382
Oeffentliche Nachricht.
Montag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, tritt der Bezirksrath des Kreiſes Friedber a1 hier zuſammen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird..* e ene
Friedberg den 2. November 1855.
Gabber Kreisamt Friedberg
*
ül ler.
Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Friedrich Wilhelm Luetz, Dramaturg aus Kettwig Reg.-Bez. Duͤſſeldorf, iſt i rankfurt a. M. i Cass, uachden er dis polcgeliche Erlanbalß eihalten engliche Vertrag en eee
Schulden durchgegangen.
Signalement: Großer ſtarker Mann, belle Augen, hellbraunes Haar, elegante Kleidung, langer dunkelbrauner
Oberrock, enge ſchwarz und weiß carrirte Beinkleider mit Stegen, ſchwarzer Hut, gewandtes Benehme teiſepaß dd. Düſſeldorf den 27. April 1855. 11 e
(engliſch⸗deutſcher) Dialekt.
Fremdartiger
Die Fruchtmärkte.
1) Sind ſie aufgehoben, oder iſt blos der Bwang, die zu verkaufende Frucht auf den Markt zu bringen, aufgehoben?
2) Zſb's von Vortheil, daß Märkte beſtehen oder nicht?
Wer verſtändig und vernünftig handeln will, wie's ordentlichen Menſchen geziemt, der muß über Alles, was um ihn herum geſchieht, nachdenken, über wichtigere Gegen— ſtände mit Anderen ſprechen, hören und leſen, was Andere dazu ſagen.
Damit habe ich meinen Leſern gewiß nichts Neues geſagt, nur eine Wahrheit, die ſie längſt wußten, in Er⸗ innerung gebracht. Aber das mußte ich thun, um zu ſagen, wie ichs mit dem nachfolgend Geſchriebenen meine. Ich meine es dabei mit keinem Menſchen böſe; warum ſollte ichs auch? Ich bin ja Keiner, der Frucht oder irgend Etwas der Art verkauft, und zweitens bin ich Keiner, der viel dergleichen zu ſeinem Unterhalte kaufen muß, was nicht, ohne daß es drückte, bezahlt werden könnte. Ich will alſo zum Wohle eines Jeden einen Gegenſtand be— ſprechen, mit Euch allen, ihr Leſer, der Euch alle recht ſehr angeht und über den Jeder auch ſchon geſprochen und ſich mit Andern beſprochen hat, über den aber, mit Verlaub zu ſagen, nicht Jeder im Reinen iſt.
Mit der erſten Frage ſind wir gleich fertig, denn Jedermann, der das Regierungsblatt oder unſere Darm- ſtädter Zeitung oder das„Blättchen“ verſteht, wenn er da⸗ rin lieſt, weiß, daß nur der Zwang mit ſeiner zu verkau⸗ fenden Frucht auf den Markt zu müſſen, aufgehoben iſt. Aber daß die Märkte beſtehen bleiben, wünſcht unſere Verordnung ausdrücklich. Hier haben wir ſchon Etwas für die Ant⸗ wort unſerer zweiten Frage: unſer Miniſterium wünſcht alſo, daß die Märkte bleiben möchten. Nur den Zwang wollte man aufheben, und das iſt auch recht, denn es iſt beſſer, wenn man das erkannte Gute freiwillig thut.
Welches Gute haben denn aber nun die Märkte fur den Verkäufer?
Er fällt den Wucherern nicht in die Arme. Wie ſo? Es gibt Leute, das weiß doch Jeder, die gehen auf dem Lande draußen herum und ſagen den Leuten, welche Frucht zu verkaufen haben: die Frucht ſei abgeſchlagen, oder ſchlage bald ab, man müſſe jetzt losſchlagen.— Warum thun ſie das?— Ich brauch's Euch nicht erſt zu ſagen. Aber auf dem Markte hilft das Nichts, denn da erfährt man, wie's mit den Fruchtpreiſen ſteht.— Solche Leute ſagen ferner den Verkäufern draußen auf dem Lande: ihre Frucht ſei nicht beſonders, man müſſe erſt einmal da oder dort gute Frucht ſehen. Nun kann man ſie doch nicht damit widerlegen, daß man ſolche gute Frucht geſehen habe. Auf dem Markte aber iſts anders. Da geht man überallhin
und ſieht die Frucht und hört die Preiſe und merkt auch, wie's um das Auf- oder Abſchlagen ſteht. 5
8 Wir wollen nun doch annehmen, ſo Einer, wie wir ihn oben genannt haben, habe die Frucht zu einem annehm⸗ baren Preiſe gekauft; nimmt er ſie denn nun auch gleich und bezahlt er gleich? Manchmal ja, aber nicht immer; oft nimmt er die Frucht und bezahlt nicht, weil er nicht kann; oft aber läßt er auch die Frucht ganz im Stiche. Das thut er, wenn die Frucht, nachdem ſie eine Zeitlang gelegen, abgeſchlagen iſt. Was nun machen? Prozeſſe anfangen und ſich Jahre lang ärgern und am Ende doch verlieren, weil ſich eine Sache ſo und ſo drehen läßt, und weil ſo Einer die Finten beſſer kennt, als ein ſchlichter Bauersmann? Nein. Da iſts auf dem Markte doch an⸗ ders. Da iſt Alles glatt: hie Frucht, da Geld! Und baar
Geld zu bekommen, ohne daß man vorher Prozente hat zu
geben brauchen, iſt was werth. Ohne die Märkte waren aber die Leute auf dem Lande häufig in der Lage, Prozente geben zu müſſen, denn wenn ſie Geld brauchten, bevor die Kaufleute zu Heerden kamen, mußten ſie ſich entweder Geld mit Abgabe einer Proviſion leihen, oder die Frucht unter dem Preiſe abſetzen. Auf dem Markte ſind zu jeder Zeit Käufer da, die den wahren Preis geben.
Zum Beiſpiel: Es ging Einer einmal im Herbſte auf den Kartoffelhandel, zu einer Zeit, wo die Nachfrage nach Kartoffeln noch nicht ſtark und wo noch kein feſter Preis war. Er traf einen Keller voll an bei Leuten, die Geld dringend nöthig hatten. Was geſchah? ſie ſchlugen die Kartoffeln bedeutend unter dem Preiſe los. Auf dem Markte wären mehrere Käufer gekommen, und da wär's anders geweſen.
Weun nun aber ein vornehmer und ſtolzer Oekonom ſagen wollte, das Alles findet auf mich keine Anwendung, ich weiß immer die Preiſe, ich weiß die Frucht zu beur⸗ theilen, ich laſſe mich nicht überteufeln und Dergleichen mehr, ſo haben wir den doch noch auf Etwas aufmerkfam zu machen und ihn zu fragen, ob's ihm ſeither auf uuſerm Fried⸗ berger Markte, wo ein glänzender Abſatz ſtattgefunden, und wo ſich ſchöne Käufer, als: reiche Müller, Großhändler, ſelbſt von weither eingefunden haben, nicht beſſer gefallen hat, als zu Hauſe mit Unterhändlern und Maklern zu verkehren, die gerne den Verdienſt für ſich nehmen. Die ſind doch geſpart bei den Märkten, und was ſie bekamen, mag der Verkäufer, dem's gehört, nehmen.
Zweitens frage ich die Herren Oekonomen, ob ſie nicht gerne bereit ſind, Veranſtaltungen zu unterſtützen, die allgemein, namentlich aber dem kleinen Bauer nützen?
Die Märkte waren nicht entſtanden, um die recht⸗ lichen Fruchtpreiſe zu drücken, ſondern um dem Wucher vorzubeugen. Es beſtehen ja in manchen Gegenden ſeit Menſchengedenken Märkte für Frucht und man hat ſich
Oblige und Verabff 14867] Durch ooſung von! Allchen hifi mern rüchgahlb a) von dem A
69, jede m b) von dem!
200 fl.
Die betreffe Kenntniß geſet das Geld bei zu erheben, dachtem Tage
Der Beſitze Anlehen à 60 hernudge log Darlehen zu er J. Januar 18.
Hierbei wir Ins coupons Vorzeigung d genannten Re in Empfange
Friedberg
Für den Der Stadſyfg . See
Oeffen! Tut De ſihen nach de
bilien:
V, 0
39 Oimarkung
In,
/ ſbe den kon a dato 0
0 e ebrüder S g
ungen UL 9 baegeg
N 1 1 er Aicher 4


