1867.
Damstag den 6. April.
M42.
für Oberhessen.
Anzeiger
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Di ustag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Verein zur Unterstützung von Invallden und von Hinterbliebenen gefallener heffischer Soldaten
vom Feldzuge 1866.
Friedberg den 4. April 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Auf unser Ausschreiben vom 31. Januar l. J. haben die Ortsvorstände der nachverzeichneten Gemeinden die beigefügten Beträge
zu Zwecken des obigen Vereins bewilligt, und
protokolle mit Genehmigung wieder zugegangen.
sind denjenigen von Ertheilen Sie nunmehr Zahlungsanweisung
Ihnen, welche sich hierbei betheiligt haben, die betreffenden Berathungs⸗
und beauftragen Sie die Gemeinde-Einnehmer
das Geld an den Rechner des Vereins, Großh. Buchhalter Herrn Seip in Darmstadt, baldigst abzusenden.
Verzeichniß der von den Ortsvorständen der nachverzeichneten Gemeinden des Kreises Friedberg dem Verein zur Unterstützung von Juvaliden und von Hinterbliebenen gefallener hessischer Soldaten vom Feldzuge 1866 aus den Gemeindekassen bewilligten Gelder.
Bönffadt 10 fl.— Butzbach 50 fl.— Dorheim 5 fl.— Fauerbach v. d. H. 10 fl.—
Fauerbach b. Fr. 5 fl.— Griedel 15 fl.—
10 fl.— Dornassenbeim
Oder ⸗Wöllstadt 5 fl.— Ockstadt 10 fl.— Oppershofen 5 fl.— Ossenheim 5 fl.— Ostheim 5 fl.— Pohl Göns 5 fl.— Reichelsheim 10 fl.— Rodenberg 10 fl.—
Doch Welsel 5 fl.— Kirch Göns 7 fl.— Münster 5 fl.— Münzenberg 10 fl.— Rödgen 2 fl.— Schwalheim 2 fl 30 kr.— Staden 5 fl.— Steinfurt 8 fl.—
Nieder- Florstadt 10 fl.— Naubelm 40 fl.— Nieder-Rosbach 5 fl.
Mörlen 5 fl., aber für die Eltern des Heinrich Sch
— Ober⸗
weitzer, der gefollen. 296 fl. 30 kr.
Trals⸗ Münzenberg 2 fl.— Wölfersheim 15 fl.— Wohnbach 10 fl. Zusammen
Die Ortsvorstände der Gemeinden Assenheim, Bauernheim, Beyenheim, Bodenrod, Bruchenbrücken, Friedberg, Gambach, Hausen, Ilbenstadt, Langenhdain, Maibach, Melbach, Nieder-Weisel, Nieder-Wöllstadt, Ober⸗Florstadt, Ober-Rosbach, Weckesheim und Wisselsheim
haben Gaben nicht bewilligt.
Belreffend: Die Aufhebung des Bezugs von Pfandgebübren und Strafanthetlen von Seiten der Denunzianten in Feldstrassachen, bier die Einziehung und Verwendung dieser Straftheile und Pfandgebübren zur
Belohnung des Auffichtspersonals.
Tir a p p.
Friedberg den 3. April 1867.
Dasselbe an dieselben. Nur wenige von Ihnen haben unserer Verfügung vom 14. Januar d. J.— Amtsblatt ohne Nummer— entsprochen, weshalb wir an die umgehende Erledigung hiermit erinnern 1 Hessen. Darmstadt. tragen bereits die bundesmäßige Uniform. Der ten ist. Da bei der Luxemburger Angelegenheit
Das Aümefint. sterium hat einen auf bessere Erhaltung Der Gleich⸗ sörmigkeit in der Besteuerung der Gebäude gerich— teten Gesezentwurf, welcher auf dem vorigen Landtage nicht zur Berathung gelangt ist, wieder- holt an die Stände gebracht.
— Nach der„Hess. Landesztg.“ prägte die Großherzogliche Regierung im vergangenen Jahre 300,000 Thalerstücke, 4000 Gulden in Sechsern, 4000 Gulden in Groschen und 4000 Gulden in Kreuzern.
Friedberg. Nach einer in der Darmst. Zig. enthaltenen Bekanntmachung ist durch Be— schluß des Königl. preuß. Justizministers verfügt worden, daß die Großherzoglichen Anwälte zur Vertretung bei den königlichen Landgerichten Bat— tenberg ꝛc. ic. ferner nicht mehr zugelassen werden sollen.
Offenbach. Die Anfertigung von Pickel- hauben für die hessische Division ist kürzlich einem hiesigen Hause durch Großherzogliches Kriegs- ministerium übertragen worden. Als Muster gilt das neueste in der preußischen Armee eingeführte.
— Ven Rumpenheim wird gemeldet, daß die Herzogin Adelheid nunmehr der völligen Genesung von ihrer schweren Krankheit rasch und sicher entgegengeht.
Aus Starkenburg. In dem Kreise Lindenfels sind auf Anregen des landwirthschaft⸗ lichen Vereins zwei landwirthschaftliche Fortbil- dungsschulen ins Leben gerufen worden: zu Nieder- Liebersbach von Schullchrer Oswald und zu Unter ⸗Schönmattenwag von Schullehrer Linck. Eine kürzlich statigehabte Prüfung ist sehr befrie— digend ausgefallen.
Mainz. Dr. Schödler, Director der Realschule dahier hat am 31. v. M. sein 25jäh⸗ riges Dienstjubiläum begangen.
Preußen. Berlin. Dem Vernehmen nach ist der Kronprinz von Sachsen mit dem Chef des Generalstabs zu der Meldung hier ein- getroffen, daß die sächsischen Truppen bundesmäßig
ormikt ssesien. Der Kronprinz und sein Begleiter
Kronprinz ist zum commandirenden General des zwölften Bundes-Armeecorps ernannt.
— Die oberhessischen Reichstagsabgeordneten sollen beabsichtigen, im Reichstage zur Sprache zu bringen, ob und welche Hindernisse dem zeit— weisen Eintritte des Großherzogthuams Hes⸗ sen in den norodeutschen Bund entgegenständen, eventuell, ob die Hindernisse dauernde seien.
— Der„Staatsanzeiger“ ist ermächtigt, die Gerüchte von einer morganatischen Heirath der Königin von England für unbegründet zu erklären.
— Der„Staatsanzeiger“ enthält eine Ver- ordnung über die vertragsmäßigen Zinsen in den neuerworbenen Landestheilen, indem die Wucher— gesetze dort wie in den alten Provinzen aufgeho⸗ ben werden.
— Wie Berliner Blätter berichten, wird der König von Belgien, der Graf von Flan⸗ dern und die Hohenzollern'sche Familie am 23. April hier eintreffen.— Der Obercom— mandant der ägyptischen Armee, Chachim Pa- scha, ist zu mehrtägigem Aufenthalt hier ange- kommen.— Die Ernennung des Herrn v. Möl⸗ ler zum Oberpräsidenten in Kassel und des Herrn v. Bernuth zum Präsidenten von Köln ist nun⸗ mehr erfolgt.
— In der luxemburgischen Frage hat sich nichts verändert. Die offieiösen und officiellen Erklärungen der niederländischen Regierung werden hier so verstanden, daß zwischen Frankreich und Holland zwar Alles im Reinen ist, man aber für die Auseinandersetzung mit Preußen die Vermitt— lung der übrigen Großmächte nachzusuchen sich bestrebt. In dieser Weise wird auch die Sache, heute Morgen hier eingetroffenen Privatbriefen zufolge, in Luxemburg selbst aufgefaßt.
— Die„N. A. Z.“ dementirt die Nachricht, von Betreffs Luxemburgs getroffenen militäri— schen Maßregeln.— Aus Pariser und Haager Mittheilungen ist ersichtlich, daß in den Unter-
mehrere Großmächte betbeiligt sind, werden ein— seitige Schritte vermieden und durch gegenseitige Verständigung eine für Preußen und Deutschland hoffentlich befriedigende Lösung herbeigeführt werden.
— Die Nachricht, daß General v. Göben zum Commandanten von Luxemburg bestimmt sei, wird widersproͤchen.— Der Abg. Salzmann will dem norddeutschen Parlawente eine Petition vorlegen, die aus Reuß eingegangen und mit zahlreichen Unterschriften bedeckt ist, worin die preußische Regie; rung um Annexion des Fürstenthams gebeten wird, [E 2. April. Reichstag. Die Verhand- lungen über den Verfassungsentwurf werden fort- gesetzt und zwar mit Abschnitt VIII. Post⸗ und Telegraphenwesen. Ein von den Abgg. Becker, Schulze, Duncker zc. zu Art. 45 beantragtes Amendement wird abgelehnt und hierauf dieser Arti- kel in der Fassung der Regierungsvorlage angenom- men, ebenso unter Verwerfung der beantragten Abän⸗ derungen die Art. 46, 47, 48 und 49. Es folgt der Abschnitt IX. Marine und Schifffahrt und wird Abschnitt X. Consularwesen gleichzeitig der Discussion ausgesetzt. Abg. Meier spricht für eine nachhaltige tüchtige Marine, die Deutschlands würdig sei. Abg. Chapeaurouge will vorerst nur eine Flotte zum Schutze der Küsten. Abg. Schleiden ist für Errichtung einer angemessenen Bundesmarine. Soll aber eine Flotle geschaffen werden, so muß sie auch wirklich ihren Zweck er— füllen. Der Eingang des Art. 50 lautet:„Die Kriegsmarine der Nord- und Ostsee ist eine ein— heitliche unter preußischem Oberbefehl.“ Ich be— antrage, daß dafür gesetzt werde:„Die Bundes- Kriegmarine ist eine einheitliche 1c.“ Ich beantrage ferner, zwischen dem ersten und zweiten Alinea des Art. 50, das folgende neue Alinea einzuschalten:„Die Flagge der Bundesmarine ist schwarz⸗weiß⸗ roth,“ und ich füge hinzu, daß es ganz besonders zu empfehlen sein würde, wenn auch die Kriegsmarine sich dieser Flagge bediente.
Bundescommissär Kriegs- und Marineminister v.
handlungen vorläufig ein Stillstand eingetre- Roon: Die Flagge schwarzeweiß roth ist gewäblt


