Ausgabe 
6.2.1855
 
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Die Erbſchleicher. a(Fortſetzung.)

Cäſar mußte ein gar wunderbar geſchickter Dienſtbote ſein, denn vom Keller bis zum Speicher, vom Empfangs⸗ zimmer bis zur Waſchküche war Alles ihm anvertraut und Alles in beſter Ordnung, obſchon niemals ein weiblicher Dienſtbote in Norton's Hauſe war, weil Cäſar mit ſeinem Herrn darin übereinſtimmte,daß Dienerinnen mehr Ge⸗ räuſch machen als Arbeit fertig bringen. Aus dieſem Grunde hatte, wie es ſcheint, auch Nat ſich niemals um eine weibliche Pflege umgeſehen, denn der reiche Mann hätte unter ſeinen Verwandten manche gefunden, welche ihm herzlich gern die Wirthſchaft gefuhrt haben würde. Als der alte Herr immer mehr an Jahren und Reichthü mern zulegte, hatte mehr als eine ſeiner Anverwandten ihn an ſeine einſame Lebensweiſe erinnert und ſich erboten, ihm ſeine alten Tage nach Kräften behaglich zu machen. Allein der Alte hatte ſtets die mürriſche Antwort ertheilt: Der alte Cäſar genüge ihm, und Frauen dürften am beſten ihre eigene Wirthſchaft führen, ſo daß auch die Hartnäckigſten ſich nur begnügen mußten, zuweilen einen Spion in Caäſar's Gebiet zu ſenden unter irgend einem plauſibeln Vorwand, um möglicherweiſe irgend einen Ver⸗ ſtoß oder Mangel in der Hausführung des alten Schwar⸗ zen zu entdecken. Dieß ſcheint aber niemals gelungen zu ſein; wenigſtens iſt mir nichts bekannt, daß er jemals ſei⸗ nem Brodherrn Anlaß zu einer Beſchwerde gegeben hätte. Cäſar verſah daher fortwährend ſein Amt als Lakai, Koch, Küchenmagd und Gärtner zu ſeines Herrn vollſter Befrie digung, und Nat's Alter bedurfte wenig Pflege oder Sorg falt. Sein ſtämmiger Körper war noch ſo friſch und geſund wie eine Eiche im Walde, obſchon ihn das Alter hager und knochigt gemacht hatte; ſein Auge hatte noch denſelben ſtrengen forſchenden Blick. Er konnte trotz ſeiner Jahre noch in einem Winter bis an das fernſte Ende ſeines Be ſitzthums gehen, ſeine Zeitung auf dem Kaffeehauſe leſen, ſein Gläschen Grog in der Schenke trinken, und in ſeinem Wagen Fahrten von jeder beliebigen Ausdehnung und Ent⸗ fernung machen. Norton's Pächter betrachteten ihn als einen erträglichen Grundherrn; bei allen Subſeriptionen und Kol⸗ lekten zu wohlthätigen oder Gemeinde-Zwecken ſpendete er reichlich und ſein Haus war behaglich eingerichtet und möoͤblirt. Seine Jugend war freilich eine harte geweſen; er hatte mit Armuth und Elend kämpfen müſſen, hatte ſein Vermögen nur langſam und unter Entbehrungen erworben, und da rum jene ſparſamen, rührigen, entſagenden, Geld erwerben den Gewohnheiten angenommen, welche ihm noch anklebten als er ihrer längſt nicht mehr bedurfte. Er war Jungge⸗ ſelle geblieben, nachdem es ihm in ſeinen jüngeren Jahren nicht möglich geweſen war, eine Familie zu unterhalten und ſich nach Wunſch und Neigung zu verheirathen, ob ſchon er wußte, daß alte Junggeſellen in Neuengland weder häufig noch beliebt ſind. Auch er hatte als Junggeſell ſeine Seltſamkeiten und ſonderbaren Anſichten und Sitten, die natürliche Folge ſeiner einſamen Stellung und ſeiner unbeſchränkten Freiheit, und namentlich ſein Hausweſen machte ihn bei dem weiblichen Theile ſeiner Mitbürger beliebt, weßhalb er auch, trotz eines klaren ſcharfen Ver ſtandes und einer ziemlich ausgedehnten Welterfahrung, die unabänderliche Ueberzeugung hegte, daß jedes freund liche, zutrauliche oder verbindliche Entgegenkommen Ande rer nur ein entfernter Anſchlag auf das Erbe ſeiner Län dereien und Kapitalien ſei. Dieß hätte nur etwa ein

Reflex des großen Werthes ſein können, welchen er ſelber dieſen Beſitzthümern beilegte; aber manche von uns ſuchten ſich dieſe Erſcheinung in ſeinem Charakter aus der Geſchichte (Fortſetzung folgt.)

ſeiner Jugend zu erklären.

Verſchiedenes.

Aſſociation. Knobelmaier.Hört! da ſprechen ſie jetzt von Aſſociren. Wir wollen's auch thun! Knödelmaier.Ja, aber wo anfangen? Knüttel⸗ maier.Narr! am Tabak, Schan, wir kaufen ein Pfund zuſamme. Ich kauen z'erſt, nachher kan en der Knobelmaier trocknen und rauchen und Du, Knödelmaier, kannſt en nachher ſchnupfen.

Friedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat Januar. Getraute: Keine.

1 i

Dem Gr. Geometer 1. Cl. Georg Ludwig Wieſenbach da eine Te, Emma, geb. 4. Dez.. 0 e . 7. Dem Actuariatsgehülfen Johann Chriſtian Hagemann dahier eine T., Anna Philippine Louiſe, geb. 24. Dez.

13. Auguſt, ein unehel. Sobn, geb. 6. Jan.*

14. Dem Arbeiter an der Eiſenbahn Tobias Arz dahier eine T., Marie Philippine, geb. 27. Dez. 1 14. Dem bhſ. B. u. Schneidermeiſter Johann Conrad Wörner eine T., Marie Helene, geb. 27. Dez. a 20. Dem bhſ. B., Barbier u. Heilgehülfen Johann Adam Holler ein S., Chriſtian Heinrich, geb. 24. Dez.

21. Dem bſ. B. u. Schneidermeiſter Karl Friedrich Ludwig Schmidt ein S., Friedrich Wilhelm, geb. 27. Dez.

26. Dem Lehrer an hſ. Muſterſchule, Nicolaus Bitſch ein S., Wilhelm, geb. 8. Jan. i 28. Dem Gr. Domänenpfandmeiſter Ludwig Schuchard dahier ein S., Auguſt, geb. 24. Dez. 1 28. Dem hſ. B. u. Schuhmachermeiſter Karl Friedrich Staubi ein S., Georg, geb. 5. Jan. Nachtrag zum November 1854. a

21. Dem be. B. u. Schreiner Andreas Graubert eine T., Anna Marie Eliſabethe, geb. 16. Nov.

26. Dem hf. B. u. Schreiner Heinrich Jordis II. ein S., Jo- hann Heinrich Arnold.

Beer digte: 5

11. Der hſ. B. u. Weißbindermeiſter Johann Heinrich Zimmer⸗ mann, alt 80 J., 5 M., 21 T., 7 9. Jan.

12. Erneſtine Henriette Karoline Louiſe Chriſtophine Friedericke von Runkel, geb. Gravelius, Ehefrau des penſ. Großh. Hauptmanns Karl Chriſtian von Runkel, alt 39 J, 5 M., 26 T., 1 10. Jan.

12. Anna Marie Blum, des verſt. hſ. B. u. Schneidermeiſters Heinrich Blum ehel. led. T., alt 21 J., 5 M., 28 T., t 10. Jan.

13. Marie Friedericke Weynandt, des verſt. hſ. B. u. Schuh⸗ machermeiſters Johann Philipp Wepnandt ehel. led. T., alt 47 J., M., 3 T, 2 Jan.

14. Johann Konrad Fiſcher, des B. zu Weikertshain Johann Fiſcher ehel. S., alt 5 M., 4 T., 1 12. Jan.

14. Marie Joſepha Chriſtine Mulch, des bſ. B. u. Schneider⸗ meiſters Johann Heinrich Mulch ebel. T., alt 1 J., 2 M., 19 T., T 12. Jan.

18. Philipp Jakob Bechſtein, des hſ. B. u. Schönfärbermeiſters Johannes Wilhelm Bechſtein ehel. S., alt 1 J., 3 M., 27 T., 1 16. Jan.

20. Katharina Wind, geb. Bernhard, Wittwe des verſt. h. B. u. Fuhrmanns Johann Wind, ait 79 J., 1 18. Jan.

21. Marie Margarethe Jäckle, des hf. B., u. Uhrmachers Alexan⸗ der Jäckle ebel. T., alt 2 J., 7 M., 9 T., 1 19 Jan.

21. Eliſabethe Ulrich des hſ. B., Gaſtwirths u. Oekonomen Georg 190 34 bald nach der Geburt u. empfangener Nothtaufe verſt. T.,

20. Jan.

22. Johannes Köhler, Gefreiter in der 6. Comp. hſ. Bataillons,

1 Schwarz Johannes Köhler ehel. led. S., alt 25 J., 6 T., 20. Jan.

Für die Familie des H. Butte 5 ſind vom 27. Januar bis heute bei dem Unterzeichneten weiter einge⸗ gangen: Von A. in P. 18 kr., C. in C. I fl., Familie 5. in S. 51 fr., Gr. in Aſſenh. 1 fl. 30 kr., Heinr. Berntheuſel in Wifah. 24 kr. Sal. Iſenburger in Mlbch. durch Quittung 15 kr., K. Chr. Weiß in Frobg. 30 kr., durch Hrn. Pfrr. Bornagius in Aſſenbeim pr. Poſt 37 fl. 30 kr., (und zwar von Pf. Bornagius 1 fl., Grafen zu Solms⸗Rödelheim 6 fl., verwittwete Gr. zu Solms⸗Rödelheim 4 fl. E. und A., Gr. zu Solms⸗ Rödelbeim 3 fl., Gr. Eduard zu Solms⸗Rödelheim 2 fl., M. Gr. zu Solms 5 fl., Frl. Späth 1 fl., Strauch 1 fl., K. Graf 12 kr., Gebrd. Koch 1 fl., Krick 24 kr., Poths 48 kr., Jäger 48 kr., J. Schmidt,

Bürgmftr. 30 kr., Roſenkranz 30 kr., Auguſt 1 fl., Trümpert 24 kr.,

Georg Runkel 3 kr., Bäcker Fr. Karl Bopp 18 kr., Möning 12 kr., Philipp Schmidt Wittwe 18 kr., Ludwig Beſt 18 kr., Porgl. 1 fl., Berntheuſel 24 kr., Schäfer 30 kr., Hill 1 fl., Freſenius 1 fl., Chriſt.

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