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„Und wie lange wird es noch bis dahin dauern?“ erkundigte ſich Hencke bei dem Büttel.
„Höchſtens acht Tage,“ war die Antwort„oder es müßte mit dem Teufel zugehen.“
„Willſt Du mir die Huͤndin überlaſſen, Andreas?“ fragte der Schneider den würdigen Vetter.
„Was in aller Welt willſt Du denn mit dem Vieh?“ erwiderte, ihn verwundert anſehend, der Hencker,„ich glaube, Du haſt wohl übergeſchnappt.“
„Das kümmert Dich nichts,“ ſagte kurz der Schneider; „gib mir Antwort, willſt Du ein tüchtig Stück Geld ver— dienen?,
„Wie kannſt Du darüber noch im Zweifel ſein,“ ent— gegnete ihm haſtig der Büttel,„wann bin ich wohl nicht bei der Hand geweſen, wenn er etwas zu verdienen gab? Friſch heraus mit der Sprache!“
„Nun gut, ſo überlaß mir die Hündin,“ ſprach leiſe der Schneider,„und halte reinen Mund. Kein Menſch, ſelbſt nicht einmal hier im Freihofe, darf wiſſen, daß ich das Thier von Dir erhalten habe. Willſt Du das, ſo gebe ich Dir hier vorläufig einen Goldgulden und ſpäter be— kommſt Du noch mehr.“ Bei dieſen Worten zog er eine gefüllte lederne Börſe hervor und nahm aus derſelben einen blanken Goldgulden, den er dem Freimeiſter hinhielt.
Haſtig griff dieſer nach dem Goldſtück und ſteckte es ſchmunzelnd ein.„In's Teufels Namen nimm das Vieh hin,“ rief er,„das iſt ein vortrefflicher Handel; und daß ich ſchweigen kann, weißt Du längſt. Aber wiſſen möcht'
ich doch, was für eine Teufelei Du damit aushecken willſt und von wem Du die vielen, blanken Goldgulden her haſt.“
„Das kann Dir einerlei ſein,“ ſagte Hencke, indem er vorſichtig die Börſe wieder einſteckte, wenn Du nur die Goldvögel empfängſt. Doch jetzt ſteck' mir die Hündin in einen Sack; ich will ſie mitnehmen.“
Auf dieſe Aufforderung verließ der Büttel das Zimmer und kehrte nach wenigen Augenblicken in daſſelbe zurück, einen Beutel in der Hand, in welchen er die Hündin ge— ſteckt hatte.
„Hier haſt Du das Thier wohl eingeſackt und zu⸗ gebunden,“ ſagte er zu dem Schneider, ihm den Sack über— reichend,„mach' jetzt aber, daß Du fort kömmſt, denn lange kann es die Hündin darin nicht aushalten.“
„Sei unbeſorgt,“ entgegnete ihm der Schneider zu— frieden lächelnd,„ich weiß mit dergleichen umzugehen. Auf Wiederſehen. Vor Allem halte reinen Mund.“
Dann nahm er den Beutel mit der Hündin unter ſeinen Mantel und verließ vorſichtig den Freihof, mit eiligen Schritten ſich ſeiner Wohnung zuwendend.
(Fortſetzung folgt.)
Markt⸗Bericht von Friedberg. 1. Mai. Waizen aufgefahren 186 ½ Malter, verkauft 188 ¼, 16 fl. 22 kr.; Korn aufg. 10½, verk. 10 ½, 13 fl. 2 kr.; Gerſte aufg. 38 ½, verk. 38 ½, 9 fl. 20 kr.; Hafer aufg. 4, verk. 4, 5 fl. 30 kr.; Vorſchußmehl aufg. 8, verk. 8, 18 fl. 18 kr; Waizenmehl aufg. 30, verk. 30, 14 fl.; Erbſen aufg. 14, verk. 14, 12 fl.; Kartoffeln aufg. 33, verk. 27, 4fl. 39 kr.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Arbeits„Verſteigerung. L607] Die Reparaturarbeiten für 1855 an den Kameral⸗, Grundlaſten⸗, Forſt⸗ und Cen⸗ tralgebäuden im Baubezirk Friedberg, als: Maurer⸗, Steinhauer⸗, Zimmer-, Schreiner-, Schloſſer⸗, Glaſer⸗, Weißbinder⸗, Spengler⸗ und Pflaſterarbeiten, ſowie das Anliefern von Mauerſteinen, Kalk, Sand und Pflaſterſteinen, werden an nachſtehenden Tagen und Stunden an die Wenigſtfordernden öffentlich verſteigert:
Montag den 14. Mai, Vormittags 9 Uhr, zu Friedberg im Gaſthauſe zur Stadt Frank⸗ furt an den Gebäuden zu Friedberg, Ockſtadt, Obermörlen, Niedermörlen, Heldenbergen, Bü⸗ desheim, Kaichen, Burggräfenrod und Rodheim.
Dienſtag den 15. Mai, Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Vilbel an den dortigen fisk. Gebäuden.
Mittwoch den 16. Mai, Vormittags 9 Uhr auf dem Rathhauſe zu Butzbach an den Ge⸗ bäuden zu Butzbach, Griedel, Rockenberg, Op⸗ pershofen und Münzenberg.
Friedberg den 2. Mai 1855.
Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg Süffert.
Fruchtverſteigerung bei dem Rentamte Friedberg. [596] Von den 1854r Fruchtvorräthen des hie⸗ ſigen Rentamts kommen weiter zur Verſteige⸗
rung:
1) zu Friedberg in dem Gaſthauſe zum Maul⸗ beerbaum, Montag den 7. Mai 1855, Vormittags 10 Uhr, von dem Speicher daſelbſt, 15 Malter Waizen, 120 Malter Korn, 38 Malter Gerſte;
2) zu Bußbach in dem Gaſthauſe zum Heſſi⸗ ſchen Hofe, Mittwoch den 9. Mai 1855, Vormittags 10 Uhr, von dem Speicher daſelbſt, 54 Malter Korn und 15 Malter Gerſte.
Bemerkt wird noch, daß auch einzelne Mal⸗ ter zum Ausgebote kommen. Friedberg am 28. April 1855. Großherzogliches Rentamt Friedberg Hauſer.
Holzverſteigerung in der Oberförſterei Bingenheim. 608] Künftigen Dienſtag und Mittwoch, den
8. und 9. Mai, ſollen verſteigert werden: J. Dienſtag den 8. Mai:
1) In der Berſtädter Mark, Diſtrict Geiſe⸗ lohe, 21½ Stecken Buchen ⸗Scheitholz. An⸗
fang der Verſteigerung präcis 9 Uhr Vor— mittags.
2) Im Diſtricte Schoppentheil, 7¼ Stecken Kiefern⸗Prügelholz, 15 Stecken Kiefern⸗ bara 18 Fichten⸗Stangen mit 38 Cu- bikfuß.
3) Im Biſſer Wald, 8 ½ Stecken Buchen⸗ Scheitholz, 1 Stecken Buchen-Stockholz und 2 Stecken Buchen⸗Reisholz.
4) Im Diſtricte Geackerte Wieſe, 8 ½ Stecken Kiefern-Prügelholz, 3 Stecken Kiefern⸗ Stockholz und 5 Stecken Kiefern-Reisholz.
5) Im Gettenauer Wald, Diſtriet Aspenſumpf, 8½ Stecken Buchen⸗Scheitholz.
6) Im Echzeller Wald ⸗Diſtrict, hinter dem großen Köppler, 3 Stecken Buchen- Scheitholz.
7) Im Diſtricte großer Köppler, 7 Stecken Kiefern-Prügelholz, 2¾ Stecken Kiefern- Stockholz und 6 Stecken Kiefern ⸗Reisholz.
8) Im Diſtricte Häuscheswieſe, 150 Stecken Eichen⸗Reisholz, ½ Stecken Fichten-Reis⸗ holz und 3 Fichten Stangen mit 6 Cbfuß.
II. Mittwoch den 9. Mat:
1) Im Diſtricte Iſenburger-Feld, 83 ½ Ste— cken Eichen⸗Prügelholz, 59% Stecken Ei⸗ chen⸗Stockholz, 144 Stecken Eichen-Reis⸗ holz, 20 Eichen-Stämme mit 273 Cubfß. Anf ang der Verſteigerung präcis 9 Uhr Morgens.
2) Im Diſtricte Friederichsbuche, 3 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 18% Stecken Buchen⸗ Prügelholz, 8 Stecken Buchen⸗Stockholz, 30 Stecken Buchen-Reisholz, 1 Stecken Eichen-Scheitholz, 5% Stecken Eichen Prügelholz, 3 Stecken Eichen-Stockholz, 11% Stecken Eichen⸗Reisholz, 2½ Stecken Linden-Prügelholz, 5 Stämme Eichen⸗Bau⸗
holz mit 225 Cubfß. Anfang der Verſtei⸗ gerung Nachmittags 3 Uhr. Bingenheimer Forſthaus den 2. Mai 1855. Großherzogliche 9 Bingenheim v. 31
Bekanntmachung. 1509] Die im Moxſtadter Markwald, Diſtrikt Kirchwald und Forſtwald, am 25. d. M. ab⸗ gehaltene Holzverſteigerung iſt genehmigt und der erſte Fahrtag auf Montag den 7. Mai l. J. feſtgeſetzt worden. Obermoxſtadt am 30. April 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermoxſtadt Mickel, Markmeiſter.
Fruchtverſteigerung. [610] Montag den 14. d. M., des Morgens um 10 Uhr, werden vom Fürſtlichen Speicher
dahier:
300 Malter Korn,
300„ Gerſte und
100„Hafer einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt.
Griedel den 2. Maj 1855. Fürſtliches Rentamt Mengel.
Verpachtung. [611] Montag den 14. l. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, wird in hieſigem Rathhauſe die Begraſung der ſtädtiſchen Allmeien meiſt⸗ bietend für das laufende Jahr verpachtet. Friedberg am 2. Mai 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Be n dee r.
Verſteigerung. [612] Dienſtag den 8. Mai, Nachmittags um 4 Uhr, wird die Anlieferung von circa 300 Parzellenſteinen in hieſigem Rathhauſe an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg den 2. Mai 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.
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