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format. Etuis 6 kr.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erſcheint wo⸗ Einrückungsge
e Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, tag. Preis jährl. oder deren Raum
ae Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. n
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Nu 95. Dienſtag, den. Dezember. 1855.
Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereienz des Kreiſes. Belreffend: Auswanderungen nach Santa Fe. 6
Nach einer mir zugekommenen Benachrichtigung hat ſich Auswanderungs-General-Agent C. H. Textor zu Frankfurt a. M. an mehrere Großherzogliche Bürgermeiſter gewendet, und dieſelben auf die Vortheile aufmerkſam gemacht, welche ſich für Ackerbautreibende und Handwerker, die auch bei dem angeſtrengteſten Fleiße ein genügendes Auskommen nicht haben und ihre Lage zu verbeſſern wünſchen, durch eine Auswanderung nach Santa Fé(La Plata, Südamerika) darbieten. Die Auswanderung, welche der gedachte General-Agent beſorgt, wird den Leuten dadurch anziehend gemacht, daß ihnen Ackerland, ſowie unter dem Namen von„Vorlagen“, ein Häuschen, Vieh und Mehl zum Unterhalte bis zur erſten Erndte um eine geringe Anſchlagsſumme angeboten wird und daß ſie, außer einer alsbald zu leiſtenden Anzahlung von 20 bis 30 fl., ſowohl die weiter erwachſenden Reiſekoſten, als auch die bemerkten Vorlagen erſt nach der zweiten und dritten Erndte zuruͤck zu vergüten haben.
Da bei dieſem Vorſchlage zur Auswanderung nach Santa Fe große Bedenklichkeiten vorliegen, auch weder die politiſchen noch die klimatiſchen Verhältniſſe in Südamerika günſtige Erfolge für deutſche Auswanderer verſprechen durften, auch außerdem nicht nachgewieſen iſt, daß irgend wie für Erfuͤllung der gegebenen Verſprechen Garantien vorliegen, ſo lade ich Sie ein, ſich vorläufig aller Einwirkung auf Beförderung dieſer Auswanderungen zu enthalten.
Friedberg am 30. November 1855. Müll her.
Aenne sech, dine elbb nenen.
Die wegen Landſtreicherei dahier verhaftete, unterm 7. v. M. ausgeſchriebene unbekannte Weibsperſon iſt nicht taubſtumm, wohl aber ſcheint ſie blödſinnig zu ſein. Einzelne Woͤrter ſpricht ſie ziemlich verſtändlich, ihren Namen und Heimathsort nennt ſie aber nicht vollſtäͤndig, indem ſie auf die Fragen: wie ſie heiße und woher ſie ſei, antwortet: „Dorthe“,—„Mecke“; bisweilen ſagt ſie auch:„Hohl“. Wahrſcheinlich iſt ſie in ihrer Heimath von ihren Pflegern übel behandelt worden, denn wenn ſie hört, ſie ſolle nach Hauſe, ſagt ſie:„geh net hame.“ Ihre Eltern ſcheinen todt zu ſein; wie ſie heißen, iſt von ihr nicht zu erfahren.
Die 20—22 Jahre alte Perſon hat kurzes, zottiges, braunes Haar und eine auffallend kleine, an der Wurzel ein⸗ gedrückte Stumpfnaſe. Ich erlaube mir nochmals, die reſp. Sicherheitsbehörden zu erſuchen, unter Benutzung der oben angegebenen Merkmale die geeignet ſcheinenden Nachforſchungen nach den perſönlichen Verhältniſſen dieſer Perſon gefälligſt anzuſtellen und mich davon zu benachrichtigen, wenn die Heimath derſelben bekannt ſein ſollte.
Die Verwaltungsbehörden erſuche ich insbeſondere dieſe Bekanntmachung in ſämmtlichen Orten ihrer reſp. Dienſt— bezirke zu veröffentlichen.
Gießen am 27. November 1855. Großherzoglich Heſſiſches Kreisamt Gießen
gez. Kü chel e r.
Bekanntmachung.
Der nachſtehend ſignaliſirte angeblich taubſtumme Knabe iſt am 19. d. M. im Kreiſe Hanau aufgegriffen und ver—
haftet worden. g Friedberg am 2. Dezember 1855. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Müller.
Signalement: Alter: 16—18 Jahre. Größe: 4“ 9“¼. Statur: unterſetzt. Haare: blond. Stirn: rund. Augen⸗ braunen: blond. Augen: blaugrau, tiefliegend. Naſe: breit und ſtumpf, eingebogen. Mund: dicke Lippen. Zähne: geſund. Kinn: rund. Geſicht: breit. Geſichtsfarbe: blaß. Beſondere Kennzeichen: angeblich taubſtumm und ein kleines Geſchwür
am linken Backenknochen. Einladung zur Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths.
17791 Es wird hiermit bekannt gemacht, daß den 5, 6. und 7. l. Mts., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmit⸗ tags von 2 bis 5 Uhr zu Friedberg in dem Rathhauſe die Abſtimmung zur Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths vorgenommen werden ſoll. Es ſind hierbei im Ganzen 5 Mitglieder des Gemeinderaths zu wählen, wovon die Wähler


