koſten würde, und begab mich endlich mit ihm in die Roſe und Krone, um die Sache bei einer Flaſche Wein weiter zu beſprechen. Skinner war, wie ich bald merkte, eine ſo offenherzige Seele, wie nur je eine durch einen guten Trunk ſich zu Indiseretionen hatte verleiten laſſen, und es dauerte nicht lange, ſo hörte ich, daß er kürzlich in London geweſen wäre, und daß er dort einen reichen Schwager Namens Hutton hätte, nebſt anderen weniger intereſſanten Einzelnheiten. Dieſe entzückende Offenheit verlangte, wie er zu glauben ſchien, eine angemeſſene Er— widerung, und nachdem er ein halbes Dutzend indirecte Fragen verſucht hatte, kam ich ihm auf halbem Wege mit den Worten entgegen:„Sie brauchen nicht ſo lange erſt auf den Buſch zu klopfen, Mr. Skinner; Sie wünſchen zu wiſſen, wer ich bin, und ganz beſonders, ob ich auch die Mittel habe, das ſchöne Haus zu bezahlen, von welchem wir geſprochen haben. Wohlan denn, ich mache Geldge⸗ ſchäfte; ich verleihe zuweilen baares Geld gegen Sicherheit.“
„Sie ſind alſo ein Pfandleiher?“ fragte Mr. Skinner zweifelhaft. b
„Das gerade nicht; ich nehme öfter Perſonen in Pfand als Sachen. Unter einem Mann, der Geldgeſchäfte macht, verſtehe ich einen Mann, der die Papiere flotter junger Männer discontirt, welche Vermögen zu erwarten haben, und die bereit ſind, ſich für die Gefälligkeit, die man ihnen jetzt erzeigt, ſpäter auf eine noble Weiſe ab⸗ zufinden.“
„Aha, ich verſtehe— Sie discontiren Wechſel?“
„Sehr richtig. Doch trinken Sie und geben Sie mir dann die Flaſche her.“
Ein Blick, der aus dem grauen Auge des Mannes ſchoß, beſtärkte mich in einer Hoffnung, die ich kaum zu hoffen gewagt, nämlich daß ich am Vorabend eines großen Erfolges ſtand; indeſſen war es klar, daß ich ſehr vorſich⸗ tig manövriren mußte, wenn der Fiſch auch wirklich an⸗ beißen ſollte. Mr. Skinner verſank gleich darauf in tiefes Nachdenken, welches ich nicht unterbrach, ſondern mich be⸗ gnügte, ſein Glas ebenſo raſch wieder zu füllen, als er es mechaniſch leerte.
„Alſo Sie discontiren Wechſel?“ ſagte er endlich, indem er ſeine Pfeife hinlegte und mich mit einem Blicke anſah, welcher verrieth, daß er zu einem feſten Entſchluß gekommen war.„Kommt auf die Summe und die Länge der Zeit etwas an?“
„Gar nichts, wenn die Perſonen ſonſt ſicher ſind.“
„Und gleich baares Geld?“
„Gleich baares Geld, verſteht ſich mit Abzug der Zinſen.“
„Verſteht ſich. Nun denn, Mr. Thomſon, ich be— ſitze einen Wechſel von einem Mr. Edmund Webſter in London auf fünfhundertundfünfzig Pfund, ſechs Monat dato, den ich gern discontiren mochte.“
„Webſter von den Minories?“
„Nein; ſein Vater iſt ein ehemaliger Getreidehänd— ler und wohnt in Regents-Park. Der Wechſel iſt ſo ſicher wie eine Note der Bank von England.“
„Ich kenne den Mann. Aber warum will Ihnen der reiche Schwager, von dem Sie ſprachen, den Wechſel nicht abkaufen?“
„Ja, antwortete Skinner,„er würde es ohne Zweifel thun, aber ich muß Ihnen ſagen, daß wir uns eben dieſes Wechſels wegen mit einander veruneinigt haben. Ich bin ihm eine ziemliche Summe Geldes ſchuldig, und wenn er dieſen Wechſel in die Hände bekäme, ſo würde er natürlich den Betrag ſeiner Forderung inne behalten wollen. Ich habe mich ſchon genöthigt geſehen, ihn mit dem Vorwande hinzuhalten, daß mir das Papier, kurz
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nachdem ich es erhalten, durch einen unglücklichen Zufall verbrannt ſei.“—
„Das iſt eine ſonderbare Geſchichte, lieber Freund; aber wenn die Unterſchrift ächt iſt, ſo mache ich mir weiter nichts daraus, und Sie ſollen das Geld ſofort haben.“
„Hier iſt das Papier,“ ſagte Skinner, indem er eine dicke Lederbrieftaſche aufmachte.„Ich will die überzähligen fünfzig Pfund gern fallen laſſen.“
Ich griff begierig nach dem koſtbaren Document, ſah es an, überzeugte mich, daß Alles in Ordnung war, ſteckte es in die Taſche und ſagte dann, indem ich plötzlich einen andern Ton annahm und vom Tiſche aufſtand:„Nun denn, Skinner, auch Brown genannt, ich habe Ihnen zu eröffnen, daß ich Polizeibeamter bin, und daß Sie mein Gefangener ſind.“
„Polizei? Gefangener? ſchrie der Erſchrockene, in⸗ dem er auf ſeine Füße ſprang,„was reden Sie da 2
„Ich will es Ihnen ſagen. Ihr Schwager bediente ſich Ihrer, um den Wechſel zu discontiren, der ſich jetzt in meinem Beſitz befindet. Sie thaten dies, indem Sie ſich für einen Mr. Brown und Agenten eines Mr. Curtis ausgaben, aber von den ſchändlichen Folgen dieſer That, nämlich daß der junge Mr. Webſter beſchuldigt worden iſt, dieſelben Fünfzigpfundnoten, die Sie ihm in dem Kaffee⸗ zimmer der Taverne zum Lorbeerbaum gaben, geſtohlen zu haben— davon haben Sie wahrſcheinlich keine Kenntniß, weil es Mr. Hutton gelungen iſt, die Namen in den Po— lizeiberichten zu unterdrücken.“
Der arme beſtürzte Skinner zitterte an allen Gliedern wie vom Fieber geſchuͤttelt, und als ich ausgeredet hatte, betheuerte er auf's Heiligſte, er habe durchaus keine böſe Abſicht gehabt, als er den Wunſch ſeines Schwagers er— füllt habe.
„Das glaube ich gern,“ antwortete ich,„auf alle Fälle aber müſſen Sie mit mir nach London gehen— ganz ſtill und ruhig wird es am beſten ſein.“
Damit war er endlich, ebſchon ſehr widerſtrebend, einverſtanden und eine halbe Stunde ſpäter befanden wir uns auf dem Wege nach London.
Den nächſten Morgen begab ſich Mr. Webſter's Anwalt zu Mr. Hutton und verlangte von ihm die ſofor— tige Bezahlung der Schuldverſchreibungen, welche Mr. Webſter von ihm hatte. Dieß verſetzte ihn, wie wir ganz richtig berechnet hatten, in die größte Wuth, und Edmund Webſter ward ſofort auf Grund der ſchon früher gegen ihn erhobenen Klage wieder verhaftet und nach dem Po— lizeibureau in Marlboronghſtreet gebracht, wo ſein Vater, Kapitän Bramſton und andere Freunde ſein Erſcheinen ungeduldig erwarteten. Dießmal erſchien auch Mr. Hutton als Kläger und erſtattete eidliche Ausſage, daß ſich die fraglichen Banknoten am Tage des Diebſtahls in ſeinem ſichern Gewahrſam befunden hätten.
„Und Sie beſchwören alſo,“ ſagte Mr. Webſter's Anwalt,„daß Sie die angeblich geſtohleuen Noten nicht mit Ihren eigenen Händen an Brown gegeben und dem— ſelben aufgetragen haben, ſie in Mr. Curtis' Namen dem jungen Mr. Webſter zuzuſtellen?“
Hutton ſtutzte, ſchaute den Fragenden mit unſicherem Blicke an, und antwortete nicht ſogleich.
„Nein, das habe ich nicht gethan,“ antwortete er endlich, mit leiſer, zitternder Stimme.
„Ich will Ihr Gedächtniß ein wenig auffriſchen. Sag— ten Sie nicht zu Brown oder vielmehr Skinner, Ihrem Schwager—“
Ein halb unterdrückter Schrei entſchluͤpfte den zittern— den Lippen des Entlarvten, und die Flamme vernichtender Angſt und Beſtürzung zuckte uͤber ſein Antlitz, welches
wähnten 20
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