„Ich ſtand dort an der Thür als Sie es ſagten, Mr. Norton!“ gab Beſſy zur Antwort.
„Und was bewegt Dich denn, mein Kind, Dein Glück in die Schanze zu ſchlagen? Du weißt, ich werde mein Wort halten!“ rief Nat.
„Ich bin der Anſicht, Sir, daß aller Reichthum dieſer Erde nichts iſt im Vergleich mit dem Segen Gottes, deſſen ich mich nicht getroͤſten könnte, wenn ich meine Pflicht als Ihre Verwandte vernachläſſigte!“
„Ei ſieh, Beſſy! das iſt ſchön!“ rief Nat und ſah ſie mit ungeheucheltem Erſtaunen anz„ich habe Dich immer für ein verſtändiges wackeres Mädchen gehalten. Aber ich muß Dir doch rathen, die Sache noch reiflicher zu überlegen, bevor ich Deine Dienſte annehme. Du kannſt ein ſchönes Stück Geld von der Erbſchaft verlieren! Ich habe keinen Groll auf Deinen Vater, obſchon er vom reichen Gutsbeſitzer ſo heruntergekommen iſt, daß er nun Theebretter machen muß. Du biſt ein braves gutes Mäd— chen und würdeſt das Geld beſſer zu Rathe halten; wär's darum nicht klüger, Du bliebeſt zu Haufe? Bedenke wohl, ich verbiete es Dir nicht zu kommen, wenn Du mich ver⸗ pflegen willſt; aber ein Mann muß ſein Wort halten, ich vermache Dir keinen Heller!“
„Mr. Norton,“ entgegnete Beſſy beſcheiden, aber mit einer gewiſſen Feſtigkeit, die den Alten überraſchte,„Mr. Norton, ich brauche kein Geld zu ererben; der liebe Gott hat mir Geſundheit und rührige Hände gegeben, mit welchen ich ſchon mein Brod verdienen will. Auch haben wir uns niemals mit der Hoffnung gegängelt, etwas von Ihnen zu erben. Vermachen Sie Ihr Geld, wie und wem Sie es für gut halten zaber erlauben Sie mir, daß ich zuweilen hieher komme und für Ihre Pflege ſorge!“
„Thue was Du willſt, Mädchen,“ verſetzte Nat und warf ſich in die Kiſſen zurück, denn der alte Herr war erſchöpft;„handle ganz nach Deinem Belieben; bei Euch Weibern iſt aller guter Rath verloren!“
Nat's Schlafzimmer war von der Wohnſtube nur durch eine Wand von Holzgetaͤfel getrennt. Erſteres hatte einen wohlgebohnten Fußboden, drei oder vier polirte Stühle von Ahornholz an den grün angeſtrichenen Wänden herum, eine große Bettſtelle von Aborn und einen ſeltſam geformten Schreibpult, worin Nat ſeine wichtigſten Papiere verwahrt haben ſollte. In einer Ecke ſtand ein einfacher Waſch— und Toilettentiſch, und daneben ein Ofen, der ſehr blank gehalten, aber nur ſelten geheizt wurde, und das große Fenſter batte nicht einmal Vorhänge. Beſſy Bennett's erſtes Geſchäft war nun, Feuer in den Ofen und einen Vorhang vor das Fenſter zu machen; dann hing ſie ein Stück grünen Wollenſtoff ſo zwiſchen dem Bett und der
Thure auf, daß keine Zugluft an den Kranken kommen konnte, ſtellte Nat's Thee und geröſtete Semmeln auf einem Tiſchchen dicht an ſein Bette und begab ſich dann wieder nach Hauſe, um ihrem Vater das Frühſtück zu bereiten. Es war einer jener hellen froſtigen Tage, wie man ſie in Neuengland gar häufig im Frühjahr noch verſpürt. Die Sonne glänzte auf der Eisdecke des zugefrornen Skim, und ſchien hell in die einzige Stube des Häuschens, wel⸗ ches Bennett's bewohnten, und die dem alten Jonathan als Werkſtatt und ſeiner Tochter als Wohn- und Arbeits⸗ zimmer diente. Eine winzige kleine Küche und zwei Schlaf— ſtübchen bildeten das ganze übrige Gelaß des Hauses, und dennoch war eine gewiſſe Behaglichkeit und Traulichkeit uber die ganze Wohnung ausgegoſſeu. An einem Fenſter ſtand Beſſy's Nähetiſch, am andern des Vaters Hobelbank; auf jeder Seite des Heerdes war ein geräumiger Schrank, der eine für das Küchen- und Hausgeräthe, der andre für die Kleider. Auf dem Fußboden von Backſteinfließen lag ein Teppich, welche Beſſy ſelber aus Salbenden gefertigt hatte, und an den Wänden hingen in Rahmen von Cederholz einige Kupferſtiche mit bibliſchen Darſtellungen, z. B. Joſeph und ſeinen Brüdern, der ährenleſenden Ruth und das Bildniß Washington's. Mitten in der Stube ſtand der runde Tiſch, ein Probeſtück von Jonathan's Kunſt⸗ fertigkeit, zum Frühſtück gedeckt. Als Beſſy von ihrem Ausgang zurückkehrte, ſah der alte Mann heiter auf von einem der verachteten Theebretter aus weißem Cederholz, das er ſo für die prunkliebende Mrs. Mathewſon fertigen und mit Blumen von rothem Cederholz einlegen mußte.
(Fortſetzung folgt.)
Markt⸗Bericht von Friedberg. 20. Februar.
Waizen aufgefahren 185 Malter, verkauſt 185, 16 fl. 30 kr.; Korn aufg. 22, verk. 17, 13 fl. 33 kr.; Gerſte aufg. 14, verk. 14, 8 fl. 27 kr.; Hafer aufg. 20, verk. 26, 5 fl. 28 kr.; Vorſchußmehl aufg. 3, verk. 3, 20 fl.; Erbſen aufg. 15, verk. 5, 12 fl.
Für die Familie des H. Butte find bei dem Unterzeichneten durch den Gr. Bürgermeiſter Muth weiter eingegangen; Von L. A. Plock 24 kr. L. Adler 6 kr.; W. Plock 6 kr.; einem Ungenannten 43 kr.; F Knoche 18 kr.; einem Ungenannten 18 kr.; Schuchmann 30 kr.; P. Boß 12 kr.; einem Ungenannten 2 fl.; K. Plock 30 kr.; Jordan 24 kr.; Weil 12 ke.; Groth 6 kr.; Stein 12 kr.; einem Ungenannten in Melbach 30 kr.; Zuſammen 6 fl. 36 kr. Bepyenheim den 21. Februar 1855 F. Hoffmann, Pfarrer.
Bei uns ging noch ferner ein: Von Müllermeiſter Johs. Will
in Fauerbach J. 9 kr. Die Exped. des Friedb. Int. ⸗Bl. Um weitere Gaben wird gebeten.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Oeffentliche Aufforderung.
[216] Hans Konrad Winter von Oſtbeim, ge⸗ boren den 30. Mai 1763 und ſeit langen Jahren abweſend, unbekannt wo?, ſowie etwaige Leibeserben deſſeiben werden hierdurch aufge— fordert, binnen einer Friſt von 2 Monaten ihre Anſprüche auf das noch vorhandene Vermögen ſogewiß dahier geltend zu machen, als ſonſt der vorgenannte Hans Konrad Winter für ver⸗ ſchollen erklärt und die auf ſeinen Namen noch eingetragenen Immobilien dem bereits aufge⸗ tretenen Erben ohne Caution überlaſſen und zugeſchrieben werden.
Butzbach am 8. Februar 1855. Wogen 177 Butzbach el,
Landrichter.
Hol zwerſei gerung,
im Moxſtädter Markwald, Oberförſterei f Düdelsheim.
[2171 Dienſtag den 27. Februar 1855, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll im Diſtrikt Salzlacken⸗ ſchlag das der Pfarrei Obermoxſtadt gehörige Beſoldungebolz meiſtbietend verſteigert werden:
25%½ Stecken Buchen⸗Scheitholz 1. Klaſſe,
300 Stück Buchen⸗Wellen.
Die Zuſammenkunft iſt zu genannter Stunde oberbalb Niedermoxſtadt am Heegheim-Nieder⸗ moxſtädter Weg.
Obermoxſtadt den 17. Februar 1855. Für den Kirchen vorſtand: Großherzogliche Bürgermeisterei Obermoxſtadt Mickel.
Holzverſteigerung. [2181 Donnerſtag den 1. März l. J., Vormit⸗ tags 10 Ubr, ſollen im Geäfl. Solms⸗Rödel⸗ heim'ſchen Walde bei Wickſtadt, Diſtriet Haſenzabl und Dornberg, meiſtbietend verſteigert werden:
28 Stecken Buchen Prügelbolz,
30„ Eichen⸗Prügelbolz, 7„ Buchen Stockholz, 19 Eichen ⸗Stockbolz,
8600 Eichen- und 2555 Kiefern⸗Wellen, 1550 Wellen Dornen,
8 Eichſtmme von 7— 12“ Durchmeſſer
und 15-35“ Länge, 7 Kiefernflämme von 8 12“ Durchmeſſer und 10-307 Länge, 60 Lerchen und 105 Fichtenſtangen von 366 Cbkfß., 50 Fichten⸗Baumſtangen.
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