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nur durch das einförmige Picken der kleinen Wanduhr un⸗ terbrochen, die in der Ecke an der Wand hing.
„Du haſt ihm alſo geſtern Abend geſagt,“ unterbrach fragend die Wittwe das zwiſchen den Frauen herrſchende Schweigen,„daß Du ihn ferner nicht mehr ſehen könnteſt, Anna?“
„Ja, Mutter,“ antwortete ſeufzend das Mädchen, „ich bat ihn, doch nicht wieder zu kommen, und ferner nicht mehr an mich zu denken, denn es ſchicke ſich nicht für ein armes Mädchen, wie ich, mit dem Sohne eines vornehmen, reichen Senators Bekanntſchaft zu haben, oder gar Umgang zu pflegen; aber er hörte nicht auf meine Bitten. Er betheuerte mir vielmehr, daß er nicht von mir laſſen werde, trotz aller Welt, und daß ſein Ohm in Hil⸗ desheim ihm in dieſer Sache günſtig ſei.“
„Leihe ſeinen Verſicherungen, ſeinen Schwüren, um Gott, kein Ohr, Anna,“ warnte die Mutter.„Du kennſt Männerſchwüre nicht; ſie ſind wie Seifenblaſen, die in der Luft zerplatzen, oder wie Spreu, das der Wind verweht. Was kann Dir der Sohn des vornehmen Mannes bieten, das Deine Ehre, Deine Unſchuld, Deinen guten Namen aufwöge? Glaube mir, Mädchen, ach, nur zu bald zerfließt der Schaum der Luſt in dem Becher der Liebe und die bittern Hefen der Reue bleiben zurück.“
„Aber was ſoll ich thun, Mutter, was ſoll ich ihm ſagen?“ fragte die Tochter, mühſam die Thränen zurück⸗ haltend, die ihr Auge benetzten;„wird er mir glauben, wird er auf mich hören?“
„Sei ſtark und feſt, meine Anna,“ ſprach ſanft die Wittwe,„und der Herr wird mit Dir ſein. Verläßt er ja Wittwen und Waiſen nicht, wenn ſie auf ihn hoffen und ihm vertrauen.“.
„Ja, möge Gott mir beiſtehen und mir Kraft ver⸗ leihen,“ flüſterte die Jungfrau leiſe vor ſich hin und ver⸗ ſank in tiefe Gedanken. Als ſie aber, wie zufällig, einen Blick durch die Fenſterſcheiben auf die Straße warf, fuhr ſie mit dem Ausrufe von ihrem Sitze auf:„Mutter, der Pfarrer Garberus iſt ſoeben zu uns in's Haus gegangen!“ Und Anna hatte ganz recht geſehen.(Fortſetzung folgt.)
Verſchiedenes.
Der berühmte Augenarzt J. in Berlin gab einem Ein⸗ äugigen, der trotz eines unheilbaren organiſchen Fehlers dennoch Hülfe bei ihm ſuchte, den merkwürdigen Troſt: „Theuerſter Freund, zwei Augen ſind Luxus!“
Ein Geizhals hielt ſich eine Katze, die er dadurch fütterte, daß er Speckſchwarten an ihr abrieb, worauf das arme Thier ſtundenlang damit zubrachte, ſich zu lecken, und am Ende den Hunger vergaß. f
Als einſt in Berlin ein Artilleriekorps ſeine gewöhn⸗
lichen Uebungen gemacht hatte,, ſagte der General von
Moller zu einem alten braven Capitain, der aber ſchwer
börte:„Herr Hauptmann, ſie eſſen heute Mittags eine
Suppe bei mir.“—„Befehlen der Herr General,, fragte jetzt der Hauptmann, welcher glaubte, es wäre von einem Exercitio die Rede,„mit der ganzen Compagnie?“„um Gottes willen nicht, lieber Capitain,“ rief der General, „dazu habe ich nicht Löffel genug!“ f
Bürgerhülfe für den Odenwald. Abrechnung.
Alle bisher beſcheinigten Einnahmen betragen Dazu iſt nach vorläufigem Buchſchluß bis jetzt noch gekommen und mit herzlichſtem Danke empfangen worden:
fl. 454 25%
1) von der Exp. des Kreisbl. zu Vilbel fl. 21, 9 2) von derſelben zu Gieſſen 235 30. 3) von derſelben zu Alsfeld„ 13 6.
4) von derſelben hier 0 5) bei mir abgegeben Frau Puth in Nieder- wöllſtadt 1 fl.; Bahnhofvorſteher Müller 1 daſ. 30 kr.; M. J. aus der Sparbüchſe. 15. ſeines Töchterchens 15 kr.; zuſammen„ 1 45„ 73 10
Summe aller Einnahmen fl. 527 357%
Die Ausgaben vertheilen ſich ſo: 1) In 2 Raten geſendet an Gr. Kreisamt Lindenfels fl. 182 30 2) desgl. Erbach, wohin auch die Kleidungsſtücke gingen„169 55% 3) desgl. Ne uſtadt„168 30 4) Porto„ 2 16
1 40
Summe aller Ausgaben ff. 52 11%
ſo daß ich alſo noch einen baaren Vorrath in Hän⸗ den habe von 0 a
edenke. 78 5 Gabenverzeichniß, Correſpondenzen, Quittungen u. ſ. w. liegen in den nächſten 14 Tagen zu Jedermanns Einſicht bei mir offen.
Schließlich ſpreche ich noch allen Betheiligten, insbeſonvere auch den oben genannten Expeditionen meinen perſönlichen Dank dafür aus, daß ſie das von mir unternommene Unterflützungswerk ſo kräftig geför⸗ dert haben. Gottes Friede ſei mit Allen!— 8
Friedberg, den 11. April 1855. Dr. Matthias.
Bei der Unterzeichneten ging ferner ein: von A, H. zu H. 1 fl.; 40 kr. mit der Aufſchrift M. in N. 0 Die Exped. des Fried b. Int.⸗Bl.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Mobilien⸗Verſteigerung. 1489] Donnerſtag den 19. April, Morgens 9 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe der Mobiliar⸗ Nachlaß des dahier verſtorbenen Schneiders Konrad Gail, beſtehend in Holzwerk, Eiſen, Zinn, Blech, Weißgeräthe ꝛc. meiſtbietend ver⸗ ſteigert.
Friedberg den 11. April 1855.
In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg:
Bender, Ortsgerichtsvorffeher.
Reisholz,
Cubikfuß.
Holz⸗Verſteigerung. 14901] Dienſtag den 17. und Mittwoch den 18. d. M., jedesmal des Morgens um 9 Uhr an⸗ fangend, ſollen im hieſigen und Rockenberger Markwalde nachbezeichnete Holzſortimente öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden:
gerung kömmt.
5148 Wellen Buchen⸗Reisholz, i 1720( Eichen⸗, Kiefern⸗ und gemiſcht
17 Stecken Eichen⸗Werkſcheitholz, 100 19 Stämme Eichen⸗Bau⸗ und Werkholz, halten 1799 Cubikfuß,
31 Stämme Buchen⸗Werkßbolz, halten 2808
Die Zuſammenkunſt iſt im Forfihaus, wo⸗ hin man die Steigliebhaber höflichſt einladet.
Es wird noch bemerkt, daß den erſten Tag das Bau-, Werk⸗ und Nutz holz zur Verſtei⸗
Oppershofen, den 9. April 1855. Der Markgegenſchreiber Weil.
20 Stecken Kiefern ⸗Prügelholz, 2050 Stück dergl. Wellen, 150„ Weichholzwellen und Kiefern⸗Baumſtangen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Steinfurth den 7. April 1855. Der Freihl. von Löw'ſche Revierförſter Weigand.
Grundſtück⸗ Verſteigerung. [4921 Montag den 23. April, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das den Martin Schnaid'ſchen Eheleuten dahier gehö⸗ rende Grundſtück meiſtbietend verſteigert, als: Ord.⸗No. Flur. No. Klafter.
1. 2. 134,5. 40. Grabgarten in den Liebfrauengärten. giebt abgelöſte Grundrente 5/ kr.
43 Stecken Buchen⸗Scheitholz I. Claſſe,
85 7 97 17 7 II. Claſſe, 35* Eichen⸗ 7 5 16%„ Buchen-, Eichen⸗ und Kiefern⸗ Prügelholz, zu Wiſſelsheim:
Holzverſtei gerung.
[491] Montag den 16. d. M., Morgens 9 Uhr, ſollen in dem Freiherrl. von Löw'ſchen Wald
Friedberg den 11. April 1855. In Auftrag: 1 Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher.
1 6 124 welchen ich zu gleichen Theilen nach Erbach und Neuſtadt zu ſenden
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