Wien geboren. Auf seine erste een nahm Graf Heinrich Bom⸗ belles den leitenden Einfluß. Wie der bereits im Jahre 1847 dahlageraffte Erzherzog Friedrich, so wurde auch er schon von Kindheit an, für die Marine bestimmt. Nach Vollendung seiner wissen⸗ schaftlichen Ausbildung, während welcher sich eine große Vorliebe für Kunst und Wissenschaften in ihm entwickelte, unternahm er(1850) seine erste größere Reise nach Griechenland und Smyrna, welcher Reise in den darauffolgenden Jahren weitere Excursionen nach Spanien, Portugal, Madeira, Tanger, Algier u. s. w. folgten. Im Jahre 1853 wurde der Erzherzog zum Corvetten⸗ Capitän, im Jahre 1854 zum Marine⸗Obercom⸗ mandanten ernannt. Als solcher machte er mit einer Escadre von 17 Kriegsschiffen eine Fahrt nach Griechenland, Kandia, Beyrut, dem Libanon, an die Küsten von Palästina und Aegypten. An den Küsten von Palästina verließ der Erzherzog die Escadre und machte eine Pilgerfahrt zum heiligen Grabe. Auch in Aegypten hielt er sich längere Zeit auf, und auf verschiedenen wissen⸗ schaftlichen Ausflügen in demselben Lande besuchte und bestieg er auch die Pyramiden. Nach Pola zurückgekehrt, bereiste er in den Jahren 1856 bis 1857 einen großen Theil des Continents. Auf einer dieser Reisen begegnete er zum ersten Male seiner späteren Gemahlin, der Prinzessin Charlotte von Belgien, mit der er sich am 27. Juli 1857 in Brüssel vermählte und in deren Gesellschaft er in den Jahren 1858 1859 Sitilien, Südspanien, die atlantischen Inselgruppen, Madeira, Brasilien u. s. w. bereiste. Diese Reise beschrieb er in einem als Manuscript gedruckten, vier Bände starken Werke, weiches den TitelReiseskizzen trägt. Am Schlusse der Kaiserreise durch Lombardo⸗ Venetien(1857) wurde der Erzherzog an die Spitze dieses Königreichs als General⸗Gouverneur gestellt. Er bekleidete diese Stelle bis zum Aus⸗ bruche des italienischen Krieges im Frühlinge 1859. Nach dem italienischen Feldzuge sollte er in Venedig als General⸗Gouverneur residiren. Er nahm jedoch dieses Staatsamt nicht an und beschränkte sich darauf, das Odercommando der Marine zu be⸗ halten. Im Juni 1863 wurde plötzlich bekannt, daß die mexicanische Notablen-Versammlung mit 214 gegen Eine Stimme den Beschluß gefaßt habe, dem Erzherzoge die Kaiserkrone von Mexico anzubieten. Der Erzherzog gab in seinem Schlosse Miramare bei Triest der mexicanischen Kron⸗ Deputation die Antwort, daß er bereit sej, das Kaiserthum in Mexico wieder aufzurichten, sobald die mexicanische Nation mittelst allgemeiner Volks⸗ wahl ihn zum Kaiser wählen würde. Diesem Ver⸗ langen wurde auch nachgekommen, und nachdem Ferdinand Max sich im Jahre 1864 mit Kaiser Napoleon über die Annahme der mexicanischen Kaiserkrone verständigt und auf seine Erbrechte in Oesterreich Verzicht geleistet hatte, trat er am 10. April 1864 im Schlosse Miramare die ver⸗ hängnißvolle Herrschaft an. Drei Jahre später endete er sein Leben durch die Kugeln des juari

stischen Heeres.