204 8 Bekanntmachung, 0
Niederlage von ächtem ruſſiſchen Leinſamen betreffend.
Nach vorliegendem Beſchluſſe des Ausſchuſſes des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen ſoll in Gießen eine Niederlage von ächtem ruſſiſchen Leinſamen errichtet werden, und hat hierfür das Großherzogliche Mini⸗ ſterium des Innern zu höchſt dankenswerther Anerkennung einen unverzinslichen Vorſchuß von 4000 fl. aus dem Fond gemeinnütziger Zwecke für das Jahr 1857 dem landwirthſchaftlichen Vereine von Oberheſſen bewilligt.
Es iſt nun vorerſt zu wiſſen nöthig, welche Quantität Leinſamen zu beziehen ſein dürfte? Die oberheſſiſchen Land⸗ wirthe werden daher hiermit aufgefordert, ihren Bedarf an ruſſiſchem Leinſamen für das Jahr 1857 den betreffenden Großherzoglichen Bürgermeiſtereien oder dem Bureau des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen anzugeben.
Die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien werden erſucht, dieſe Bekanntmachung in ihren Gemeinden zu veröffent⸗ lichen, die bei ihnen eingehenden Beſtellungen zu verzeichnen und bis zum 15. Auguſt d. J. dem Bureau des landw.
Vereins von Oberheſſen in Laubach einzuſenden. Laubach, den 26. Mai 1856.
Der Präſident des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen
Otto, Graf zu Solms-Laubach.
Nechenſchaftsbericht des Ausſchuſſes des Vereins gegen die Bettelei über die Verwaltung im Jahre 1855.
Da wir erſt kürzlich den Bericht über die Verwal⸗ tung vom Jahre 1854 erſtattet haben, ſo können wir uns nur auf das in dieſem wegen der Verwaltung im Allge— meinen Vorgetragene beziehen, dem wir nur das beizufü— gen haben, daß ſich in dieſem Winter gar keine bettelnden Kinder zur Verpflegung eingefunden haben, weßhalb wir zur Annahme berechtigt ſind, daß die Bettelei derſelben hier faſt ganz erloſchen iſt, und nur noch in ſolchen Häu⸗ ſern etwa vorkommt, in welchen die Kinder doch Unter— ſtützung ihrer verderblichen Lebensweiſe finden.
Die gewöhnliche Einnahme des Vereins im Jahre 1855 betrug incl. des Zuſchuſſes aus dem Armenfonds der Stadt. l 5 2 5 901 fl. 52 kr. hiervon wurde verausgabt
an Verwaltungskoſten ſtändige Unterſtützung an
158 fl. 47 kr.
Arme der Umgegend 142 30„ an durchreiſende Handwerks—
burſche 8 453„ 42„ einmalige Unterſtützungen
an Arme der Umgegend 5„—„ für Verpflegung armer Kinder 40„ 35„
770 fl. 54 kr.
Bleibt Ueberſchuß 131 fl. 18 kr.
Dieſer wurde nun nach Beſchluß des Vereins noch in der Art für die hieſigen Armen verwendet, daß Kar— toffeln und Erbſen angekauft und in kleinen Quantitäten an jene um geringeren Preis abgegeben wurden.
Es wurden nämlich angekauft 117 Mltr. 101 Pfd. Kartoffeln für 5 5 8 578 fl. 36 kr. und 7 Mltr. 201 Pfd. Erbſen für 100„ 24„ Ferner wurden verausgabt fur Träger—
und Meſſerlohn beim An- und Verkauf 8, 20
Summa 687 fl. 28 kr. Erlößt wurde dafür: 1) Für die Kartoffeln )„„ Eubſen
394 fl. 16 kr. 67„ 12„
461„ 28„
es wurde deßhalb weniger erlößt 20 ft SS Das hiernach Fehlende wurde aus den Erſparniſſen von früheren Jahren gedeckt.
Hierbei glauben wir nun noch einen Umſtand er⸗ wähnen zu müſſen, welcher dem Vernehmen nach vielfache Mißſtimmung der Vereinsmitglieder erregt haben ſoll, ohne daß, was doch wohl am Beſten zur Abhülfe beige— tragen hätte, deßhalb Anträge in der Generalverſammlung oder ſonſt an uns gelangt wären. Es ſoll dieſer die Größe der Verwaltungskoſten betreffen.
Dieſe ergeben nach der letzten Rechnung folgende Poſten:
1) Gehalt für den Erheber der Beiträge 25 fl.— kr. „,„„ Rathsdiener Wagner
für Unterſuchung der Paͤſſe u. ſ. w.
durchreiſender Handwerksburſche 72„—„, 3) an Chriſtian Hofmann für Abgabe
der Geſchenke für die Handwerksburſche 20„—„ 4) Gehalt des Rechners.* 12 N 5) Beſondere Vergütung fuͤr die Polizei⸗
diener 2. 0 8 10% 7 6) Vergütung für den Diener zur Ein⸗
ladung der Ausſchußmitglieder 5„—„ 7) Buchbinderkoſten e 5.—„30„ 8) Druckkoſten für Inſerate u. Anſprachen 5„ 35„ 9) desgl. für Formulare 5„0
10) Für Farbe zum Stempeln. 1 3 75 8
Alle dieſe Ausgaben, wovon die sub 8 bis 10 nur vorübergehende einmalige ſind, die gerade deßhalb nicht zu vermeiden ſind, weil die Mitglieder des Vereins ſich zu mündlichen Auseinanderſetzungen bei der Generalver— ſammlung nicht einfinden, werden für die Dienſte, welche dafür geleiſtet werden müſſen, nicht zu hoch erſcheinen, denn z. B. die Einſammlung, die monatlich ja wöchentlich bei 311 Mitgliedern erfolgen muß, iſt auch ſehr zeitrau— bend und eben ſo auch die Unterſuchung der Papiere der Handwerksburſche, wovon in jedem Monat 300 ja in einem ſogar 600 im vorigen Jahre unterſtützt wurden, und deren Zahl ſich im vorigen Jahre auf 4737 belief, in früheren Jahren noch mehr, wozu aber natürlich auch diejenigen kommen, welche nach den Statuten abzuweiſen ſind, und gewöhnlich den größten Aufenthalt verurſachen. — Recht gerne werden wir aber Vorſchläge zur Vermei— dung der fraglichen Ausgaben entgegen nehmen.
Die vom Ausſchuß geprüfte und richtig befundene Rechnung liegt im Rathhauſe zur Einſicht der Vereins— mitglieder vom 3. bis 17. d. Monats offen.
Friedberg den 9. Mai 1856.
C. D. Groß. G. Schmidt. J. Pfeffer. J. Falk. Weyland, Lieutenant. Mayer Hirſch. W. Bechſtein. Walz. J. W. Reuß. G. Trapp II. 3. Steinhäuſer.
Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung.
Mit Genehmigung der kirchlichen Oberbehörde wird die Jah⸗ resverſammlung des Wetterauer Zweigvereins der Guſtav⸗ Adolf⸗Stiftung Sonntag den 8. Juni in der Kirche zu Florſtadt gehalten und nimmt Nachmittags um 2 Uhr ibren Anfang. Alle Mit⸗ glieder und Freunde des Vereins werden zu dieſer Feier brüderlich ein⸗ geladen.
Friedberg, den 30. Mai 1856.
Für den Vorſtand des Zweigvereins: Dr. Matthias, Sekretär.
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