DemEtendard zufolge steht eine Ver- ändigung zwischen Berlin und Kopenhagen nit Sicherheit zu erwarten; Preußen verzichtet uf einen wichtigen Theil der Garantien für die n Nordschleswig wohnenden Deutschen, Dänemark zibt seine Ansprüche auf Düppel und Alsen auf.

Auf die Anrede des Präsidenten der Han- delskammer von Lille, antwortete der Kaiser: Die Heschäfte könnten allerdings besser gehen, aber die virkliche Situation werde durch die Besorgnisse der Journale übertrieben. Er hoffe, der Handel werde sich mit der Gewißheit der Erhaltung des Friedens wieder heben und das Vertrauen wieder gergestellt werden.

Amerika. Aus Newyork ist die Nach richt eingegangen, daß dort der französische Ge sandte in Mexico, Herr Dano, angekommen sei.

Gießen. Der seit einiger Zeit spurlos verschwundene Hofgerichtsadvokat Frank von hier soll, wie man hört, wohl und munter in Wiesbaden angetroffen worden sein.

Frankfurt. Bei der vor einigen Tagen vor⸗ genommenen Reinigung der Zimmer des städtischen Hauses Hotel Beke fand man, daß eine Partie wollene Teppiche, einem am Dome wohnenden Tapezierer gehörig, welche in der Nacht des Dombrandes dorthin geschafft wurden, noch

in einem glimmenden Zustande waren, so daß, wenn die

Reinigung und Lüftung der Zimmer um eine kurze Zeit später angeordnet worden wäre, unfehlbar das an den Teppichen glimmende Feuer das Haus hätte anzünden müssen.

Von der Bergstraße lauten die Berichte über die eben begonnene Tabaksernte günstig und wird dieselbe durchschnittlich als eine gute in Bezug der Qualität be⸗ zeichnet. Ein Gleiches verlantet von dem Hopfen, welcher zum Preise von 100 fl. verkauft wurde.

Lampertheim. Ein Beamter der Fabrik im nahen Neuschloß fand kürzlich Abends 11 Uhr seine 32jährige Frau, welche angeblich längere Zeit kränklich zu ebener Erde ein Schlafzimmer allein bewohnt, todt nieder⸗ kauernd in demselben vor. Erst am folgenden Morgen entdeckte man rings um den Hals der Leiche ein Merkmahl, woraus man schließen konnte, daß die Frau nicht eines natürlichen, sondern eines gewaltsamen Todes gestorben sei. Die sofort vorgenommene ärztliche und gerichtsärztliche Untersuchung und Seknon hat denn auch unwiderleglich nachgewiesen, daß leider diese Befürchtung gerechtfertigt war! Ob hier ein Selbstmord? oder aber der Tod durch eine dritte Hand herbeigeführt wurde, wird die mit Eifer betriebene gerichtliche Untersuchung ergeben.

Worms. Ueber die 22. Hauptversammlung des evangelischen Vereins des Gustav⸗Adolf⸗Stiftung, welche am 27 und 28. August in Worms stattfand, entnehmen wir der Darmstädter Ztg. folgende Mittheilung: Seit

gestern tagt der evangelische Verein der Gustav-Adolf Stiftung hier auf seiner 22. Hauptversammlung. Die Zahl der bis jetzt eingetroffenen Deputirten und Gäste beläuft sich auf 284. In den beiden Gottesdiensten am 27. und 28. d. M. wurden die Festpredigten von Pastor Nonweiler aus Bremen und Kirchenrath Dr. Hofmann aus Leipzig gehalten. Herr Pastor Nonweiler hatte II. Cor. 3, 2 zu seinem Text gewählt und behandelte das Thema: Der Gustav-Adolf-Verein der Brief der evangelischen Kirche, der gelesen werden kann von Jedermann 1) um seines Juhalts, 2) um seiner Adresse, 3) um seines Siegels und 4) uvm seiner Träger und Boten willen. Hr. Kirchenrath Hofntann sprach über J. Cor. 15, 58.Luthers Wort in Worms das Bekenntniß des Gustav-Adolf-Vereins beim Rückblick auf seine 25jährige Geschichte, damit beschäftigte sich seine Festpredigt.Hier stehe ich, sein gutes Recht, ich kann nicht anders, seine heilige Pflicht,Gott helfe

mir! Amen, seine freudige Zuversicht, das war die Ueberschrift der einzelnen Theile der Predigt. Auf den Antrag eines der Deputirten wurde der Druck dieser

Predigten beschlossen, nicht blos well dies stehender Brauch tst, auch nicht darum, weil die Predigten einen großen Eindruck auf die Versammlung gemacht hatten, sondern hauptsächlich um deßwillen, weil dies als das beste Mittel betrachtet wurde, um den Verein gegen die mannigfache Verkennung, Mißdeutung, und die seltsamen Vergleichungen zu vertheidigen, welche er in alter und neuer Zeit erfahren hat. Unter den Ansprachen, welche gestern und heute ge halten wurden, verdient besonders hervorgehoben zu werden diejenige, welche Herr Prälat Dr. Zimmermann an die Versammlung richtete. Er begrüßte dieselbe im Auftrag des hessischen Hauptvereins, des Oberconsistoriums und des Landesfürsten, welch' Letzterer dem Verein von jeher eine warme Theilnahme gewidmet habe. Bei dem Festmahle wurde den Tischgenossen eine fröhliche Ueber raschung, als der Hr. Prälat dem Präsidenten des Vereins,

Herrn Kirchenrath Dr. Hofmann, im Auftrag des Großherzogs den Orden Philipps des Großmüthigen überreichte, mit der Erklärung, daß diese Auszeichnung

nicht blos dem hochverdienten Kirchenrath, sondern dem Verein gelte, den er repräsentire. Bei den Verhandlungen am heutigen und gestrigen Tage wechselten in angemessenster Weise Begrüßungen im Namen der Obrigkeiten, Cor⸗ porationen, Gesellschaften, Gemeinden ab mit Bitten der Deputirten von hülfsbedürftigen Gemeinden und aus⸗ führlicheren Schilderungen einzelner Arbeitsgebiete des Vereins. Von längeren Vorträgen seien beispielhalber genannt die über die schlesische, bayerische, siebenbürgische Diaspora, über die Thätigkeit der Waldenser in Italien, der Straßburger und Pariser Missionsgesellschaft ꝛc. Die schönen Festtage werden hoffentlich allen Tyeilnehmern am Feste in freundlicher Erinnerung bleiben.

Guntersblum. Der Mann, welcher bet dem letzten Gewitter Schutz unter einem Baume suchte und vom Blitze getroffen wurde, ist nicht todt, sondern war nur längere Zeit bewußtlos; auch die beiden Kinder konnten gerettet werden.

Entsetzlicher Selbstmord. Die Pariser Gerichtszeitung erzählt unterm 19. d.: Als gestern Abend

vor 7 Uhr einige Leute aus ber Straße de la Paix kamen und sich nach der Vendonte-Säule wendeten, bemerkten sie auf der Höhe der Säule einen Mann, der seinen Hut auf den Platz warf und ihnen ein Zeichen machte, daß sie sich entfernen sollten. Bevor noch die Leute recht wußten, was der Mann wollte, stieg er über das Geländer und stürzte sich auf den Platz hinunter. Der Körper drehte sich zwei Mal um sich selbst, prallte am Carnies des Sockels an, stürzte dann auf die Stacheln des Gitters, das den Sockel umgtbt, und stel endlich hart außerhalb de Gitters auf das Trottoir zu Füßen der Säule. Der Kopf des Unglücklichen war vollständig zerschmettert, das Gehirn zehn Schritt weit gespritzt, und eine Blutlache be⸗ zeichnete den Platz, wo er niedergefallen; die Glieder waren gebrochen, und ein Bein von den Gitterstacheln zerfetzt. Der Mann schien etwa dreißig Jahre alt, und trug einen schwarzen, sehr anständigen Anzug.

4 Preußische Cassenanweisungen. Di Hauptverwaltung der Staatsschulden in Berlin fordert wiederholt die Besitzer von preußischen Cassenanweisungen von 1835 und von Darlehens ⸗Cassenscheinen von 1848 auf, dieselben behufs der Ersatzleistung bei der Controle der Staatspapiere oder bei einer der Regierungshauptcassen einzureichen. Wer bereits eingereicht, aber noch keinen Ersatz erhalten hat, wird aufgefordert, solchen an jenen Stellen gegen Rückgabe der ertheilten Empfangsscheine oder Bescheide in Empfang zu nehmen.

Eine erschütternde Scene trug sich, wie das Froͤbl. erzählt, kürzlich in Wien in der Wohnung des

am Hundsthurm wohnhaften Graveurs Ernest Hutsch zu. Herr H. hatte schon zeitig Morgens die Wohnung ver flassen; um 9 Uhr begab sich auch Frau H. aus der Wohnung, um nach dem Markte zu gehen, ließ aber im Bette ihr Kind liegen und verschloß die Thür. Als sie eine halbe Stunde später zurückkehrte, hörte sie ihr Kind jämmerlich schreien. Schnell öffnete sie die Wohnungsthür, wer beschreibt aber ihr Entsetzen, als sie eine Katze auf ihrem Kinde sitzen und an dessen Händchen nagen sah. Als sie eintrat, sprang die Katze zum Fenster hinaus, welchen Weg sie auch wahrscheinlich als Eingang benützt hatte. Die Katze hatte nicht nur einen Theil des Händ⸗ chens gefressen, sondern auch das linke Ohr und die Wange des Kindes angenagt. Der Schmerz der Mutter über diesen Unfall war ein so furchtbarer, daß sie plötzlich in Wahnsinn verfiel und in das Irrenhaus geschafft werden mußte.

Verloos ungen. Karlsruhe, 31. August. Bei der heutigen Serien- ziehung der vadischen fl. 35 Loose wurden folgende 50 Serien à 50 Stück Loose gezogen: Serie 426 582 661 693 1242 1452 1720 1772 2311 2427 2433 2504

2563 3111 3255 3375 3544 3728 3796 3941 3959 4071 4367 4430 4528 4817 4901 4929 5158 5501 5606 5614 5769 6065 6218 6778 6812 6834 6861 6879 6912 7008 7190 7505 7663 7687 7806 7843 7976 und 7994. Die Gewinnziehung erfolgt planmäßig Ende September d. J.

Oeffentliche Bekanntmachung. 1920 Da die Anna Margaretha Lenz ledig von Holzheim außer Stand in ihr Vermögen selbstständtg zu verwalten, so tist sie unter Curatel gestellt und Johann Georg Jung IX. von Holzbeim als Curator für sie bestellt worden, was unter dem Anfügen biermit zur Kenntniß gebracht wird, daß die, ihre Person oder ihr Vermögen betreffenden, ohne Mitwirkung des Curators abgeschlossenen Rechtsgeschäfte keine rechts verbindliche Wirkung haben.

Gleichzeing ergeht an Alle, welche an gedachte Anna Margarctha Lenz oder deren verstorbenen Vater Johann Georg Lenz Forderungen haben, die Auf⸗ forderung, solche sogewiß binnen 4 Wochen specisictrt, entweder bei dem Curator oder dabier anzumelden, gegenfalls sie nach Regelung der Vermoͤgensverhältutsse spätere Berücksfichtigung nicht finden können.

Lich am 3. August 1867.

Großherzogliches Landgericht Lich In Beurl. des Landrichters Cellarius, Londgerichs- Assessor.

ECdictal ladung. 1926 Ansprüche jeder Art an die nachverzeichneten Immobilten des Johannes Bangel zu Wölsersbeim in der Gemarkung Wölfersheim I, 35. III, 606. III, 607. V, 637. V, 638. und VII, 380., fint so⸗ gewiß binneg 4 Wochen dahier vorzubringen und zu begründen, als soust die stattgehabten Veräußerungen beslätigt und in das Mutations⸗Verzeichniß eingetragen werden. Hungen den 10. August 1867. Großberzogliches Landgericht Hungen Dry, Jer e.

Gras ⸗Versteigerung.

2068 Montag den 9. September d. J., Vormittags 10 Uhr, soll das dießjährige Grummetgras von den blefigen Gemeindewlesen, circa 200 Morgen haltend, in einzelnen Abtheilungen versteigert werden. Die Großherzoglichen Bürgermeisterelen der um⸗ liegenden Orte und Städte werden ersucht, dieses im Interesse shrer Ortsangehörigen gefälligst bekannt machen zu lassen.

Inbelden den 1. September 1867.

Der Großherzogliche Bürgermeister Ko ch.

Pferde ⸗Versteigerung. 2032(Butzbach.) Donnerstag den 5. k. Mts., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hiesiger Reitercaserne zwei Stück für den Militärdienst untaugliche Reitpferde gegen Baarzahlung öffentlich versteigert.

Butzbach den 28. Auguff 1867. Großherzoglicher Verwaltungeratb der vereinigten Schwadronen der Reiterbrigade v. Bu seck, Major.

Immobiliar⸗Versteigerung. 2028 Mittwoch den 4. September J. J., Vormittags 11 Uhr, werden in hiesigem Rathhaus auf freiwilligen Antrag des hiesigen Bürgers und Wagnermeiflers Wilbelm Hanusteln II. nachstehend beschriebene Immobilien, als:

Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 5. 145. 67. Grabgarten am Schützenratn, 7. 157. 247. Acker im kleinen Wartfeld, 10. 252. 186. Acker an der Marburgerhohl, 14. 119. 209. Acker im Großgalgenfeld,

14. 69. 310. Acker im Großgalgenfeld. Gemarkung Fauerbach d. g. Flur. Nr. Kiftr. 4. 262. 169. Acker an der Wingertsgasse

öffeutlich meifibietend versteigert. örtedberg den 28. August 1867. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg B. d B.: Der dienstälteste Gerichtsmann Fouc ar.

Mobiliar⸗Versteigerung. 2042 Nächsten Dienstag den 3. k. M., von Morgens 9 Uhr ab, werden in der Wohnung der Frl. Ludwig dahier, Karlostraße Nr. 290, abzugs halber öffentlich an den Meistbietenden verstetgert, und zwar:

3 Sopha, 2 Glasschränke und 5 Commoden in

Mahagont und Nußbaum, 6 Rohr- und 6 ge⸗

polsterte Stühle, 8 Tische, 3 Spiegel, 1 Etagdle,

mehrere Bettstellen, 2 Seegras- und 8 Roßbaar-

Matrazzen mit Schrägkissen, Porzellan, Haus- und

Küchengeräthschaften.

Nauheim den 28. August 1867. Der Stadtschreiber Schutt.

Bekanntmachung.

Lieferung von Salzsäcken. Die Lieferung von 12000 Stück Kochsalzsäcken, 143 Centimeter lang, 60 Centimeter dreit, (120 Centimeter Umfang) und 1000 Stück Viehsalzsäcken 75 Centim. lang und 45 Cen- timeter breit(90 Centim. Umfang). 2064 Die Säcke mussen von starkem Zettel angefertigt und die Nähte von innen zweimal mit gutem Zwirn festgenaͤht sein. Die Ablieferung hat im Oktober lau⸗ fenden Jahres zu beginnen und muß in monatlichen Quantitäten von je dem 5. Theil der Lieferung weiter geschehen. Offerten mit Muster sind bis zum 10. Sep⸗ tember d. J. mit der AufschriftSäckelteferung auber einzureichen. Auf portofreie Anfragen werden die nä⸗ heren Lieferungsbedingungen schrifelsch mitgetheilt. Nauheim den 27. August 1867. Großberzogliches Salinenamt Nauheim F. Schreiber. Weiß.

Versteigerung von altem Bettstroh. 2071 Dienstag den 3. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, wird das alte Bettstroh aus 500 Strobsäcken und Ma⸗ tratzen des dahier garntsonirenden Bataillons auf dem Verwaltungsbüreau gegen baare Zahlung parthteen⸗ weise versteigert. Frledderg den 2. September 1867. Kalbfletsch, Oberquartiermeister.

Bekanntmachung.

2057 Mittwoch den 11. September, Vormittags 11 Ubr anfangend, wird die Kreuzmühie in der Gemarkung Cransberg, bestebend aus Mahl- und Oelmüble und circa 6 Morgen Felpgütern und Wiesen, auf Ort und Stelle meistbtetend öffentlich sreiwillig versteigert. Die selbe ist zu 4181 fl. taxirt.

Cransberg den 28. August 1867.

Wert b, Bürgermeister.

Hesten Portland Cement

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durch den directen Bezug zu seor billigen Preisen

dei Jean Huber.