mehrere Personen, wieviel ist unbekannt und star⸗ ben 2. In Mainz erkrankten drei Personen und starb 1. Von anderen Orten, wo seither Cholerafälle vorgekommen, fehlen nähere Nach⸗ richten.
Rumpenheim. Die Leiche des unlängst in Kopenhagen verstorbenen Landgrafen Friedrich von Hessen wurde hierher verbracht und im hie⸗ sigen Schlosse am 27. d. beigesetzt. Aus dieser Veranlassung waren eine Anzahl fürstlicher Per- sonen dahier eingetroffen, u. A. die Großfürstinnen Alexandra und Katharina von Rußland, der russische Thronfolger und Gemahlin, die Groß- fürstin Olga, Braut des Königs von Griechen⸗ land, und dieser selbst, der Großfürst Nicolaus, Herzog Adolph von Nassau und Prinz Nicolaus von Nassau, ferner der Prinz und die Prinzessin von Wales, welche gegenwärtig in Wiesbaden weilen. Die großherzogliche Familie war durch die Prinzen Ludwig und Alexander vertreten.
Mainz. Am 256. September ist dahier ein weiterer Cholerafall, der zweite, mit tödtlichem Erfolge vorgekommen.
Preußen. Berlin. Der Waldecker Ac cesstonsvertrag hat den Kurfürsten von Hessen veranlaßt, bei dem Fürsten von Waldeck eine Art Protest und Rechtsverwahrung einzulegen. Es wird geltend gemacht, daß die Grafschaft Waldeck ein altes Hessisches Lehn sei und aus diesem Ver- hältniß noch lehnsherrliche Ansprüche existirten, insonderheit ein eventuelles Heimfallsrecht, welche Waldeck bei seinen Vertragsabschlüssen respectiren müsse.
— Die Fortschrittspartei soll beabsich⸗ tigen, das Budget in der vorliegenden Gestalt abzulehnen, außerdem soll diese Fraction auch be⸗ schlossen haben, bei der Bundesregierung anzufra⸗ gen, weßhalb die Bestallung diplomatischer Ver⸗ treter des Nordbundes im Auslande noch nicht erfolgt sei.
— Man glaubt, daß die Urwahlen im Ab- geordnetenhause am 30. October und die Abgeordnetenwahlen am 7. November stattfinden sollen, der Landtag würde dann am 15. Novem- ber eröffnet werden.— Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, stehe für die in den neuen Provin⸗ zen erscheinenden Zeitungen, in Folge gemachter Vorstellungen, ein Aufschub der Regelung der Cautionsstellungen bis zum 1. Januar nächsten Jahres in Aus icht.
— Der Reichstag hat am 27. d., nachdem die Wablprüfungen erledigt, mit der Berathung des Budgets begonnen. Von vier Resolutionen, welche die national⸗liberale Fraction vorgeschlagen hatte, wurde nur die letzte angenommen, nach welcher die Errichtung neuer Behörden oder Be⸗ amtenstellen, sowie die Erhöhung von Beamten⸗ gehalten nicht ohne vorgängige Bewilligung des Reichstages durch den Haushaltsetat oder durch ein besonderes Ereditgesetz erfolgen darf. Graf Bismarck stimmte dieser Resolution unter dem Vorbehalte zu, daß unter„Beamten“ nicht auch Officiersstellen zu verstehen sind, welche das Bun⸗ despräsidium nach Belieben creiren kann. Es wurde die Unvollständigkeit des Bundes ⸗Etats hervorgehoben und darauf hingewiesen, daß noth⸗ wendig eine scharfe Trennung der Verantwortlich⸗ keit der Minister gegenüber dem Reichstage und dem preußischen Landtage auch in den Etats statt⸗ finden müsse.
— Von den 263 Mitgliedern des nord⸗ deutschen Reichstags, welche bis zum 14. Sept. als definitiv gewählt gemeldet waren, sind nach einer Zusammenstellung in dem in der fünften Ausgabe erschienenen Hirth'schen Parlaments- almanach, ihrem gegenwärtigen und hauptsäch⸗ lichen Beruf nach: 4 Staatsminister, 5 Regie- rungspräsidenten, 11 Regierungs- und Minister⸗ räthe, 22 Landräthe(darunter zwei sächsische Amtshauptleute), 1 Regierungsassessor, 17 Ge⸗ richtspräsidenten und Räthe, 4 Kreisrichter, 16 Rechtsanwälte, 7 Staatsanwälte, 2 Gerichts- assessoren, 3 Generale, 1 Oberst, 8 Bürgermeister,
4 Pfarrer, 6 Fabrikbesitzer, 89 Rittergutsbesitzer und Landwirthe, 6 Kaufleute und Bankiers, 1 Buchhändler, 3 Handwerker, 5 Rentner, 21 Privatisirende. 5
— Die preußisch⸗deutsche Kriegs⸗ flotte ist in rascher Entwicklung begriffen. Die preußische Panzerfregatte„Kronprinz“, die im vergangenen Mai in London vom Stapel ging, ist seitdem vollständig fertig geworden und hat in seetüchtiger Ausrüstung ihre Probefahrt ge⸗ macht. Der„Kronprinz“ trägt einen fünf Zoll starken Eisenpanzer und soll mit 16 gezogenen Stahlgeschützen armirt werden. Obgleich das Schiff einen ganz gewaltigen Widder führt, hat man bei der Construction die Nachtheile dieser Bauart für die Schnelligkeit des Kriegsdampfers so glücklich vermieden, daß die neue Panzer- fregatte eine ausgezeichnete Combination von Schnelligkeit und agressiver Kraft bildet. Der „Kronprinz“ begibt sich von hier nach Kiel. Außer diesem Kriegsfahrzeuge wird gegenwärtig noch eine andere Panzerfregatte an der Themse für die preußische Marine gebaut, während eine dritte in Frankreich im Bau begriffen ist.
— Der„Staatsanzeiger“ publicirt Verord⸗ nungen, betreffend die Kreis- und communal⸗ ständische Verfassung des Regierungsbezirks Wies⸗ baden und das Zeitungscautionswesen in den neuen Landestheilen. Die Cautionsbestellung wird erst vom 1. April n. J. ab erforderlich.
— In der Sitzung vom 28. Sept. genehmigte der Reichstag die Etats des Bundeskanzlers. Graf Bismarck führte die Nothwendigkeit des Bundes- kanzleramts aus, welchem das Postwesen, das Telegraphenwesen, das Zollwesen und das Con⸗ sulatwesen zugewiesen seien. Ferner wies er nach, daß die Verantwortlichkeit für alle Regierungshand⸗ lungen genügend vorgesehen sei, und erklärte sich auch für die Armee- und Marinesachen verant— wortlich. Hierauf zeigte die Regierung an, daß ein Bundesconsulatsgesetz vorbereitet werde, welches ein gemischtes System besoldeter und kaufmännischer Consuln vorschlage.
— Nach officiösen Blättern steht eine Revision des deutsch-österreichischen Postvereins bevor.
Kassel. Die„Hess. Morgen⸗Ztg.“ schreibt: „Es geht uns die kaum glaubliche Mittheilung zu, daß die schon bis zu 20 Jahren im Dienste der Behörden stehenden Hülfsbeamten in großer Menge, bei hiesiger Regierung allein 5, plötzlich ohne Weiteres und ohne alle Rücksicht auf die traurige Lage, in welche dieselben mit ihren Familien dadurch versetzt werden, entlassen sind.“
Fulda. Die zu Rom verabredete und von dem Erzbischof von Salzburg eingeleitete Ver⸗ sammlung der deutschen Bischöfe wird am 15. October d. J. dahier stattfinden. Weiterem Ver⸗ nehmen nach haben bereits etwa 40 Bischöfe ihre Ankunft dahier angemeldet.
Frankfurt. Das„Amtsblatt“ enthält eine Bekanntmachung des Oberpräsidenten v. Möller in Betreff der Einsetzung des k. Polizeiprä; siviums in Frankfurt a. M. Aus derselben ist zu entnehmen, daß das Nachtwächterwesen, die Feuerlöschpolizei, die Baupolizei und die Feld⸗ polizei von der Uebernahme Seitens des Staates ausgeschlossen bleiben und den Gemeinden des Polizeibezirkes zur eigenen Verwaltung auf deren Kosten übverwiesen sind.
Württemberg. Stuttgart. In der Landes ⸗Versammlung der deutschen Partei wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Die Versammlung erklärt im Anschluß an die Beschlüsse der süddeutschen Versammlung zu Stuttgart vom 4. August: 1) der Eintritt in den norddeutschen Bund sei der einzig mögliche und wünschenswerthe Weg zur staatlichen Einigung Deutschlands; Schutz- und Trutz⸗Bündniß⸗Verträge mit Preußen, sowie auch Zoll⸗ und Handels Einigung verbürgen, wenn sie auch jenem Zwecke noch nicht ganz ge⸗ nügen, wenigstens im Kriegsfalle und auf wirth⸗ schaftlichem Wege, die nationale Verbindung des
Südens mit dem Norden. Wir erwarten von
4 Stadträthe, 3 Universitätsprofessoren, 5 Pro- unserer Volksvertretung unbedingte Genehmigung
fessoren und Lehrer an Schulen, 12 Privatge⸗ dieser Verträge.
Eine Verwerfung des Zollver—
lehrte und Schriftsteller, 3 Aerzte, 1 Apotheker, eins-Vertrages würde dem Lande nicht nur die
reiche Entwicklung entziehen, welche die längst er⸗ sehnte Zollvereinsreform in Aussicht stellt, sondern die mühsam errungene Grundlage unseres Handels- und Gewerbslebens stören. Eine Verwerfung des Schutz- und Trutz-Bündnisses hieße, den fremden Gegnern unserer Nationalsache die Ueberzeugung wieder nehmen, daß sie bei Angriffen auf das deutsche Gebiet geschlossenem Widerstande der deut⸗ schen Nation begegnen. 2) Der norddeutsche Bund ist kein Hinderniß für die freiheitliche Ent⸗ wicklung der einzelnen Landes⸗Verfassungen. Im Gegentheil ist durch die Beseitigung des Bundes- tags uns ein freier Spielraum für längst ver⸗ heißene Verfassungsreformen, besonders für directes und allgemeines Wahlrecht, eröffnet. 3) Die so sehr vermehrte Eisenbahnschuld, die im vorigen Jahre entstandenen Kriegskosten und die Neuor⸗ ganisation des Heeres bedingen eine entsprechende Erhöhung der Staatsausgaben; es sei jedoch un⸗ zulässig, den Mehrbedarf einfach durch Zuschlag auf die bisherigen, am wenigsten auf die indirec⸗ ten Steuern zu decken, vielmehr ist es erforderlich, neben Ersparnissen eine Steuerreform einzuführen.
Oesterreich. Wien. Der Verfassungs⸗ Ausschuß des österreichischen Abgeordne⸗ tenhauses hat in vier Entwürfen von Staats- grundgesetzen sich ausgesprochen für folgende Ar⸗ tikel:„Die volle Glaubens- und Gewissens⸗Freiheit ist Jedermann gewährleistet. Der Genuß der bürgerlichen und politischen Rechte ist von dem Religions ⸗Bekenntnisse unabhängig. Niemand kann zu einer kirchlichen Handlung oder Feier⸗ lichkeit gezwungen werden.— Jede gesetzlich anerkannte Kirche und Religions-Gesellschaft hat das Recht der gemeinsamen öffentlichen Religions- übung, ordnet und verwaltet ihre inneren Ange⸗ legenheiten selbstständig, ist aber, wie jede Gesell⸗ schaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen. — Jedermann hat das Recht, durch Wort, Schrift, Deuck oder bildliche Darstellung seine Meinung innerhalb der gesetzlichen Schranken frei zu äußern. Die Presse darf nicht unter Cen⸗ sur gestellt und weder durch das Contessionsspstem, noch durch administrative Postverbote beschränkt werden.— Alle richterlichen Beamten haben in ihrem Diensteide auch die unverbrüchliche Be⸗ obachtung der Staatsgrundgesetze zu beschwören. — Bei den mit schweren Strafen dedrohten Verbrechen, sowie bei allen politischen und mittelst der Presse verübten Verbrechen und Vergehen entscheiden Geschworne.“.
— In Oesterreich nimmt die Agitation gegen das Concordat fortwährend zu; die Zustimmungen zu der Adresse des Wiener Gemeinderaths zählen bereits nach Tausenden. In den Deputirtenkreisen wird sogar die Absicht besprochen, die Zustimmung zu dem finanziellen Ausgleich mit Ungarn von der Beseitigung des Concordats abhängig zu machen. Dreißig Deputirte sollen bereits hierfür gewonnen sein, doch zweifelt die„Presse“, daß der Plan die Majorität für sich gewinnen werde.
Frankreich. Paris. Was das Cireu⸗ lar des Grafen Bismarck betrifft, so hören die französischen Blätter einer gewissen Richtung nicht auf, ihrem Zorn über die Anmaßung der Deutschen, eine Nation bilden zu wollen, Luft zu machen; der Redacteur der„Epoque,“ Clement Duvernois, treibt die Unverschämtheit so weit, einfach zu behaupten,„daß es kein Deutschland und kein deutsches Volk gebe, sondern eine ge⸗ wisse Anzahl von einander ziemlich unabhängiger Staaten, welche von dem übrigen Europa con- stituirt und garantirt worden wären und über deren Schicksal also Frankreich mit zu bestimmen hätte.“ Es sind dieß dieselben Leute, welche die Bildung eines einigen Italiens mit Fanatismus verlangten, und welche jetzt einen fanatischen Eifer gegen die Einheitsbestrebungen des deutschen Vol ⸗ kes entwickeln.
— Der Polizeipräfect organisirte vor wenigen Tagen einen besonderen Nachtdienst von Sergeants de Ville und Agenten, welche ausschließlich auf⸗ rührerische Placate abzureißen und auf die be⸗ treffenden Delinquenten zu fahnden haben. Erst aus der Errichtung dieses Nachtdienstes erfährt man, wie sehr der Unfug in den Vorstädten über⸗
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