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3.1.1867 Inhaltsverzeichnis
 
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alsbald als Brüder fanden, wo es galt zu retten und zu pflegen; es ist die Thatsache, daß der Krieg im Allgemeinen schonender, menschlicher ge führt wurde, als alle vor ihm.

Der Kriegslärm ist verstummt, der Kanonen donner verhallt, die Truppen sind heimgekehrt, der Friede ist geschlossen. Weitgreifende Veränderungen sind das Resultat des Krieges. Der vormalige Bundesstaat hat aufgehört zu existiren, drei deutsche Fürstenhäuser sind von ihrem Throne gestiegen, Oesterreich ist aus Deutschland ausgetreten, ein norddeutscher Bund hat sich gebildet, zu dem. unsere Provinz Oberhessen gehört. Aber ein einiges Deutschland, das da reichte von Memel bis nach Basel, ist nicht aus dem Kampfe hervor gegangen. Der friedlichen Entwickelung bleibt noch Vieles vorbehalten. Wird eine solche ein treten? Wird das demnächst zusammentretende norddeutsche Parlament eine für das Vaterland segensreiche Thätigkeit entfalten können? Wird die Gefahr abgewendet werden, die der deut schen Einheit in der Mainlinie droht? Es wird geschehen können, wenn man im Norden nicht allein die rechte Mäßigung zeigt, sondern auch mit einer wahrhaft freisinnigen Regierungsweise und mit liberalen Institutionen und zeitgemäßen Concessionen vorangeht, um die noch immer be merkbare Mißstimmung gegen die vollzogenen Akte der Gewalt völlig zu überwinden, und wenn man im Süden den deutschen Beruf mehr und mehr anerkennt, der sich in Preßen offenbart. Dann wird auch das Ausland es nicht wagen, das deutsche Volk daran hindern zu wollen, sich zu einer mächtigen, im Innern glücklichen, nach Außen geachteten Nation zu gestalten. Möge das Jahr 1867 ein Jahr des Friedens, ein Jahr des Segens für Deuischland sein! Glück zum neuen Jahre!

Hessen. Darmstadt. Die erste Kammer schloß sich in ihrer Sitzung vom 28. Dez. den Be⸗ schlüssen der zweiten Kammer, das Finanzgesetz vom 26. Sept. 1864 auf 6 weitere Monate zu ver- längern, ohne Discussion an. Die Bestimmungen bezüglich der Steuererhebung in den alten Gebiets-

theilen(Art. 1 des Gesetzes) wurden einstimmig, die bezüglich der Steuererhebung in den neuerworbenen Gebietstheilen(Art. 2 und 2) gegen die Stimme des Domcapitular Moufang, des Vertreters des Bischofs von Mainz, angenommen.

Nach einem in diesen Tagen erschienenen Reseripte hat auch die Gensdarmerie die Helme abzulegen und Mützen mit Wachstuchdeckeln zu tragen.

An die Stelle des kürzlich verstorbenen Geh. Rath Eckhard ist heute Ministerialrath v. Biegeleben zum landesherrlichen Direktor der Staatsschulden-Tilgungskasse ernannt worden(den einen der beiden Direktoren ernennt die Regierung, den anderen bestimmen alternirend die Kammern).

Worms. Mit dem 27. Dezember hat der Güterverkehr auf der ganzen Eisenbahnstrecke von hier nach Alzey begonnen. Es wird vorerst täg- lich ein Güterzug um 9 Uhr 35 Minuten Morgens von hier expedirt, welcher um 1 Uhr 15 Minuten Mittags von Alzey wieder zurückgeht und um 3 Uhr 5 Minuten Nachmittags im hiesigen Bahn hofe einzutreffen hat. Ueber den Tag, an welchem der Personalverkehr auf der ganzen Strecke er öffnet werden soll, ist bis zur Stunde noch nichts Zuverlässiges bekannt.

Preußen. Berlin. Nachdem das Haus der Abgeordneten den Wunsch ausgesprochen, daß das Penstonsgesetz eine Ergänzung und Aus dehnung auch für Militärs vom Wachtmeister und Feldwebel abwärts finden möge, hat nunmehr die Regierung diesem Wunsche durch eine be treffende Vorlage entsprochen.

DieProvinzial-Correspondenz berichtet: Der Ministerpräsident widmet seine ganze Kraft der Verwirklichung des norddeutschen Bundes. Die Nachricht, daß er nächstens nach dem Süden reise, ist grundlos, er beabsichtigt vielmehr nicht eher eine Erholung, als bis die Sache des nord deutschen Bundes auch mit dem Reichstage durch- geführt ist.

Frankfurt. Wie man vernimmt, ist an die Seitens der Großh. Hess. Regierung bei der hiesigen Zolldirektion und dem Hauptsteueramte functionirenden Beamten die Aufforderung ergangen,

sich binnen 8 Tagen darüber zu erklären, ob sie in darmstädtischem Staatsdienste verbleiben oder in den preußischen Staatsdienst übertreten wollen.

Bayern. Die neuesten Nachrichten aus München melden: Das Enthebungsgesuch des Ministers v. d. Pfordten wurde vom Könige genehmigt. Die Ernennung v. Hohenlohe's zu dessen Nachfolger ist noch nicht erfolgt, wird aber sicher erwartet.

Aus einem amtlichen Berichte ist er sichtlich, daß der direkte Kriegsschaden Kissingens 209,000 fl., der Schaden durch Unterbrechung der Kur 1 Million beträgt. Von dem zur Unterstützung der hiesigen Einwohner von auswärts gespendeten Getreide erhielt jeder Bürger einen Scheffel.

Ober Ingelheim. Am 23 d. Mts. wurde dahier ein kaum 16 Jahre altes Dienstmädchen verhaftet, welches seine(israelitische) Herrschaft mit Phosphor, den es von Streichzündhölzchen abgelöst und in die Suppe geworfen hatte, vergiften wollte. Die junge Verbrecherin, welche aus dem Kurhessischen stammt und erst dieser Tage mi ihrer Herrschast hierher gekommen war, sell vor Gerich deponirt haben, sie hätte nicht ihre Herrschaft, sondern sich selbst vergiften wollen, weil sie 50 fl. gestohlen und die Entdeckung dieses Diebstahls gefürchtet hätte.

Marburg. Nach dem eben ausgegebenen Verzeich niß des Personals und der Studierenden auf hiesiget Universität für das laufende Halbjahr zählt dieselbe 245 Studenten(gegen 262 im vorigen Halbjahr); davon sind 240 immatriculirt und von diesen 216 aus Kurhessen; der ordentlichen Professoren sind es 33, der außerordent⸗ lichen 7, der Privatlehrer 10.

Köln. Es scheint, daß die zweite Dombau⸗Lotterie einen weit günstigeren Verlauf haben wird, als die erste; denn dis dahin sind 180,000 Loose abgesetzt worden, und die Nachfrage ist so groß, daß täglich durchschnittlich 5000 Loost verlangt werden. Es hat sich also diese sofort günstiger ge⸗ staltet, nachdem die Gewinne erheblich vermehrt worden sind.

München. Kürzlich stand vor den Schranken des hiesigen Stadtgerichts ein Angeschuldigter sel tener Art, den Derwisch Hadschi Mahmund aus Jerusalem, angeklagt der Landstreicherei; in mehr malerischem als sauberem orien⸗ talischem Costüme an die Schranke gelehnt, beantwortete derselbe in geläufigem Arabisch mittelst eines Dolmeischers mit sichtlich großer Heiterkeit die an ihn gestellten Fragen, und wurde schließlich unter Anrechnung der bereits er⸗ standenen Detention als Strafe entlassen und durch polizei⸗ liches Zwangvisum über die Grenze in der Richtung nach seiner Heimath gewiesen. Mit ächt orientatlischem Anstande nach arabischer Art grüßend, verließ der fröhliche Türke den Saal,

5An

im Würtemberger Hof.

Uenjahrstage

Parlaments Wahlen.

2 In der am Samfag den 22. d. Mts. stattgehabten, der bevorstebenden Parlamentswahlen wegen Ochsenfleisch pr. 8 18 k ausgeschriebenen Versammlung, wurde mit Rücksicht auf die bohe Bedeutung dleser Angelegenheit für die nattonale Kuhfleisch, gem. 15

Gestaltung unseres deutschen Vaterlandes der Beschluß gefaßt, daß, um das Interesse der Bewohner Friedberg's Rindfleisch, gem. in der fraglichen Beziehung anzuregen und wach zu erhalten, bis zur Vornahme der Wahl in jeder Woche eine öffentliche Besprechung über solche, hier am Orte stattfinden solle. Zusammenkünfte der Mittwoch und als Lokal für dieselben das Gastbaus zur goldnen Reichskrone dabter bestimmt, so daß die wöchentlich wiederkehrenden Versammlungen nächsten Mittwoch den 2. Januar,

Abends um 8 Uhr, ihren Anfang nehmen wer en.

Indem wir dies zur Kenntniß unserer Mitbürger bringen, hegen wir zu dem patrtotischen Sinn derselben das Vertrauen, daß sie es an regem Eifer für die Sache, um welche es sich hier handelt, nicht werden fehlen lassen.

Friedberg den 30. Dezember 1866.

Brodpreise vom 1. bis 13. Januar. Nach eigener Angabe der Bäcker.

Für Friedberg:

Zugleich wurde als Tag der regelmäßigen

Für das Com ie: Ed. Trapp IV., Hofgerichts- Advokat.

Dank.

Bei dem Eintritt in das neue Jahr sehe ich mich verpflichtet, meinen bekannten und unbekannten Wohl⸗ thätern, welche mir schon seit einer Reihe von Jahren so viel Gutes erwiesen haben, und mir hierdurch ein ruhiges Asol in meinen alten Tagen bereltet wurde, herzlichen Dank abzustatten und verbinde zugleich die innige Bitte zu Gott, dieselben sowohl als deren Fa⸗ milien und Angehörigen mit Gesundheit, Glück und Zufriedenheit segnen zu wollen.

Und so hab' ich keinen Wunsch hienieden,

Der um Glück und Erdenfreuden fleht.

Du gibst Allen Gutes. Sollt ich fleh'n?

Herr! mein Flehen wird zum Dankgebet. G. Gerlach Wittwe.

Feinste Punsch Essenz

2704 in Flaschen à 1 fl. 12 kr. und in halben à 36 kr. bei Friedberg W.. Wahl, Hof apotheker.

Ochsenfleisch,

3 das Pfund 17 kr., verkauft E. Hanstein.

Theater in Friedberg. Mittwoch den 2. Januar.

Zum Erflenmale:

Die feindlichen Brüder.

Neuestes Volksstück mit Gesang in 3 Abtheilungen

und 5 Akten von Rudolph Kneisel. Mufik von Ferdinand Gumbert.

W. Kern, Director.

Soeben ist bei uns eingetroffen:

Hampelmann im Exil

Von Friedrich Stoltze. Peeis 6 kr.

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Betreffend

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Erste Sorte 48 18 kr. Zweite Sorte 4 g 16½ kr. Verhandlung ** 2 9 7 1 87 * 1 5** 4 10 J al . Für Butzbach: in welchen Erste Sorte 4 2 25 kr. Zweite Sorte 3 ii en werden, de * 1* 75* 2 4 8* D. ne e eee eee* 2 3 Milet Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 18. Jan. 5 Nach eigener Angabe der Metzger. diefer Für Friedberg: tupfan c., Schweinefleisch pr. 3 17 kr., 2 Dieses Leber- u. Blutwurst 20 e Bratwurst Hammelfleisch 14 Schwartenmagen 24 Betreffend; Keil und Carre 15 Geräucherter Speck 32 ä Kalbfleisch 13. Dörrfleisch n Schaaffleisch Sh Abc, 8 Nierenfett 24 Schmalz, ausgel. 28 2 Hammelsfett 16 Schmalz, unausgl. 28 l an Oroßt Ausnahmspreise. Bei H. Blum Schmalz unausgelf. öffentlchen 26 kr. Bei Nicolaus Engel, A. Vogt's Erben, dessen Anz C. Fr. Walz Schmalz ausgelass. 32 kr. Bei Peter Brücken 8 Engel Leber- und Blutwurst 18 kr. Bei Jacob Bestr 9 Ruppel Schwartenmagen 22 kr. Bei W. Neuß afung Leber⸗ und Blutwurst 18 kr., Schwartenmagen 22 kr., a Schmalz unausgel. 26 kr. Bel Joh. Hanstein und Wilh. Kreuier Kalbfleisch 12 kr. Bel Karl Söllner U Hammelofett 18 kr. Bei E. Hanstein Ochsenfleisch 17 kr. dee f Für Butz bach⸗ thänigsten. Ochsenfleisch pr. J 17 kr.,] Schweinefleisch pr. g 17 kr., 1 Kühflisch, gem., 14 ber u. Blutwurst 20 8 Weindflesch, dem, 4, Secu e, e u 3 Hammekfleisch 13Schwartenmagen 24 Keil und Carre Geräucherter Speck32 Kalbfleisch 12 Dörrfleisch 24h Schaaffleisch Schinken 2238 Nierenfett 20Schmalz, ausgel. 30 Hammelsfett 18Schmalz, unausgel. 28% dun Na Ausnahmspreise. Bei J. Kobelt Kalbfl. 11 kr., Schmalz key, ausgel, 32 kr. Bei H. Weiblinger Speck 34 kr. Bei Un N. Rübsamen Nierenfett 24 kg., Hammelfleisch 14 kr. dene ale Vei G. l Fischer Hammelfl. 14 kr, Hammelofett 20 kr., Dine Bei J. Ronstadt Kalbfl. 11 kr., Schwartenm. 22 kr. des Nane Verantw. Red.: Hermann Schimpff. faule

Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.