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20 de d Butzbag
Septbr
Er ſcheint woͤ⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch
Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,
Friedberger Intelligenzblatt.
Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum
ſammen 7 kr.
ere Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.,
Nu 69.
Freitag, den 4. September.
1837.
Amtlicher Theil.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Betreffend: Die Vertilgung der Feldmäuſe.
Obgleich von vielen Ortsvorſtänden bereits zeigenden Feldmäuſe geſchehen ſind, ſo finden wir 1854, Int.⸗Blatt. Nr. 69., aufmerkſam zu machen
ſchehen iſt, zu empfehlen, die dorten vorgeſchlagenen Mittel zur Vertilgung
keiner Seite etwas verſäumt wird, weil e
Friedberg am 2. September 1857.
An N e ſel b e n.
Betreffend: Die Einſendung der Waiſenhausbüchſengelder für 1857.
An die Einſendung der Waiſenhausbuͤchſengelder für 1857, zettels vom Controleur mit unterſchrieben, werden Sie erinnert.
Friedberg am 2. September 1857.
die geeigneten Schritte zur Vertilgung der ſich in bedenklicher Menge uns doch veranlaßt, Sie anf unſer Ausſchreiben vom 2. September und denjenigen Ortsvorſtäͤnden, wo noch nichts zur Vertilgung ge—
in Anwendung zu bringen, damit von
inheitliches Einſchreiten geboten erſcheint.
Müller.
unter vorſchriftsmäßigem Beiſchluß eines Sorten—
Müller.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Aufforderung. 11392 Diejenigen Bewohner bieſiger Stadt, welche geſonnen find, taubſtumme Kinder in Ver⸗ pflegung zu nebmen, wollen ſich, ſofern es noch nicht geſchehen iſt, bei uns anmelden. Friedberg am 18. Auguſt 1857. Großherzogliche Direction des Taubſtummen— Inſtituts Dr. Matthias.
Obſtverſteiger ung. 11429] Die diesjährige Obſternte wird an nach. ſtehenden Tagen und Stunden an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert, als:
1) Montag den 7. September, Morgens 9 Uhr, werden der Verſteigerung ausgeſetzt:
das Obſt von den Baumanlagen im Ring⸗
graben, in der ebemaligen Burggemarkung,
an der Seewieſe, im kleinen und großen
Wildkautsgraben, vom Wartberg bis an die Galgenbrücke und von da bis zur Gemar— kungsgrenze von Oberwöllſtadt.
Der Anfang dieſer Ringgraben.
2) Montag den 14. September, Morgens 9 Ubr, kommt das Obſt von nachſtehenden Obſtbaumanlagen zum Aus gebot:
Im ſtädtiſchen Bleichgarten in der Vorſtadt
zum Garten, am Seegraben, in der Ock—
ſtädter Gaſſe, im Schützenrain, Haingraben und im Stadtſchreibereigraben.
Der Anfang dieſer Verſteigerung iſt in dem ſtädtiſchen Bleichgarten in der Vorſtadt zum Garten.
Friedberg den 26. Auguſt 1857.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg
Bender.
Verſteigerung iſt am
Grundſtücke⸗Verſteigerung.
11457] Mittwoch den 9. September, Morgens um 9 Uhr, werden in hieſigem Ratbhauſe die Grundſtücke der Frau Anton Eich's Wittwe, in
bieſiger und Fauerbacher Gemarkung liegend, einer freiwilligen meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt.
Flurſchütz Glockengießer iſt im Befſitz eines Verzeichniſſes des fraglichen Immobilien und iſt beauftragt, den Liebhabern dieſelben zu zei⸗ gen und auf Verlangen die nöthige Auskunft zu ertheilen. 1 1
Friedberg den 28. Auguſt 1857. In Auftrag Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher S
Anſchauungen aus dem Leben mit beſonderem Hinblick
werden kann. Dieſe Verarmung aber iſt ein großes Uebel,
wo ſich zunächſt die phyſiſche Verkrüppelung anhängt, eine ſtets zuverläſſige Folge der Armuth. In dieſem ärmlichen Verhältniß muß die ganze Arbeiterfamilie jeden Tag an ihr hartes Tagewerk gehen und ſelbſt die Frau, in welchem körperlichen Zuſtande ſie ſich auch befinden mag. Die Kinder einer ſolchen Familie bleiben ſich den ganzen Tag ſelbſt über— laſſen, an gedeihlicher Nahrung leiden ſie Mangel, ſie werden nicht gehörig gereiniget, weil ihre Mutter nach etwa über— ſtandenem Wochenbett wieder an die Arbeit muß; wie können alſo ſolche Kinder ſtark und kräftig werden? Dieſes iſt aber die Art und Weiſe, wie ſie erzogen werden, noch nicht vollſtändig. Die Vogelsberger Erndtearbeiter bringen theil— weiſe ihre Kinder und ſelbſt Säuglinge mit in die Wet— terau. Dieſe Kinder treiben ſich nun entweder in den Dör⸗ fern herum oder ſie werden von den Eltern mit auf das Feld genommen, ſie ſind alſo den ganzen Tag in der groͤßten Hitze und leiden vielleicht auch Mangel an Nahrung. Säug⸗ linge, die auf dieſe Weiſe mit auf das Feld genommen werden, werden unter einen Fruchthaufen oder in eine Furche gelegt, bis ſie des Nachts wieder mit nach Hauſe genommen werden. Zu dieſer Erziehung kommt nun noch
auf das unabläſſige Streben nach Gewinn— beſon— ders im Fache der Landwirthſchaft. Von A. Weller.(Schluß.)
Aus dieſem Verhältniß ergibt ſich, daß bei der Sti- pulation des Lohns die Arbeiter in der Regel im Nach⸗ theile ſtehen, wiewohl es zum Ruhme vieler Wetterauer Gutseigenthümer wiederholt geſagt werden muß, daß ſie an ihren Arbeitern nicht geizen— allein es gibt auch Viele, die ihre Arbeiter ſo viel wie möglich durch ſehr ge— ringe Lohnſätze beeinträchtigen. Wenn ich bei meinen Be— obachtungen nicht irre, nämlich, daß im Allgemeinen für die Intereſſen des Ackerbaues ſehr viel geſchehen iſt, ſo hat doch“ dieſer Fortſchritt den Zuſtand der arbeitenden Klaſſe nicht gehoben, im Gegentheil, dieſe Klaſſe ſteht ſich ſchlechter bei den hohen Preiſen der Lebensmittel und der ſtets ſteigenden Bevölkerung. Zieht man nun das ſtets rückſichtsloſe Streben nach Gewinn einzelner Land⸗ wirthe hinzu, ſo iſt eine theilweiſe Verarmung der Ar⸗ beiter, einer höchſt nützlichen Klaſſe der menſchlichen Ge— ſellſchaft, die nothwendige Folge, die nicht richtiger gezogen


