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fehlen darf und der die Arbeit ſchneller, beſſer und wohl— feiler liefern hilft.“
„Der, mit einem Wort, auch zur Maſchine geworden!“ fiel der Geſell ein.„Für die Arbeit ſelbſt mag die Sache gut ſein, für den Menſchen jedoch will es mir nicht ſchei⸗ nen, der Geiſt erlahmt in dieſem ewigen Einerlei und das Auge verliert jede innere Thätigkeit, Geiſt und Auge hat keine Schwungkraft mehr— und ſobald ſie die Fabrik verlaſſen, iſt's, als ob das innere Getriebe, das Uhrwerk der Seele ſtill ſtände, als ob der Blaſebalg des Verſtandes nicht getreten würde, als ob jedes innere Feuer erlöſcht ſei— kurz, als ob die Maſchine ein Rad verloren und un⸗ brauchbar geworden. Sie haben nur Sinn für die Thä⸗ tigkeit, ſie fertigen ihr Werk wie der Dampf die Räder treibt, oder das Waſſer die Mühle in Bewegung ſetzt. Freilich! manch Einer behält Auge und Herz offen— und während die Hand arbeitet, ſtreckt der Geiſt ſeine Fühl⸗ hörner aus und das Auge ſucht den innern Zuſammenhang künſtlicher Maſchinen zu ergründen. Weſſen Herz und Auge ſo beſchaffen, der hat ſogar in der Fabrik die beſte Gelegenheit, ſein Wiſſen zu erweitern; doch ſolcher Käuze ſind nicht viel— und es iſt gut, denn ſonſt würde die Welt zu klug, und dünkte ſich zuletzt ſelbſt Gott gleich zu ſein.“
„Und wie wenige haben von ihren neuen Exfindun— gen den Nutzen, den ſie erwartet!“ fuhr der Geſell fort. „Wird ihnen ein Lohn für alle Sorge, für alle Mühe, die ſie an ihre Erfindung verſchwendet? So lange ihr Werk nicht gelungen, ſo lange ſie ſich abſondern von ihren Genoſſen, von ihren Mitmenſchen, nur ihrer Idee lebend, ſo lange hält man ſie für Träumer, Müſſiggänger— oder wohl gar für Verrückte— und wenn es dann gelungen, wenn es daſteht das Werk, an welches ſie vielleicht die ſchönſten und beſten Jahre ihres Lebens verſchwendet, viel— leicht ihr Hab' und Gut dadurch verloren, ſo kommt ein Anderer, beutet ihre Erfindung aus, wendet ſie praktiſch an zum Nutzen der Menſchen und wird reich und ange— ſehen, während der Entdecker arm, vergeſſen im Elend ſtirbt. Undank iſt der Welt Lohn. ö
„Wer wollte doch ſo trübe in die Ferne ſchauen,“ lächelte wehmüthig der alte Meiſter.„Manch Einer wird reich durch ſeine Erfindung. Wie war's mit dem John Harriſon zu Varow, den der ſelige Vater noch gekannt? Von Profeſſion ein Zimmermann, erfand er doch die geo⸗ graphiſchen Längen-Uhren und gewann den von England auf ſeine Erfindung geſetzten Preis von 20,000 Pfund Sterling. Der Vater erzählte es oft, wie er den John Harriſon noch mit der Axt geſehen, dann ihn daheim in der Stube fand, wie er aus ſich ſelbſt Uhren erdachte und zuſammenſetzte. Und als er nun von jenem großen Preiſe hörte, da hatte er nicht Ruh noch Raſt daheim, da trieb es ihn umher, da ſaß er ſtunden-, tage-, nächtelang am Meeresufer, ſah, wie die Wellen wogten und ſich am Ufer brachen, ſah wie die Schiffe im Sturme ſchwankten, und wie die Brandung ſie ſchaukeln machte. Und als er dies Alles genugſam beſchaut, genugſam beobachtet zu haben glaubte, da ſetzte er ſich hin und arbeitete an ſeiner Uhr, einer Uhr, die ſo feſt und richtig gehen ſollte, daß dieſelbe nach Monaten nicht um eine Minute abgewichen wäre, und mit deren Hülfe man, eben wegen ihrer Richtigkeit und einiger anderer Himmels-Beobachtungen, die geogra— phiſche Länge und Breite eines Ortes, einer Inſel im Meere zu finden gedachte. Der John Harriſon brachte wirklich eine Uhr zu Stande, und wenn dieſelbe auch das erſte Mal den Preis nicht gewann, ſo erhielt er doch den halben nach längerer Zeit für eine neue Federuhr, die er zuſammengeſetzt, die allen Anforderungen entſprach, und dem größten und beſten Uhrmacher zur Ehre gereicht haben
würde.— So war's mit dem John Harriſon, den der
Vater ſelig noch gekannt, wie er mir oft erzählt, als er
von der Wanderung heimkehrte. Und wie war es mit dem Waidmoſer, dem reichen Fabrikherrn? Arm, arm wie eine Kirchenmaus trat er in die Fabrik ſeines Nachbars, des Eckhahn; wußte ſich brauchbar zu machen, ward Werkführer und ſo fort; und als er Alles geſehen und inne hatte, da legte er mit fremdem Gelde ſeine Fabrik an— und ward in kurzer Zeit ein reicher Mann.“
Ganz recht, hab's vernommen,“ fiel der Geſell ein.„Mit fremdem Gelde iſt gut wirthſchaften— und vor allen Dingen gut ſpekuliren. Schlägt die Sache fehl — hat man nichts verloren, höchſtens fremder Leute ihr Geld— und ſeine Ehre vielleicht— im entgegengeſetzten Falle hat man Geld und Credit gewonnen. Man ſieht's dem Herrn Waidmoſer an, daß er ſich vornehm und reich dünkt; mußte verteufelt lange warten,— und hatte Muße genug, mir alle Koſtbarkeiten des Zimmers zu betrachten. Und als der gnädige Herr endlich ſich herabließ, zu kommen und mein Geſuch anzuhören, nahm er es eben nicht ſehr gnädig auf— und nur Eurem Namen, Meiſter, verdanke ich es, daß ich angenommen— und ſofort eine leidlich gute Stelle erhalten.“(Fortſetzung folgt.)
Friedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat April.
Getraute:
10. Jacob Kunz, Schulvicar zu Dornberg, Kreis Großgerau, des Landwirths u. Ortsb. zu Schneppenhauſen Johann Heinrich Kunz ehel. led. S., u. Katharina Wetzſtein, des hſ. B. u. Glaſermeiſters Johannes Wetzſtein ehel. led. T. N
17. Heinrich Guſtav Landmann, evong. Pfarrvicar zu Rendel, Kreis Vilbel, des daſ. evang. Pfarrers Heinrich Landmann chel. led. S., u. Wilhelmine Maria Johanna Zinßer, des verſt. evang. Pfarrers zu Oberohmen, Kreis Grünberg, Chriſtian Zinßer ehel. led. T.
5 Getaufte:
8. em hſ. B. u. Küfermeiſter Philipp Koch eine T., Katharing
Külszetge, 99. 27. März. 1 e 15 8 em hi. B. u. Lackfabrikanten Friedri oßbach ein S. Friedrich, geb. 24. Febr. 5 8 en
8. Dem Gr. Seminarlehrer Johann Wahl eine T., Johanna Mina Anna, geb. 17. Jan.
8. Dem Oberfeldwebel im hſ. Bataillon David Karl Schar⸗ mann eine T., Regina Maria, geb. 19. März.
8. Dem hf. B. u. Taglöhner Thomas Becker eine T., Dorothea, geb. 26. Febr.
8. Dem hſ. B. Gaſtwirth u. Metzgermeiſter Johann Heinrich Waltz Zwillinge, Georg u. Johann Adam, geb. 20. März. 1
8. Dem hſ. B. u. Glaſermeiſter Ludwig Heinrich Schulze ein S., Heinrich, geb. 12. Febr.
9 Dem hf. B. u. Spenglermeiſter Karl Frick ein S., Heinrich, geb. 21. März.
9. Dem Oberfeldwebel im hi. Bataillon Sebaſtian Seitz ein
S., Bernhard, geb. 2. April.
10. Dem hſ. B. u. Metzgermeiſter Heinrich Schäfer ein S., Heinrich Ferdinand, geb. 4. April.
22. Heinrich Wilhelm, ein unehel. S., geb. 15. März.
29. Liſette Friedericke Cbriſtiane, eine unehel. T., geb. 4. April.
29. Dem hſ. B. u. Schneidermeiſter Otto Rudolpf Walther ein S., Heinrich Wilhelm, geb. 4. April.
29. Dem be. B. u. Poſtconducteur Andreas Müller ein S., Karl Friedrich, geb. 23. März. f
Beerdigte:
1. Anna Maria Schneider, des bſ. B. u. Muſikus Johann Georg Schneider ehel, T., alt 9 M., T 31. Marz. N
6. Margaretha Eliſabetha Koch, Ehefrau des hſ B., Bierbrauers u. Küfermeiſters Georg Philipp Koch, geb. Fritz, alt 31 J. 2 M. 12 e i e ee 22
10. Maria Katharina Jakobi, des verſt. h. B. u. Schweinhirten Valentin Jacobi Wtw., geb. Knodt, alt 66 J. 7 M. 3 T., 8 Apr
12. Der penſionirte Oberfeldwebel Ludwig Gompf dahier, alt 6D
f 24. Maria 2000 0 des verſt. B. zu Stammheim, Kreis Vilbel,
Johannes Weber, ehel, led T., alt 33 J, 21. 0 8
27. Karl Friedrich Boller, des hſ. B. u. Schloſſermeiſters Jo⸗ hannes Boller ehel. S., alt 8 M. 4. 25. 8
11. Margaretha Grießer, des B. u. Oekonomens zu, Seehof, Kreis Heppenheim Sebaſtian Grießer ehel. led. T., alt 30 J., T 9.
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Nel b. Johann Joachim Joachen Joachim Daniel Johan Johan Chrifte Goltfrie Johann Konrad Küche Dieſelbe Kontad
Konrad
Wilheln Johanne Valentin Johaane Derſelde Jakob Konrad Maria Johan Johann Johan Johan Johann Johann Johan Jude Händl Goltff Heinri Gotlft


