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Dasſel be
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Betreffend: Capital- und Zinſenforderung der Schulcollecturkaſſe zu Lauterbach an Johannes Schneider zu Gunzenau, insbeſondere Veräuße⸗ rung der verunterpfändeten Immobilien.
In rubricirtem Betreff iſt die Vernehmung des nachſtehend aus dem Gedächtniß ſignaliſirten Johannes Schad von Gunzenau, welcher ſich ſeit langer Zeit„in der Wetterau“ aufhalten ſoll, nothwendig. Eine nähere Bezeichnung ſeiner Perſon und ſeines Aufenthaltsortes iſt nicht möglich. In Folge Erſuchens Großherzoglichen Kreisamts Lauterbach weiſe ich Sie daher an, deſſen Aufenthaltsort zu ermitteln und wenn er ausgemittelt iſt, alsbald Bericht zu erſtatten.
Signalement: Alter: geboren 1802; Größe: mittlere; Haare: ſchwarz; Stirne: gewöhnlich; Augen: ſchwarz; Kaſe: klein; Mund: gewöhnlich; Bart: ſchwarz; Kinn: rund; Geſicht: vollkommen; Geſichtsfarbe: geſund; Statur: geſetzt; beſondere Zeichen: geht mit beiden Beinen etwas weit auseinander.
Friedberg am 4. März 1855. Müller.
AR ieee Betreffend: Die Wieſencultur— hier die Abhaltung des Wieſengangs.. Nach Maßgabe des Wieſenculturgeſetzes von dem Jahre 1830 und der Wieſenpolizeiorduung werden Sie alsbald mit dem Wieſenvorſtand den vorſchriftsmäßigen Wieſengang abhalten und das vollſtändig aufzunehmende und zu begrün⸗ dende Prolokoll binnen 3 Wochen anher einſenden.
Friedberg am 4. März 1855. Müller.
Bürgerhülfe für den Odenwald!
Buͤrgerhülfe! ruft man in der höchſten Noth und die höchſte leibliche Noth iſt in einem Theile unſeres Landes eingetreten— im Odenwald. Dort wüthet der Hunger in den Eingeweiden des armen Volks und ſchlägt des Volkes Glieder mit ſeiner ſchrecklichen Seuche, dem Typhus, dem jetzt auch ſchon vier Aerzte, die Doctoren Eiſenmenger, Fuchs, Martin und Bergold unterlegen ſind.— Iſt denn keine Hülfe da auch in der reichen Wetterau für den armen Odenwald?—
Als ich im Jahre 1845 für die von Bergſtürzen bedrohten Felsberger aufrief, da verhallte mein Rufen nicht wirkungslos, ſondern in brüderlichem Erbarmen ſteuerte man 205 fl. 25 kr. zuſammen, die Noth der Schwe izerarmen zu lindern. Und als ich im Jahre 1848 für die unglücklichen, auch vom Hungertyphus heimgeſuchten Schleſier ein Wort an's Herz meiner Mitbürger redete, da floſſen die Gaben noch reichlicher und in wenigen Monaten waren mir 1407 fl. 31 kr. übergeben, ein köſtliches Tuch, mit dem die Wetterau die Thränen an den öſtlichſten Grenzen des theuern deutſchen Vaterlandes trocknen half. Heute brennt's im Hauſe!— Heute leiden Brüder im Heſſenlande ſo Schreckliches, wie es damals die Weitentfernten gelitten— iſt denn da keine Hülfe da! In Darmſtadt hat eine bürgerliche Familie 1500 fl. gegeben, iſt denn nicht auch Hülfe bei uns?
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Hunger und Peſt im Lande! Bürgerhülfe für den Odenwald! Wer hat das Herz dazu, den Ruf zu hören und, dafern er kann, doch nicht herzuzueilen mit ſeiner kleineren oder größeren Gabe? ö ö Ich bin gerne bereit, was die Bruderliebe opfert, zu ſammeln, durch die einſchlagenden Behörden und das in Michelſtadt beſtehende Comité zur beſten Verwendung bringen zu laſſen und öffentlich zu beſcheinigen und zu berechnen.
Friedberg den 1. März 1855. Dr. Matthias, wohnhaft bei Herrn Trapp III. 4 Die Unterzeichnete bittet die verehrlichen Redactionen der oberheſſiſchen Kreisblätter um Aufnahme vorſtehenden
Aufrufs und erklärt ſich ſelbſt zur Annahme von Beiträgen gerne bereit.
Die Expedition des Friedberger Intelligenzblattes.
Bürgerhülfe für den Odenwald.
Carl Huppuch 1 fl.; Apoth. Werner 1 fl. 12 kr.; Act.⸗Geh. Weitzel
Bei der Unterzeichneten gingen ein: Von Frau Baumeiſter Ruths 1 fl.; W. S. 30 kr.; H. B. 22 kr. Die Exped. des Friedb. Int.⸗Bl.
Markt⸗Bericht von Friedberg.
8 fl. 49 kr.; Hafer aufg. 119½, verk. 117½, 5 fl. 41 kr.; Vorſchuß⸗ mehl aufg. 16, verk. 6, 19 fl. 30 kr.; Erbſen aufg. 6%, verk. 6¼½, 11 fl. 40 kr.; Kartoffeln aufg. 2, verk. 2, 4 fl.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
1 fl. 30 kr. Sam. Lindheimer 3 fl.; A. B. 4 fl.; Rentamtm. A. zu 6. März.
8 90 fl.). Meck 105 tr. Morec 7. 185 r. Oberſtt Mager 1. Waizen aufgefahren 338 Malter, verkauft 253½ 16 fl. 18 kr.;
J. R. v. Aſſenheim 12 kr.; vom Hauſe Hanau 6 fl.; Matthias 2 fl.; Korn aufg. 70½, verk. 57½¼ 13 fl. 45 kr.; Gerſte aufg. 55, verk. 53
L. M. u. E. M. 12 kr.; zuſammen 22 fl. 33 kr. Herzlichſten Dank!—„ e e eee Friedberg am 7. März 1854.
Dr. Matthias.
Arbeits ⸗Verſteigerung. L270] Nächſten Donnerſtag den 22. dieſes Mo⸗ nats, Vormittags um 10 Uhr, ſoll auf dem Büreau des Verwaltungsraths des 2. Bataillons 4. Infanterieregiments die Reinigung des durch den Exercierplatz dahier führenden Seegrabens an den Wenigſtverlangenden verſteigert werden. Friedberg den 9. März 1855 In Auftrag: le e Oberquartiermeiſter.
Holzverſteigerung. [271] Montag den 12. März d. J., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, ſollen auf dem Dorheimer Berg⸗ werk 55 Haufen altes Grubenholz öffentlich unter den bekannt gemacht werdenden Bedin— gungen verſteigert werden.
Dorheimer Bergwerk den 7. März 1855. Großherzogliches Bergamt Dorheim J ät g.e x,
4 den 1244] liegen in der Kirchenkaſſe zu Fauerbach 11.
um Ausleihen bereit. 9. 15 d Johs. Philippi, Kirchenrechner.
30 Gulden [247] liegen im Ganzen oder auch getrennt in der hieſigen Kirchenkaſſe zum Ausleihen bereit. Oſſenheim den 26. Februar 1855. Keller, Kirchenrechner.
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