1867.
Dienstag den 2. April.
„ 40.
Anzeiger
für Oberhe
sen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
—
ausgeführt.
Für das II. Quartal l. J. eröffnen wir ein neues Abonnement auf den„Anzeiger für Oberhessen“. werden auswärts von den Poststellen des Großherzogthums zu 33 kr., in Friedberg bei der Expedition zu 30 kr.
Bestellungen
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Unter Couvert gehen Ihnen mit nächster Post die Gemeinde-Voranschläge für 1867 zu. gleichstellen und sofort Letzteres nebst allen Anlagen dem Gemeindeeinnehmer behändigen.
Friedberg den 30. März 1867.
Sie werden Ihr Exemplar dem Original
Zugleich empfehlen wir Ihnen für die Ausführung
der in den Voranschlägen vorgesehenen Arbeiten sobald als thunlich zu sorgen und bemerken weiter, daß wir den Bezirksbauaufsehern
dieserhalb die erforderliche Weisung zu Ihrer
Unterstützung haben zugehen lassen.
Wir müssen die sofortige Ausführung der vorgesehenen
Arbeiten um so mehr erwarten, als es hierdurch möglich wird, den Arbeitern, Fuhrleuten, Taglöhnern ꝛc. Verdienste in ausgedehnterem Maaße zu beschaffen, als dies in anderer Weise geschehen kann.
Betreffend Das Bewelden der Wiesen durch die Schaafbeerden.
Da sse lebe
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1
Friedberg den 1. April 1867.
E n.
Wir machen Sie auf pünktliche Einhaltung des Termins bezüglich des Beweidens der Wiesen durch die Schaafheerden aufmerksam;
ein weiteres Eintreiben, als die Wiesen-Polizei-Ordnungen gestatten, werden wir strenge ahnden.
Betreffend: Die Bedürfniß der Landjedenschaft der Provinz Oberbessen für 1867.
Da fannt pie an die israelitischen Vorstände des Kreises.
Trapp.
Friedberg den 29. Marz 1867.
Unter Mittheilung des in Abdruck nachstehenden Verzeichnisses über die Beiträge der israelitischen Religions gemeinden des Kreises Friedberg beauftragen wir Sie, den betreffenden Rechnern Ausgabedecretur zu ertheilen und dieselben anzuweisen, die Beiträge in den
bestimriten Zielen an den Rechner der Landjudenschaft N. Heß zu Gießen pünktlich abzuliefern.
Trapp.
1) Staaden 10 fl. 56 kr.— 2) Kirchgöns und Pobl⸗Göns 8 fl. 39 kr.— 13) Hoch⸗Weisel 2 fl. 5 kr.— 14) Langenhain 33 kr.— 15) Nieder⸗Weisel 10 fl.
3) Assenbeim 6 fl. 33 kr.— 4) Bönstadt 7 fl.
9 kr.— 6) Fauerbach II. 25 fr.— 7) Nieder⸗Wöllstadt 12 fl. 30 kr.— 8) Frtedberg 31 kr.— 10) Florstadt mit Sirkensee 8 fl.
87 fl. 7 ir.— 9) Ober⸗Rosbach 3 fl. 5 * kr— 11 Butzbach 13 fl. 9 kr.— 12) Fauerbach
v. b. H. 2 fl. 40 kr.—
9 kr.— 5) Bruchenbrücken 4 fl. 12 kr.— 16) Oß eim 1 fl. 24 kr.— 17) Steinfurt 4 fl. 15 kr.— 18) Weckes heim mit Melbach, Soͤdel, Beienheim und Wölfersheim 8 fl. 11 kr.— 19) Gambach 4 fl. 37 kr.— 20) Griedel mit Rockenberg 6 fl. 33 kr.— 21) Münzenberg 10 fl. 31 kr.
Hessen. Darmstadt. Der vor einigen Tagen in den Ruhestand versetzte erste Präsident des Großberzoglichen Ober-Appellations- und Cassations⸗Gerichts, Gebeimerath Dr. Hahn, ist am 28. d. M. nach längerem Leiden gestorben.
— Die Hess Ludwigsbahn soll der preußischen Regierung die Frankfurt-Hanauer Bahn zum Tausch gegen den Frankfurter Antheil an der Main⸗Neckar⸗Babhn angeboten beben.
— Dieser Tage wurde durch Herrn Karten- fabrikant Reuter der letzte noch auswärts befind⸗ liche hessische Verwundete, 7. Wagner aus Heidel— bach, hierhergebracht und von Herrn Bankdirector Wendelstadt in Pflege übernommen. Derselbe hat einen Schuß im Unterschenkel erhalten und sollte sein Bein amputirt werden, wozu sich der Ver— wundete aber nicht entschließen konnte.
— Das als Manuscript gedruckte Feldzugs⸗ journal Sr. Gr. H. des Prinzen Alexander wird nunmehr auch im Buchhandel(Zernin'schen Verlag dahier) erscheinen.
Mainz. Wie die„Mainzer Zeitung“ erfährt, wird das großh. hessische Contingent nicht in den Verband des 11 norddeutschen Armeecorps treten, wie es ursprünglich beabsichtigt war, sondern es wird die vereinigt bleibende hessische Division mit der badischen zusammen ein neues Armee— corps, das 13. bilden, welches aus 9 Regimentern Infanterie(4 hessischen, 5 badischen) 5 Regimentern Cavallerie(2 hessischen, 3 badischen) bestehen wird. Zu dem 13. Feld ⸗Artillerie-Regiment würden dann Hessen 5, Baden 10 Batterien, letzteres auch das Pionnier-Bataillon stellen. Das
Armeecorps wird also ganz wie ein preußisches
organisirt sein. — Es werden hier fortwährend Militär— ausrüstungs⸗Gegenstände aller Art für die hiesige
wagenweise eingeführt wurden. Auch die Frucht⸗ transporte zur Verpflegung der Garnison dauern fort; dieselben werden noch immer nach dem so⸗ genannten Mehlmagazin in der Strickergasse ge⸗ bracht. Das neue feuerfeste Proviantmagazin an der Schillerstraße geht seiner inneren Einrichtung entgegen.
— Es wird versichert, daß die Eingabe des katholischen Clerus der Mainzer Diöcese wegen des Gustav-Adolph-Kalenders einfach ad acta gelegt und für den Herausgeber des Kalenders, Herrn Pfarrer Ritter, keinerlei nach⸗ theilige Folgen haben wird.
Preußen. Berlin. Der„Staatsanzei⸗ ger“ veröffentlicht das sehr anerkennende Begleit- schreiben des Königs von Italien an den Grafen Bismarck bei Verleihung des Annunciaten— Ordens.— Auch spricht man in diplomatischen Kreisen von einem an den Grafen Bismarck ge— richteten schmeichelhaften Schreiben des Kaisers Napoleon,
— Graf Bismarck erklärte im Reichstage bei der heutigen Debatte über die Veröffentlichung der Verhandlungen des Reichstags gegen den Abg. Lasker: man möge ihm die Aufgabe nicht zu schr erschweren, da der Abgeordnete für Berlin nicht wissen könne, welche auswärtige Fragen im Augenblick vorlägen, die eine andere Behandlung gestatten würden, falls das Parlament mit der Regierung ginge.
— Die Berliner„Börsen⸗Zeitung“ schreibt: „Der Vertrag zwischen der Verwaltung der hessischen Nordbahn und der bergisch-märkischen Bahn tritt Anfangs nächsten Jahres in Krafte die Actionäre erhalten jedoch bereits im laufenden Jahre eine fünsprocentige Rente.“ — Die eben versammelten Mitglieder sämmt⸗
Telegraphenwesens kein Amendement einzubringen, bevor sie es der Regierung mitgetheilt.
— Die Vorschläge, welche zur Erleichterung der französischen Paßcontrole rücksichtlich der Pariser Industrie-Ausstellung gemacht wurden, sind von den französischen Behörden abgelehnt worden.
— Nach den im Reichstage umlaufenden Nachrichten unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß das Verkaufsgeschäft in Betreff Luxemburgs zwischen Frankreich und Holland vollständig perfekt ist. Eine officielle Mittheilung hierüber war dagegen an das hiesige Cabinet bis heute noch nicht gelangt. Preußen hat daher bis jetzt auch noch keine Veranlassung gehabt, zur vorliegenden Frage Stellung zu nehmen. Von Personen, welche der französischen Gesandtschaft hierselbst nahe stehen, wird dagegen die Nachricht verbreitet, Preußen habe am gestrigen Tage seine Zustimmung zu dem Verkaufsgeschäft erklärt. Thatsache ist allerdings daß seit Mittwoch früh im französischen Gesandtschaftshotel ein sehr lebhafter Verkehr stattgefunden hat, und daß der erste Secretär der Gesandtschaft gestern Abend mit wichtigen Depeschen nach Paris ab- gereist ist.
Die Mitglieder verschiedener Fractionen haben sich berathen behufs einer zu stellenden Interpellation wegen der luxemburgischen Angelegenheit Graf Bismarck, welcher biervon Kenntniß erhielt, soll von diesem Schritte abgerathen haben. Man ist nun gespannt, ob nicht trotzdem die Interpellation erfolgen werde.
28. März. Reichstag. Erster Gegen— stand der Tagesordnung in der heutigen Sitzung des Reichstags ist die Schlußberathung über den
Jestungsgarnison eingebracht. Im Laufe der letzten licher Fraetionen des Reichstags baben sich Antrag der Abgg. Ausfeld und Genossen auf
Tage waren es besonders neue Tornister, welche
dahin verständigt, hinsichtlich des Eisenbahn
und
der Geschäftsordnung, welcher mit
Abänderung


