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1867.
Dienstag den 3. Dezember.
„ 143.
Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.“
Friedberger Jutelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Betreffend: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste für Privat—
perss nen für 1868
Amtlicher Theil.
Friedberg den 30. November 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt.
Wir sehen für das Jahr 1898 nicht vorhanden.
3 Tagen Ihren Berichten entgegen, ob Privatpersonen vorhanden sind, die Hengste zum Bedecken von Stuten ien und der angeordnet werdenden Untersuchung unterziehen wollen, gegerfalls wir annehmen, daß selche
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Hessen. Darmstad t Geh. Obersteuerrath nisse der localen Verhältnisse und den ernsten
Ewald, provisorischer Vorstand der Oberzolldirek—
Willen für das Rechte einzustehen besitzt. Jede
tion, ist zum Mitgliede des Behufs der Berathung Gemeinde bietet solche Männer, es ist nur nöthig,
über Zollvereinsangelegenheiten erweiterten Bundes- daß man sich darnach umsieht und sich über ihre
rathes des norddeutschen Bundes ernannt worden. Wahl vorher verständigt. Hierzu möchte Schreiber — Wie ein hiesiges Blatt vernimmt, soll das mit diesen wenigen Zeilen anregen.
zweite Jägerbataillon am 1. Jan. k. J. hierher,
Preußen. Berlin In der Budgetkom-
ein Bataillon Infanterie dagegen in eine benach- mission lag am 28. d. die Berathung der Kredit—
barte Ortschaft verlegt werden und dann allviertel⸗ vorlage vor.
jährlich Garnisonswechsel stattfinden.
Twesten beantragte, die Regierung möge die Genehmigung des Landtags für die
— Folgende Kreisärzte sind versetzt oder neu Abfindungsverträge mit den depossedirten Fürsten
ernannt worden: Dr. Weber, prakt. Arzt von einholen.
Der anwesende Finanzminister theilt
Echzell nach Gernsheim; Kreisarzt Dr. Wagnersmit, der Ministerpräsident würde die politischen
von Ulrichstein nach Osthofen;
Kreisarzt Dr. Hirsch in Schotten nach Ingelheim; Kreisarzt Beschlußfassung ausgesetzt wird.
Motive zu den Verträgen mittheilen, worauf die Im Laufe der
Dr. Müller in Friedberg nach Schotten; Kreis- Besprechung wurde constatirt, daß über die Zu—
arzt Dr. Scotti in Gernsheim nach Heppenheim;
Dr. Schenk, prakt. Arzt in Griesheim nach Ulrichstein; Dr. Lorenz, prakt. Arzt in Vilbel nach Friedberg.
— Bestem Vernehmen nach ist die Taunus bahn(Strecke zwischen Frankfurt⸗Wiesbaden) an den preußischen Staat verkauft.
* Friedberg. Eine Correspondenz der „M. Ztg.“ aus Kassel will aus zuverlässiger Quelle mittheilen können, daß die Abzweigung der durch die Wetterau nach Hanau projek⸗ tirten Eisenbahn nunmehr definitiv in Friedberg stattfinden wird. Der baldigen Inangriffnahme sowohl dieser als der Hanau-Offenbacher Linie kann mit Sicherheit entgegen gesehen werden, in- dem Preußen diese Bahnbauten ihrer strategischen Wichtigkeit halber kaum länger hinhalten zu lassen, in der Lage sein dürfte.
& Friedberg. Die Ergänzungswahl des Gemeinderaths wird im Laufe dieser Woche in unferer Stadt vorgenommen. Diese Wahl ist eine ernste und wichtige Angelegenheit, wir möchten sagen, für die einzelnen Gemeinden die wichtigste aller Wahlen, da von derselben das Wohl der Gemeinde abhängig ist. Wer so die Wichtigkeit der Gemeinderathswahl erkennt, der wird nicht unterlassen, bei derselben nicht allein selbst zu er- scheinen, sondern auch für eine rege Betheiligung unter seinen Mitbürgern zu wirken, der wird ts sich ferner angelegen sein lassen, daß bei Auf⸗ stellung von Wahlcandidaten verwandtschaftliche Berhältnisse, Eigennutz und Ehrgeiz nicht eine Rolle spielen, daß title Großsprecherei, An— maßung und Gehässigkeit, hinter allen dem gewöhn⸗ ich gar wenig oder nichts steckt, zur Geltung licht kommen können. Wirkliche Befähigung muß einzig und allein den Ausschlag geben; der zum Gemeinderath zu Wählende mag zu dieser oder jener Religion sich bekennen, reich oder arm sein, venn er nur ein warmes Herz für seine Mit⸗ lürger, Interesse für das Gesammtwohl, Kennt-
sammensetzung der Commission für die Dotation des Königs von Hannover noch keine Einigung erzielt, und daß Preußen noch im Besitze der auszuzahlenden Gelder sei.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ kritisirt scharf die sofortige Zustimmung Hessens zur Conferenz, womit entweder ein Mangel politischer Schicklich⸗ keit oder Mißachtung der nationalen Idee bewiesen sei, da Hessen noch außerdem eine vertragsmäßige Verpflichtung gegen den Norddeutschen Bund vor- gelegen habe. Das Präfidium des Norddeutschen Bundes soll Beranlassung genommen haben, sich über dieses Sachverhältuiß gegen die großherzogl. Regierung näher auszusprechen.
— In der Budgetcommission erklärte Graf Bismark bei der Berathung der Creditvorlage in Betreff der Abfindungssumme für die depossedirten Fürsten, die Geldentschädigung sei so hoch ge⸗ griffen worden, damit alles Prätendententhum aufhöre. England, das bei dem Vertrage mit Hannover betheiligt sei, habe demselben zugestimmt. Graf Bismark protestirt entschieden gegen die der Regierung entgegengehaltene Einwendung, sie sei nicht berechtigt gewesen, die Entschädigungsgelder aus der Anleihe zu entnehmen. Er werde, wenn das Haus die Vorlage der Verträge verlange, die Ermächtigung des Königs dazu nachsuchen. Der Antrag Twestens wurde schließlich mit 17 gegen 13 Stimmen angenommen.
— In der Debatte über das Budget greift Twesten die Zahlung der Abfindungssummen an die depossedirten Fürsten aus der 60 Millionen- Anleihe als ungesetzlich an. Bismarck verwahrt sich energisch gegen den Angriff Twestens.
— In der Sitzung des Abgeordnetenhauses zog Lasker seinen zweiten Antrag, betreffend die Niederschlagung des Verfahrens gegen Twesten und Frentzel, zurück.
— Die neueste Nummer des Kladderadatssh wurde mit Beschlag belegt.
— Nachdem die Untersuchung wegen der im
vergangenen Frühjahr entdeckten hannoverschen Verschwörung geschlossen ist, werden nun eine Anzahl betheiligte, früher hannoversche Offiziere, welche sich sämmtlich im Auslande aufhalten, wegen Hochverraths in den Anklagestand versetzt und öffentlich zum Untersuchungstermin vorgeladen. Dieselben sind angeklagt, im Jahre 1867 als preußische Unterthanen eine Verschwörung einge⸗ gangen zu sein, zu dem Zwecke, die preußische Provinz Hannover vom Gebiete des preußischen Staates loszureißen.
Bremen. Die Unionsregierung hat mit dem norddeutschen Lloyd wegen wöchentlich ein- maliger Mitnahme der Post nach Europa Contract abgeschlossen; England hat ähnlich mit dem Lloyd contrahirt.
Von Köln wird gemeldet, daß die Auswan⸗ derung bei der italienischen Jugend sehr überhand nehme. In wenig Tagen seien etwa 3000 durch- weg 18—24 jährige, darunter ohne Zweifel viele Garibaldianer, welche Europa Valet sagen, durch Köln gekommen, um jenseits des Oceans eine neue Heimath aufzusuchen. Die jungen Leute, welche die mittlere Größe nicht überschritten, aber kräftig gebaut sind und muthig in die Welt schauen, machen am Rhein einen guten Eindruck.
Wiesbaden. Der„Rh. Kur.“ theilt auf Grund zuverlässiger Erkundigungen mit, daß der Fortbestand der nassauischen Landesbank in keiner Weise in Frage gestellt ist. Vielmehr sei Seitens der kgl. Staatsregierung nur die durch die veränderten Verhältnisse gebotene Reorganisation der Landes bankverfassung in Erwägung gezogen.
Frankfurt. Der Vorstand des Frank- furter Dombau-Vereins hat einen Aufruf „an die im Auslande lebenden Frankfurter“ mit der Bitte um Betheiligung an Erfüllung der Ehrenpflicht,„die würdige Herstellung des Bau- werkes zu übernehmen, das zuerst unserem kleinen Freistaate jene centrale Bedeutung verlieh, die ihm bis zu den neuesten Ereignissen geblieben ist.“ Es soll die Kathedrale in ihrer alterthümlichen Großartigkeit jener störenden Anhängsel, der Häuser und Buden entkleidet werden und das ihr zu Gute kommen, was die Neuzeit an Verständniß und Sinn für alte Kunstschöpfungen gewonnen hat.
Bayern. München. Die„Süddeutsche Presse“ meldet: Frankreich regt einen Ausspruch der Großmächte über Serbien an und schiebt den- selben alle Folgen einer bewaffneten Action zu, da ihn die europäische Garantie von einer ein⸗ seitigen bewaffneten Intervention abhalte.
— Die„Südd. Presse“ enthält ein Wiener Telegramm: Serbien erkläre feierlich, daß es nur wegen der bedrohlichen Rüstungen der Pforte und zur eventuellen Abwehr einer Vergewaltigung militärische Maßregeln treffe.


