Ausgabe 
1.6.1867
 
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baftlichen Gewerbe aufmerksam gemacht und durch Ein⸗ echtung wissenschaftlicher und volkswirthschastlicher Grund atze ein eichtigeres Urtheil und besseres Verständniß an- edahnt. Dieser vortheilhaften Einrichtung und dem be Inderen Talent des Herrn Dr. Henkelmann durch anzie enden, populären und überzeugenden Vortrag das Inte eisse der Leute für Verbesserungen rege zu machen, ist es uzuschreiben, daß diese Versammlungen so zahlfeich und erne besucht werden. Gar viele Leute auf dem Lande aben noch nie einen Vortrag über Landwirthschaft gehört, s geht ihnen ein Licht auf, sie sehen, daß man Etwas uch anders und besser machen kaun, dae Interesse ist an⸗ zeregt, sie sprechen jetzt lieber davon und lesen auch gerne was darüber und so ist der Grund zu einer segensreichen Fortentwickelung gelegt.

Am 18. d. M. hatten wir bier das Vergnügen, einen Wander⸗Vortrag des Herrn Dr. Henkelmann zu hören, nachdem sich derselbe Tags zuvor von dem Stand der zandwirthschaft in unserem Orte genau informict hatte. Der Vortrag dauerte von Abends 8 bis 12 Uhr und eine ahlreiche Versammlung börte mit der gespanntesten Auf⸗ nerksamkeit zu. Zuerst verbreitete sich Herr Dr. Henkel⸗ nann über die gegenwärtige Lage der Landwirthschaft und über die Richtung, welche die landwirthschaftliche Pro vuction für die Zukunft zu nehmen habe. Sodann ging

r zur speciellen Besprechung der landwirthschaftlichen Zerhältnisse der Gemarkung über, wobei der Boden,

die Bodenbearbeitung und Ackerwerkzeuge, Anlage von Jewannwegen, die nätürlichen und künstlichen Dünger, Meliorationen, Pflanzenbau, Wiesenverbesserungen, Vieh⸗ ucht und Fütterung, Bullenhaltung, Obstbau ꝛc. dc. vesprochen und Alles mit schätzenswerthen Belehrungen derknüpft wurde. Zuletzt empfahl Herr Dr. Henkelmann noch recht warm die Gründung einer Fortbildungsschule ür die entlassene Schuljugend und schilderte die üblen Folgen des Sichselbstüberlassens derselben und den Segen, zen eine gut organisirte derartige Anstalt bringen würde. Zum Schluß sprach noch Herr Bürgermeister Holler Herrn Dr. Henkelmann im Namen der ganzen Versamm⸗ ung seinen innigsten Dank aus für den herrlichen Vor⸗ rag, welchen er uns gehalten und wünschte, daß er seinen Besuch bald wiederholen möge. Da Herr Dr. Henkelmann im Laufe dieses Sommers noch viele Orte unseres Kreises vesuchen und daselbst Vorträge halten wird, so empfehlen wir Allen, welchen Gelegenheit geboten wird, einem solchen Vortrage beizuwohnen, es doch ja zu thun, und sind über⸗ zeugt, daß daselbst Diejenigen, welche glauben, voran zu kein, noch manches Neue und Beherzigenswerthe hören ind befriedigt nach Hause gehen werden.

Frankfurt. Der für den Herbst in Aussicht ge⸗ iommene Pferdemarkt ist auf die letzten Tage des Monats August festgesetzt. Derselbe wird sich somit an

die Renntage des rheinischen Rennvereins anschließen. Zu den Rennen selbst ist bis jetzt schon eine nicht unbebeutende Anzahl Pferde angemeldet.

Bockenheim. Ein junges Mädchen von hier, die Tochter achtbarer Eltern, ging letztes Jahr nach Paris zu Verwandten in der Absicht, eine Stelle zu suchen. In einem Stellegesuchbureau bot ihr eine reichgekleidete junge Dame, welche in eleganter Equipage angefahren war, einen Platz mit bedeutendem Salair in ihrem Hause an und forderte sie auf, ihr sogleich dorthin zu folgen. Das Mädchen willigte ein und ist seitdem spurlos ver⸗ schwunden. Die Inhaberin des Bureau's will die Dame nicht kennen. Da die kurz nach dem Vorfall auf Anzeige der Verwandten erfolgten Nachforschungen der Polizei vergeblich waren, so hat sich der preußische Gesandte neuerdings an die Regierung mit der Bitte gewandt, die Nachforschungen wieder aufzunehmen, deren Resultat nun zu erwarten steht. Die Entführung des Mädchens geschah im letzten Herbst und gelangten im Laufe des Winters mehrere anonyme Briefe, von unbekannter Hand, aus Paris an die Eltern, in welchen das Befinden ihrer Tochter als befriedigend bezeichnet wird.

B. Gießen. Vor einigen Tagen wurden durch einen anständig gekleideten Menschen, welcher sich als Kaufmann ausgab, zwei prachtvoll gewirkte, werthvolle Shawls zum Verkauf ausgeboten, und zwar die eine zu 20 Thlr. die andere zu 16 Thlr. Denjenigen Leuten, welche seine Befugniß zum Verkaufen beanstandeten, zeigte er eine in bester Form sich befindende Legitimation vor, so daß es ihm in der That gelang die eine derselben loszuschlagen. Der Herr Schwindler hatte übrigens noch zu guter Zeit unsere Stadt verlassen und sich so den Augen der Polizei, welche unterdessen von dem Diebstahle in Kenntniß gesetzt worden war, zu entziehen gewußt.

Allen Interessenten widmen wir die erfreuliche Nach⸗ richt, daß unser in Sachen des Armenvereins jüngst veröffentlichter Aufruf einen überraschenden Erfolg gehabt hat, indem nicht weniger als 57 neue Mitglieder dem Vereine beigetreten sind. Indem wir allen denselben herz⸗ lichen Dank dafür sagen, daß sie uns aufs Neue die Wahr⸗ heit des Wortes:Bittet so wird euch gegeben haben erfahren lassen, hoffen und wünschen wir, daß ihr Beispiel die unserer Sache noch ferne Stehenden zu gleicher Oeff⸗ nung ihrer Herzen und Hände veranlassen möge. Zugleich beinerken wir, daß alle Vereinsmitglieder, welche noch nicht mit einem Anschlagschild versehen sind, dasselbe auf Ver- langen von dem Collecteur Stemmler bei seinem nächsten

Rundgang erhalten können Friedberg, 25. Mai 1867. Für den Vorstand: Steinberger.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent

Das Hamburger Postdampfschiff Hammonia, Capt. Ehlers, welches von New-Hork am 18. Mai abging, ist nach einer außergewöhnlich schnellen Reise von 9 Tagen, Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich be⸗ stimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 287 Passagiere, 750 Tons Ladung, 461,432 Dollars Contanten und 42 Briessäcke.

Das Amerikanische Postdampfschiff der New⸗Hork und Bremer Linie Western- Metropolis, Capt. W. Weier, trat am 25. Mai wiederum eine Reise via Southamton nach New-Vork an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 976 Passagiece an Bord.

Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Bremen, Capt. Neynaber, trat am 25. Mai wiederum eine Reise via Southamton nach New-York an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 592 Passagiere und 200 Tons Ladung an Bord. Von den Passagieren reisen: 4 Erwachsene, 1 Kind in I. Cajüte oberer Salon; 40 Erwachsene, 1 Kind, 1 Säugling in I. Cajüte unterer Salon; 478 Erwachsene, 51 Kinder, 17 Säuglinge im Zwischendeck. 5

Das Bremer Postdampfschiff Hermann, Capt. W. H. Wenke, welches am 11. Mai von Bremen abging, ist nach

einer glücklichen Reise von 11. Tagen wohlbehalten angekommen. Lokalgewerbverein.

Sitzung Samstag den 1. Juni, Abends 8 Uhr. Tages⸗ zung mstag 3 8 Tag ordnung: Rechnungsabhör, Aufstellung des Voranschlags und Wahl des Vorstandes. Der Vorstand.

Ein ordentlicher Junge 1344 wird in die Lehre gesucht bei

J. M. Stöckel, Bürstenmachermstr., Fahrgasse 17, Frankfurt a. M.

Verloren

1358 wurde am 29. Mai auf dem Burgwall eln schwarzes Schleterchen. Der redlsche Finder wolle das⸗ selbe bei der Exped. d. Bl. abgeben.

Strohhüte,

1016 das Neuste für diesen Sommer, in großer Auswahl und zu sehr billigen Preisen bei

Heinrich Diehl, usagasse.

1356 Das Spiel der Neuen Mailänder Staats- Prämien- Obligationen ist von der Grossherzogl. Hessischen Renlerung gestattet.

Gottes Segen bei Cohn*

Grosse Capitalien-Verloosungen von über 2 MIII. 600, 000 Mark. Beginn der Ziehung am Aten und 1Aten Juni

A. J.

Nur 2 Thaler

kostet ein halbes Staats- Original- Loos und 4 Thaler ein Ganzes(keine Promessen) aus meinem Debit und werden solche gegen frankirte Einsendung des Betrakes, oder gegen Postvorsehuss, selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Es werden nur Gewinne gezogen.

Die Haupt-Gewinne betragen Mark 250,000 150,000 100,000 50,000 2 3 25,000 2 1 20,000, 2 2 15,000 2 12500, 22 10,000, 12 7,500, 5 à 5000, 7 à 3750, 95 à 2500, 5 à 1250, 115 3 1000, 5 à 750, 120* 500, 235 à 250, 10600 à 117 Mark u. 8. w.

Gewinngelder und antlilehe Zie- hunmgslisten zende nach Entscheidung brompt und verschwiegen.

Meinen Interessenten habe allein in Deutschland die allerhöchsten Haupttreffer von 300,000, 225,000, 18 7,500, 152,500, 150,000, 130,000, 125,000, 103,000, 100,000 u. s. w. ausbezahlt.

Laz. Sams. Cohn in Hamburg, Bank- und Wechselgeschäft.

Ein braver Junge

1236 kann zu Pfingsten in die Lehre kreten bei Heinrich Diehl, dpellgehülfe.

Bäckerci⸗Verkauf. 1357 In der Nähe bei Frankfurt ist eine seither mit bestem Erfolg betriebene Bäckerei, nebst neuem Wohn- haus und Oekonomie Gebäude, unter günstigen Be⸗ dingungen billig zu verkaufen. Näheres unter Nr. 1357 bei der Exped. d. Bl.

* 1 f 5 N Versteigerung. 1347 Eine beinahe noch ganz neue Einrichtung einer Dampfbrennerei, bestehend in J Apparatkesseln, 3 192 Maas haltend,

Desgleichen, 37½ 3 4 Desgleichen, 37¼ 1 1 Wasserreservolr, 60 77 7 1 Wasserfäßchen, 40 5 1 Küblfaß, 220 1 ö 1 Branntweinständer, 28 Maas haltend, ö 3 Maischbütten, à 200 1 Vormaischbütte, 205 1 10 3 Satzkübel, N

a 10 Kartoffelmühle und Malschpumpe können unter vor⸗ theilhaften Bedingungen verkauft werden. Nähere Auskunft ertheilt

Ober⸗ Mörlen. Jacob König V., Gaftwirth.

Geschäfts⸗ Empfehlung.

1361 Einem geehrten Publikum, sowie allen Kunden

meines seligen Vaters mache ich ergebenst die Anzeige,

daß ich mein Geschäft als Weißbinder eröffnet habe

und daß ich in dieses Fach einschlagende Arbeiten bestens

und zur Besriedigung Aller, welche mir ihr Zutrauen schenken, herstellen werde. Ober⸗Wöllstadt.

Franz Joseph Ullrich.

Einen Acker,

im Wartfelde gelegen, hat in Auftrag zu ver⸗ Adam Engel, Bäckermeister.

Butzbach.

1364 Ich werde vom 3. Juni bis 24. Juni verreist sein. Doctor Melchior.

1362 kaufen

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Geschästs- Empfehlung.

1363 Ich deehre mich biermit anzuzeigen, daß ich mich als Frucht- und Mehlbändler dahter niedergelassen habe und mit allen in dieses Fach einschlagenden Artikeln versehen bin. Ich werde stets bemüht sein, meine ver⸗ ehrien Kunden prompt und reell zu bedienen.

Friedberg den 28. Mai 1867.

Levi Kaufmann, Frucht- und Mehlhändler, Usagasse, neben Herrn CTonditor Rauch.

Mobiliar⸗Versteigerung.

1273 Wegen veränderter häuslicher Einrichtungen sollen Donnerstag den 6. Juni, Morgens 9 Uhr, in dem v. w'schen Pause in der Burg nachverzeichnele No biliar⸗Gegenftände, als: 1 Schreibsekretät, 2 Sophas, 12 gepolsterte Stühle, 4 dergl., Sessel, Kommoden, Tische aller Art, große und keine Spiegel, Betissellen und Bettwerk, Schränke. Pappekaslen, Porzellan, Glas, Haus und Küchen⸗ geräth, Waschbütten ze. öffentlich, freiwillig, gegen gleich baare Zahlung au den Melstbietenden verstetgert werden.

Frtedberg ven 21. Mai 1867.

In Auftrag Foucar.