13
Blaͤſſe nicht unterdrücken, die ihre Züge überflog, als ſie die Winke der Tante wegen Herrn Heinich's Nichte und Karl's bevorſtehender Verheirathung anhörte. Tante Schör⸗ tel bemerkte dieß wohl, und ſobald Karl mit ſeinem Freunde herangekommen war, um die Ankoͤmmlinge zu begrüßen, fluͤſterte ſie ihm einige Worte in's Ohr und führte ohne weitere Umſtände Paulinen davon. Die Stiefmama und die Schweſtern vermißten ſie jedoch nicht, denn die artigen Aufmerkſamkeiten eines ſo gewandten und beneidenswerthen Kavaliers, wie Herr v. Paßhofen war, feſſelten binnen Kurzem das ungetheilte Intereſſe der Mutter wie der
Der Barometer. Ein Dienſtmädchen, welches bei ſchlechtem Wetter einen Barometer vom Mechanikus zu ihrem Dienſtherrn trug, glitſchte im Schmutze aus und der Barometer fiel in den Koth; ſie weinte über dieß Unglück; doch ein Vorübergehender tröſtete ſie mit den Worten:„Lie— bes Mädchen, geben Sie ſich zufrieden, das geht nicht anders, bei ſchlechtem Wetter fallen alle Barometer.“
Aſſiſen⸗Verhandlungen für Oberheſſen. I. Quartal 1855.
beiden Töchter. (Fortſetzung folgt.)
(Fortſetzung.) Zur Verhandlung kommen folgende Anklagen:
Verſchiedenes.
8) Samſtag den 13. Januar, Vorm, 9 Uhr, gegen Philipp Spengler von Großenlinden, wegen Raubs und Diebſtahls.— 9) Montag, Dienſtag und Mittwoch den 15., 16. und 17. Januar,
Eine humor iſtiſche Grabſchr ift. Auf dem jedesmal Vorm. 9 Uhr, gegen Johannes Römer IV. von Allertshauſe n'
Währinger Friedhofe bei Wien findet man folgende Grab—
wegen Mords, Verth. Adv. Roſenberg.— 10) Donnerſtag und Frei⸗ tag den 18. und 19. Januar, Vorm. 9 Uhr, gegen Balthaſar Adolph,
ſchrift:„Hier ruht Herr Kasper Vogel, Vater und Metz-⸗ deſſen Frau und Söhne von Kaulſtoß, wegen 14 meiſt ausgezeichneter
ger von 24 Kindern.“
Diebſtähle, Verth. Adv. Dr. Schüler und Kaufmann.— 11) Sams⸗ tag den 20. Januar, Vormittogs 9 Uhr, gegen Johannes Schäfer von Annerod, wegen Schriftfälſchung, Vertheidiger Adv. Pfann⸗
Zwei Brüder befanden ſich einſt in einer Geſellſchaft müller 11.— 12) Denſelben, Vorm. 10 Uhr, gegen Peter Eich von
Hergheim, wegen Schriftfälſchung, Verth. derſelbe.— 13) Denſelben,
junger Damen. Der altere war ſehr braun, der lungere Vorm. 11 Uhr, gegen Heinrich Diehl von Steinbach, wegen Gewalt⸗ hatte einen weißen Teint. Eine Dame fragte im Scherze thätigkeit, Verth. derſelbe.— 14) Denſelben, Nachm. J Uhr, gegen woher dieſer Unterſchied ruͤhre.—„Das will ich Ihnen Heinrich Ludwig Lieſemer von Arnshain, wegen Schriftfälſchung
gleich ſagen,“ erwiederte der ältere,„mein Bruder wurde
bei Tage geboren, ich in der Nacht.“
und Unterſchlagung, Verth. Adv. Roſenthal.— 15) Denſelben Nachm. 4 Uhr, gegen Conrad Klös und deſſen Sohn Heinrich Klös von Münſter, wegen Schriftfälſchung, Verth. Adv. Roſenthal.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
Bekanntmachung.
[71 Wegen vermehrter Geſchäfte und im In⸗ tereſſe der Betheiligten ſelbſt find auch hier Zahl⸗ tage eingeführt und auf die Vormittags ⸗ ſtunden jeden Donnerſtags und Freitags, wenn, wie ſich von ſelbſt verſteht, darauf kein Feiertag fällt, feſtgeſetzt worden.
Es wird Dieſes mit dem ausdrücklichen Bei— ſatze veröffentlicht, daß an anderen Tagen keinerlei Zahlungen, namentlich keine Holzgelder ange— nommen werden können.
Ockſtadt am 1. Januar 1855.
Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer.
Fruchtverſtei gerung. [251 Mittwoch den 17. Januar l. J., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds 60 Malter Korn und 30 Malter Gerſte zweimalterweiſe an die Meiſtbietenden verſteigert.
Friedberg den 6. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Ben dee r. Bekanntmachung. 126] Donnerſtag den 11. l. M., Morgens um 11 Ubr, wird in hieſigem Rathhauſe das Halten eines zweiten ſtädtiſchen Faſelochſen auf den Zeitraum von drei Jahren an den Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert. Friedberg den 6. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.
Fruchtverſtei gerung. 27] Montag den 15. Januar l. J., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hiefigem Rath— hauſe von dem Fruchtvorrathe des Auguſtiner— Schulfonds dahier 40 Malter Korn und 9 Malter Gerſte zweimalterweiſe an den Meiſtbietenden verſteigert.
Friedberg den 6. Januar 1855.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg
Bude er.
Oeffentliche Aufforderung. [28] Forderungen und Anſprüche jeder Art an das Vermögen des Jacob König VIII. von Obermörlen, über welches förmlicher Concurs[[dauſe das den Martin Schnaid'ſchen Eheleuten erkannt worden, ſind im Termin habier gehörende Grundſtück meiſtbietend ver— Freitag den 2. März 1855 ſteigert, als:
Garten⸗Verſteigerung.
[1876] Donnerſtag den 25. Januar 1855, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rath⸗
bei Vermeidung des ftillſchweigenden Ausſchluſſes Pag. u. Nr. 124,11 39,3 Klafter S 20 Ruthen von der Maſſe dahier anzumelden, und zu be⸗ Garten in der 3. Gewann. gründen, und ſollen die Beſchlüſſe der Mehrheit Friedberg den 9. Dezember 1854. der erſchienenen Gläubiger auch für die nicht In Auftrag erſchienenen als bindend angeſehen werden. Großberzoglichen Landgerichts Friedberg. Zugleich wird der abweſende Jacob König VIII. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg hiermit von der Concurserkennung unter der Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Aufforderung in Kenntniß geſetzt, in jenem Ter⸗ mine etwaige Anträge zur Befriedigung der A cker verpachtung. Gläubiger zu ſtellen, widrigenfalls lediglich nach[30] Mittwoch den 17. Januar 1855, Vor⸗ den Beſchlüſſen der auftretenden Gläubiger ver- mittags um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe fahren werden wird. nachſtebendes Grundſtück auf den Zeitraum von Friedberg den 12. Dezember 1854. ſechs Jahren meiſtbietend verpachtet: Großberzogliches Landgericht Friedberg: Gemarkung Naubeim: S 7 g b p pag. Nr. 60. 486= 2 Morgen 3 Vtl., Landrichter. Landgerichts⸗Aſſeſſor. 14 Rth., das ſog. Siechhaus neben der —— Landſtraße beiderſeits. Bauholz Verſtei gerung. Friedberg am 28. Dezbr. 1854. [29] Montag den 15. d. Mts., Vormittags In Auftrag der Armencommiſſion: 9 Ühr, ſollen in hieſigem Gemeindewald 80 Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Stämme eichen Bau-, Werk- und Nutzholz, Bender. welche zuſammen 3950 Cubikfuß enthalten, öf— 5 ä fentlich meistbietend verſteigert werden. 300 Gulden f Nauheim am 6. Januar 1855.[31J Vormundſchaftsgelder liegen gegen gericht⸗ Der Kurfürſtlich Heſſ. Bürgermeiſter[liche Verſicherung zum Ausleihen bereit bei Hartmann. Obermörlen. Johannes Scheibel VII.
& Braunkohleuverkauf. 2
[31 Den BraunkoblenConſumenten diene zur Nachricht, daß mit dem 1. Januar 1855 für den Braunkohlen-Bezug auf der Fürſtlichen Braunkohlen-Grube Weckesheim eine neue Credit⸗ periode beginnt, welche mit dem Ausverkauf der noch vorräthtgen Ko hlenklötze aus dem Schoppen mit einer Zablungefriſt bis Ende September 1855 endigt. 1 Der Preis der Kohlenklötze aus dem Schoppen beträgt 10 Kreuzer für den Centner. Grube Weckesheim den 28. Dezember 1854. ü Fürſtliche Bergverwaltung des Reviers Hungen. F. Storch.


