Ausgabe 
5.2.1856
 
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Ah, ſagte Glitſch der nicht lange Nachfragen an⸗ ſtellte, wo ihm baares Geld winkte;angeſehene Familie, mir ſehr wohl bekannt! Der jetzige Aſſeſſor am Appellhofe war früher Auscultator hier; wohl ein Vetter von Ihnen 2%

Ja, ein weitläufiger! war früher ein ſehr lockerer Zeiſig, nicht wahr?

O, es ging noch an! dammte Spielen laſſen konnte! 192

Familienübel! ſagte Max mit geheimnißvollem Lächeln;alſo in einer halben Stunde bin ich mit meinen Siebenſachen hier! N

Gut! Das Mädel ſoll bis dahin die Stube in Ord nung gebracht und die Gardinen aufgezogen haben!

(Fortſetzung folgt.)

Rechenſehaftsbericht über die Verwaltung des Ausſchuſſes des Vereins gegen Bettelei im Jahre 1834.

Wenn es auch dem Ausſchuß nicht gelungen iſt, das Betteln gänzlich abzuſtellen, theils weil durch diejenigen Bewohner der Stadt, welche dem Verein nicht angehören, theils auch durch Mitglieder des Vereins dem Zwecke des ſelben durch Verabreichung von Gaben an Bettler entgegen gearbeitet wird, der Verein alſo nicht, wie es doch zur Er⸗ reichung des Zieles erforderlich iſt, durch Theilnahme und Mitwirkung Aller unterſtützt wird, vielmehr ſich manche zurückziehen, weil ſie doch noch geben müſſen, andere, weil jeder Bettel aufgehört habe, ſo glauben wir doch, daß der aufmerkſame Beobachter, welcher die Zuſtände in anderen Orten mit den hieſigen vergleicht, die Ueberzeugung von der großen Wohlthätigkeit des Vereins und ſeiner Wirk ſamkeit, wenn Alle deſſen Zwecke zu fördern und nicht zu ſtören ſuchen, ausſprechen wird.

Die gewoͤhnliche Einnahme des Vereins mit Einſchluß des Zuſchuſſes aus dem Armenfond der Stadt mit 200 fl. betrug 1084 fl. 17¼ kr.

Hiervon wurden verausgabt: an Verwaltungskoſten 147 fl. 6 kr. an die Armen der Umgegend 105 an durchreiſende Handwerks

Wenn er nur das ver

burſche und Arbeiter 360 813 6 1 Bi Rt

Hiervon wurden durch Beſchluß des Vereins noch verbraucht für den Ankauf von Kartoffeln für die hieſigen Unbemittelten, indem 80 Malter 226 Pfund Kartoffeln für die Summe von 370 fl. 23 kr. angekauft und ferner fuͤr das Ausgeben an

Meſſerlohn verausgabt wurden e e

Summa 372 fl. 53 kr. dagegen wurden für die verausgabten wieder

erlöſt 191 ö 45 wurden daher mehr verausgabt Wie welche an dem obigen Kaſſenvorrath abgehen

und einen Kaſſenvorrath für das nächſte Jahr von ergeben.

Dieſer iſt nun hauptfächlich zur verſuchsweiſe ange ordneten Verpflegung bettelnder Kinder zum Theil im Jahre 1855 verwendet worden, weßhalb wir glauben, da rüber das Folgende mittheilen zu muͤſſen:

Die Verpflegung, welche bettelnde Kinder Seitens des Vereins erhalten haben, iſt ſeither durch den Director der Blindenanſtalt, Herrn Schäfer, an die Betreffenden vertheilt worden, welcher ſie dagegen zu ihren Kräften ent

90. 15% 7

ſprechenden Arbeiten anhielt. Sie beſtand je nach der Tageszeit, zu welcher die Kinder kamen, ſowie nach der Zeit ihrer Arbeit entweder nur in Brod, oder in Brod, Morgens mit Kaffee, Mittags mit einer kräftigen Suppe und Abends mit einer Beikoſt; für die Portion Brod wur den hierbei 2 kr., mit einem Beieſſen 3 kr. vergütet.

In dieſer Weiſe wurden vom 26. Februar 1855 bis zum 29. Juni deſſelben Jahres, alſo in 102 Tagen 322 arme Kinder mit Arbeit beſchäftigt und mit 989 Portionen Eſſen geſpeiſt, wodurch der Kaſſe des Vereins eine Aus gabe von 40 fl. 35 kr. erwachſen iſt.

Der Vorſtand ging bei dieſer Anordnung von dem Grundſatze aus, daß der Bettelei und der aus derſelben entſtehenden Verwahrloſung nicht gründlich durch eine vor übergehende Unterſtützung der Bedürftigen oder durch Straf androhung bei Gewohnheitsbettlern geſteuert werden könne, ſondern daß die Haupturſache dieſes Krebsſchadens die Ar beitsſcheu und der mit derſelben verbundene Mangel an Selbſtgefühl allein durch regelmäßige Beſchäftigung der Einzelnen und durch Erregung des Sinnes für nützliche Thätigkeit in derſelben begegnet werden können. Das Re ſultat dieſes Verſuchs war in dieſem Sinne ein überaus günſtiges. Wenn auch einzelne Kinder alsbald gänzlich wegblieben, ſo kehrten doch viele mit Freudigkeit und Dank zu den ihnen übertragenen Arbeiten zurück und es ließ ſich nicht verkennen, daß ſie ſich gehoben fühlten, ihr Brod ge wiſſermaßen verdienen zu können und nicht nöthig zu haben, ſich zum Betteln zu erniedrigen.

Da nun dieſe Einrichtung die Folge hatte, daß die arbeitsſcheuen Kinder ſich nur in ganz geringer Zahl noch auf dem Bettel in den Wohnungen einfanden, während alle die, welche Gelegenheit hatten, die große Zahl bettelnder Kinder an anderen Orten zu ſehen, verſicherten, daß ſolches mit den hieſigen gar nicht zu vergleichen ſei, ſo glaubt der Ausſchuß ſeine feſte Ueberzeugung ausſprechen zu konnen, daß diejenigen, welche hier trotz dieſer Einrichtung den bet telnden Kindern noch Nahrungsmittel verabreichen, den ſelben keine Wohlthat erzeigen, ſondern nachtheilig für ſie wirken, und daß die Einrichtung ſolcher Anſtalten an allen Orten am Gründlichſten das verderbliche Betteln, nament lich der Kinder und größten Theils auch der Erwachſenen ſteuern würde, wobei aber natürlich vorausgeſetzt wird, daß auch die Mehrheit der Unterſtützenden ſich dabei betheilige, indem ſie nicht nur Beiträge zur Einrichtung leiſten, ſon dern auch bei derſelben durch Arbeitgeben oder ſonſt mit wirken, hauptſächlich aber den Bettler, ſtatt ſolchen durch Verabreichung von Gaben ſchnell los zu werden, zur Ar beitsanſtalt verweiſen.

Indem wir nun ſchließlich die Mitglieder des Vereins erſuchen, den auswärtigen Bettlern, welche aus dem Verein Unterſtützung erhalten können, nichts zu verabreichen, laden wir dieſelben zu der auf

Montag den 11. Februar, Abends 8 Uhr,

in dem Hauſe des Hartmann Walz II.

beſtimmten Generalverſammlung ein, um

1) die von dem Ausſchuß veranlaßte Unterſtützung der hieſigen Armen durch Verkauf von Kartoffeln zu ge nehmigen,

2) uͤber den Fortbeſtand der Verköſtigung bettelnder Kin der zu berathen, und

3) für die austretenden Mitglieder des Ausſchuſſes andere zu deſſen Ergänzung zu wählen.

Friedberg den 29. Januar 1856.

Mayer Hirſch. Walz. F. W. Reuß. Weyland. J. P. Schäfer. J. Pfeffer. J. Falck. C. D. Groß. J. Steinhäußer. G. Trapp II.

90 Folgende. 1 Mule lle naithe und Grun!

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