Ausgabe 
9.10.1855
 
Einzelbild herunterladen

348 f 20

Eitelkeit regte ſich in meinem Innern. Ich fand es vollig unverträglich mit meinem Begriff von Ehre, einen ſolchen Handel zu ſchließen. Und was würde es denn anders ſein, als ein ſchimpflicher Handel, wenn ich mich ſelbſt, meine Jugend, einer alten Wittwe hingäbe für ſchmutziges Geld, mit der ſichern Ausſicht, daß wir Beide unglücklich würden? In Wahrheit, es koſtete mich keinen langen Kampf, meinem vorigen Entſchluſſe kreu zu bleiben; und feſt wie ein Fels ging ich zur beſtimmten Zeit nach dem Hotel. Ich fand die Dame in demſelben Zimmer, maskirt wie am Tage vorher.

Madame, ſagte ich ehrerbietig zu ihr,zuerſt muß ich Sie um Verzeihung bitten, daß ich Sie durch mein unbeſonnenes Betragen in eine ſo unangenehme Lage verſetzt habe. Was Sie veranlaßt hat, mit mir in Folge meiner Anzeige in Unterhandlung zu treten, weiß ich nicht; aber was auch immer die Urſache geweſen ſein mag, ich bitte Sie ernſtlich, jeden Gedanken an eine Ver⸗ binding zwiſchen uns aufzugeben. Wir würden nicht glücklich ſein können. Gewiſſen und Ehre verbieten mir, Ihnen meine Hand anzubieten oder die Ihrige anzuneh⸗ men. Die Verſchiedenheit unſeres Alters iſt zu bedeutend und Ihr Vermögen zu groß, als daß nicht Jeder denken müßte, daß nur die niedrigſten Gründe mich zu einem ſolchen Schritte bewogen hätten. So laſſen Sie uns denn Abſchied von einander nehmen.

Iſt das Ihr letzter feſter Entſchluß? ward mit kaum hörbarer Stimme gefragt.

Mein unwiderruflicher Entſchluß, erwiderte ich feſt.

Nun, dann iſt keine Gefahr dabei, daß ich meine Maske abnehme. Bei dieſen ſchnell und heiter geſpro⸗ chenen Worten nahm die Dame ihre Maske ab.

Gott im Himmel! was ſah ich! ein jugendliches Geſicht! ein zweiter Blick machte, daß ich ausrief:Lucy, Lucy!-

N Es war meine ſchöne Unbekannte, reizender, blü hender als je meine Einbildungskraft ſie mir dargeſtellt hatte. Ich war im Begriff, auf ſie zuzueilen.

Zurück, mein Herr! rief ſie mit ihrer hellen Silberſtimme und mit glänzenden Augen;Sie haben meine Hand ausgeſchlagen.

Nicht Sie, Lucy nicht Sie! Nein, ſolchen Ver⸗ raths an Jugend, Schönheit und Liebe habe ich mich nicht ſchuldig gemacht.(Schluß folgt.)

ö R 4 2 4 5 8 5* 77 92* 0 a, riedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat Septbr E berger ih uche e f GGetraute: 1 23. Franz Stamm, hſ. B. u. Kaufmann, des verſt. hſ. B. u. Müllermeiſters Philipp Stamm ebel, verwittweter S., u. Philippine 0 e des hf. B. u. Metz germeiſters Joh. Philipp Söll⸗ ner, ehel. le 8 3 30. Joh. Kaspar Hengſt, hſ. B. u. Airtg eke des B. u. Fruchtmaklers Jacob Hengſt zu Steinfurth ehl. led. S., u. Maria Mar⸗ garetha Kroner, des hſ. B. u. Schäfers Konrad Kroner, ehl. led. T.

8 Getauf te: N 2. Demehſ. B. u. Bäckermeiſter Georg Wilhelm Schreiber ei . 2 Dent 85 23. Auguſt. 2 5 5 5 8 50 2Dem B. zu Darmſtadt u. he. Buchdruckereigehülfen Wilhelm Müller 0 2* 92 1 Georg, geb. 16. 30 0 1 em hſ. B. u. Weißbindermeiſter Johannes W i S., Adolph 1 83 2 een 3 116. Dem hſ. B, Barbier u. Heilgehülfen Heinri i ein E. Schen 168 5 Heilgehülfen Heinrich Diehl II. 16. Dem hſ. B. u. Schuhmachermeiſter Jacob bi ei 1 Jacob Heinrich, geb. 3. Sept eee Sap n e 19. Dem Diaconus Karl Friedrich Baur ein S., Ludwig K Guſtav, geb. 19. Auguſt. a 23. Dem hl. B. u. Glaſermeiſter Friedrich Hanſtein ein S., Wilhelm, geb. 10. Septbr. 25. Dem hſ. B., Bäckermeiſter u. Conditor Georg Martin Philippi ein S., Daniel Chriſtian Julius, geb. 13. 8 Beer dai gte: f 5. Philipp Horſt, led. S. der Margaretha Horſt zu Eichen, im kurf. heſſ. Amte Hanau, alt 27 J, 1 4. 20. Georg Anton Kißler, des Gr. Feldwebels Johannes Kißler ehl. S., alt 3 M., f 19. 20. Georg Pflüger, Ortsb. zu Bingenheim, Kr. Nidda, u. Bäckergeſelle dahier, alt 49 J., 1 19. 8 1 30. Eliſabetha Hieronymus, des hſ. B. u. Sattlermeiſters Hein⸗ rich Hieronymus ehl. T., alt 3 J. 5 M. 19 T., 1 28.

Butzbacher Kirchenbuchsauszug vom Monat Septbin

Getraute: l Inh 23. Johs Rumpf IV., B. u. Schuhmachermeiſter, u. Juliane König, des Ortsb. Peter König II. von Obermörlen nachg, ehel. T. a

Getaufte: a 1

Ferdinand Auguſt, geb 29. Auguſt. 23. Dem B. u. Bäckermeiſter Matthäus Schneider ein S., Karl Friedrich, geb. 13. Septbr. 8 3 Beerdigte: N 4. Henriette Chriſtine Zippelius, des weiland Stadt- u. Amts⸗ chirurgen Anton Ernſt Zippelius nachg. Wittwe, geb. Weickhardt, alt

SJ. N, 5 N 6 28. Maria Eliſabetha Rumpf, Ehefrau des B. u. Bäckermeiſters Jacob Wilhelm Rumpf, geb. Seippel, alt 31 J. 9 T., T 26.

9. Dem B. u. Uhrmacher Karl Senner von Gießen ein S.,

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Edietalla dung.

1440 Joh. Lorenz Markloff von Seulberg,

Sohn des verſtorbenen Johannes Markloffjunior und deſſen gleichfalls verſtorbenen Ehefrau Anna Margaretha, geborne Meier, von Seulberg, wurde am 9. Auguſt 1785 geboren und iſt ſeit langer Zeit abweſend, ohne Kenntniß von ſei⸗ nem Aufenthalt gegeben zu haben, weßhalb ſein Vermögen bisher euratoriſch verwaltet worden iſt. Da nun ſeit ſeiner Geburt mehr als 70 Jahre verfloſſen ſind, ſo iſt der Antrag dahier geſtellt worden, den Johann Lorenz Markloff von Seulberg für todt zu erklären, ſein Ver⸗ mögen aber ſeinen Seitenverwandten in Eigen- thum zu überweiſen und werden daher der ge nannte Johann Lorenz Markloff, ſowie deſſen etwaige Vertrags-, Teſtaments⸗ oder Leibes⸗ erben aufgefordert, innerhalb 3 Monaten a dato entweder ſelbſt oder durch gehörig bevoll⸗ mächtigte Stellvertreter dahier zu erſcheinen, ſich zu legitimiren und ihre Anſprüche geltend zu machen, indem anſonſt der genannte Johann Lorenz Markloff von Seulberg für todt erklärt, ſein Vermögen aber ſeinen ſich dahier legitimi⸗

renden Seitenverwandten in Eigenthum aus gehändigt werden wird.

Homburg den 13. September 1855.

Landgräflich Heſſ. Juſtiz⸗Amt Dr. y. Hay p..

Muͤhlenverpachtung.

[14711 Dienſtag den 23. Oktober l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſoll die dem Fürſtl. Hauſe Aſenburg- Büdingen eigenthümlich gehörende Mahlmühle dahier nebſt den dazu gehörenden Grundſtücken von dem 1. Mai 1856 an auf die Dauer von 12 Jahren öffentlich an den Meiſtbietenden verpachtet werden. Pachtlieb⸗ haber, welche ſich über genügende Befähigung zum Mühlenbetriebe, ſowie über den Biſitz des dazu erforderlichen Vermögens durch glaubhafte Zeugniſſe auszuweiſen vermögen, wollen ſich zur beſtimmten Zeit in dem hieſigen Rentkam⸗ merlokale einfinden.

Die Verpachtungsbedingungen werden in dem obigen Termine eröffnet, können aber auch ſchon

vom 1. k. M. an bei dem Fürſtl. Rentkammer⸗ ſecretaxiale eingeſehen werden.

Büdingen den 18. September 1855. Fürſtl. Jenburg⸗ und Büd. Rentkammer daſ. Kin geil, fef er,

Drehwald.

Oeffentliche Aufforderung. 11484] Joſeph Sulzbach 1. von Oppershofen iſt am 30. Januar l. J. kinderlos und mit Hinterlaſſung zweier letztwilligen Dispoſitionen verſtorben, Inhalts deren er ſeine drei Brüder: Heinrich, Jakob und Michael Sulzbach zu Erben eingefetzt und noch anderweite Beſtim⸗ mungen getroffen hat. Auf Antrag dieſer Erben wird der abweſende Peter Sulzbach und wer ſonſt Anſprüche an den Nachlaß zu haben glaubt, aufgefordert, binnen einer Friſt von 2 Mongten dieſe Anſprüche ſo gewiß anzumelden, als ſonſt die Anerkennung der vorliegenden letztwilligen Dispofitionen unterſtellt, der Nachlaß den ein⸗ geſetzten Erben überlaſſen und hinſichtlich der zu demſelben gehörigen Immobilien die zum

en nacht bagerdeſ Gems

Gemar

1 5

N ö% 902 100 In f ll an 0 weist öriedver d!

Gtoßhe

Lieferun 45001 Montaſ 1 10 Uhr, ſo Katloffeln Malter im M Malter für giments auf de gegeben werde diulgungen im Einſicht offen!

Friedberg

N

Hong; 450 4] Mont 10 Uhr, ſoll Waldungen de ſeigerungen ft 800 friſch ge Ort und Stel

Ziegenbe

Schaafpf (52] Donne um 1 Uhr,

bid 10 Schac ihren Anfang

Friedber

Großherz

Gd

8 Ne

bn sch du

Jegend vhm a de Ah bei J Friedber⸗ Wießler, 5

5 31 ba Mehre aal Bren

Mag.