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Deen
Friedberger Intelligenzblatt.
Erſcheint wö⸗ 2 2 2 Einrückungsge⸗ Kae e Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, ae e A 8— oder deren Raum 1. 12 kr.; dur
ate Amts- und verkündigungsblatt für den Areis Friedberg.
ſammen 7 kr.
„ 17. Dienſtag, den 27. Februar. 1855.
Amtlicher Theil. Von den erſchienenen Regierungsblättern für 1855 ſind zu publieiren: Nr. 1 sub. 1 und 2. Nr. 2 sub. 1. Nr. 3 sub. 1 und 2. Nr. 4 sub. 1 und 3. Nr. 5 sub. 1. Nr. 9 sub. 1.
Friedberg am 23. Februar 1855. er Friedberg u 5
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Betreffend: Den Ankauf von Remontepferden für die Reiterei und Artillerie im Jahr 1855, insbeſondere Ergänzung des nach der neuen For⸗ mation erforderlichen Pferdeſtandes.
Unter Bezugnahme auf die Verordnung vom 21. Februar 1855, Regierungsblatt Nr. 9 und Verfügung Großher⸗ zoglichen Kriegsminiſteriums ſollen noch mehrere Hundert 6—8 jährige Reit⸗ und Zugpferde, ſowie eine Anzahl zugerittener Reitpferde, fuͤr welche erhöhte Preiſe bezahlt werden, für die Großherzogliche Reiterei und Artillerie im Lande alsbald angekauft werden, und ſind zur Ausführung dieſes Geſchäfts in der Provinz Oberheſſen vorerſt die nachbemerkten Orte und Tage zur Muſterung feſtgeſetzt worden, nämlich:
zu Alsfeld am 6. März;— zu Schlitz am 7. März;— zu Schotten am 9. März;— zu Grün⸗ berg am 10. März;— zu Altenſtadt am 12. März;— zu Echzell am 13. März;— zu Butzbach am 14. März;— zu Niederwöllſtadt am 16. März.
In allen Stationen beginnt die Muſterung des Vormittags um 10 Uhr.
Sie wollen alsbald dieſe Termine durch die Schelle veröffentlichen und dahin wirken, daß recht viele Pferde zum Verkaufe an die Verkaufsſtationen gebracht werden.
Friedberg den 26. Februar 1855. Müller.
Das ſel be an die Schulvorſtände derjenigen Gemeinden des Kreiſes, die dem Mathildenſtiftsverein beigetreten ſind, und Induſtrieſchulen errichtet haben. Betteffend: Die den Induſtrieſchulen des Kreiſes Friedberg aus dem Mathildenſlifte bewilligten Unterftützungen.
Die den Induſtrieſchulen aus dem Mathildenſtifte pro 1854 bewilligten Beiträge habe ich in dieſen Tagen zur Auszahlung decretirt und die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien angewieſen, in den betreffenden Gemeindekaſſen ein⸗ nähmlich verrechnen zu laſſen. Indem ich Ihnen Nachricht hiervon gebe, ermächtige ich Sie, den ganzen Betrag dieſer Unterſtützungen zum Vortheile Ihrer Induſtrieſchulen zu verwenden, da ich Ihnen bei den Gemeindekaſſen den ent— ſprechenden Credit hierfür eröffnet habe. Sie wollen aber hierbei folgende leitende Grundſaͤtze beobachten; die Gründung, Erhaltung und Dotation der Schule und des Gehalts der Lehrerin iſt und bleibt Obliegenheit der Gemeinde, weßhalb auch dieſe für Local und Heizung deſſelben zu ſorgen hat. Die Unterſtützungen aus dem Mathildenſtifte ſollen, wie ich Ihnen auch bereits durch beſondere Verfügungen eröffnet habe, vorzugsweiſe dazu dienen, den Kindern unbemittelter Eltern die Mittel zu verſchaffen, ſich an dem Unterrichte zu betheiligen, indem Sie aus dieſen Unterſtützungen das Arbeits— material, nämlich Wolle, Baumwolle, Leinwand ꝛc. ankaufen, dieſen Kindern zur Verfertigung derjenigen Gegenſtände, die ihrer Befähigung entſprechen, nach und nach unter geeigneter Controle übergeben, und diejenigen Kinder, die ſich durch Fleiß und Geſchicklichkeit im Laufe des Jahres ausgezeichnrt haben, durch Geſchenke aus den verfertigten Gegen— ſtänden möglichſt zu größerem Fleiße ermuntern. Wie weit Sie hierin gehen wollen, überlaſſe ich Ihrem Ermeſſen; ich mache Sie jedoch darauf aufmerkſam, daß die verfertigten Gegenſtände vorzugsweiſe verwerthet werden müſſen und aus dem Erlös aus denſelben Mittel gewonnen werden ſollen, aus welchen neue Ankäufe von Arbeitsmaterial im fol⸗ genden Jahre gemacht werden können.
In allen Fällen, in denen Sie der Lehrerin eine beſondere Belohnung zuwenden zu müſſen glauben, ſehe ich übri— gens Ihren beſonderen Anträgen vorerſt entgegen. Um indeſſen von dem Beſtand und dem Fortſchreiten der Induſtrieſchulen beſtändig Kenntniß zu haben, werden Sie jährlich am Schluß des Schuljahres, alſo an Pfingſten laufenden Jahrs zum erſtenmale berichten: 1) von wieviel Kindern die Schule beſucht wird; 2 was von denſelben gearbeitet worden iſt— die verfertigten Arbeiten ſind der Zahl und dem Gegenſtande nach zu verzeichnen; 3) was hiervon als Geſchenk und an welche Kinder vertheilt worden iſt; Endlich 4) worin die Ausgaben und die Einnahmen aus dem Erlös der verwertheten Gegenſtände beſtehen. Der Ueberſichtlichkeit wegen iſt die Summe des Beitrags aus dem Mathildenſtifte beizuſchreiben. Friedberg den 26. Februar 1855. Müller.


