Ausgabe 
27.3.1855
 
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noblen Sippſchaft, die ein Rathsangehöoͤriger ſich im Roze⸗ hoff erwirbt? Aber ich will doch einmal ſehen, wer in dieſem Hauſe das Regiment führt: mein Herr Sohn oder ich. Kündet mir genau, was Ihr geſehen und gehört habt.

Am geſtrigen Abend, es war ſchon ſpät, berichtete der Mann,beobachtete ich ſcharf den Eingang, der in den kleinen Wulfeshorn führt, und durch welchen Euer Sohn kommen mußte, wenn er ſich zu dem Mädchen begeben wollte. Schon glaubte ich einmal wieder vergeb⸗ lich gewartet zu haben, als ich eine Geſtalt, im dunklen Mantel gehüllt, durch den Eingang ſchlüpfen ſah. Es war Euer Sohn. Raſch folgte ich demſelben, indem ich mich vorſichtig neben den Häuſern hielt.

Und traf er die Dirne vor ihrem Hauſe, unterbrach ihn der Rathsherr;erwartete ſie ihn?/

Nein, Herr,, war die Antwort,im Anfang ließ ſich nichts hören noch ſehen. Ich hatte meinen Lauerpoſten in der Nähe genommen und konnte Alles ziemlich genan beobachten. Nachdem der Verhüllte einige Zeit gehorcht hatte, als wolle er ſich überzeugen, daß er unbelauſcht ſei, klopfte er leiſe an die Thüre des kleinen Hauſes, vor welchem er ſtand, und nach wenigen Augenblicken huſchte das Mädchen aus demſelben und warf ſich in ſeine Arme. Dann ſprachen ſie von Mancherlei; wie die Mutter um ihre Liebe wiſſe, wie ſie nimmer von einander laſſen wollten, und dergleichen. Auch des Oheims in Hildesheim erwähnte der junge Mann und verſicherte dem Mädchen, daß der ihnen gewiß hülfreiche Hand bieten werde.

Sagte er das? rief Wöhler in höchſter Aufregung; nun dann, ſo iſt es weit genug gekommen und es iſt Zeit, daß ich handle. Vernahmt Ihr noch mehr?

Nur wenige Worte wurden noch gewechſelt. Euer Sohn verſprach dem Mädchen, bei Euch ſein Heil zu ver⸗ ſuchen, und dann verabredete man wieder eine recht baldige Zuſammenkunft.

Der Burſche mag mir nur kommen, knirſchte der Senator vor ſich hin,ich werde ihm ſchon Beſcheid geben. Ihr aber, Meiſter Hencke, habt Eure Sachen gut gemacht, ich bin mit Euch zufrieden. Bleibt aber auch ferner auf der Lauer und haltet Aug' und Ohr offen. Was Ihr ſeht, was Ihr hört, theilt mir ſofort mit und reicher Lohn ſoll Euch dafür werden. Vorläufig nehmt dies als Ab⸗ ſchlagszahlung. Nach dieſen Worten überreichte er dem Kundſchafter einen mit Geld gefüllten ledernen Beutel, den dieſer ſchmunzelnd einſteckte und dabei nicht unterließ, nebſt dem Danke für ſolche Freigebigkeit, auch ſeinen un⸗ ermüdeten Dienſteifer zu verſprechen.

Genug der Worte, Meiſter, unterbrach den Red⸗ ſeligen der Patricier,Thaten ſind mir lieber. Laßt mich jetzt allein!

Der Mann beeilte ſich, dem erhaltenen Befehle zu gehorchen und verließ hurtig das Zimmer, in welchem der alte Wöhler in gewaltiger Aufregung und Unheil bruͤtend, allein zurückblieb.(Fortſetzung folgt.)

Für die Abgebrannten zu Fel da. Nachdem ich die Sammlung für Felda für geſchloſſen hielt, wurde

ich bel einer Anweſenheit in Friedberg durch eine unerwartete nachträg⸗ liche Gabe überraſcht. Eine chriſtliche Dame in Frankfurt hatte von

der Noth der Abgebrannten Kunde bekommen und überſendete mir durch.

Freiherrn von Löw zu Friedberg den anſehnlichen Betrag von 87 fl. 30 kr.

Der Herr ſegne die edle Geberin, daß ſie es reichlich erfahre, wie

Geben ſeliger ſei, denn Nehmen! Herzlichen Dank im Namen der Unglücklicheu. g

Oberrosbach den 22. März 1855. K. Strack.

Für die Familie des H. Butte

ſind zufolge unſerer berzlichen Bitte an Menſchenfreunde vom 18. Januar bis zum 20. Februar d. J. eingegangen und in dem Friedberger In⸗ telligenzblatte angezeigt worden: 128 fl. 28 kr. Hierzu kommen bei Gelegenheit eines Vergleichs bei Gr. Landgericht Friedberg 30 kr., durch die Expedition des Friedberger Intelligenzblattes 1 fl. 27 kr., deren Geber bereits in früheren Nummern d. Bl. bezeichnet ſind, ferner von J. L. 12 kr.; F. W. R. 24 kr.; durch J. Metzger und Lehrer Metzler zu Münzenberg mit dem Motto Sprüche Salomonis Kap. 31, Vers 8, von daſigen Einwohnern geſammelt 11 fl. 3 kr. und zwar v. W. Jung 12 kr.; J. Metzger 9 kr. R. Walter 6 kr.; Ib. Buß 6 kr.; G. Steul 6 kr.; G. Metzger 6 kr.; G. Schmidt 6 kr.; Pr. Bender 24 kr.; 2 Metzler 18 kr.; O.-Pr. Leun 36 kr.;. Klein, Keller, 18 kr. Bgmſtr. Diehl 24 kr.; G. Diehl 24 kr.; K. Otto 12 kr.; H. Lorenz W. 18 kr.; Od. Knös W. 18 kr.; G. Gorr 18 kr; J. Gorr 183 Nik. Volk 6 kr.; K. Gorr 12 kr.; K. Enders 15 kr.; K. Jäger 12 kt.; H. Alles 24 1 L. Glockengieſer 15 kr.; K. Klein 18 kr; K. Schäfer 12 kr.; B. Koch 12 kr.; W. Gorr 9 kr.; J. Ruth 12 kr.; G. Koch 18 kr.; J. Grieb 12 kr.; G. Diehl II. 24 kr.; P. Röhrig 9 kr.; Ib. Wagner 12 kr. K. Glockengieſer 9 kr.; H. Klein III. 12 ke,; K. Walter 12 kr.; A. Bock 9 kr.; A. Walter 1. 12 kr.; H. Zerb 6 kr.; P. Hitzel III. 6 kr.; H. Gorre Wtw. 12 kr. J. Klein 12 kr.; A. Walter II. 6 kr.; G. Zerb II. 3 kr.; K. Zerb 6 kr.; J. E. Boller 6 kr.; W. Weiſel 9 kr.; K. Jung III. 6 kr.; H. Gorr 12 kr.; K. Bender Gkr.; W. Alles 12 kr.; M. Müller 6 kr. Hiernach beträgt die Summe aller eingegangenen mil⸗ den Gaben 142 fl. 4 kr.

Indem wir hierdurch nochmals allen freundlichen Gebern im Namen der armen Familie herzlichen Dank ſagen, bemerken wir zugleich, daß wir einen Theil dieſer Summe durch Ankauf von 70 Klafter Acker⸗ land ſicher angelegt und einen weiteren Theil bis jetzt 18 fl. auf die Unterhaltung der Familie verwendet haben. Den Reſt werden wir der Wittwe, welche mit ihren 4 Kindern bis jetzt vor Mangel ge⸗ ſchützt geweſen iſt, nach und nach, je nach Bedürfniß, zufließen laſſen.

Beyenheim den 24. März 1855.

F. Hoffmann, Pfarrer.

Bürgerhülfe für den Odenwald.

J. M. Goldmann 1 fl 30 kr.; ein Tbſt. 1 kr.; aus der untern Klaſſe der Stadtſchule 28 kr.; M. Hirſch mit dem Motto: brich dem Hungri⸗ gen dein Brod, nimm die Bedrängten im Hauſe auf, ſiehſt du einen Nackten, bekleide ihn und entziehe dich nicht dem, der deines Fleiſches iſt (Jes. 58, 7.) 1 fl.; Expeditton des Int.⸗Bl. 60 fl.; Prof. Dr. Cred⸗ ner in Gießen 2 fl.; E. H. gegenwärtig in B. 1 fl.; Hb. in B. 2 fl.; zuſ. 67 fl. 59 kr. Herzlichſten Dank!

Am 6. April, gerade einen Monat nach dem erſten Erſcheinen des Aufrufs gedenke ich die Sammlung zu ſchließen, wenn nicht ganz beſondere Umſtände ihr längeres Fortdauern rathſam erſcheinen laſſen.

Friedberg den 25. März 1855. Dr. Matthias.

Bei der Unterzeichneten ging ferner ein: Von Lehrer Sch. in Bhm. 1 fl.; Frau Pfarrer in Siechenhauſen 24; durch Pf. W. in Ober⸗ mörlen: ungenannt 10 fl.; W. in Obermörlen 1 fl. 33 kr.; ung. 48 kr.

Die Exped. des Friedb. Int.⸗Bl.

Muth, Bürgermeiſter.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Bekanntmachung.

L341] Der Oeconom Jacob Hoffmann von Niederdorfelden hat bei hieſigem Gerichte ſeine Inſolvenz angezeigt und ſich bereit erklärt, ſeine Güter an ſeine Gläubiger abzutreten. Es wird deßhalb Termin zum ſummariſchen Anmelden der Forderungen und zum Güte⸗Verſuche unter den Gläubigern auf den 13. April d. J., Morgens 10 Uhr,

anber beſtimmt, und werden deſſen Gläubiger mit der Auflage hiermit öffentlich vorgeladen, ihre Forderungen nach Gegenſtand und Grund wo möglich mit Vorzeigen der Beweisurkunden

ſummariſch anzuzeigen und zum Güte⸗Verſuche

bereit zu erſcheinen, unter dem Rechtsnachtheile,

daß die nicht erſcheinenden Gläubiger dem Be⸗

ſchluſſe der Mehrzahl derſelben beitretend wer⸗

den angenommen werden. Windecken den 9. März 1855. Kurf. Heſſ. Juſtizamt Theis. vdt. Kahler.

Weidenreißer ⸗Verſteigerung. 1388] Donnerſtag den 29 und Samſiag den 31. März d. J., Nachmittags 2 Uhr anfangend,

werden an Ort und Stelle die ſtädliſchen Wei⸗ denreißer in der Garten- und Feldgemarkung in ſchicklichen Abtheilungen, ſowie mehrere ab⸗

gängige Obſtbäume öffentlich meiſtbietend ver⸗

ſteigert. Die Zuſammenkunft zur Verſteigerung

in der Gartengemarkung iſt Donnerſtag den

29. d. M. um 2 Uhr am Neuenthor und für

die Verſteigerung in der Feldgemarkung Sam⸗

ftag den 31. d. M. um 2 Uhr, an der Galgen⸗

brücke.

Friedberg den 24. März 1855. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Bender.

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