Ausgabe 
3.2.1857
 
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Friedberger Intelligenzblatt.

Erſcheint wo⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 fr.; durch die Poſt bezogen

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Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.% n

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ſammen 7 kr

Nu 10.

1837.

Amtlicher Theil.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Landgeftüts-Anſtalt insbeſondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgeſtütsbeſchäler für 1857.

Diejenigen von Ihnen, aus deren Gemeinden im gebracht werden, wollen uns die muthmaßliche Zahl Scheine und Verzeichniſſe Ihnen hiernach zuſenden.

Friedberg am 30. Januar 1857.

Jahr 1857 Stuten zum Bedecken durch die Landgeſtütsbeſchäler derſelben baldigſt angeben,

damit wir die für ſie erforderlichen

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d e r, Kreisaſſeſſor.

Auszug aus dem Großherzoglichen

Nr. 3 vom 24. Jan. enthält: 1. Rechnungsablage über die Verwendung der im Jahre 1854 ausgeſchriebenen Brandentſchä digungsbeiträge: Einnahme; Kaſſevorrath nach Abſchluß vor. Rechnung 420,355 fl. kr., Ausſtände 239 fl. 14 kr., Beiträge(von je 100 fl. Verſicherungscapital kr.) aus Oberheſſen 76,602 fl. 26 ¼ kr., Starkenburg 78,147 fl. 57% kr., Rheinheſſen 68,343 fl. 4 kr., zuſ. (Brandverficherungscapital 73,718,910 fl) 223,093 fl. 28 kr., Ge⸗ bühren 564 fl. 36 kr., zurückerhobene Depoſiten 182,000 fl., Zinſen von ausfallenden Kapitalien ꝛc. 4155 fl. 40 kr., Verſchiedenes 1509 fl. 52½ kr., in Allem 831,917 fl. 52% kr. Ausgabe: an vergüteten Brandſchäden, nebſt Beſichtigungs⸗ und Abſchätzungskoſten: Oberheſſen 76,155 fl. 44 kr.(Kr. Gießen 11,440 fl. 1 kr., Alsfeld 36,924 fl. 23, Biedenkopf 3797 fl. 49, Büdingen 946 fl. 10, Friedberg 3227 fl. 13, Grünberg 672 fl. 50, Lauterbach 5089 fl. 20, Nidda 1756 fl. 24, Schotten 1455 fl. 51, Vilbel 6783 fl. 10, Vöhl 4062 fl. 33); Starkenburg 50,440 fl. 20 kr.(Kr. Darmſtadt 3158 fl. 33, Bens⸗ heim 2876 fl. 4, Dieburg 9043 fl. 47, Erbach 4358 fl. 5, Großgerau 617 fl. 30, Heppenheim 792 fl. 30, Lindenfels 15,016 fl. 16, Neuſtadt 1717 fl. 46, Offenbach 9589 fl. 36, Wimpfen 1270 fl. 13 kr 933 Khbeinheſſen 69,276 fl. 2 kr.(Kr. Mainz 37,677 fl. 47, Alzey, 2341 fl. 3, Bingen 6416 fl. 39, Oppenheim 1466 fl. 9, Worms 21,374 fl. 34). abgetragene Kapitalien 112,600 fl, Zinſen von aufgenommenen Kapi- talien 18,100 fl. 37½ kr., Beſoldungen und Penfionen 2930 fl. 52½, Repartitionsgebühren 2765 fl. 23¼, Erhebgebühren 8769 fl. 43,

Negierungsblatte.

Miethe 190 fl., Schreibmaterialien und Druckſachen ꝛc. 935 fl. 44, Buchbinder 8 fl. 46, Schreibgebühren 8 fl., Porto und Botenlohn 64 fl. 10, Deſerviten und Auslagen 465 fl. 46, Summariſche Revi⸗ fion der Brandverſicherungscapitalien 20 fl. 8, uneinbringlich 7 fl. 27 kr., Depoſiten 182,000 zufällig 184 fl. 34, in Allem 524,923 fl. 27/ kr. Mit der Einnahme verglichen bleibt Reſt 306,994 H. Ak worunter 72 fl. 27 ¼ kr. liquidirte Ausſtände. Der Kaſſevorrath von 306,921 fl. 57½ kr. wurde zu den Ausgaben für 1855 verwen- det. Nach einem Auszuge der Bücher von 1855 u. 1856 betrug die Einnahme pro 1855 352,287 f..% Auen wir Ausgabe 310,320 fl. 47½ kr. verglichen Mehrbetrag der Einnahme, 41,966 fl. 38 ¼ kr., welcher für 1856 in Einnahme geſtellt wurde. Ausgabe 39,481 fl. 3 kr. Vorrath am 31. Mai 1856, am Tage des Abſchluſſes, 2485 fl. 35% kr. II. Ueberſicht der im Jahre 1856 in dem Gr. Landeshoſpitale Hofheim verpflegten Kranken. Ende 1855 betrug der Praſenzſtand der Kranken 358(191 Männer, 167 Frauen). Im Jahre 1856 find zugegangen: 61(87 M. 24 F.). Summe der Verpflegten 419. Von dieſen wurden entlaſſen: defi⸗ nitiv 11 M. 4 Fr., proviſoriſch 13 M. 10 Fr., geſtorben 17 M. 12 Fr. Die Summe des Abgangs betrug ſomit: durch Entlaſſung 38 Perſonen, Tod 29, zuſ. 67. Es verblieben alſo Ende 1856 in Verpflegung 352 Perſonen. Von dieſen leiden an Schmermuth 9 M. 9 Fr., Tollheit(Wahnfinn und Tobſucht, unter diefen 3 Männer zugleich an Epilepſie) 14 M. 14 Fr., ſecundäre Verrücktheit und er⸗

Eine Rieſenſchildkröte als Hauklotz.

Der zoologiſche Garten in Berlin iſt vor einiger Zeit durch die Güte des Generalconſuls v. Gülich in Montevideo in den Beſitz einer Rieſenſchildkröte, von un gefähr 300 Pfd. Gewicht, gelangt. Hr. v. Güͤlich hat die ſem Geſchenke eine Beſchreibung beigefügt, worin er er zählt, auf welche Weiſe dieſes in ſeinen Formen eben ſo coloſſale wie in ſeinen Bewegungen und Eigenſchaften in tereſſante Thier zu der auf der Mitte ſeines Rückenſchildes ſichtbaren, handtellergroßen Verletzung gekommen ſei. Die Schildkröte wurde nämlich vor 43 Jahren, damals ſchon von anſehnlicher Größe, in das Haus eines Kaufmannes int ſüdlichen Braſilien aufgenommen und erfreute ſich wäh rend dieſes langen Zeitraumes der Fürſorge ſämmtlicher Familienmitglieder, weil ſie mit den Kindern aufgewachſen und ſo gleichſam als ein Erbſtück des Hauſes betrachtet wurde. Vor vielen Jahren erhält nun einer der Diener (Neger) des Hauſes den Auftrag, Holz klein zu hacken, und nachdem ſelbiger ſich lange vergeblich nach einem paſſenden Hauklotz umgeſehen, erinnert er ſich des harten Rückens der Schildkröte, holt dieſe hervor und bedient ſich

ihrer zur Erledigung des ihm gewordenen Auftrages. Ge wiß ein ſeltener Hauklotz! Ein Nachtheil für die Geſund heit des Thieres wurde dadurch nicht herbeigeführt; nur ſieht man heute noch in der unregelmäßigen Verletzung des Schildes, wie die Schärfe des Beils gewirkt hat. Dem Neger aber hat man dafür auf dem eigenen Rücken be greiflich zu machen geſucht, wie unrecht das Thierquälen ſei!

Verſchiedenes.

Der Cotillon.O du längſter und merkwürdig⸗ ſter aller Tänze! heißt es in G. FreitagsSoll und Haben, dem Vorzüglichſten, was von deutſchen Romanen in neuerer Zeit erſchienen iſt;du halb Spiel und balb Tanz! reizend, wenn du die einzelnen Paare im Kreiſe herumtreibſt und reizender, wenn du ihnen erlaubſt, ungeſtört und ein wenig verſteckt zu plaudern! Wir

hören, daß du dem Geſchlecht der Gegenwart fur veraltet und ſpießbürgerlich giltſt. Wankelmüthiges Jahrhundert! Wiſſenſchaft und Staatskunſt werden nichts Neues erfinden, was ſo vielfachen Bedürfniſſen des Menſchengeſchlechts