169
5) Erwachſenen Frauensperſonen iſt es ganz unterſagt, den Fliegenwedel- oder Wachsblumenhandel oder andere ähnliche, gewöhnlich nur als Deckmantel für unerlaubte Zwecke dienende Gewerbe auf eigene Rechnung im Auslande zu
9* betreiben oder dazu ſich Andern zu vermiethen. 5
1 d bi, 1 A l verfallen in eine Strafe von 15 fl. bis 30 fl., bei Wiederholungsfällen in eine Strafe von
80% Anfangs, 25 bis 50 fl.
wuͤchſtaben 0 6) Durch den Anſatz der nach vorſtehenden Beſtimmungen zu verhängendeu Strafen iſt weder die Zuerkennung der
m0. verwirkten Schulverſaumnißſtrafe, wenn ſchulpflichtige Kinder gegen die oben bemerkten Beſtimmungen auf die
kannt zu fraglichen Reiſen mitgenommen worden ſind, noch die etwa wegen ſonſtiger bei Gelegenheit des Betriebs der mehrerwähnten
n. Gewerbe oder Geſchäfte begangenen Vergehen oder Verbrechen,(3. B. Kuppelei, Menſchenraub, Entführung, Land— tiedberg ſtreicherei u. ſ. w.) oder wegen Uebertretungen des Polizeiſtrafgeſetzes z. B. Art. 42 Art. 98 ꝛc. nöthig werdende Unterſuchung und Beſtrafung ausgeſchloſſen.
7) Sollte der Fall vorkommen, daß Kinder oder unter väterlicher Gewalt ſtehende Frauensperſonen ſich heimlich und gegen den Willen ihrer Eltern, Pflegeltern oder Vormünder von Hauſe entfernen, um ſich an Andere, welche die mehrerwähnten Zwecke verfolgen, anzuſchließen, ſo iſt von den Eltern unverzüglich und längſtens binnen 12 Stunden nach der Entfernung, der Polizeibehörde ihres Wohnorts die Anzeige zu machen, widrigenfalls ſie ſich zu gewär—
9. Wuſer tigen haben, daß auf die etwaige ſpätere Entſchuldigung, die Kinder ꝛc. ꝛc. hätten ſich, ohne Willen der Eltern deln Falregle⸗ ꝛc. ꝛc. entfernt, keine Rückſicht wird genommen werden. A verfallen Die Ortspolizeibehörden haben von ſolchen heimlichen Entfernungen unverzüglich dem ihnen vorgeſetzten Kreis— 8 2 amte die Anzeige zu machen, damit die erforderlichen Maßregeln Steckbriefe ꝛc.), um der ſich entfernt habenden K J 5153 Kinder wieder habhaft zu werden, alsbald ergriffen werden können. 8 8) Diejenigen, welche etwa auf Anwerbungen zur Reiſe der mehrerwähnten Art betreten werden, ſind von der betref— backen und zu fenden Ortspolizeibehöͤrde zu arretiren und an das ihr vorgeſetzte Kreisamt zur alsbaldigen Einleitung der Unter—
ſuchung und Beſtrafung abzuliefern. 9) Ueberhaupt ſind die Ortspolizeibehörden anzuweiſen, die Befolgung vorſtehender Beſtimmungen bei eigener Verant—
ſind in dem zur Liquidation und weiteren Ver— handlung auf MNiifibHoch den us Ju ni, Morgens 9 Uhr,
markung Niederwöllſtadt zugeſchriebenen Par—
zellen urkundlich nachweiſen zu können:
a) auf den Namen des Johannes Bech— told J. ſtehend:
nen ſich wortlichkeit gehörig zu überwachen, Zuwiderhandlungen unverzüglich anzuzeigen und ſolche durch augenblickliches 3 Einſchreiten unſchädlich zu machen. etlich bekannt b Dae e i g. Knorr. edderg 9 2 0. 5 Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. Oeffentliche Aufforderung. Oeffentliche Aufforderung. b) auf den Namen des Heinrich Mohr [673] Anſprüche jeglicher Art an das von 733] Die Erben des Johannes Bechtold J. ſtehend: 5 755 52 8 Großherzoglichem Hofgericht der Provinz Ober⸗ 5 der Heinrich Mohr's e u Nie⸗ 1 555 ae 5 E heſſen für conkursfällig erkannte Vermögen derwöllſtadt haben die Grundſtücke ihrer Erb⸗ 65 7272. 19528. XIX/68 e 8 der Johs. Schmidt's Ehefrau, Chri- laſſer vertheilt, obne deren Eigenthumsrecht an 150 i e Alle, welche an obige 5 . 10863 fline geb. Wegmann, von Oppershofen nachbenannten, denſelben im Grundbuch der Ge genſchaften igenthumsanſprüche zu machen
haben, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen 6 Wochen
a dato dahier zur Anzeige zu bringen, als ſonſt das Eigenthumsrecht der Erblaſſer unter⸗
t So N 1 N * anberaumten Termin bei unterzeichnetem Gericht Fl.Nr. 1/328. 1/514. 1/1437. 1/1438. ſtellt, die Theilung beſtätigt und Eintrag der ſogewiß anzumelden und zu begründen, als ſie[I/1439. 1/1598. 1/827. 1/1293. 1/130. IX,85. Erwerbtitel in das gerichtliche Mutationsver⸗ ſonſt bei Vertheilung und Ueberweiſung der X/263. X.281. X/397. XI/ 103. XI/278. zeichniß verfügt werden wird. Jießen, Maſſe unberückſichtigt bleiben. XIII/529 XVI AO. XVIII /66. XVIII/S3. Friedberg am 19. April 1856. Butzbach, am 20. April 1856. XVIII/2652. XIX/ 297. XIX/460. II/. Großherzogliches Landgericht Friedberg Großherzogliches Landgericht Butzbach 11/382. I1V/329. 1/396. VIL/34. VIII/59. Hofmann, v. Lepel, nſerer Ver Ebel. IX/353. II/I14. X/284. IV/ 148. Landrichter. Landgerichts-Aſſeſſor.
Der Gemſen jäger. (Fortſetzung.)
Ulrich ſchwankte zwar bei jedem Schritt auf dieſem beweg— ten Boden, aber es gelang ihm dennoch, aus dem Haupt— ſtrom herauszukommen. Schon war er dem Saume des feſten Stroms nahe gekommen, hatte arglos ſchon mehre jener Schneebrücken überſchritten und erkannte ſchon an einer nahen Moräne eines der Widerlager dieſes Gletſchers. Dieſer Anblick regte in ihm den Muth und den Lebens— drang mächtig auf, er ſammelte all ſeine Kraft zum Sprunge und wollte dem Steinwalle entgegeneilen. Da wich ihm plötzlich der Boden unter den Füßen, er hatte kaum mehr Zeit, beide Arme auszubreiten, um ſich anzuſtemmen und
eine Stütze machen, wann er ſie zwiſchen beiden Wänden der Spalte einklemme; aber bei dieſer Bewegung wich der aufgeweichte Schnee, ein leichtes Krachen riß längs dem
ganzen Riſſe hin, die Schneewand verwandelte ſich in eine
Lawine und rutſchte mit ihm in den Abgrund.—
Am andern Morgen mit Tagesanbruch hatte der Föhn zu wehen aufgehört, allein man konnte die Bahr, die er verfolgt hatte, leicht erkennen an den ausgefüllten Vertiefungen und Lücken, an den vom Schnee entblößten Berggipfeln und den angeſchwollenen Gießbächen, welche ſich vollends in die Thäler ergoſſen hatten. Der Himmel hatte wieder ſeinen winterlichen Farbenton von mattem Hellgrau ohne alle Spur von Wolken angenommen, wo—
n blieb auf dieſe Weiſe bis um den Gürtel in die halb ein- durch er ſo viele Aehnlichkeit mit einem über die Alpen 2 geſunkene Schneewand verſenkt. Ein Augenblick fürchter- hingebreiteten Schleier hat. Die Temperatur war bedeu— . licher Spannung und Angſt hing über ihm; er fühlte eine tend milder geworden; es lag eine linde laue Wärme in Leere unter ſeinen Füßen, zu welche der eiſige Wind des der Luft, wie Vorzeichen des Frühlings, die ſich ſogar bis
60 fl, Abgrundes heraufdrang. Unbeweglich und mit verhaltenem auf dieſe rauhen Höhen herauf fühlbar machten. Die
Athem verharrte er einige Sekunden in derſelben Stellung, bemüht die Breite der Spalte zu ſchätzen; dann reckte er langſam die Hand nach ſeiner Büchſe aus, die ihm ent— fallen war, in der Hoffnung, er könne ſich mit derſelben
Gletſcher hatten wieder ihre ſtumme ſtarre Unbeweglichkeit angenommen, und von Neuem herrſchte Schweigen in dieſen wilden Einöden.
Der alte Oheim hatte ſich auf eine der höchſten


