und schon lange erkannt worden sind. Wir er⸗ wähnen nur den Mangel eines städtischen Schlacht hauses, die Klagen über unreines, schlechtes Trink⸗ wasser, Ausfluß der Abtritte und Miststätten auf die Straßen, und der Uebel größtes, den ekel⸗ erregenden, stinkenden Inhalt des Seegrabens, der weithin die Luft verpestet. Abhülfe ist in den angedeuteten Beziehungen dringend geboten und nicht länger aufzuschieben.
Mainz. Die Königin von Belgien ist mit der Kaiserin Charlotte mittelst Extrazug von Wien bier durch nach Brüssel gereist.
— Am 30. d. vor 12 Uhr langte der König von Preußen, von Coblenz kommend, mit der Ludwigsbahn hier an. Er begab sich in's Gou⸗ vernement⸗Palais und nahm dann eine Parade über die hiesige Garnison auf dem Schloßplatze ab. Hierauf fand ein Diner bei dem Gouverneur, Prinzen von Holstein, statt. Die Kasernen und
Militärgebäude waren reichlich geziert und mit schwarzschweißen Fahnen behängt. Am Nach⸗
mittage reiste Se. Majestät nach Wiesbaden, wo ihm ein glänzender Empfang bereitet wurde.
— Am 29. v. M. fand dahier die General- versammlung des Vereins deutscher Eisenbahn— verwaltungen im großen Saale des Casinos zum Gutenberg statt. Die Versammlung leitete Herr Geh. Regierungsrath Dr. Esse, an welcher, zur Vertretung von beiläufig 80 Bahnverwaltungen, gegen 200 Personen Theil nahmen. Die Per⸗ handlungen zogen sich ziemlich weit hinaus, so daß das Bankett im Akademiesaale des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses von 2 auf 3 Uhr zurück- gesetzt werden mußte. An dieses Festessen schloß sich dann am Abend eine Excursion per Dampf⸗ boot nach der Moritz' schen Bierhalle oberhalb der Stadt, in Weisenau, an, und ein Feuerwerk, welches vor diesem Etablissement auf dem Rheine abgebrannt wurde, bildete den Schluß des Tages. Leider war die feuchte Witterung dem Abbrennen desselben ungünstig. Zu beklagen ist noch, daß bei dem in der Moritz'schen Bierhalle gegebenen Bankett nicht allein Ministerialrath v. Lehmann von Darmstadt, sondern auch ein anderer Herr, angeblich ein Eisenbahndirektor, ein Bein brach.
Preußen. Berlin. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ constatirt ihre Befriedigung über die Eirmüthigkeit, welche sich in Deutschland bei allen Parteien gegen jede fremde Einmischung in deutsche Angelegenheiten gezeigt habe. Deutsch⸗ land habe in der friedlichen Lösung der Luxem⸗ burger Frage den Beweis geliefert, daß die Be⸗ sonnenheit nicht einen Augenblick aufgehört, die Richtschnur des deutschen Volkes und seiner leiten. den Staatsmänner zu sein.„Um so mehr aber,“ fährt sie fort,„haben wir Anspruch darauf, in denjenigen Angelegenheiten, bei denen keine Inte⸗ ressen Frankreichs ins Spiel kommen, ungestört zu bleiben und wir müssen daher den friedlichen Erklärungen des Pariser„Moniteur“ einen sehr großen Werth beilegen, hoffend, daß hiermit auch den fortwährenden Provocationen ein Ziel gesetzt werde, deren Gegenstand in der französischen Presse Deutschland nun schon zu lange gewesen ist.“
— Dieselbe Zeitung ist ermächtigt, zu erklä⸗ ren, daß Freiherr v. Savigny den Staatsdienst nicht verlassen wird. Derselbe konnte nur wegen sachlicher Meinungsverschiedenheit die Mitwirkung der Bundesrathsarbeiten nicht übernehmen.
— Bismarck ist am 2. August auf einige Tage nach Ems gegangen.
— Die Beantwortung der dänischen Note soll nach Rückkehr des Grafen Bismarck unver- züglich erfolgen. Die Reichstagswahlen werden nicht vor dem 24. August C. stattfinden.
— Aus Mährisch⸗Ostrau, 29. Juli, geht hier die Nachricht ein, daß sich in der v. Rothschild'“ schen Steinkohtengrube„Tiefbau“ ein schlagendes Wetler entzündet hat. Es waren 100 Arbeiter in der Grube, wovon 50 theils gräßlich verstüm⸗ melt und 20 todt herausgeholt worden sind. Die Rettungsversuche sind schwierig, doch werden sie eifrigst fortgesetzt.
Fürst Hohenlohe
Bayern. München.
hat Würtemberg, Baden und Hessen aufmerksam machen lassen, daß die in der Stuttgarter Ueber—
einkunft verabredete süddeutsche Militär ⸗ Conferenz in Kurzem zusammentreten müsse. Dieselbe wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Septembers beginnen, doch ist darüber noch nichts Bestimmtes festgesetzt.
Oesterreich. Wien. Die„Presse“ mel⸗ det: Es bestätigt sich, daß der Kaiser Napo- leon am 7. August nicht nach Ischl, sondern nach Salzburg kommt.
— Der Sultan ist per Dampfschiff nach Pest abgereist. Der Kaiser und der Sultan fuh⸗ ren in offenem Wagen bis zum Landungsplatz, woselbst die hohen Herrschaften herzlichen Abschied nahmen.
Frankreich. Paris. Auf eine Einladung des österreichischen Hofes gehen der Kaiser und die Kaiserin von Frankreich auf 2 Tage incognito nach Salzburg, begleitet vom Fürsten Metternich, dem österreichischen Gesandten in Paris.
— Der„Moniteur“ ist der Meinung, sein beruhigender und friedlicher Artikel vom 29. Juli werde sowohl von Frankreich wie vom Auslande als eine Bestätigung der versöhnlichen Ideen und der gemäßigten Anschauungsweise des Leiters der Politik Frankreichs in seinen Beziehungen zu den andern Mächten angesehen. Wie seine Reden, so bieten auch seine Handlungen alle Garantien für die Erhaltung des Friedens.
— Nach dem„Moniteur“ hat Kriegsminister Niel den General Dumont bei dessen Sen⸗ dung nach Rom beauftragt, sich ausschließlich mit der Untersuchung der Ursachen zu beschäftigen, auf welche die in der Legion von Antibes vorgekom— menen zahlreichen Desertionen zurückzuführen sind. — Die„Patrie“ gibt, um allen Unrichtig⸗ keiten und Uebertreibungen entgegenzutreten, zu, daß schon seit zwei Monaten Besprechungen zwi- schen der preußischen Regierung und den Vertre- tern der Mächte über die Ausführung des Prager Friedens stattgefunden haben. Namentlich hätten in der letzten Zeit Frankreich und Rußland ihre Ansichten, die mit den friedlichen Anschauungen des Berliner Cabinets in Einklang standen, kund gegeben. Allgemein herrsche in den deutschen diplomatischen Kreisen die Ansicht, daß die nord- schleswig'sche Frage keine Schwierigkeiten, weder zwischen Preußen und Dänemark, noch zwischen Preußen und einer der mittelbar an der Lösung dieser Frage sich betheiligenden Mächte hervor- rufen werde.
— Der„Constitutionnel“ sagt: Frankreich habe keineswegs eine diplomatische Einmischung in den dänisch-preußischen Streit versucht, die französische Regierung habe in ihrer Depesche an die französische Gesandtschaft in Berlin nur ihre Ansicht über die schleswig'sche Frage aus ⸗ gesprochen; hätte sie sich in vollständiges Still⸗ schweigen darüber eingeschlossen, so würde sie eine unbehagliche Situation geschaffen und das Miß⸗ trauen nur befördert haben.
Wiesbaden. Der sechste Vereinstag der wirthschastl. Genossenschaften am Mittelrhein findet zu Wiesbaden im Saalbau Schirmer und zwar am 7. August d. J. statt. Die Verhandlungen beginnen Morgens 9 Uhr und wird denselben der Anwalt des Vereins, Schulze-⸗Delitzsch, beiwohnen. Als vorläufige Tagesordnung wird bezeichnet: 1) Bericht über die Entwicklung und Ausdehnung des Verbandes. 2) Rechnungsablage des geschäftsleitenden Vereins. 3) Bericht über den allgemeinen Vereinstag in Kassel 4) Berichterstattung und Berathung über das Genossenschaftsgesetz und die dadurch bedingte Revision der Statulen. 5) Besprechung und Beschlußfassung über den von dem allgemeinen Verbandstage in Kassel ange⸗ nommenen Antrag über die Mitgliedschaft in mehreren Vorschußvereinen. 6) Besprechung über die Bestimmung der Kündigungefristen bei Sparkasse-Kapitalien. 7) Be⸗ richterstatlung der auf dem Verbandstage im Jahre 1866 gewählten Commissionen zur Aufstellung gleichmäßiger Geschäftsformulare. 8) Festsetzung des Beitrags zu den Kosten des Unterverbandes für das Jahr 1867.— 9) Wahl des Abgeordneten zu dem allgemeinen Verbands⸗ tage. 10) Wahl des geschäftsleitenden Vereins für das nächste Jahr und Bestimmung des Ortes des nächsten Vereinstages.
Worms. Am 26 v. M. wurde am Luther⸗Denkmal der letzte Stein versetzt und es steht nun der imposante Granitbau vollendet da und harret des Zeitpunktes, wo im nächsten Frübjahre die Statuen auf demselben auf⸗ gestellt werden. Dieser Theil des Denkmals, der an und für sich schon eine Sehenswürdigkeit ausmacht, zieht sehr
viele Zuschauer herbei, die alle sehr befriedißt von dem meisterhaft ausgeführten Werke scheiden.
% Landwirthschaftlichegs. Nachdem der große
Nutzen der Ameisen für die Vertilgung von walb⸗ schädlichen Käfern und Raupen endlich erkannt worden, hat die preußische Regierung ein gules Beispiel daburch gegeben, daß sie das unbefugte Einsammeln von so⸗ genannten Ameiseneiern und das muthwillige Zerstören von Ameisenhaufen in den Staats⸗, Gemeinde⸗ und Privatwaldungen bei Strafe verboten hat.
3 Die Franzosen sind bekanntlich bedeutende Gelehrte in der Geographie. Als sie nun lasen, daß das an Preußen abzutretende Fürstenthum Waldeck 20 Quadrat⸗ meilen umfaßte, so kam ihnen das doch zu wenig vor, und ein Journal machte daraus 20,000 Q.⸗Meilen mit 60,000 Einwohnern. Nach diesem Maßstabe hätte Waldeck beinahe so viel Ausdehnung, wie ganz Deutschland und Frankreich zusammen genommen, dafür wäre aber seine Bevölkerung so dünn wie die sibirische, drei Menschen auf die Q.⸗Meile. Trotz dieses Unsinns ging die Notiz durch alle französischen Blätter. Nur der„Figaro“ sah ein, daß die Sache sich doch nicht so verhalten könne und ver⸗ besserte die Nachricht dahin, daß Waldeck 20,000 Quabrat⸗ Kilometer groß sei. Wie viel Meilen sind dies nun? Elwa 400 Q. ⸗Meilen, also ein Raum, der noch immer n so groß ist, wie das wirkliche Fürstenthum Waldeck!
„ Ein grauenhafter Gesellschafter. Eine in Graz lebende betagte Dame behält, wie ein Blatt meldet, das Gerippe ihres verstorbenen Gemahls, das sie sich aus dem Grabe holen ließ, Tag und Nacht bei sich im Zimmer, macht mit ihm Reisen und läßt sich den Glauben nicht nehmen, der Todtenkopf lächle sie manchmal recht freundlich an.
„ Ein französischer Marschall zu sein, ist gar kein übler Posten. Derselbe erhält jährlich: als Marschall 40,000 Fres., als Senator 30,000 Fres., als Großofficier der Krone 48,000 Fres., als Großkreuz der Ehrenlegion 3000 Fres, zusammen 121,000 Fres. Aber dies ist noch nicht Alles. Als Großofficier der Krone erhält er seinen vollständigen Unterhalt und wird seine Carosse von der Civilliste bestritten. Unterdessen muß ein Lieutenant sich mit 120 Fres. monatlich begnügen.
2 Zur Hungers noth in Schweden. Aus Norbotten(Schweden) sind in der letzten Zeit viele Berichte eingegangen, worin die daselbst herrschende Hungersnoth in den grellsten Farben geschildert wird. Die dort ankommenden Schiffe wurden ron ausge hungerten Menschen förmlich bestürmt; einige fielen sogar auf die Kniee und bettelten um einen Schiffszwieback. Selbst in den sonst wohlhabenden Häusern hatte man seit langer Zeit kein Roggenbrod geschmeckt. Einzelne schwe⸗ dische Schiffsführer besuchten die abgelegeneren Stellen des Uferlandes, wo die Noth am größten war, und ver⸗
schenkten so viel von ihrem Proviant, daß sie sich ge?
nöthigt sahen, nach Stockholm zu ielegraphiren, um pet Dampfschiff mit dem Nöthigsten versehen zu werden. Ein junger Seemann schrieb an seine Eltern, daß er mit eigenen Augen gesehen, wie ein Mann der ärmeren Classe damit beschäftigt war, Brod aus Baumrinde zu kneten, während dessen sein dem Hunger geopferter Beyleiter, der Hund, im Topfe kochte. Seeleute pflegen nicht sehr weich⸗ herzig zu sein, aber einige haben doch in ihren Briefen versichert, daß sie nicht wünschen möchten, nochmals Zeugen eines so schrecklichen, herzergreifenden Elendes, wie das in Narbotten, zu werden. „% Die Münzconferenz in Paris soll sich über folgende Grundsätze verständigt haben. Die Grundlage wird künftig die Goldwährung bilden und zwar wird das goldene 5 ⸗Frankstück die kleinste Goldmünze sein; alle 84 Goldmünzen werden eine Multiplikation von Franks darstellen(10, 15, 20, 25 Fr. u. s. w.) Det östreichische Ducat würde 2 Gulden österr.= 5 Franken ein, Preußen würde Vierthalerstücke prägen= 15 Frke. oder 7 fl. rheinisch; Nordamerika würde seine Dollars auf 5 Frks. und England seine Souvereings auf 25 Feks. reduziren. Silbermünzen sollen nur als Theilungsmünzen Cours haben. Die Münzen aller Staaten, welche dem Fünf⸗ frankensystem enisprechen, haben allenthalben gleichen Cours,
Für die Hinterlassenen der verun ⸗
glückten Lugauer Bergleute
sind weiter folgende Gaben bei uns eingegangen von: G. R. 1 fl. 45 kr.— Durch Lehrer Söllner in Fauerbach in der Schule gesammel! 2 fl. 30 kr.— Lehrer Kitz in Langenhain 1 fl.— M. E. 24 kr.— Cr. 30 kr. R. 1 fl. 45 kr.— Arbeiter und Beamte des Dorheimer Bergwerks 11 fl. 24 kr.(1 fl. 45 kr. ging schon früher von dort ein), zusammen 19 fl. 18 kr.
In Summa bis jetzt eingegangen 42 fl. 13 kr. Weitere Gaben werden mit bestem Dank angenommen.
Die Red.
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Verloosunge n. l
Wien, 1. Aug. Bei der heute staltgehabten Serien⸗ ziehung der österr. fl. 500 Loose von 1860 wurden folgende 60 Serien à 20 Stück Loose gezogen: Serie 150 279 1154 1436 1521 1811 1890 2144 2214 2353 3430 3552 3673 4561 5012 5363 5448 6142 6149 6559 7063 7905 8089 8636 8740 8971 9062 10060 102⁴ 10268 10373 10582 10725 10763 11282 12423 12991 13164 13228 13723 13773 13976 14448 15329 15791 16095 16189 17184 17276 17721 17767 18000 18857 18868 19022 19405 19446 19517 19839 19919. Die Gewinnziehung erfolgt am 1. November.
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