vom Artilleriecorps ist in den Generalstab des genannten Armeecorps commandirt worden.
— Wie die„H. V.“ melden, wäre der Ge⸗ neralstaatsprocurator am Großh. Cassationshof, Geh.⸗Rath Seitz dahier, in die Commission be- rufen worden, die zur Berathung über die dem norddeutschen Reichstag vorgelegte Civilproceßord⸗ nung in Berlin gebildet wurde.
Preußen. Berlin, 1. October. Reichs- tag. Präsident Simson theilt ein Schreiben des Bundeskanzlers mit, welches anzeigt, daß Se. Majestät der König von Preußen wünsche, die Adresse des Reichstages vor der Rückkehr nach Berlin am 3. October in Hohenzollern aus den Händen des Präsidenten zu empfangen, mit Rück⸗ sicht auf dringende Reichstagsarbeiten Abstand von der Einladung einer Adreß- Deputation neh- mend.— Präsident Simson erklärt, er wolle Abends nach Hohenzollern reisen und Urlaub bis Ende dieser Woche nehmen.— Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: Marinebudget. Contre⸗ Admiral Jachmann gibt Erläuterungen, ver⸗ weist auf die Sparsamkeit bei der Aufstellung. Dem Bundesrathe soll eine Denkschrift vorgelegt werden, welche die Grundsätze enthält, wonach der Marine⸗Etat im nächsten Jahre sich entwickeln soll; hieran wird sich ein Antrag auf Bewilligung einer außerordentlichen Summe zur Förderung dieses Zweckes knüpfen. Ein Gründungsplan, wie der Abg. Harkort ihn verlange, lasse sich augenblicklich nicht vorlegen; die übrigen Anträge würden berücksichtigt werden.— Harkort be⸗ klagt die Unzulänglichkeit des Etats.— Franke wünscht bessere Dotirung der Marineschule.— Jachmann verweist auf ausreichende Leistungen der Marine-Bildungs-Anstalten.— Kratz ver⸗ theidigt den Antrag: Anstellung katholischer Ma- rine⸗Geistlicher.— v. Roon bedauert das Hin— überziehen der Debatte auf das confessionelle Ge— biet. Die Bevölkerung, welche die Marinemann⸗ schaft gibt, sei vorwiegend protestantisch, daher sei für den Antrag kein Bedürfniß vorhanden.— v. Vincke(Olbendorf) hofft, die Marine werde sich zweckentsprechend entwickeln.— Meyer(Bre⸗ men) gegen Harkort's Bemängelungen des Etats. — v. Frankenberg vertheidigt seinen Antrag. — Hiermit schließt die allgemeine Debatte. Die Anträge Franke und v. Frankenberg auf Verbes⸗ serung der Marineschule und Berücksichtigung des vaterländischen Schiffbaues werden angenommen. — Zweiter Gegenstand der Tagesordnung sind: Zölle und Verbrauchssteuern, die mit 19,004,420 fl. in Einnahme beschlossen wurden. In Verlauf der Sitzung ist ein Entwurf über die Errichtung von Hypothekenbanken für Land und Stadt von dem Abg. Graf Lehndorff und Freiherr v. Hüllesem eingebracht worden.
— Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, wird der Reichstag voraussichtlich bis 15. Oc⸗ tober das neue Posttarifgesetz genehmigt haben, demgemäß sind die süddeutschen Staaten eingela⸗ den, bis zum 15. October Bevollmächtigte hier · herzusenden.— Der preußische Gesandte am Wiener Hofe, Freiherr v. Werther, ist aus Paris hier eingetroffen.
— Die preußischen officiösen Zeitungen haben bis jetzt keine Notiz genommen von den beunru⸗ higenden Nachrichten aus Frankreich, welche die ununterbrochen fortgesetzten Rüstungen im groß⸗ artigsten Maßstabe und ferner die Bildung von drei großen Armeen, die Ostarmee, die Armee von Paris und die Südarmee, u. dergl. melden. Nun aber ist der„Kreuzzeitung“ die Geduld und Langmuth ausgegangen und in einem längeren Artikel wendet sich dieselbe sehr energisch gegen die französische Presse. Es heißt darin u. A.: „Also denn zwei Worte!— Wir sind zu alt, um noch zu spielen,— sonst würden wir in die fran⸗ zösische Schule gehen, um das Prahlen zu erler⸗ nen. Man zählt uns vor, wie groß Frankreich's Armee, wie feurig ihr Muth sei, den doch Nie⸗ mand bezweifelt, wie schneidig ihre Waffen,— selbst die Turkos werden schon zu vielen Tausen⸗ den gegen uns mobil gemacht. Wir fürchten uns nicht,— aber wir rühmen uns auch nicht. Wir werden Niemand angreifen,— vor Niemands
Angriff aber uns scheuen. Nirgends werden wir Frankreich in den Weg treten, seine„inneren Ver- legenheiten“ durchaus nicht vermehren. Wir wer⸗ den uns niemals einmischen in eine Frage, die der Entscheidung Frankreichs anheimsteht,— allein und frei möge es seinen Gang ordnen. Aber auch wir den unserigen! Wir sind nicht gemeint, in Paris anzufragen, ob Deutschland wohl Deutsch sein möchte. Wir sind nicht gemeint, Herrn Drouyn de Lhuys zu bitten, daß Preußen Groß- macht bleiben dürfe. Es fällt uns nicht bei, den kaiserlichen Vetter um Belehrung zu ersuchen über die Grenzpflicht des Rheinstroms. Alles das den⸗ ken wir uns allein zu besorgen, und wir würden uns jede Intervention mit höflichstem Danke ver⸗ bitten. Wir hoffen, dies würde genügen,— Frankreich wird eben einsichtiger sein, als die kriegstollen Journale von Paris. Wenn aber doch nicht,— nun dann„Fuß beim Maal!“ und zu jedem Wettgang bereit, trotz aller Turkos und Fächerkanonen.„Dem groben Klotz, ein grober Keil!“— Diese Sprache der„Kreuzzeitung“ hat bis jetzt in der übrigen Presse Preußen's keinen Nachhall gefunden.
— Die„Prov.⸗Corr.“ bestätigt die Nachricht vom ersolgten Abschluß der Verhandlungen über die Vermögensverhältnisse des Königs Georg von Hannover. Betreffender Vertrag, dessen Bestäti⸗ gung baldigst zu erwarten steht, wurde am 29. September zwischen dem preußischen Bevollmäch⸗ tigten Geheimerath König und dem hannover'- schen Bevollmächtigten und ehemaligen Minister Windhorst abgeschlossen.
— Aus der ganzen preußischen Monarchie, sowohl aus den alten Provinzen, als aus den neu erworbenen Landestheilen, geht von den Leh— rern eine Petition an den König, für die nächste Landtagssession ein Volksschul⸗Dotationsgesetz zur Vorlage gelangen zu lassen. Die Petition, die am 15. September d. J. überreicht werden soll, hebt am Schlusse hervor, wie die meisten Volks⸗ schullehrer in Stadt und Land mit ihren Familien durch ihr ganzes Leben bis in die Tage des grauen Alters der Noth und dem Kummer, der Sorge um ihr tägliches Brod preisgegeben und die in dieser Richtung seit vielen Jahren wieder- holt gegebenen Verheißungen und Zusagungen immer wieder unerfüllt geblieben sind.
Oesterreich. Die„Allg. Ztg.“ bringt von Innsbruck aus folgende, misteriös klingende Nachricht vom 29. September: Heute früh wurde mit dem ersten Zug vom Brenner in einem Coupé erster Classe unter Gendarmerie⸗ Begleitung ein höherer Officier eingebracht, welcher dem italienischen Generalstab angehören soll Derselbe ward gestern betroffen, als er die Werke der Franzensveste beobachtete und aufnahm. Man fand bei ihm sehr viel Geld und Papiere. Auch spricht man noch von anderen Vorfällen dieser Art, doch ohne Bestimmtheit, da alles mit der größten Verschwiegenheit behandelt wird.
Frankreich. Paris. Die Liberté gehört zu denjenigen Pariser Zeitungen, welche sich an der deutschfeindlichen, aufreizenden Sprache ande- rer Journale nicht betheiligen, und fährt dieses Blatt sort, die Regierung auf Beseitigung der Kriegsbesorgnisse zu drängen. Der Krieg gegen Preußen, der im vorigen Jahre gefahrlos gewe⸗ sen, sagt die Liberté, und den Frankreich im Früh⸗ jahr durch Vermittlung Lord Stanley's so eifrig abzuwenden sich bemühte, wäre jetzt ohne allen Vorwand und voller Gefahren, da ganz Deutsch⸗ land sich gegen jede fremde Einmischung erheben würde. Deutschland den Krieg zu erklären, weil es durch eine Umwandlung stärker geworden, wäre gerade so unsinnig, als wenn man es wegen der starken Zunahme seiner Bevölkerung, während die Frankreichs stationär bleibt, bekriegen wollte, oder weil der Volksunterricht dort weit entwickelter als in Frankreich sei, und ihm dadurch der Sieg von Sadowa vorbereitet worden. Ein Krieg sei un⸗ möglich, weil das Staatsoberhaupt bei der immer⸗ hin möglichen Chance einer Niederlage wie die bei Waterloo und einer Invasion Frankreichs eine so entsetzliche Verantwortlichkeit übernehmen dürfe, da Niemand Frankreich bedroht oder beleidigt habe.
— In Paris gehen Gerüchte, und, wie die „Epoque“ sagt,„sehr beharrlich wiederholte Ge— rüchte,“ daß am 30. September ein Schutz- und Trutz⸗Bündniß zwischen Frankreich und Italien unterzeichnet worden wäre.
— Beunruhigende Nachrichten über den Ge⸗ sundheitszustand des Kaisers machten am 2. Oe⸗ tober auf die Geschäfte der Börse einen nachthei⸗ ligen Eindruck. Die Gerüchte wurden jedoch bal⸗ digst glaubwürdig widerlegt, so daß sich das Geschäft hob.
Belgien. Der„Rheinh. Beob.“ knüpft an die Mittheilung, daß sich nun auch Belgien zu rüsten beginne und nun ebenfalls bald bis an die Zähne in Eisen stecken werde, folgende Betrach— tung: Dieses Land mag durch seine Lage dazu gezwungen sein, zu bedauern bleibt aber immer, daß man fast aus allen Staaten nichts Anderes mehr hört, als wie die Mittel für die Heere auf⸗ zubringen sind. Man könnte es lächerlich finden, wenn es nicht zum Weinen wäre, wie die Völker gegenseitig sich abmühen, die Mittel hierzu zu schaffen, und gerade hierdurch die Möglichkeit unter⸗ graben, für diese Mittel zu sorgen, da durch die all— seitigen Rüstungen das Vertrauen ja immer mehr un⸗ tergraben wird. Alle Völker wollen Frieden haben, und dennoch arbeiten sie Alle für den Krieg!—
Großbritannien. Kürzlich wurden in Manchester zwei in Haft genommene amerika⸗ nische Fenier gewaltsam befreit und entkamen glück⸗ lich, ohne daß dieselben bis jetzt wieder festgenom⸗ men werden konnten. Dies Ereigniß trägt mit dazu bei, daß die Fenierfrage in den englischen Blättern auf's gründlichste discoutirt wird, zumal, als sich fortwährend an verschiedenen Punkten Symptome der Existenz der Fenier kundgeben und neuestens sogar in der unmittelbaren Umgebung Londons von Feniern ein Handstreich gegen einen Militärposten versucht worden ist.
— Die neue Post⸗Convention zwischen England und Amerika tritt, in so weit sie sich auf Drucksachen und Waarenmuster bezieht, schon mit dem 1. October in Kraft, wogegen die Herabsetzung des Briefportos von 10 auf 5 Sgr. erst am 1. Januar eintritt.
Italien. Garibaldi befindet sich, wie gemeldet, wieder in Caprera. Auf seiner Durch⸗ reise durch Genua schrieb er an den Director des Movimento folgende Zeilen: In der Eitadelle Alexandria ist mir freigestellt worden, i voller Freiheit und ohne Bedingungen mich nach Ca⸗ prera zu begeben. Um jedem Mißverständniß vor⸗ zubeugen, bitte ich Sie, dies zu veröffentlichen. G. Garibaldi.“
— Die neuesten Nachrichten, welche der Tele⸗ graph aus Rom bringt, lauten: Unverbürgte Mittheilungen eintreffender italienischer Reisenden melden den Ausbruch eines Aufstandes in Rom und die Abreise des Papstes nach Civita⸗ Vecchia.
— Eine Anzahl bewaffneter Insurgenten ziehen im Lande umher, werden aber von den päpstlichen Truppen verfolgt.
— Man meldet aus Florenz, daß es dort heiße, die Regierung habe an die französischen Repräsentanten im Auslande ein Circular er⸗ lassen, um die Aufmerksamkeit der Cabinette Eu⸗ ropa's auf die Nothwendigkeit der Lösung der römischen Frage zu lenken. darin die öffentliche Meinung des Landes, so wie den Widerspruch dar, der zwischen ihren Pflichten und dem Willen des Volkes bestehe, in welche Lage sie durch den Septembervertrag versetzt wor⸗ den sei.— Man erwartet in Florenz, daß die Bewegung in Rom auch ohne Garibaldi vor sich gehen werde.
* Friedberg, 4. Oct. Gestern Abend, als der von Frankfurt kommende Schnellzug die Strecke Vilbel⸗Dortel⸗ weil passirte, nahmen die Passagiere desselben auf einem in ber Nähe von Dortelweil gelegenen Hofe, man sagte uns, es sei der Gronauer Hof, ein mächtiges Feuer wahr. Wir bemerkten deutlich, daß ein Gebäude, dessen Dachwerk bereits eingestürzt schien, von Innen in hellen, hoch auflodernden Flammen ausbrannte. Welche Verheerungen das Feuer angerichtet, konnten wir bis jetzt nicht erfahren.
Frankfurt. Die hiesige Schutzmannschaft, wie das Gendarmeriecorps trägt seit dem 2. October die Frank⸗
furter Uniform nicht mehr. Die neue Organisation der
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