9) ein altes ſchwarz ſeidenes Halstuch;
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10) ein blau wollener Strumpf mit etwas dunklerer Wolle angeſtrickt.. b
Indem man ein Signalement des verhafteten Rubricaten hier beiſchließt, werden Sie angewieſen, nicht nur Nachforſchungen nach den wahrſcheinlich veräußerten oben aufgeführten Gegenſtänden und ob ſolche der Angeſchuldigte beſeſſen, anzustellen; ſondern auch Mittheilung anher zu machen, was etwa uber einen Diebſtahl von Sachen der zuletzt bezeichneten Art, in der Zeit von 4 Wochen, in der ſich Möbus auf freiem Fuß befand, bekannt geworden iſt.
Friedberg, den 16. Dezember 1855.
Müller.
Signalement des Philipp Möbus von Bersrod.
Alter: 31 Jahre. Größe: 6“ 4“ 2%. Statur: mittel. Naſe: etwas gebogen.
Beſondere Kennzeichen: zwei 2 Zoll lange Schnittnarben auf und hinter dem linken Zeigefinger.
(Kinnbart). Stirn: hoch. Augen: grau.
Geſichtsfarbe: blaß.
Haare: blond. Augenbraunen: desgl. Bart: desgleichen Mund: klein. Kinn: oval. Geſichtsform: desgl.
Kleidung: Arreſthaushoſen und Wams, Stiefel, ſowohl an den Abſätzen wie an dem Rand der Sohlen benagelt und ohne Eiſen. Beim Herumtreiben hat derſelbe einen Rock von blau geſprenkeltem wollenen Zeug, gewürfelte Bukskin⸗ hoſen mit grauem Grund, wohl auch einen blauen Kittel und eine ruſſiſchgrüne Kappe getragen. Philipp Möbus trug auch eine Jacke reſp. einen Rock mit halben Schößen, von hellem Baumwoll-Biber.
Das f
elbe
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Betreffend: Die Einſendung der Jahresberichte für 1856.
Bis zum Schluſſe dieſes Monats haben Sie bei Meidung der Abholung anher einzuſenden 1) ein Verzeichniß der Eingewanderten aus dem Ausland, 2) ein Verzeichniß der mit Entlaſſung und ein ſolches derjenigen bei welchen nicht anzunehmen iſt, daß ſie wieder rückkehren nach Maßgabe der gegebenen Vorſchrift und
3) ein Verzeichniß der ertheilten Gewerbs-Conzeſſionen.
Friedberg, am 16. Dezember. 1855.
Müller.
Veröffentlichung.
Da die Maul- und Klauenſeuche in Wickſtadt und Bönſtadt erloſchen iſt, ſo wird ruͤckſichtlich dieſer Orte die Ver⸗ fügung vom 19. v. M., Intelligenzblatt Nr. 92, hiermit zurückgenommen, was zur offentlichen Kenntniß gebracht wird.
Friedberg, am 17. Dezember 1855.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Müller.
» Volks⸗ und Jugendſchriften von K. Strack. (Schluß.)
Ungehorſame Diener und Beamten dagegen mußten ein ſtrenges Gericht über ſich ergehen laſſen. Einſtens überreichte ihm ein Opfermann vom Schützeberg bei Wolf⸗ hagen eine Bittſchrift, in welcher er um die Begnadigung ſeines Sohnes flehte, der in dem Braunſchweiger Kriege unwiſſend gegen ſein Vaterland gedient hatte und deßwegen nicht wieder in die Heimath gelaſſen werden ſollte. Der Landgraf ſagte:„Herrgott ſoll Dir Beſcheid geben!“ (So hieß der damalige Secretär von Philipp.)
„O gnädiger Herr!“ rief der Opfermann,„das iſt mir ein ungnädiger Herr Gott!“
Der Landgraf befahl ihm, er ſolle ihm folgen. Als die Jagd vorüber war, rief Philipp den Opfermann und den Secretär und ſprach zu dieſem:„Habe ich Dir nicht vor einem halben Jahre befohlen, dieſem armen Manne einen Befehl an die Beamten zu ertheilen, daß ſie ſeinen Sohn in Frieden laſſen?“ Dabei fiel er ihm in den Bart, raufte und ſchlug ihn, daß ihm Maul und Naſe blutete, und ſagte dann zu dem Opfermann:„Nimm Deinen Sohn wieder heim, und ſage, was Du geſehen und gehört haſt.“
Gemeinden, welche in der Bezahlung ihrer Abgaben nachläſſig waren, wurden damit geſtraft, daß ihr Hirte 8 oder 14 Tage nicht ausfahren durfte, oder überhaupt ſo lange nicht, bis die Schuld berichtiget war.
Beſonders ſtrenge wurden Diebe und Straßenräuber beſtraft, denn es war ein oft ausgeſprochener Grundſatz von Philipp, daß man den Fürſten an guten und ſicheren Landſtraßen, am Gehalt ſeiner Münzen oder ſeines Wor⸗ tes erkenne.
Bis an ſein Ende durchreiſte er das Land, um die Gebrechen desſelben allenthalben mit eigenen Augen zu ſehen und baldigſt zu beſeitigen. Jedermann konnte be⸗ gründete Klagen gegen gewiſſenloſe, habſüchtige Beamten vorbringen und auf Gerechtigkeit rechnen. Beſonders be⸗ nutzte er ſeine Streifzüge auf der Jagd, um dem Volke als ein väterlicher Freund und als ein Rächer jeglichen Unrechtes ſich zu nahen. Er äußerte ſich ſelbſt in dieſer Beziehung: Es iſt gut, daß ſich die Herrn die ſonſt mit ſchweren Geſchäften beladen ſind, zu Zeiten verluſtiren. Sie vernehmen auch mehr, wenn ſie auf der Jagd oder in den Jagdhäuſern ſind, als wenn ſie ſtets im Hoflager leben. Doch ſollen ſie auch den Leuten vergönnen, daß dieſe ihre Früchte einzäunen, auch zur Zeit das Wildpret mit Hunden abhetzen, beſonders die wilden Säue, die den meiſten Schaden thun. Haben die Leute zu großen Scha⸗ den, ſo ſoll ihnen dafür Erſatz zu Theil werden.“
Seinen frommen Sinn verlor Philipp nicht, wie ſo mancher Jägersmann auf dieſen Streifereien. Wir nahen uns ſeinem Ende. Kurz vor demſelben wurde bei der Morgenmahlzeit das 20. Kapitel des Evangelium Johannes geleſen. Da er die Worte vernahm:„Dieſe aber ſind geſchrieben, daß ihr glaubet, Jeſus ſei der Chriſt, der Sohn Gottes und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in ſeinem Namen“ ſchlug er das Meſſer auf den Tiſch und ſagte:„das glaube ich, das hoffe ich, darauf verlaß ich mich, darauf will ich ſterben und dabei ſoll es bleiben.“ 8. 5
Steinſchmerzen, Podagra und ein offenes Bein, mei⸗ ſtens Folgen ſeines langen Gefängniſſes, verbitterten ihm ſeine letzten Lebenstage und führten ſeinen Tod herbei. Wenige Tage vor demſelben, am Gründonnerstag, genoß
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