Ausgabe 
6.1.1857
 
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Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Braunkohlenverkauf.

11963]

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß für die von dem 1. Januar bis

31. März 1857 gegen genügende Bürgſchaft und unter den bekannten Bedingungen von dem Großherzoglichen Bergwerk bei Dorheim bezogenen Braunkohlen ein Credit zur Zahluug bis zum

30. Juni 1857 gegeben wird.

Die Preiſe der Kohlen ſind wie ſeither 12 kr. pr. Ctr. für die

von Haufen und 13 kr. pr. Ctr. für die aus Schoppen, wobei 14 Klötze für einen Ceutner ge⸗

rechnet werden.

Die Geſchirre, welche Kohlen auf dem Dorheimer Bergwerk laden, ſind bei der Kurheſſ.

Weggelderhebungsſtätte Nauheim und beladen au

Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit.

Dorheimer Bergwerk, den 23. December 1856.

ch auf allen Großherzoglichen Chauſſeen von der

ee Bergamt Dorheim

Braunkohlenverkauf.

[1964] Vom 2. Januar 1857 an werden bis auf Weiteres die Braunkohlenklötze auf hiefigem Bergwerke nur gegen Baarzahlung abgegeben und zwar 4 rn Bauernheimer Bergwerk, den 27, December 1856. Gräflich Solms ⸗Rödelheim'ſche Bergverwaltung L. S

Storch.

Oeffentliche Aufforderung. 19211 Nachfolgende Liegenſchaften ſind ver⸗ theilt oder veräußert worden: I. Gemarkung Griedel: Eingetragen auf den Namen des Heinrich Viſſel in Griedel 10/18 Klftr. Hofraithe an Friedrich Klein und 106 Item, deren Verzeichniß in der Landgerichts⸗Regiſtratur offen liegt. II. Gemarkung Niederweiſel: Eingetragen auf den Namen des Johann Georg Klippel in Niederweiſel: 536/24 15½[◻IKlafter Wieſe im Obergrund, 223 u. 463/1[OKlftr. im Müblenfeld, 195/16 u. 17 15½[◻IKlftr. und 22½ Klftr. im Altenwegsfeld. 2/7 96[◻◻Klftr. im Rödelbacherfeld. III. Gemarkung Steinfurt: Eingetragen auf Konrad Hubers, erſtens Erben in Steinfurl: 135/77 160 Rth. Hofraitbe und 13/77 60 Ruthen Garten bei der Hofraithe und ſoll die Anſchlagsſumme mit 2900 fl. längſt bezahlt ſein. 340/20 39 Rth. Acker im Melbacherfeld. IV. Gemarkung Rockenberg: Eingetragen auf den verlebten Heinrich Fröh⸗ lich und von ſeiner Wittwe verkauft:

Fl. 1 Nr. 234 29[◻Klftr. Hofraithe nebſt

I 235 53 Garten dabei, ſodann die Grundſtücke Fl. V Nr. 273, IX 466, XI 303 und XV 273.

Auch ſteht ein auf dieſen Liegenſchaften haf tender Hypotheken⸗Eintrag vom 20. Ja⸗ nuar 1837 über 150 fl. Darlehen bei dem Mathildenflift Friedberg noch offen, ſoll aber erloſchen ſein, da das Kapital nach beigebrach⸗ ter Beſcheinigung abgetragen iſt.

Das Eigenthum dieſer Liegenſchaften kann urkundlich nicht nachgewieſen werden. Auf An⸗ ſtehen der jetzigen Inhaber ergeht daher dieſe Aufforderung, etwaige Anſprüche an das Eigen⸗ thum, insbeſondere auch ad III an die ange⸗ gebene Anſchlagsſumme oder die ad IV ange⸗ führte Schuld⸗ und Pfandverſchreibung binnen einer zerſtörlichen Friſt von

2 Monaten

dahier geltend zu machen und zwar ſogewiß, als ſonſt die Beſtätigung der nachgeſuchten Theil⸗ zettel und Kaufbriefe verfügt, der Eintrag im Mutationsverzeichniß und zwar ad III unbe⸗ ſchränkt vollzogen, und auch der noch offen ſtehende Pfandeintrag gelöſcht werden wird. Butzbach den 13. Dezember 1856.

Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel.

Edictal ladung. 11966] Der dahier domicilirende ſeitherige In⸗ baber des Eafe Scheller, Carl Pospiſchil aus Brünn, hat ſich von hier entfernt, und ſeine Inſolvenz bei unterzeichneter Stelle anzeigen laſſen. Es werden daher alle Diejenigen, weiche Anſprüche und Forderungen an deſſen unbe⸗ deutende Vermögensmaſſe zu haben vermeinen, aufgefordert, ſolche bei Meidung des Ausſchluſſes von der Maſſe im Termin: Dienſtag den 20. Januar 1857, Vormittags 9 Uhr.

dahier anzumelden und auszuführen.

Der Präcluſivbeſcheid wird übrigens nur auf der Amtsſtube eröffnet.

Homburg den 29. November 1856.

Landgräflich Heſſ. Juſtizamt. F. C. Stäubeſandt

Edita iz don g. [121 Gegen Georg Becker und deſſen Ehe⸗ frau Eliſabetha, geborne Bill, von Nie⸗ derweiſel hat Großberzogliches Hofgericht der Provinz Oberheſſen förmlichen Concurs erkannt und ſteht demgemäß Termin zur Anmeldung und Begründung ſämmtlicher Anſprüche an beide Eheleute, wie zum Verſuch der Güte Mittwoch den 11. März l. J., Morgens 10 Uhr, bei Vermeidung Ausſchluſſes von der Maſſe, der ſtillſchweigend eintritt. Wer einen Anderen vertreten will, muß mit genügender Vollmacht verſehen ſein. Butzbach am 2. Januar 1857. Großberzogliches Landgericht Butzbach Ebel.

Obligations ⸗Verlooſung.

[13] Von den Partial Obligationen hiefiger

Gemeinde find heute mittelſt Verlooſung von

dem Anleben bei dem Handlungshauſe Simon

Lindheimer in Friedberg zur Rückzahlung be⸗

ſtimmt worden:

Nr. 7 mit 200 fl. vom 1. September 18412, 16 200 fl. 1. Januar 1839. Die Inhaber dieſer Obligationen ſetzt man

hiervon in Kenntniß mit dem Anfügen, daß die

Rückzahlung am 1. Februar 1857 durch die

hieſige Gemeindekaſſe erfolgt, und daß von die⸗

ſem Tage an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Ilbenſtadt am 29. Dezember 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Ilbenſtadt Z wei e v.

Verſchiedenes.

Ein fachſte Aufbewahrung friſchen Flei⸗ ſches. Auf dem Lande, oder überhaupt an Orten, wo nicht oft oder nur ſelten geſchlachtet wird, kann man ſich friſches Fleiſch nicht zu jeder gewünſchten Zeit oder in hinreichender Qualität verſchaffen, weil alles friſch geſchlach tete Fleiſch, namentlich in der heißen Jahreszeit, ſchnell verdirbt oder einen fäulnißartigen Geruch und Geſchmack annimmt. Das einfachſte Mittel, es auf längere Zeit auf zubewahren, iſt folgendes: Man zerſchneidet größere Stücke knochenloſes Fleiſch in 34 Pfd. ſchwere Stücke, ſoviel man Gerichte davon bereiten will, legt dieſe in hölzerne oder ſteinerne Gefäße, und bedeckt ſie ringsum 1 2 Zoll dick mit fein geſtoßener, geſiebter Kohle. Auf dieſe Weiſe kann man ſie länger als 14 Tage vollkommen friſch und wohlſchmeckend erhalten und braucht das Stück vor der Zubereitung nur ſorgfältig durch Abwaſchen von dem an hängenden Kohlenpulver zu befreien.

e Wie uns mitgetheilt wi i ächſte eit in Ech⸗ zell eine Dre ſchm 3 eee ee 10 5 haber einer bedeutenden Fabrik landwirthſchaftlicher Maſchinen und Ge räthe in Leipzig, ſeinen heſſiſchen Landsleuten zur Anſicht aufſtellen läßt.

Wenn wir recht belehrt worden ſind, wird es eine amerikaniſche Dreſch⸗ maſchine nach Moffit ſein, welche Korn und Spreu vollſtändig von dem Stroh und dann das Korn ebenſo vollſſändig von der Spreu trennt und, mit einer Dampfmaſchine in Bewegung geſetzt, in 4 Stunden 150 Ber⸗ liner Scheffel Waizen in vollkommen gereinigtem Zuſtande liefert.

Wir unterlaſſen, dieſe Dreſchmaſchine nach ihren Theilen und deren Zuſammenſetzung zu beſchreiben, wollen aber nicht verfehlen, zur Zeit zu einem Beſuche in Echzell einzuladen, wo der um die landwirth⸗ ſchaftliche Bildung unſrer jungen Leute ſo rübrig ſich bemühende Herr Dr. Henkelmann, durch deſſen Sorge auch gedachte Maſchine bier⸗ her gelangen wird, dann allezeit bereit ſein dürfte, den Beſchauer zu einer Nutzen bringenden Betrachtung anzuleiten. An Intereſſenten dürfte es nicht fehlen, da dieDreſchfrage eine unſrer brennendſten geworden iſt.

e Es iſt in mebreren naſſ. Gemeinden, wie wir hören, eine Zu⸗ ſammenlegung der Grundſtücke glücklich zu Stande gekommen. Dürften wir unſte Leſer, die darüber Näheres wiſſen, bitten, uns genauere Mit⸗ theilungen darüber machen zu wollen?

L. Friedberg den 2. Januar 1857. Das ſtürmiſche Wetter ſcheint die Landleute vom Beſuche unſeres heutigen Marktes abgehalten zu haben und waren die Zufuhren in Folge deſſen ſebr gering. Dagegen feblte es nicht an Käufern, welche wegen Mangel an Waare unverrichteter Sache weggehen mußten. Die Preiſe gingen in die Höhe und wurde für Waizen 13 fl. 20 kr.; ord. 13 fl. 10; Gerſte 7 fl. 10; Korn 9 fl 10; Hafer 4 fl. 10 bezahlt, immerhin Preiſe, welche auf dem Lande nicht angelegt wurden und die wohl zu einem ſtärkeren Beſuche des nächſten Markts einladen werden.

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