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durch ihre Theilnahme das Feſt zu erhöhen geneigt ſind; von wo aus gegen 9 Uhr der geordnete Feſtzug mit
Muſik nach dem Feſtplatze beginnen wird.
2) Auf dem Feſtplatz angekommen, beginnt die Ausmittelung der preiswürdigen Thiere.
Nach Beendigung dieſes
Geſchäfts erfolgt deren Vorführung, worauf von der eigens erbauten Tribüne unter Bekränzung der preiswürdigen Thiere und unter Muſikbegleitung die Prämien ausgetheilt werden.
3) Während dieſer Zeit wird das Publicum mit angemeſſenen Spielen, als Erſteigung der errichteten Kletterbäume und Erringung der an ſolchen hängenden Preisgaben ꝛc. unterhalten werden.
4) Auch werden während dieſer Zeit eine preiswürdige Kalbin, 2 Hämmel, zwei paar eiſerne Halbjoche, ſowie ver— ſchiedene ſonſtige landwirthſchaftliche Gegenſtände ausgeſpielt werden, wozu Looſe à 12 kr. bei den Herrn Bürger⸗
meiſtern zu haben ſind.
5) Nach geſchehener Preisvertheilung wird bei guter Witterung am Feſtplatze in den decorirten Zelten, bei Regenwetter aber im hieſigen Rathhaus-Saale ein gemeinſchaftliches Eſſen ſtattfinden, wozu die Freunde der Landwirthſchaft, ſo wie alle Diejenigen, welche Antheil hieran zu nehmen wünſchen, hierdurch ergebenſt eingeladen werden.
Indem die Unterzeichneten Vorſtehendes zur Kenntniß der Behörden, der Gemeinde-Vorſtände, ſowie aller Freunde der Landwirthſchaft bringen, beehren ſie ſich zu vielſeitiger Theilnahme an dieſem Feſte ergebenſt einzuladen.
Lauterbach, den 24. Juli 1855.
Dr. Goldmann. Eifert. J. V. Vollmüller. J. Röhn. F. C. Stiebeling. 2 Fr. Renker. Georg W 8 iebeling
Eine Wechſelſchuld. 1(Fortſetzung und Schluß.)
Mitternacht war vorüber, und ſchon befuͤrchteten die Beamten, daß für dieſe Nacht das Unternehmen nicht zur Ausführung kommen würde, als ſich plötzlich, nicht fern dem Hauſe, ein leiſes unterdrücktes Hundegewinſel vernehmen ließ, und gleich darauf ein Schatten am Hauſe entlang huſchte. Einer der Polizei-Beamten folgte dem⸗ ſelben. Jetzt ſtand der Dieb am Hauſe; ſcheu und fluͤchtig ſich umſchauend, ſchwang er ſich mit katzenartigem Satz auf das Fenſterſims; als er Niemand gewahrte, drückte er ein Wachspflaſter auf die unterſte Scheibe und durch daſſelbe die Scheibe ſelbſt unhörbar entzwei. Dann griff er durch daſſelbe hinein, löſte die innern Riegel und ſprang dann durch das geöffnete Fenſter in das Zimmer. Gleich darauf hörte man die Hausthür leiſe öffnen— und fünf andere Verbrecher, die während dieſer Zeit genaht, drangen in das Haus.— Jetzt ward die Thür von innen ver— riegelt. In dieſem Augenblick nahte der alte Wildhahn mit den Polizei-Beamten. Als ſie die Thür verriegelt fanden, blieb ihre ganze Hülfe und Arbeit hier ſehr zweifel— haft, und der Werkführer drinnen bekam einen harten Stand den Dieben gegenüber. Indem man noch überlegte was zu thun, vernahm man im Innern dicht an der Haus— thür ein leiſes, unterdrücktes Stöhnen— und gleich darauf ward die Thür ſacht geöffnet. Als die Außenſtehenden eindrangen, fanden ſie zu ihrer Ueberraſchung jenen Polizei⸗ Beamten, der ſich gleich anfangs dem Diebe nachge— ſchlichen, im Innern des Hauſes— und ſahen, wie der— ſelbe einem der Diebe bereits mit kräftiger Hand die Kehle zudrückte, ſo daß derſelbe keinen Laut von ſich zu geben vermochte.
Die Diebe hatten den Polizei-Beamten fur einen ihrer Genoſſen gehalten, und zwar, weil derſelbe die Lo— ſung gegeben. Alles dieſes ward zum Theil flüchtig beim Schein einer Blendlaterne bemerkt, zum Theil nach been— deter Sache erörtert.
Gegenwärtig war keine Zeit zu verlieren, denn man vernahm ſo eben einen gewaltigen Fall und gleich darauf ein erbittertes Handgemenge. Schnell bedacht drehte der alte Wildhahn den Schüſſel um, ſo daß die Thür ver⸗ ſchloſſen war, zog den Schlüſſel ab— und folgte den Uebrigen, die bereits drüben auf der Treppe, im Vorge⸗ mach mit den Dieben im Kampf begriffen waren.
Friedrich, der ſich hier verſteckt gehalten, war dem erſten der Diebe, der ſchon bis zur Kaſſe vorgedrungen, in den Rücken gefallen; er würde ihn ſofort überwältigt haben, wenn nicht die Anderen, die ebenfalls bereits im
Vorgemach eingedrungen, ihrem bedrängten Freunde zu Hülfe geeilt wären. Ein hartnäckiger Kampf begann, und der junge Werkführer würde ſeine Kühnheit vielleicht mit dem Leben haben bezahlen müſſen, wenn die Hülfe nicht ſo zeitig und ſo kräftig erfolgt wäre. Als die Diebe ſich entdeckt und überfallen ſahen, ſuchten ſie ihr Heil in der Flucht, und ſie würden entkommen ſein, wenn nicht der alte Wildhahn vorſorglich das Haus verſchloſſen hätte. Der Thürhüter, der ſich noch immer von dem Polizei— Beamten feſtgehalten fühlte, ſuchte jetzt durch erneuerte Kraftanſtrengung ſich der ihm erſtickenden Arme zu ent— ledigen— und wirklich gelang es ihm, ſich frei zu machen, als zwei ſeiner Genoſſen die Treppe herabſtürzten und ihr Heil in der Flucht ſuchten. Ber dieſer Gelegenheit war die Bande einen Augenblick locker geworden, und dieſen Zeitpunkt benutzend, entzog er einen Arm der Schlinge, ſchlug ſeinen Gegner mit der Fauſt in's Geſicht und ent— ſprang. Doch die Hausthür war verſchloſſen, und da auch in dieſem Augenblick der Fabrikherr, durch den Lärm ge— weckt, mit Licht erſchien, und noch andere Hausbewohner
— die Diebe mußten ſich gefangen geben.
Der Fabrikherr, vor Schreck erſtarrt, wußte ſich die Sache nicht zu deuten, bis endlich der Polizei-Beamte ſeine Hand ergriff, und, ibn zu dem alten Wildhahn und dem Werkführer geleitend, ſagte:„Herr Waidmoſer, dieſen beiden Männern ſind Sie zu großem, großem Danke ver— pflichtet. Heute Nacht ſollte Ihr Vermögen Ihnen geraubt werden von Jenen, die ſo eben abgeführt wurden; dieſer junge Mann hatte den Anſchlag erfahren, und er und unſer wackerer Meiſter Wildhahn machten die Anzeige bei mir. Daß wir Sie nicht davon in Kenntniß ſetzten, mͤſſen Sie der Polizei zu gut halten; wir wollten uns durch Ihren Schreck einige gefährliche Diebe auf der That erkaufen, wüs wohl nicht gelingen konnte, wenn Sie mit in die Sache verwickelt wurden. Uebrigens war die ganze An— gelegenheit ſo fein und ſicher angelegt, daß ein Fehlſchla— gen nicht zu befürchten ſtand, und zwar um ſo weniger, da wir Einen der Bande, der heut thätig mitwirken ſollte, vor wenigen Stunden ſchon erwiſchten— und durch dieſen die Loſung erfuhren. Hierdurch gelang es Einem der Unſerigen, ſich unbemerkt mit den Dieben zugleich in das Haus zu ſchleichen.“
„Das war unſer Glück!“ lachte der alte Wildhahn, „ſonſt möchte die Geſchichte doch wohl nicht ſo raſch und glücklich abgelaufen ſein.“
„Und hätten Sie nicht das Haus verſchloſſen,“ er—
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