Friedberger Intelligenzblatt.
Er ſcheint wo⸗
Erſchei 2 A 2 f 2 Ob 0 ſſ. a Einrückungsge Se Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, tag. Preis jährl. oder deren Raum
. nel ee Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e ae.
fl. 1. 30 kr. ſammen 7 kr.
Nu 19. Freitag, den 6. März.
1857.
Amtlicher Theil.
Von den Regierungsblättern ſind zu publiziren. Nr. 6 von dieſem Jahre vollſtändig.. Friedberg, am 2. März 1857. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Müller.
Das Großherzogliche Landgericht Friedberg an die Großherzoglichen Ortsgerichtsvorſteher des Bezirks.
Betreffend: Das Vormundſchaftsweſen.
Sämmtliche Curatoren, welche pro 1856 Rechnung zu ſtellen haben, haben ſolche bis Ende März d. J. bei 1 Reichsthaler Strafe einzureichen, was bekannt zu machen iſt.
Friedberg den 2. Marz 1857. Großherzogliches Landgericht Friedberg
In Verhinderung des Landrichters
v. Preu ſchern, Landgerichts Aſſeſſor.
Auszug aus dem Großherzoglichen Negierungsblatte.
Nr. 6. vom 25. Febr. enthält: 1 Verordnung Gr. Mi⸗ Bauhandwerkern zu beobachtenden techniſchen Vorſchriften betr.— niſteriums des Innern vom 2. Febr. aus 3 8s beſtehend und bau⸗ III. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens: dem Bau— 1
polizeiliche Beſtimmungen in Bezug auf Hauptänderungen von an rath Lichthammer für das Ritterkreuz des k. griechiſchen Erlöſerordens. Straßen ſtehenden Gebäuden gebend.— II. Eine aus 15 58 beſte⸗— IV. Dienſtnachrichten: am 3. Jan. wurde Handelsmann Joh. Joſ. bende Verordnung deſſelben Miniſteriums vom 4. Febr., die von den Krämer zu Rotterdam zum Conſul ernannt.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Bekanntmachung. theile, daß die nicht Erſcheinenden als dem Be⸗ mittags um 10 Uhr, werden auf dem Gräflich 1264] Der Schreiner Friedrich Empter von ſchluſſe der Mehrzahl der Erſcheinenden bei- S.-Rödelheim'ſchen Bergwerke bei Bauernbeim Erbffadt hat angezeigt überſchuldet zu ſein. Da- tretend werden angeſehen werden. 50 Stecken gemiſchtes Brennholz, nebſt mehre— her wird zum Verſuche der Güte unter den Windecken den 20. Februar 1857. ren Haufen Spänen, eichen und tannen, unter
Gläubigern deſſelben Termin auf den Kurf. Heſſ. Juſtizamt den bekannten Bedingungen meiſtbietend ver— 20. März d. J., Vormittags 10 Uhr, T bei ß vdt, Kahler. kauft, wozu Steigliebhaber hiermit einla det. beſtimmt, in welchem ſie ibre Forderungen an⸗ u—'.—— Oſſenheim den 4. März 1857.
zumelden und zu begründen, ſowie zum Güte⸗ GD neun g. Der Rentmeiſter verſuche ſich bereit zu zeigen haben, beim Nach-[304] Künftigen Freitag den 13. l. M., Vor⸗ WF,
Verſchiedenes. Das Färben der Kaffeebohnen. Auf grö— Sterben durch bloße Einbildung. Mit einem beren Handelsplatzen bedient man ſich verſchiedener Kunſt⸗ verurtheilten Verbrecher wurde folgender Verſuch gemacht. griffe, geringeren Sorten Kaffee ein beſſeres, den feinen Man ließ vor ſeinen Augen einen Hund zu Tode bluten. Sorten ähnliches, mehr in's Grüne ziehendes Anſehen zu Die anweſenden Aerzte unterhielten ſich während des Vor- geben. Wie ich aus ſicherer Quelle weiß, beſteht eines ganges über die verſchiedenen ſich darbietenden Erſchei— dieſer Mittel darin, daß man zu den Bohnen in einem nungen; ſie beſchrieben den allmähligen Verluſt des Blu- Faß eine Anzahl Bleikugeln giebt und hierauf das Faß tes und wie dadurch der Hund allmählig immer ſchwächer eine Zeit lang hin und her rollt, wodurch ſich von dem würde, und als der Hund in den letzten Zügen lag, ſag— Blei ſo viel ab⸗ und an die Bohnen reibt, daß jene Ab⸗ ten Alle einſtimmig:„Nun ſtirbt der Hund, was auch ſicht wirklich erreicht wird. Ob der Genuß ſo zugerichteten unmittelbar darauf geſchah.— Hierauf ſagten die Aerzte dem Kaffees ſchaͤdlich iſt oder nicht, das kümmert die Verfäl⸗ Verbrecher, er ſolle in derſelben Weiſe ſterben. Es wur- ſcher nicht. 2 1 den ihm die Augen verbunden und dann mit einer Lan— f Man wendet zur Färbung von Kaffeebohnen auch cette ein Schnitt in den Arm gemacht, ohne indeſſen eine ein Pulver an, welches ſeiner Analyſe zufolge in 100 Ader zu verletzen. Nun beſchrieben die Aerzte alle Sym— Theilen aus 15 Theilen Berlinerblau, 35 Theilen chrom⸗ ptome ganz in derſelben Weiſe, wie ſie es bei dem Hunde ſauerm Bleioxyd(Chromgelb), 35 Theilen eines Gemenges gethan hatten, und endlich erklärten ſie einſtimmig: Nun von Gyps und Thon und 15 flüchtigen Beſtandtheilen ſtirbt er.“ Der Verbrecher, welcher den Vorgang bei der nebſt Feuchtigkeit zuſammengeſetzt iſt.* Tödtung des Hundes noch ſehr friſch im Gedächtniß hatte, Den ſo gefälſchten Kaffee möglichſt unſchädlich zu meinte in der That Alles zu empfinden, was die Aerzte machen, waſche man denſelben vor dem Brennen oͤfter mit beſchrieben, und ſtarb wirklich, als die Aerzte es ſagten, lauwarmem Waſſer gut ab und trockene nur die 10 ge⸗ obwohl er nicht über zwanzig Tropfen Blut vergoſſen hatte. reinigten Bohnen an einem ſchattigen und luftigen Orte.


