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Polizei, welche die Stadt mii Sachsenhausen in sieben Polizei-Commissariate eintheilt, tritt in einigen Tagen in das Leben, sobald die nöthigen Einrichtungen vollendet sein werden. W 4

Mainz. Der des Raubmords beschuldigte Grüll von Gernsheim ist hier eingebracht worden; er wurde nach dem Holzthurm transportirt. 9

Mainz. Der Schlossergeselle Joh. Grüll von Gerns⸗ heim hat den ihm zur Last gelegten Raubmord in Eich zugestanden und ist nach Alzey abgeliefert worden. Das dortige Bezirksgericht ist mit der Weiterführung der Unter⸗ suchung beauftragt.

Darmstadt. Hiesige Blätter melden, daß das Cassa⸗ Manco des städtischen Wiegemeisters Herwegh sich nun mehr nach dem inzwischen stattgefundenen Incasso von Ausständen auf die Summe von 436 fl. 48 kr. reducire und die Familie Alles aufbiete, auch diesen Cassendefect zu decken. Es sagt weiter, daß bei der großen Einnahme an der städtischen Wage ein solches Manco, trotz der sorg fälligst pon der Bürgermeisterei geschehenen Uederwachung leicht möglich gewesen wäre. f

Heppenheim. Vor einigen Tagen wurden in äußerst frecher Weise mittelst Einbruch auf dem hiesigen Kreisamt öffentliche Gelder im Betrag von 40 fl. gestohlen, während andere inhaltreichere Kassen unentdeckt geblieben sind.

Bensheim. Aus dem Programm des hiesigen Gym⸗ nasiums am Schlusse des Schuljahres 1886/67 geht hervor, daß die Gesammtzahl der Schüler 105 war, davon 56 Katholiken, 46 Evangelische und 3 Ioraeliten.

In Pforzheim ist dieser Tage ein junges Frauen⸗ zimmer an Vergiftung durch Beleuchtungsgas gestorben. Die Unglückliche schlief in einem Zimmer, durch welches eine Gasleitung führte, welche an irgend einer Stelle schad⸗ haft war. Als das Mädchen am Morgen nichts von sich hören ließ und man nach ihm sah, fand man es völlig bewußtlos. Aerztliche Hilfe war sogleich zur Stelle, aber umsonst. Trotz aller angewendeten Mittel trat am folgen⸗ den Tage der Tod ein

Königsberg. Ein nichtswürdiger Dienstbote stand hier kürzlich vor dem Schwurgericht. Die 17 jährige Johanna Frank aus Berthaswalde bei Neuhausen wurde von den Geschworenen schuldig befunden, das ihrer Pflege anvertraute dreimonatliche Kind ihrer Dienstherrschaft durch fortgesetztes Einzwängen von Nähnadeln in den Mund und in andere Körpertheile gemißhandelt zu haben, mit dem Umstande, daß diese Grausamkeit den Tod zur Folge gehabt. Sie wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt.

London. Vor einigen Tagen empfing in aller Frühe der Kaufmann William Fox in Mulberry Street ein ziem⸗ lich umfangseiches Paket mit der Ausschrist, dasselbe sogleich zu öffnen. Er kam der Aufforderung nach; man denke sich aber seinen Schrecken und Schauder, als er den vom Körper getrennten Kopf seiner 17 jährigen Tochter, die er ruhig schlafend in ihrem Bette glaubte, darin fand. Zwei Zeilen, die auf die Stirne des Kopfes geheftet waren, klärten die Schreckensthat auf. Sie lauteten:Das ist die Rache eines abgewiesenen Freiers. Ich wollte nicht ohne sie, sie sollte nicht ohne mich leben. Dem hartherzigen Urheber alles Unheils dieses Andenken. Henry Matfel. Sen Thäler fand man in seiner Wohnung erhängt.

Telegraphischer Bericht.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Hamburger PostdampsschiffHammonia, Capt. Ehlers, welches am 14. September von Hamburg via Southampton abging, ist nach einet ausgezeichnet schnellen Reise von 9 Tagen 22 Stunden wohlbehalten in New⸗ Vork angekommen. ö

Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Hermann, Capt. Wenke, welches am 19. September New⸗York verließ, ist nach einer sehr schnellen, glücklichen

Reise von 9 Tagen 23 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten ge⸗ landet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Das Hamburger PosidampfschiffGermania, Capt. Schwensen, trat am 28. September wiederum eine Reise via Southampton nach New-York an und hatte außer einer starken Brief- und Packet-Post 500 Tons Ladung, 130 Passagiere in der Cajüte und 388 im Zwischendeck

an Bord. Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Che. Hecht in Friedberg, Spec.- Agent. Angekommen in New- Pork:

Am 6. September SegelschiffKosmos von Bremen. Am 7. September DampferAtalanta von Havre, DampferColumbia von Glasgow. Am 8. September SegelschiffAnna von Bremen. Am 9. September SegelschiffRaleigh von Hamburg, SegelschiffR. R. Gove von Bremen. Am 10. September Dampfer Atlantic von Bremen. Am 11. September Dampfer Helvetia von Liverpool.

Abgehend nach New-PYork:

Am 8. October DampferWm. Penn von Havre. Am 9. Oct. SegelschiffWm. Frottingham? von Havre. Am 12. October DampferAllemania von Hamburg, DampferHansa von Bremen, DampferThames von Antwerpen. Am 15. October DampferMinnesota von Liverpool.

Wegen Frachten und Passagen beliebe man sich an obige Specialagentur zu wenden.

Schwurgericht der Provinz Oberhessen. IV. Quartal 1867. Anklagen:

1) Montag den 7. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Johann Heinr. Jost III. von Freien⸗Seen wegen Unzucht; Verth.: Groß. Hofg.-Adv. Kraft. 2) Dienstag den 8. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Maria Leistner von Orleshausen wegen ausgezeichneten Diebstahls; Verth.: Gr. Hofg.-⸗Adv. Krauskopf; 3) Mittwoch den 9. Oct., Vorm. 9 Uhr, gegen Peter Albach von Hattenrod wegen Körperverletzung resp. Mordversuchs; Verth.: Gr. Hofg.

Advocat Thorwart. 4) Donnerstag den 10. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Elias Meier von Gießen wegen Meinecids; Verth: Gr. Hofg.⸗Adv. Baist. 5) An

demselben Tage, Nachmittags 3 Uhr, gegen Andreas Lippert von Butzbach wegen Versuchs der Nothzucht; Verth.: Großh. Hofg. Ah, Labroisse. 6) Freitag den 11. Oct., Vormittags 9 Uhr, gegen Jacob Brückmann von Kaichen, wegen mehrerer ausgezeichneten Diebstähle; Verth.: Gr. Hosg.⸗Advocat Weidig. 7) Samstag den 12. October, Vorm. 9 Uhr, gegen Clisabetha Kaspar von Wettsaasen wegen ausgezeichneten Diebstahls; Verth: Gr. Hofg.⸗Adv. Hirschhorn. An demselben Tage, Nach⸗ mittags 3 Uhr, gegen Heinrich Weller von Friedberg

9) Montag den 14. October gegen Johannes Nèun XII. von Wenings, Dienstag den 15. October gegen Georg Krumm III. von da, Mittwoch den 16. October, Vorm. 9 Uhr, gegen Lehrer Freimann von Stammheim, Ver⸗ theidiger: Großh. Hofg.-Advocat Baist, und gegen Jonas Stern von Wenings, Verth.: Gr. Hofg.⸗Adv. Wusetzky, wegen Meineids beziehungsweise Anstiftung und Beihülfe zu diesem Verbrechen.

Verloosungen.

Wien, 1. Oct. Bei der heute statlgefundenen Serien ziehung der österreichischen Creditloose von 1858 wurden folgende 17 Serien à 100 Stück Loose gezogen. Serie 91 149 307 437 684 1471 1488 1864 1923 2388 2616 2686 2904 3015 3086 3509 3946, und fielen bei

wegen Wechselfälschung; Verth.: Gr. Hofg.⸗Adv. Baist.

der alsbald vorgenommenen Gewinnziehung auf nach⸗ stehende Nummern die beigesetzten Prämien: Serie 91 Nr. 100 200,000 fl., Serie 91 Nr. 60 40,000 fl., Serie 3015 Nr. 80 20,000 fl.

Schutzmittel gegen die Cholera.

DieHildesh. Ztg. veröffentlicht folgende Zuschrift eines Arztes: Wenn gegen die aus⸗ gebildete Cholera bislang ein zuverlässiges Heil⸗ mittel nicht entdeckt ist, wenn selbst das beste antimiasmatische Mittel, das Chlorwasser, deßhalb im letzten Stadium dieser Krankheit häufig sich unwirksam erweisen mußte, weil der Krankheits- proceß zu rasch ist und dieses herrliche Mittel rasch genug nicht durch den ganzen Darmranal hindurch gelangen kann, um das Cholera⸗Miasma zu vertilgen, so ist dagegen im Beginne dieser Krankheit von diesem Heilmittel entschieden Hilfe zu erwarten. Schreiber dieser Zeilen hat erst gestern an sich selbst die schnelle Wirkung dieses Medicamentes erfahren, als er, zu einem im letzten Stadium der Cholera darnieder liegenden Kranken gerufen, sofort selbst alle Vorboten dieser Krankheit empfand und sehr krank darniederlag. Da zur Vernichtung von Migsmen(giftige Schimmel- Pilze) kein besseres Mittel vorhanden ist, als Chlor, so ist kein Grund vorhanden, daß dasselbe nicht auch die durch den Mund auf die Schleimhaut des Mundes, Magens und Darm⸗ canals gelangenden Miasmen vernichten sollte. Die Praxis lehrt, daß die Theorie richtig ist. So wie bei Diphterie und Scharlachbräune dieses Mittel von entschiedener Wirkung ist, so hat es sich bei mir auch gestern als Heilmittel gegen beginnende Cholera erwiesen; denn schon wenige Minuten, nachdem ich einen Löffel von Chlorwasser eingenommen hatte, verminderten sich alle Beschwerden, und alsbald trat ein allgemeiner Schweiß ein, welcher 18 Stunden anhielt. Wohl bin ich etwas matt, aber doch Convalescent. Was die Anwendung des Mittels anlangt, so empfehle ich 2 Loth Chlorwasser mit 1 Loth de⸗ stillirtem Wasser gemischt, und lasse davon, je nach dem Alter, einen bis zwei Theelöffel voll einnehmen. Wasser darf nicht nachgetrunken werden, weil die Kraft sonst vermindert wird. Den Krankewärtern und Hausgenossen von Cho⸗ lerakranken empfehle ich, von dem genannten Mittel Morgens, Mittags und Abends einen Theelöffel voll zu nehmen, weil es ohne Zweifel das beste Schutzmittel ist, wie es sich auch als Schutzmittel gegen die ansteckende Dyphterie be⸗ währt hat. Das Chlorwasser ist ein durchaus unschädliches Medicament, welches, von Gesunden genommen, wohl den Appetit vermehrt, aber keiner!; Nachtheile bringt; es kann also viel nützen, aber keinenfalls schaden.

Dr. med. Dyes, Oberstabsarzt.

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