Ausgabe 
24.11.1857
 
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s Winheim.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗ Einrückungsge⸗

ee, Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, f. 1 9 d e oder deren Raum

bee Amts- und verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. cz e

ſammen 7 kr.

Nu 92. Dienſtag, den 21. November. 1857.

Aufruf um Unterſtützung!

N Ein ſchreckliches Unglück hat unſere Vaterſtadt heimgeſucht! Durch die Exploſion eines Pulverthurms iſt der demſelben nahe gelegene Theil der Stadt theils ganz zerſtört, theils aber ſchwer beſchädigt. Viele Menſchenleben ſind verloren gegangen, viele Familien haben ihre Ernährer, viele ihre Kinder und Angehörigen zu beweinen, die unter den Trümmern ihrer Wohnungen begraben oder von den umhergeſchleuderten Steinmaſſen erſchlagen worden ſind; groß iſt die Zahl Derer, welche mehr oder minder ſchwere Verletzungen davongetragen. Hunderte ſind ohne Obdach und ohne Hoffnung, in dieſer Jahreszeit ſich ein anderes zu gründen. Obwohl der größere Theil der Einwohner an ihrem Eigenthum Beſchädigungen erlitten, ſo hat doch das ſchwerſte Unglück meiſt Unbemittelte betroffen, welche alle ihre Habe, die Mittel zur Exiſtenz verloren; glücklich, wenn ſie noch ohne körperliche Verſtümmelungen und Wunden aus dieſer Calamität hervorgegangen ſind. Hier thut die ſchleunigſte Hülfe Noth! Wir richten deßhalb unſre dringendſte Bitte an alle Menſchenfreunde, an Alle, welche für ein ſo entſetzliches, ſo völlig unverſchuldetes Elend, das über unſre unglückliche Stadt gekommen, Mitgefühl haben, uns mit milden Gaben zu unterſtützen!

Die Unterzeichneten ſind bereit, ſolche in Empfang zu nehmen und bitten dieſelben an das Hülfs⸗Comité für die durch Exploſion Verunglückten oder auch an die Unterzeichneten zu richten. Mainz, den 19. November 1857. Nack, Bürgermeiſter. Raſcher. C. Michel. A. Gaſtell. Barthel. Dr. Schmitt, Superintendent. Hernsheim. L. Lauteren. Decan Schneider. Dr. Aub, Rabbiner. S. Goldſchmidt. Advokat Goerz. In Folge des vorſtehenden Hülferufs ſind die Unterzeichneten zu einem Comité für hieſige Stadt und Um⸗ gegend zuſammengetreten, um milde Gaben für die zahlreichen Unglücklichen zu Mainz in Empfang zu nehmen und an den Ort ihrer Beſtimmung zu befördern. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, erklärt ſich ein Jeder unter uns zur Entgegennahme brüderlicher Handreichung bereit und wir ſind der frohen Zuverſicht, daß unſere herz liche Bitte für das arme Mainz in der reichen Wetterau nicht ſpurlos verklingen werde. Das walte Gott! Friedberg den 21. November 1857. Das Comité zur Unterſtützung der in Mainz Verunglückten:

Bender, Bürgermeiſter; Dr. Matthias, Director des Taubſtummen-Inſtituts; Bichmann, Hauptmann; Müller, Regierungsrath;

Dr. Curtman, Director des Schullehrerſeminars; v. Preuſchen, Landgerichtsaſſeſſor;

Dr. Ph. Dieffenbach, Director der Realſchule; L. Seyd, Hofgerichtsadvokat;

Joh. Falck, Hoftapezierer; Dr. Sell, Director des ev. Predigerſeminariums; Hauſer, Rentamtmann; Joh. Steinhäuſer, Rentner;

Mayer Hirſch, Kaufmann; Trapp II. und Trapp III., Hofgerichtsadvokaten; Hochgeſand, Bahnhofsinſpektor; C. Wahl, Hofapotheker; und

v. Lepel, Landgerichtsaſſeſſor; Die Expedition dieſes Blattes.

Die Maje. Ein Volksblatt für Alt und Jung im wunderbare Lebensführungen, wie auch die Darſtellung deutſchen Vaterlande. Herausgegeben von W. O. von des Lebens ausgezeichneter Menſchen Euch vorführen, Horn. In Monatsheften à 14 kr. und das Alles in verſtändlicher, einfacher, gemüthlicher,

Unter obigem Titel erſcheint ſeit Oktober dieſes frommer Art, damit aus Allem erwachſe ein rechter Got

Jahres bei Kreidel und Niedner in Wiesbaden ein tesſegen für das Herz, das Haus und das Leben. Und

neues Volksblatt, das ſeinem ganzen Weſen nach eben dazu haben ſich die tüchtigſten und wackerſten Männer

ein wahres Volksblatt iſt, herausgegeben von dem an mich angeſchloſſen, in deren Schatz Altes und Neues

Meiſter der Volksſchriftſteller, W. O. von Horn, dem köſtlicher Art ruht. Wo es noth thut, daß man die

Spinnſtubenſchreiber, den wir mit den Worten des kürz- Sache auch ſehe, werden gute Bilder das Wort erläutern.

lich ausgegebenen Proſpects ſelbſt reden laſſen wollen, was[Das iſt's, was ich Euch in der Maje bieten will und

er ſeinen Leſern zu bieten gedenkt. Er verſpricht:Unter- ihr wiſſet, wie ich's meine und daß ich mein Wort redlich haltung in friſcher, frommer, gemüthlicher Weiſe, und halte. Daß die Maje billig wird zu halten ſein, das wer

Belehrung in gleicher Art und Weiſe alſo Geſchichten den Euch die ſagen, welche das Blatt drucken und hinaus

aus dem Leben; aber die Maje wird auch über die ein⸗ gehen laſſen in's Land.

zelnen Werke Gottes in ſeiner weiten, herrlichen Schöp Nun, liebe Freunde, laßt Euch die Maje empfohlen

fung, aus der Pflanzen- und Thierwelt, aus Luft und ſein! Ich wette, ſie wird Euch bald recht lieb und werth

Meer, am Himmel und auf der Erde, Gutes, Anzie- ſein. Und nun ſeid zum Schluſſe Alle dem Herrn befohlen.

hendes und Neues bringen zu des Herrn Ehre und ſeiner W. O. von Horn. Menſchenkinder Belehrung; ſie wird aus dem Gebiete der[ J Zu Beſtellungen empfiehlt ſich die Unterzeichnete, bei Länder⸗ und Völkerkunde Euch Vieles bieten, was Euch welcher man von dem erſchienenen erſten Hefte Ein wichtig, anziehend und belehrend iſt; ſie wird aus der ſicht nehmen kann.

Geſchichte vergangener Zeiten Begebenheiten, edle Thaten, C. Bindernagel's Buchhandlung.